Inhaltsverzeichnis
Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen
Einleitung 3
1. Fachsprachen 3
1.1. Definition des Begriffs Fachsprachen 3
1.2. Besonderheiten von Fachsprachen 4
1.3. Die Funktionen von Fachtexten 5
1.4. Die Sozialisierung von Fachsprachen 5
2. Sondersprachen 6
2.1. Definition des Begriffs Sondersprache 6
2.2. Wo und zu welchem Zweck entstehen Sondersprachen 6
2.3. Beispiele von Sondersprachen 7
2.3.1. Das Rotwelsch als historisches Beispiel einer Sondersprache 7
2.4. Gegenwärtige Beispiele für Sondersprachen 7
Zusammenfassung 8
Untersuchung zur Sprache der Staatssicherheit
Einleitung 9
1. Semantische Besonderheiten 9
1. 1 Bedeutungsverschiedenheiten des Begriffs „Aufklärung“ 9
1. 2 Bearbeiten nutzen herauslösen von Personen 10
2. Einflüsse in die Sprache der Stasi 11
2.1. Einflüsse von Geheimsprachen 11
2.2. Einflüsse der Amtssprache 13
2.3. Einflüsse der Militärsprache 14
Fazit 14
Bibliographie 16
2
Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen
Einleitung
Fach- und Sondersprachen nehmen in der neueren Linguistikforschung eine immer bedeutendere Stellung ein. Jedermann ist durch soziale Determiniertheit in Beruf, Alter, Geschlecht, etc. gewissen Gruppen zugehörig. Bei der Ausübung eines Berufes wird man mit einer, eventuell mehrerer Fachsprachen vertraut, bzw. man kommt über die Gemeinsprache zu fachsprachlichen Termini. Nimmt man am gesellschaftlichen Leben teil, kann man sich den Fach- und Sondersprachen also nicht entziehen.
Einerseits werden im Folgenden Definitionen der Fach- und Sondersprachen gegeben und deren Besonderheiten werden hervorgehoben, die durch Beispiele gestützt werden. Bei den Fachsprachen kommt eine kurze Analyse der Funktionen nach Möhn/Pelka „Fachsprachen. Eine Einführung.“ 1 hinzu.
An dieser Stelle soll gesagt werden, dass ich die Gemeinsprache gleichberechtigt neben den Gruppensprachen sehe, und die Fach- und Sondersprachen gleichwertend den Gruppensprachen unterordne.
1. Fachsprachen
1.1. Definition des Begriffs Fachsprachen
Fachsprachen fungieren in erster Linie im wissenschaftlichen technischen Handlungsbereich, in der Verwaltung und in der Diplomatie als Kommunikationsmittel. 2 Sie können als Hyponym der Gruppensprachen und stehen somit als Kohyponym neben den Sondersprachen. Die Hauptfunktion von Fachsprachen ist das Benennen und Erschließen von bestimmten Sachgebieten, um dann eine einheitliche, möglichst ökonomische und vor allem effiziente Kommunikation zu gewährleisten. Das große Spezifikum von Fachsprachen liegt im lexikalischen Bereich, durch die häufige Anwendung von Fachtermini. Der Hauptunterschied zwischen Fach- und Sondersprachen besteht in der Schriftlichkeit der ersteren. Fachsprachen sind für jedermann zugänglich und erlernbar. Außerdem setzen Fachsprachen keinen individuellen Sprecher voraus. Die soziale Komponente, die bei den Sondersprachen eine große Rolle spielt, wird außen vor gelassen, und ist auch nicht erwünscht. Vorsicht ist geboten bei einer möglichen Gleichsetzung von Fachsprachen mit dem Berufsjargon, weil dieser gehört, bedingt durch seine Mündlichkeit, zu den Sondersprachen. 1 Dieter Möhn/ Roland Pelka (1984): Fachsprachen. Eine Einführung. Tübingen: Niemeyer. ( = Ger-
manistische Arbeitshefte 30).
2 vgl. Walther von Hahn (1980): Fachsprachen. In: Althaus, Hans Peter von/ Henne, Helmut/ Wiegand,
Herbert Ernst (Hrsg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. 2., vollst. neu bearb. u. erw. Aufl. Tü-
bingen: Niemeyer, S. 390.
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1.2. Besonderheiten von Fachsprachen
Fachtexte sind auf Anhieb zu erkennen. Die Textsorte wird meist explizit genannt, um von vornherein Missverständnisse zu vermeiden. Der Handlungsbereich von Fachsprachen ist öffentlich. Die Themen werden entweder erklärt oder beschrieben. Weiters können in Fachtexten Formeln, Grafiken und Bilder vorkommen, die in einem direkten Verhältnis zu dem Geschriebenen stehen. Untersucht man bei Fachsprachen die Lexik, stößt man wie bereits erwähnt auf eine hohe Anzahl von Fachtermini, die sich auf Kompositionen und auf Nomenklaturen aufteilen lassen.
Nomenklaturen findet man in Bereichen wie der Chemie, Medizin und Biologie, da sich deren Begriffe häufig auf die lateinische Wissenschaftstradition zurückführen lassen. Kompositionen setzen sich meist aus Begriffen des gemeinschaftssprachlichen Wortschatzes zusammen. Ab drei Kompositionsgliedern werden in der gesprochenen Fachsprache Kürzel ange-wandt, wie zum Beispiel bei den Begriffen Antiblockiersystem (ABS) oder Antischlupfregelung (ASR). 3 In den Programmiersprachen sind englische Lehnwörter vorherrschend (IfThenStatement, ArgumentList). In der laienhaften Computersprache sind ebenfalls hauptsächlich englische Begriffe anzutreffen, denen deutsche grammatische Kategorien verpasst werden, wie etwa bei downloadbar oder mailen. Ein besonders beliebtes Nomenklaturverfahren, vor allem in den Bereichen der Physik, Chemie und Mathematik, ist das benennen nach Personen, wie zum Beispiel bei pythagoreischer Lehrsatz, Keplersche Gesetze oder Planck’sches Wirkungsquantum.
Eine exklusive Fachsprachensyntax existiert nicht. Es wird in der Regel eine Auswahl von spezifischen gemeinsprachlichen Syntaxmittel getroffen. Was allerdings doch festzustellen ist, ist, dass man eine strenge Thema-Rhema-Gliederung einhält, und zu Substantivierungen und Funktionsverbgefügen neigt. Weiters fällt die bevorzugte Verwendung des Passivs auf. Um das persönliche Subjekt zu vermeiden, wird auf Personalpronomen verzichtet und ausweichend auf die Form „man“ zurückgegriffen. Diese syntaktischen Mittel dienen der Objektivierung und Anonymisierung von Fachsprachen und dazu, Doppeldeutigkeiten und Missverständnisse sofort auszuschließen. 4 Auffallend sind auch die kausalen und finalen Verknüpfungen der Sätze. Logische Zusammenhänge sind in Fachtexten unabdingbar.
Was die Textsorten von Fachsprachen betrifft, sind diese meist schon in der Überschrift klar festgelegt. Die Texte selbst zeichnen sich durch große Kohärenz aus. Die typischsten Kohäsionsmittel sind anaphorische aber auch kataphorische Elemente, wie bestimmte Artikel und Demonstrativpronomen.
3 vgl. Hahn, Fachsprachen, S. 393.
4 vgl. ebda. S. 394.
4
1.3. Die Funktionen von Fachtexten
Hierbei wurde die Einteilung von Möhn/Pelka in Fachsprachen. Eine Einführung. 5 herangezogen.
N Deskriptive Funktion Beschreibende Fachtexte haben die Aufgabe, den Adressaten so weit wie möglich informieren, ohne dabei zu werten. Dazu gehören etwa Gegenstandsbeschreibungen, Lexikonartikel, Rezensionen, etc. Ausschlaggebend bei dieser Funktion ist „die objektkonzentrierte Darstellung von Gegenständen“ 6 .
N Instruktive Funktion Instruktive Fachtexte sollen den Adressaten in eine Materie einführen und ihm eine Empfehlung zum Handeln geben. Ob er dieser Empfehlung nachgeht, ist ihm überlassen, denn es gibt für ihn keine Konsequenzen. Unter solche Fachtexte fallen etwa Kochrezepte, Spielanleitungen, generell alle Arten von Anleitungen. Kennzeichnend für instruktive Texte sind die Häufigkeit von Infinitivkonstruktionen, bei Kochrezepte die Formel „Man nehme“ oder Impe-rativformen.
N Direktive Funktion Texte dieser Funktion fordern den Adressaten auf etwas auf bzw. schränken ihn beim Handeln ein, wobei er bei Nichteinhalten mit Konsequenzen rechnen muss. Dazu gehören etwa Gesetzestexte, die Gebots- und Verbotsnormen vorgeben.
1.4. Die Sozialisierung von Fachsprachen
Fachsprachen kommen in den verschiedensten Kommunikationssituationen zum Einsatz. Einerseits gibt es eine fachinterne Kommunikation, wo zwei Vertreter desselben Faches sich miteinander unterhalten. Ihr Fachwissen ist einigermaßen auf demselben Niveau und die Kommunikation erweist sich als unproblematisch. Schwieriger erweist sich die interfachliche Kommunikation, bei der sich zwei Vertreter unterschiedlicher Fächer miteinander unterhalten. Es kann es zu Konflikten auf hoher Ebene kommen. Eine fachexterne Kommunikation spielt sich unter Experten und Laien ab. Durch den unterschiedlich manifestierten Wissens-tand können Verständigungsprobleme vorprogrammiert sein, die im äußersten Falle zu einem Kommunikationsabbruch führen. Eine große Rolle für den Erfolg einer fachexternen Kommunikation spielen Bildungsgrad, Vorkenntnisse und Offenheit für Neues, manchmal nicht ganz Verständliches, beim Laien. Als vierte Unterscheidung kann die Kommunikation zwischen Laien und Laien genannt werden, also ein Alltagsgespräch, etwa über Krankheiten, Haustiere oder Hausbau. Vor allem bei dieser Art von Kommunikation bemerkt man die Einflüsse, welche die Fachsprachen auf die Gemeinsprache hat. Die wichtigsten sind im lexika-
5 vgl.Möhn/ Pelka, Fachsprachen. Eine Einführung, S. 46.
6 ebda. S. 55.
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Quote paper:
Theresa Zuschnegg, 2007, Einführung in das Forschungsgebiet der Fach- und Sondersprachen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
English - Grammar, Style, Working Technique
Presentation / Essay (Pre-University), 31 Pages
Die lexikalische Betonung des ...
Scholary Paper (Seminar), 22 Pages
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