INHALT
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Jugend und Jugendsprache 4
2.1 Definition Jugend 4
2.2 Definition und Funktion der Jugendsprache 6
2.3 Jugend und Jugendsprache im Wandel der Zeit 10
3 Die BRAVO 12
3.1 Historie und Beschreibung des Untersuchungsgegen-standes 12
3.2 Die Zielgruppe 13
3.3 Medien als Promotoren des sprachlichen Wandels 14
3.4 Die BRAVO im Wandel der Zeit 15
3.4.1 Die BRAVO 1998 16
3.4.2 Die BRAVO 2008 16
4 Analyse der sprachlichen Besonderheiten 17
4.1 Interpunktion und Syntax 18
4.2 Anglizismen 20
4.3 Partikeln 24
4.4 Elliptische Sätze 25
4.5 Hyperbolismen 26
4.6 Sprachspiele und Phraseologismen 28
4.7 Spitznamen 30
4.8 SMS-Sprache und Chat-Kommunikation 31
5 Schlussbetrachtung 33
Literaturverzeichnis 34
Anhang 36
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
d.h. das heißt i.d.R. in der Regel o.g. oben genannte u.a. unter anderem z.B. zum Beispiel
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
ABBILDUNG 1 Funktion von Jugendsprache S. 7
ABBILDUNG 2 Variationsspektrum Jugendsprache S. 8
ABBILDUNG 3 Medien als Promotoren des sprachlichen Wandels S. 15
ABBILDUNG 4 Verkaufte Exemplare der BRAVO von 1998 bis 2008 S. 15
1
1 EINLEITUNG
„Was heute in ist, ist morgen out.“ 1 Angelehnt an dieses Zitat von Hermann EHMANN stellt sich die Frage, welche Veränderungen sich zwischen den Jahren 1998 und 2008 hinsichtlich der Jugendsprache konstatieren lassen. Wer damals 15 Jahre alt war und mitten in der Pubertät steckte, ist 2008 25 Jahre alt und Student oder bereits berufstätig. Was damals interessant schien, ist heute in weite Ferne gerückt. Hört eine heute 25-jährige Frau oder ein gleichaltriger Mann Jugendliche untereinander kommunizieren bemerken sie neue Wortkompositionen, Ausdrücke und Redensarten, die ihnen fremd sind. „Die Sprache […] generell und Jugendsprache im Besonderen [ist] ein ständiger
historischer Entwicklungsprozess, ein Kommen und Gehen einzelner Worte, ein
Sprachgebäude, an dem ständig gebaut und gebastelt wird. Darum kann das, was
heute Jugendsprache ist, schon morgen die uncoolste Sache der Welt sein.“ 2
Eine BRAVO-Zeitschrift aus dem Jahr 1998 und zwei aktuelle Ausgaben der BRAVO aus dem Jahr 2008 dienen der Arbeit als Untersuchungsgegenstand. Dieser Zeitrahmen wird gewählt, um zu untersuchen, ob sich die gesellschaftlichen Veränderungen dieser zehn Jahre auch in der Sprache niedergeschlagen haben.
Die Zeitschrift befindet sich in einem andauernden Abschiednehmen von unterschiedlichen jugendlichen Lesergenerationen. Trotzdem ist die BRAVO seit ihrer Entstehung vor 52 Jahren der unangefochtene Marktführer in der Rubrik der Jugendzeitschriften. 3
Zehn Jahre bedeuten einen Generationenumbruch, denn die „Zielgruppe [der
BRAVO] sind im weitesten Sinne die 10- bis 17-Jährigen und als Kernzielgruppe die Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren.“ 4 „Das Lesen von Jugendzeitschriften […] ist transhistorisch, das heißt, dass die Leser-Blatt-Bindung, die bisweilen sehr eng sein kann (Stichwort: BRAVO-Lesergemeinde), nicht langfristig ist und dass die Verweildauer in der Regel nicht länger als zwei
1 EHMANN, 1994: S. 0
2 JANKE/NIEHUES, 1995: S. 104
3 vgl. www.pz-online.de
4 KNOLL/ MONNSEN-ENGBERDING, 2001: S. 17
2
Jahre anhält.“ 5 Der ständige Wechsel der Leserschaft ist gerade für die BRAVO symptomatisch.
„Wenn sich die kommerzielle Jugendpresse, die stets beides ist, nämlich Bild und Abbild der Jugendlichen, auf dem Markt durch ihre Akzeptanz bewähren will, muss sie sich auf
diesen Generationenwechsel einstellen.“ 6
Und weil gerade die Jugendzeitschrift BRAVO seit 52 Jahren Marktführer 7 ist, wurde sie als Untersuchungsgegenstand gewählt.
Um sich den Generationen anzupassen ist es nicht nur bedeutsam ihre Interessen zu erkennen sondern ihnen diese auch in ihrer Sprache zu präsentieren. Der zentrale Gegenstand der Arbeit ist daher die BRAVO, anhand derer untersucht wird, ob und wie sich die Zeitschrift sprachlich in den letzten zehn Jahren verändert hat und welche Unterschiede sich konstatieren lassen. Die Jugendzeitschrift BRAVO weist auf den ersten Blick zahlreiche jugendsprachliche Merkmale auf. Die Fragen, ob die BRAVO ihrem Charakter als „Sprachrohr der Jugend“ nachkommt, ob sie tatsächlich jugendsprachliche Elemente nutzt und ob sich eine Veränderung dieser Elemente im Laufe der Jahre konstatieren lässt, werden die Analyse der jugendsprachlichen Besonderheiten leiten. Denn eines stellen JANKE und NIEHUES fest: „Wer die Jugendsprache sprechen will, muss sich immer am Puls der Zeit befinden und den Kids zuhören, sonst wird es äußerst peinlich.“ 8
Zunächst wird mit dem Blick auf die Forschung versucht, eine Definition für den Begriff „Jugend“ zu finden. Was macht Jugend aus und wer ist Jugend, hinsichtlich soziologischer und demographischer Aspekte. Anschließend wird erläutert warum sich Jugendliche sprachlich von Erwachsenen abgrenzen. Eine Untersuchung hinsichtlich des sozialen Umfeldes und der Lebenssituation der Jugendlichen aus dem Jahr 1998 und der Jugendlichen der Gegenwart soll Veränderungen des Verhaltens der Jugendlichen feststellen: Was hat sich in den letzten zehn Jahren verändert und welche Aspekte davon brachten auch eine Veränderung in der Sprache der Jugendlichen mit sich?
5 KNOLL/MONNSEN-ENGBERDING, 2001: S. 9
6 KNOLL/ MONNSEN-ENGBERDING, 2001: S. 9
7 www.pz-online.de
8 JANKE/NIEHUES, 1995: S. 104
3
In dem dritten Teil wird der Untersuchungsgegenstand, die BRAVO, im Fokus der Betrachtung stehen. Eine kurze Historie und Beschreibung der Zeitschrift sowie der Zielgruppe der BRAVO geben einen Überblick über den
Untersuchungsgegenstand. Anschließend werden die Zeitschriften hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Unterschiede untersucht. In einem analytischen Teil werden dann die sprachlichen Besonderheiten herausgearbeitet und die Ausgaben der Jahre 1998 und 2008 werden gegenübergestellt. Die Spanne von zehn Jahren scheint der Autorin passend um einer Betrachtung hinsichtlich der sprachlichen Auffälligkeiten nachzugehen, da wie bereits oben erwähnt, Veränderungen in der Gesellschaft entstanden sind und sich diese auch immer in der Sprache manifestieren lassen. Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung reflektiert und sollen Antworten auf die Fragen geben, ob und wie sich die Jugendsprache der BRAVO in den letzten zehn Jahren verändert hat und ob der Markführer der Jugendzeitschriften damit seiner Leserschaft gefolgt ist.
4
2 JUGEND UND JUGENDSPRACHE
An dieser Stelle wird der Begriff der Jugend erläutert. Anschließend wird mithilfe soziologischer und linguistischer Forschungsergebnisse untersucht, wie der Begriff der Jugendsprache zu verstehen ist und was die Jugendlichen motiviert eine eigene Sprache zu benutzen.
2.1 Definition Jugend
„[Die Jugend] fängt mit der (inzwischen zeitlich vorverlegten) Pubertät (körperliche,
psychische und sozialkulturelle Entwicklungs- und Reifungsprozessen) an und endet,
wenn man nicht nur juristische, nicht nur biologische und nicht nur psychologische
sondern auch soziologische Maßstäbe anlegt, mit dem Eintritt in das Berufsleben
und/oder der Heirat.“ 9
Dennoch ist die Lebensphase Jugend seit jeher ein nicht eindeutig zu definierender Zeitraum. So kann die Jugend nicht mehr nur kalendarisch abgegrenzt werden, denn es „stellte sich wissenschaftlich […] bald die Einsicht ein, dass allein das Altersargument kaum als Definitionsmerkmal ausreicht.“ 10 Vielmehr zeichnet sie sich durch viele Ungleichheiten und asynchrone Entwicklungen aus. Zwischen Kindheit und Jugend „haben sich die so genannten Kids geschoben und nach oben schließt sich an das Jugendalter nicht die Erwachsenheit, sondern die Postadoleszenz oder der/die junge Erwachsene“ 11 an. Die Verschiebung in die Phase der Postadoleszenz lässt sich durch längere Schul- und Ausbildungszeiten erklären und zudem ist die Jugend, der der Mensch sich gerne zugehörig fühlt, „fast so etwas wie ein Markenzeichen von moderner Identität geworden“ 12 . Die Verschiebung in die „Akzeleration“ 13 , die Beschleunigung der körperlichen und psychischen Reifung des Menschen, erklärt sich durch die „erhebliche Vorverlagerung sexueller Erfahrungen [sowie] Kinderdiscos und Kinderpartys schon für 10-bis 12-Jährige.“ 14
9 FERCHHOFF, 1999: S. 68
10 NEULAND, 2008: S. 55
11 FERCHHOFF, 1999: S. 68
12 FERCHHOFF, 1999: S. 68
13 JANKE/NIEHUES, 1995: S. 10
14 BAACKE, 2004: S. 234
5
Fakt ist, dass „das in Jahren gemessene Lebensalter zur Kennzeichnung von Jugend […] relativ vage und unbestimmt [bleibt].“ 15 Hinsichtlich dessen scheint es sinnvoll, die Jugend nach sozialen und/oder soziologischen Aspekten zu definieren, d.h. die Jugend „als mit gesellschaftlichen Funktionen ausgestattete Übergangszeit zwischen Kindheit einerseits und Erwachsensein andererseits [zu] betrachten.“ 16
Grundsätzlich werden in der Soziologie verschiedene Ansätze zu einer Definition von Jugend herangezogen. Die Altersphase, die mit dem Eintreten der Pubertät beginnt spielt eine Rolle, sowie die Altersgruppe der 13 bis etwa 25-Jährigen mit spezifischen Verhaltensweisen. Hinzu kommt die biologisch, sozio-kulturell bestimmte Lebensphase, in der das Individuum die Vorraussetzung für ein selbstständiges Handeln gewinnt. 17
Doch auch hier ist eine eindeutige Bestimmung nicht möglich, sodass der Soziologe SCHEUCH daraus schließt, dass es „die Jugend nicht gibt.“ 18 Jugend lässt sich in viele verschiedene Gruppen einteilen, sich aber grundsätzlich nicht pauschalisieren. Vielmehr ist es hilfreich sich durch die Beschreibung einer Jugendkultur, dem Begriff der Jugend zu nähern. Ein wichtiger Teil, der die Jugendkultur ausmacht ist neben den o.g. Aspekten, wie die Altersphase und die sozio-kulturell bestimmte Lebensphase, besonders die Sprache, durch die sich die Jugend ausdrückt, nach außen abgrenzt und nach innen stabilisiert. Fraglich ist, ob eine Jugendsprache existieren kann, wenn es eine eindeutig definierte Jugend nicht gibt. Grundsätzlich ist festzustellen, dass der Sprachgebrauch der Jungendlichen ähnlich vielfältig ist, wie die Jugendlichen selbst. Die Forschung 19 geht davon aus, dass es nicht die Jugendsprache gibt, sondern viele verschiedene sprachliche Auffälligkeiten, die das Sprechen und den Sprachgebrauch der Jugendlichen widerspiegeln. 20 Dies soll im Folgenden näher skizziert und erläutert werden.
15 FERCHHOFF, 1999: S. 71
16 FERCHHOFF, 1999: S. 71
17 vgl.:SCHLOBINSKI/BLANK, 1990: S. 3
18 in: SCHLOBINSKI/BLANK, 1990: S. 3
19 vgl.: SCHLOBINSKI/KOHL/LUDEWIGT, 1993: S.11
20 nähere Betrachtung in Kapitel: 2.2.1.
Arbeit zitieren:
Tina Hassel, 2009, Die Sprache der BRAVO 1998 und 2008, München, GRIN Verlag GmbH
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