Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ........................................................................................................ I
Abbildungsverzeichnis .............................................................................................. III
Tabellenverzeichnis ...................................................................................................IV
Abkürzungsverzeichnis V
1 Einleitung 1
1.1 Ausgangslage 1
1.2 Ziel der Arbeit 2
1.3 Vorgehensweise 2
2 Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen 5
2.1 Das Nachhaltigkeitsprinzip 5
2.2 Ableitung der nachhaltigen Entwicklung auf Unternehmen 7
2.2.1 Ökonomie Unternehmen 8
2.2.2 Gesellschaft bzw Anspruchsgruppen 11
2.2.3 Ökologie Natur 12
2.3 Möglichkeiten und Ziele einer ökologisch verantwortungsbewussten
Unternehmung 14
2.3.1 Integrierung ökologischer Ansätze in die Unternehmung Problemdimension
oder Wettbewerbsvorteil 15
2.3.2 Ökologische Handlungsfelder der Unternehmung 16
2.3.3 Handlungsebenen des ökologisch bewussten Managements 18
2.4 Ökologische Betroffenheit der Unternehmen 19
2.4.1 Faktoren der ökologischen Betroffenheit 21
2.4.2 Betroffenheitssituation 22
3 Darstellung ökologischer Unternehmensstrategien 24
3.1 Allgemeine Strategieerklärung 24
3.1.1 Strategieentwicklung 25
3.2 Umwelt- und ressourcenschonende Unternehmensstrategien 26
3.2.1 Integration ökologischer Ressourcenschonung im Konzept von Porter 27
3.2.2 Integration ökologischer Ressourcenschonung im Konzept von Ansoff 30
3.2.3 Umweltschutzbezogene Wettbewerbsstrategien nach Meffert und Kirchgeorg 31
3.2.4 Nachhaltigkeitsorientierte Wettbewerbsstrategien und deren Umsetzung 33
3.2.5 Umweltschutzbezogene Wettbewerbsstrategien nach Dyllick Belz und
Schneidewind 34
3.2.6 Umweltfokussierte Kooperationsstrategien 35
3.2.7 Öko Push und Öko Pull Strategie 36
- I -
Inhaltsverzeichnis
3.2.8 Umweltstrategien von Hummel 37
3.3 Strategieempfehlung vom Grad der ökologischen Betroffenheit 38
4 Die Logistik im ökologische Einfluss 43
4.1 Entwicklung und Bedeutung der Logistik 43
4.1.1 Evolution der Logistik 43
4.1.2 Logistik in Abhängigkeit der Anspruchsgruppen 45
4.2 Logistik im Rahmen des normativen Managements 48
4.2.1 Bedeutung der Logistik im Rahmen der Unternehmenskultur 49
4.2.2 Bedeutung der Logistik im Rahmen der Unternehmenspolitik 50
4.3 Darstellung und Bewertung einer ökologischen Logistik 51
4.3.1 Logistik vs grüner Logistik 52
4.3.2 Interdependenzen von Ökologie und Logistik 55
4.3.3 Möglichkeiten und Ziele ökologisch verantwortungsbewusster Logistik 57
4.4 Notwendige Bedingungen zur Generierung einer grünen Logistik 60
5 Logistikstrategien im Kontext der Ökologie 63
5.1 Logistikstrategien 63
5.2 Herleitung von Logistikstrategien 65
5.2.1 Logistikstrategie der Kostenführerschaft 66
5.2.2 Logistikstrategie der Differenzierung 68
5.2.3 Mischformen 71
5.3 Entwicklung einer ökologischen Logistikstrategie 72
5.3.1 Entwicklung einer Logistikstrategie unter Einflussnahme von exogenen
Kontextfaktoren 73
5.3.2 Entwicklung einer Logistikstrategie unter Einflussnahme von endogenen
Kontextfaktoren 76
5.3.3 Beschaffungsstrategie 77
5.3.4 Distributionsstrategie 81
5.4 Realisierung einer ökologischen Beschaffungs- und Distributionsstrategie 85
6 Zusammenfassung und Ausblick 88
Literaturverzeichnis 91
- II -
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1-1: Aufbau der Arbeit 3
Abbildung 2-1: Das Nachhaltigkeitsprinzip 6
Abbildung 2-2: Abgetragenes Nachhaltigkeitsprinzip auf die Unternehmung 8
Abbildung 2-3: Aufbau einer Organisation 10
Abbildung 2-4: Das Anspruchsgruppenkonzept 12
Abbildung 2-5: Wirkung von Handlungsstrategien auf die Unternehmung 14
Abbildung 2-6: Unterschiede zwischen ökonomischer und ökologischer
Perspektive 15
Abbildung 2-7: Handlungsebenen eines ökologisch bewussten Management und
ihre ökologische Positionierung 18
Abbildung 2-8: Darstellung der Betroffenheitssituation 22
Abbildung 3-1: Produkt-Markt Matrix von Ansoff 30
Abbildung 3-2: Umweltschutzbezogene Wettbewerbsstrategien 34
Abbildung 3-3: Ökologische Basisstrategien 36
Abbildung 4-1: Entwicklungsphasen der Logistik 45
Abbildung 4-2: Logistik im strategischen Dreieck zwischen Kunde Wettbewerb
und Unternehmen unter dem Einfluss der Ökologie 47
Abbildung 4-3: Systematik ökologieorientierter Logistik 52
Abbildung 4-4: Wandlung der Logistik zur Grünen Logistik 55
Abbildung 5-1: Einfluss der Ökologie auf die Wettbewerbsstrategien der Logistik 65
Abbildung 5-2: Kombinationen der Basisstrategien 71
- III -
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Strategische Dimensionen umweltorientierter Basisstrategien 32
Tabelle 2: Wesentliche Faktoren zur Verfolgung einer ökologischen Logistik 53
Tabelle 3: Beiträge der Logistik zur Beeinflussung der Branchenstrukturmerkmale 58
Tabelle 4: Darstellung einer ökologischen Beschaffungsstrategie 86
Tabelle 5: Darstellung einer ökologischen Distributionsstruktur 86
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Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
BMU Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherhei
BUP Bestandslose Umschlagspunkte
CO 2 Kohlenstoffdioxid
CSR Corporate Social Responsibility
ILO Internationale Arbeiterorganisation
JIC Just-in-case
JIT Just-in-time
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
SC Supply Chain
SCM Supply Chain Management
WCED World Commission on Environment and Development
- V -
Einleitung
1 Einleitung
Die Rahmenbedingungen der Unternehmen in Wirtschaft und Industrie haben sich in den vergangenen Jahren tiefgreifend verändert. Neben dem Anstieg von Vielfalt und Dynamik sind in letzter Zeit verstärkt umweltpolitische Themen in den Fokus der Ge- sellschaft und der Unternehmen gerückt. Die öffentliche Meinung fordert verstärkt um- weltfreundliche Produkte und setzen die Unternehmen dadurch unter Druck, darauf zu reagieren. 1
1.1 Ausgangslage
Die erfolgreiche Bewältigung dieser Herausforderung setzt ein ökologisches Umden- ken sowie das Umsetzen von nachhaltigen Ansätzen in der Unternehmung voraus. Ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber der Umwelt bei gleichzeitigem Erlangen und Verteidigen von Wettbewerbsvorteilen auf diesem wachsenden Markt, verlangt eine Neuausrichtung der vorhandenen Unternehmensstrategie. Ökologische Strategien er- möglichen die Erfüllung der umwelt- und ressourcenschonenden Forderungen der Kunden und die Generierung langfristiger Wettbewerbsvorteile am Markt.
Die Logistik nimmt in diesem Zusammenhang eine besondere Stellung ein. In der Lo- gistik liegen einerseits Potenziale zur Reduktion der vom Unternehmen produzierten Umweltverschmutzung, andererseits werden mit Hilfe der Logistik Wettbewerbsvorteile erzielt. Eine Studie der Unternehmensberatung Accenture zeigt, dass für 70% der Deutschen die Angabe des für Herstellung, Logistik und Verpackung einer Ware aus- gestoßenen klimaschädlichen CO 2 , ein wichtiges Kriterium beim Lebensmittelkauf wäre. 2
Dies verdeutlicht, dass die Logistik in zunehmendem Maße als gestaltende Einfluss- größe auf den langfristigen Unternehmenserfolg angesehen wird. Im Zuge steigender Preise für Energie und Rohstoffe suchen Kunden und Unternehmen nach neuen logis- tischen Lösungen, um dieser Herausforderung entgegen zu treten. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, strategische Änderungen auf dem Gebiet der Logistik vorzu- nehmen, um den ökologischen Forderungen der Anspruchsgruppen gerecht zu werden.
1 Vgl. Fischer, M. (1995), S. 5
2 Vgl. Accenture (2007)
- 1 -
Einleitung
1.2 Ziel der Arbeit
Das Ziel dieser Arbeit liegt in der Darstellung der Wirkungszusammenhänge von Wett- bewerbsstrategien, Logistikstrategien und ökologischer Betroffenheit in Unternehmen. Aus dieser Zielstellung leiten sich folgende Teilziele ab:
Ein erstes Untersuchungsziel besteht darin, die Veränderungen in den Funktionsberei- chen der Unternehmensführung aufgrund der ökologischen Herausforderungen herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu untersuchen, welchen Einfluss die verschiedenen Anspruchsgruppen auf die Kultur und Politik der Unterneh- mung besitzen.
Das zweite Untersuchungsziel beinhaltet die Darstellung und Beschreibung von ökologischen Unternehmensstrategien. Dabei gilt es aufzuzeigen, ob die Wettbe- werbsstrategien von Porter und Ansoff ausreichen, um der ökologischen Betroffenheit entgegenzutreten, oder ob andere strategische Konzepte diese Aufgabe besser erfül- len können.
Das dritte Untersuchungsziel besteht im Aufzeigen der strategischen Relevanz einer ökologischen Logistik. Dabei soll einerseits der Einfluss der Logistik auf die Unterneh- menspolitik gezeigt werden. Andererseits sollen die möglichen Wettbewerbsvorteile und notwendigen Bedingungen bei der Einführung einer ökologischen Logistik erarbei- tet werden.
Das vierte Untersuchungsziel liegt in der Entwicklung einer ökologischen Logistikstra- tegie. Zu diesem Zweck werden allgemeine Logistikstrategien anhand von endogenen und exogenen Faktoren entwickelt und auf ökologische Fähigkeiten hin untersucht. Auf diese Weise soll der Beweis, „dass ökologischer Wandel in der Marktwirtschaft auch ökonomisch sinnvoll ist“ erbracht werden. 3
1.3 Vorgehensweise
Die vorliegende Arbeit ist in sechs Kapitel unterteilt (siehe Abbildung 1-1). Nach der Präsentation der Problemstellung, der Zielsetzung und des Aufbaus der Arbeit, erfolgt in Kapitel 2 die Untersuchung, inwiefern sich Umwelt- und Ressourcenschutz in Unter- nehmen verankert haben. Ausgehend vom Ansatz der Nachhaltigkeit werden die Grundsätze dieses Prinzips auf die Unternehmen in der Wirtschaft übertragen. Dabei werden nachhaltige Ansätze auf den einzelnen Hierarchieebenen skizziert und die Be-
3 Vgl. Kolvenbach, D. (1990) S. 167
- 2 -
Einleitung deutung der Anspruchsgruppen erläutert. Anschließend werden die Möglichkeiten und Ziele einer ökologisch verantwortungsbewussten Unternehmung aufgezeigt, indem neben dem Aufdecken von Problemen auch mögliche Vorteile dargelegt werden. Daran anknüpfend wird der Einfluss der Anspruchsgruppen auf die Unternehmung un- ter dem Begriff der ökologischen Betroffenheit erklärt.
Abbildung 1-1: Aufbau der Arbeit 4
In Kapitel 3 wird nach einem Überblick über Strategien und deren Entwicklung unter- sucht, inwieweit strategische Ansätze zur Verfolgung der ökologischen Idee in Unter- nehmen bereits vorhanden sind. Neben den strategischen Konzepten von Porter und Ansoff werden weitere umwelt- und ressourcenschonende Wettbewerbsstrategien vor-
4 Quelle: Eigene Darstellung
- 3 -
Einleitung
gestellt. Dabei liegt der Fokus der Betrachtung auf der Erarbeitung von Strategien im Kontext der ökologischen Betroffenheit.
Kapitel 4 zeigt, dass die ökologische Betroffenheit auch Einfluss auf die Logistik nimmt. Nach einer Darstellung der zeitliche Entwicklung der Logistik in der Wahrnehmung der Unternehmen, erfolgt eine Beurteilung über die Abhängigkeit der Logistik von den An- spruchsgruppen. Anschließend wird der Einfluss der Logistik auf die einzelnen Hierar- chieebenen der Unternehmen durchleuchtet. Auf dieser Basis, erfolgt die Darstellung und Bewertung der Logistik mit ökologischen Möglichkeiten und Zielen. Abschließend werden notwendige Bedingungen zur Generierung einer ökologischen Logistik aufge- zeigt.
In Kapitel 5 werden Strategien aufgezeigt, die für eine erfolgreiche Logistik benötigt werden. Zu Beginn des Kapitels werden die Einflüsse der Logistikstrategie auf die Un- ternehmung untersucht und die an Porters Wettbewerbsstrategien angelehnten Logis- tikstrategien auf ihre Eignung zur Verfolgung ökologischer Ziele untersucht. Im Anschluss daran erfolgt die Entwicklung einer ökologischen Logistikstrategie, die an- hand von endogenen und exogenen Kriterien erstellt wird.
Das Kapitel 6 beginnt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse. Anschließend er- folgt ein Ausblick auf das Entwicklungspotenzial der ökologischen Logistik.
- 4 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
2 Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Bei der Betrachtung der Umweltproblematik und des Ressourcenschutzes in den Un- ternehmen und der Gesellschaft handelt es sich nicht um eine Modeerscheinung oder
einen kurzfristigen Trend. 5 Vielmehr werden langfristige Umweltinitiativen angestoßen und eine ökologische Orientierung als Standard angesehen bzw. von Kunden bereits vorausgesetzt.
Dieses Kapitel soll zeigen, dass die ökologische Verantwortung einen integralen Be- standteil der unternehmerischen Verantwortung darstellt. Ausgehend von dem Begriff der nachhaltigen Entwicklung soll gezeigt werden, dass sich die ökologisch bewusste Unternehmensführung in einem Kontext bewegt, der durch ökologische, gesellschaftli- che, politische und marktliche Einflüsse bestimmt wird.
Das Ziel des Kapitels besteht darin zu zeigen, wie die Bezugsgruppen konkreten Ein- fluss auf die Einbindung ökologischer Ziele in die Unternehmenspolitik nehmen. Zudem sollen die ethischen Aspekte dieser Wechselwirkungen zwischen den Unternehmen und den Anspruchsgruppen bezüglich einer umweltverantwortlichen Unternehmenspo- litik herausgearbeitet werden.
2.1 Das Nachhaltigkeitsprinzip
Das übergeordnete Ziel für die gesamte künftige Entwicklung der Weltgemeinschaft wird heute mit dem Begriff „sustainability Development“ bzw. „nachhaltige Entwicklung“
bezeichnet. 6 Er wird definiert als eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegen- wart einlöst, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre Be-
dürfnisse zu befriedigen. 7 Eine weitere Definition besagt, dass Nachhaltigkeit besteht, wenn die Nutzungsrate die Regenerationsrate nachwachsender Rohstoffe nicht über- steigt bzw. endliche Rohstoffe nicht schneller verbraucht werden, als regenerierbare
Alternativquellen gefunden werden. 8 Die effektive Nutzung von Ressourcen - in erster Linie durch den Einbezug regenerativer Ressourcen - soll der Knappheit der Güter entgegenwirken.
5 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 48
6 Vgl. Bringezu, S. (1997) S. 56
7 Vgl. WCED (1987) S. 4
8 Vgl. Raffler, D. (2005) S.12
- 5 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Um diese Ziele zu erreichen, strebt die nachhaltige Entwicklung eine Verständigung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und der sozialen Sicherheit mit der langfristigen
Erhaltung der Umwelt an. 9 Das System schafft Verständnis zwischen einem schonen- den Umgang mit den vorhandenen Ressourcen, dem sozialen und gerechten Umgang mit allen Menschen und einem langfristigen an die menschlichen Bedürfnisse ange- passten Wirtschaften.
Die Nachhaltige Entwicklung wird in einem „Drei-Säulen-Ansatz“ in der Abbildung 2-1 dargestellt, in dem sich die ökologische Funktionalität, die ökonomische Effizienz und
die soziale Verantwortung gegenüberstehen. 10 Dies bedeutet, dass ökologische Prob- leme nicht isoliert gesehen werden dürfen, sondern dass zur Analyse und Behebung
dieser Probleme ein integrativer Ansatz notwendig ist. 11
Abbildung 2-1: Das Nachhaltigkeitsprinzip 12
An dieser Stelle sei kurz zu erwähnen, dass sich die Bundesregierung von diesem marktorientierten und zukunftsoffenen Modell verabschiedet hat. Anstelle dessen wird das Deutungs- und Ordnungsmodell „Oikos“ angewandt, das durch klare Richtlinien und Entscheidungen (Verdopplung der erneuerbaren Energien bis 2010, Einhaltung
des Kyoto-Protokolls) charakterisiert ist. 13 Aufgrund des aber noch weit verbreiteten Ansatzes des Nachhaltigkeitsprinzips, wird dieses Modell in der vorliegenden Arbeit zu Grunde gelegt.
Die Nachhaltigkeit steht nicht für eine bestimmte Strategie und gibt keine konkreten Handlungsanweisungen, sondern stellt ein Leitbild dar, in dessen Rahmen sich das
operative Geschäft bewegen sollte. 14 Nachhaltigkeit für Unternehmen beinhaltet unter anderem das frühzeitige Erkennen von Risiken und das Ergreifen entsprechender
9 Vgl. BMU (2007)
10 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 22 11 Vgl. Bringezu, S. (1997) S. 56 12 Quelle: Eigene Darstellung nach Raffler, D S. 21 und Saitz, B., Horst, D. S, 35 13 Vgl. Gärtner, E. L. (2003) S. 98 14 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 36
- 6 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Maßnahmen im Hinblick auf die Ressourcenknappheit. Als Ausgangspunkt der Kern- idee soll die Wahrnehmung gegenüber globalen, ökologischen Umweltproblemen und weltweit wachsender Armut als Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklungsprozesse ge-
stärkt werden. 15 Neben der scheinbaren Möglichkeit zur Schaffung einer guten Welt sollte angemerkt werden, dass es bei einer Verfolgung des magischen Dreiecks der nachhaltigen Entwicklung auf der Ebene des individuellen Verhaltens oder des alltägli- chen Entscheidungen zu Divergenzen kommen kann. Komplexe Abwägungen vielfälti- ger kleinerer und größerer Widersprüche und Unvereinbarkeiten sind unvermeidbare Elemente jedes Arrangements zwischen individuellen Wünschen und Werten einerseits
und verschiedensten äußeren Ansprüchen anderseits. 16 Die Nachhaltigkeit als Leitidee kann bei strategischen Entscheidungen innerhalb der Unternehmensführung von ent- scheidender Bedeutung sein, da Wirtschaftsunternehmen eine übergeordnete Verant-
wortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt besitzen. 17
2.2 Ableitung der nachhaltigen Entwicklung auf Unternehmen
Im Sinne der Unternehmung befasst sich die Nachhaltigkeit mit der Maximierung der
heutigen Leistung, aber nicht auf Kosten der Zukunft. 18 Vor diesem Hintergrund sollten verantwortungsvolle Unternehmen ihren Fokus nicht nur auf die Erbringung wirtschaft- licher Erträge, sondern ebenso auf die Achtung der natürlichen Umwelt (des Umwelt- und Ressourcenschutzes) und Bedienung der Bedürfnisse und Ansprüche der Gesell- schaft richten. Abgeleitet aus dem Nachhaltigkeitsprinzip von Abbildung 2-1 ergibt sich das in Abbildung 2-2 dargestellte Schaubild.
Dabei treten Interdependenzen und Abhängigkeiten zwischen dem Unternehmen (also dem Verfolgen ökonomischer Ziele), der Natur (dem verantwortungsbewussten Um- welt- und Ressourcenschutz) und der Gesellschaft, insbesondere mit den Anspruchs-
gruppen 19 , die gewisse Ansprüche an das Unternehmen stellen, auf.
Bei der Schaffung einer Übereinstimmung der Ziele entsteht auf Basis der nachhaltigen
Entwicklung eine Win-Win-Win-Situation für alle Handlungsfelder. 20 Diesem Ziel steht
15 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 19
16 Vgl. Warsewa, G. (2003) S. 120 17 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 12 und Rosenberger, G. (1988) S. 166 18 Vgl. Saitz, B., Horst, D. (2001) S. 34 f.
19 Unter den Anspruchsgruppen werden hier diejenigen Personen oder Gruppen bezeichnet, die in irgendeiner Weise mit der Unternehmung in Kontakt treten oder von ihr betroffen werden, vgl. dazu auch Kapitel 2.2.2.
20 Vgl. Müller-Christ, G. (2001a) S. 71 ff.
- 7 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
gegenüber, dass jede wirtschaftliche, soziale oder ökologische Maßname zwangsläufig
Auswirkungen auf angrenzende Dimensionen ausübt. 21
Die Schwierigkeit besteht darin, die Schnittmengen und Gemeinsamkeiten der ökologi- sche und ökonomischen Zielen sowie den Zielen der Anspruchsgruppen zu definieren, zu finden und in Einklang miteinander zu bringen. Um die Probleme zu verstehen und Lösungen aufzuzeigen werden die einzelnen Handlungsfelder mit ihren Zielen im Fol- genden näher betrachtet.
Abbildung 2-2: Abgetragenes Nachhaltigkeitsprinzip auf die Unternehmung 22
2.2.1 Ökonomie/Unternehmen
Unternehmen besitzen im Prozess der Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. 23 Dies erklärt sich durch die zunehmende globale Ausweitung unternehmerischer Tätigkeiten und den damit verbundenen Einflüssen auf Ressourcenverbrauch und Umweltverschmut- zung einerseits sowie den prägenden Einfluss auf den Lebensstil und die Gesellschaft
andererseits. 24 Aufgrund dieser von der Unternehmung ausgehenden Verknüpfung und Zusammenführung von Ökonomie, Ökologie und Sozialem kann die Unternehmung als potentieller Problemlöser zur Einhaltung einer nachhaltigen Entwicklung angesehen
werden. 25
Um die komplexen Managementaufgaben der Unternehmung, wie z.B. die Zusammen- führung der Bedürfnisse der Anspruchsgruppen mit den Zielen der Unternehmung so-
21 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 32
22 Quelle: Eigene Darstellung nach Raffler, D. (2005) S. 21 und Saitz, B., Horst, D. (2001) S, 35 23 Vgl. BMU (2002) S. 23 24 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 33 25 Vgl. Kanning, H., Müller, M. (2001) S. 22
- 8 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
wie die Beeinflussung des Mitarbeiterverhaltens, zu steuern, ist eine Unternehmens- führung unabdingbar. Diese hat die Aufgabe die Wettbewerbsfähigkeit des Unterneh-
mens zu sichern. 26 Die Unternehmensführung, die auf der Ebene der Unternehmens- politik anzusiedeln ist, wird jedoch von der Unternehmenskultur beeinflusst. Die Un- ternehmenskultur wird somit auch als „lenkendes Instrument der Unternehmensfüh-
rung“ 27 bezeichnet.
Die Unternehmenskultur zeigt die Fähigkeiten und Einstellungen ihrer Mitarbeiter für die gesamten Prozesse der Unternehmung bei auftretenden Ereignissen und Entwick- lungen. Sie verkörpert Normen, Wertvorstellungen und Denkhaltungen, die alle Mitar-
beiter aller Stufen teilen. 28 Diese Einstellung des Unternehmens gegenüber Ereignis- sen und Entwicklungen prägt das Erscheinungsbild des Unternehmens. 29 Die Unter- nehmenskultur fungiert somit als Leitbild der Unternehmung („Corporate Identity“) 30 und ist Grundvoraussetzung für jede unternehmerische Tätigkeit. 31 Im Zuge der dynami- schen Wandlung der Unternehmenswelt spiegelt die Unternehmenskultur den heutigen Zeitgeist wider, der sich in der Gegenwart zunehmend mit ökologischen Themen be-
schäftigt. 32 Eine stärkere ökologische Orientierung des Unternehmens ist somit eng mit einem umweltethischen Gedanken verbunden. Die ethischen Werte definieren, in wel- chem Maße ökologische Aspekte die Unternehmensentscheidungen beeinflussen und dadurch das Verhalten der gesamten Unternehmung bestimmen. Je stärker der Ein- fluss ökologischer Parameter, desto intensiver die ökologische Ausrichtung des Unter-
nehmens. 33 Der Wandel in politischer und kultureller Hinsicht in einem Unternehmen hat meist einen visionären Hintergrund. 34 Die Werte der Unternehmenskultur und das Zukunftsbild der Unternehmensvision vermitteln Ziele, die einerseits das Verhalten für die interne und externe Kommunikation vorgeben und andererseits durch Strategien im
täglichen Wirtschaften operativ umgesetzt werden sollen. 35
Die genauere Ausformulierung der Ziele, die Entwicklung der Unternehmensstrategie und das Zusammenbringen der verschiedensten Wertvorstellungen und Interessen aller vom Unternehmen betroffenen oder integrierten Gruppen ist die Aufgabe der
26 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 33 f.
27 Vgl. Rosenberger, G. (1988) S. 178 28 Vgl. Göpfert, I. (2000) S. 157 29 Vgl. Nussbaum, R. (1995) S. 111 30 Vgl. Göpfert, I. (2000) S. 196 31 Vgl. Strahlmann, V. (1994) S. 123 32 Vgl. Rosenberger, G. (1988) S. 179 33 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 46 34 Vgl. Göpfert, I. (2000) S. 193 35 Vgl. Strahlmann, V. (1994) S. 123 und Koplin, J. (2006) S. 37
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Unternehmenspolitik. 36 Die Unternehmenspolitik besitzt eine fundamentale Bedeutung für die Unternehmung und ist verantwortlich für die generelle Grundausrichtung des
Unternehmens. 37 Die folgende Abbildung 2-3 zeigt, dass das Fundament der Unter- nehmung in der Unternehmenspolitik geschaffen wird und von der Kultur der Unter- nehmung beeinflusst wird.
Abbildung 2-3: Aufbau einer Organisation 38
Die Herausforderung innerhalb der Unternehmenspolitik besteht darin, eine Synthese zwischen ethischen (ökologischen) und erfolgsbezogenen Faktoren auf allen Ebenen
der Unternehmung verantwortungsbewusst zu gestalten. 39 Somit ist die Unterneh- menspolitik ausgehend von der Beeinflussung der Unternehmenskultur maßgeblich für
eine nachhaltige, ökologische Unternehmensführung verantwortlich. 40
Dies sind Vorraussetzungen zur Integrierung einer CSR (Corporate Social Responsibi- lity) Agenda, welche die ethische und soziale Verantwortung einer Unternehmung ge- genüber seinen Mitarbeitern, den Ressourcen, der Umwelt und der Gesellschaft her-
vorheben und stärken soll. 41 Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Begriff der Unternehmensverantwortung häufig nur den Charakter von Mindeststandards, die un- bedingt erfüllt werden müsse, besitzt. So wird z.B. bei Sozialstandards darauf geachtet, dass Brandschutztüren nicht verschlossen sind, um Mitarbeiter nicht zu gefährden.
36 Vgl. Nussbaum, R. (1995) S. 74 f.
37 Vgl. Göpfert, I. (2000), S. 146 38 Quelle: Eigene Darstellung nach Schertler, W. (1988) S. 18 39 Vgl. Ulrich, P. (1991) S. 10 und Nussbaum, R. (1995) S. 70 40 Vgl. Stahlmann, V. (1994) S. 94 41 Vgl. Paquette, J. (2005) S. 11
- 10 -
Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Eine derartige Maßnahme bereits als ein Argument der nachhaltigen Unternehmens-
führung zu werten, hieße, den Begriff der Nachhaltigkeit komplett zu entwerten. 42
Beim Normativen Management, welches die Unternehmenspolitik und –kultur mit ein- schließt, steht die unternehmerische Akzeptanz und die Glaubwürdigkeit in der Gesell-
schaft im Vordergrund. 43 Neben dieser Aufgabe und der Formulierung der Unterneh- mensziele werden auf der Ebene der Unternehmenspolitik auch die Geschäftsfelder, in denen das Unternehmen tätig ist, ausgewählt und die Unternehmensstrategie entwor-
fen. 44 Die Aufgabe der Unternehmensstrategie besteht darin, die verbindlichen unter- nehmenspolitischen Ziele, unter bestmöglicher Verwendung der Ressourcen zu errei- chen und somit die von den Stakeholdern legitimierten Ziele in strategische Erfolgspo-
tenziale zu verwandeln. 45 Diese strategische Ebene, in der strategische Ökopotenziale mit Hilfe von Wettbewerbsstrategien aufgebaut werden sollen, widmet sich das Kapitel 3.
Es wird deutlich, dass die unternehmerischen Entscheidungen in großer Abhängigkeit
zu der Umgebung der Unternehmung stehen. 46 Das Zielsystem der Unternehmung ist dabei auf die Zufriedenstellung verschiedenster interner und externer Anspruchsgrup-
pen (Stakeholder) gerichtet. 47
2.2.2 Gesellschaft bzw. Anspruchsgruppen
Die Stakeholder definieren sich nach Freeman als „any group or individual who can
affect or is affected by achievements of the firm´s objetives“. 48 Die Stakeholder, auch Anspruchsgruppen genannt, stellen neben ihren Beiträgen auch konkrete Anforderun- gen an das Unternehmen, wodurch sie bestimmte Verhaltensweisen des Unterneh-
mens unterstützen, lenken oder verändern können. 49 Um die eigenen Forderungen durchzubringen bzw. Ansprüche gegenüber der Unternehmung geltend zu machen, besitzen die Anspruchsgruppen ein gewisses Drohpotenzial und Sanktionsmöglichkei- ten. Eine Missachtung ökologiebezogener Interessen kann sich so langfristig negativ auf die Erreichung ökologischer Ziele und dadurch auf die Unternehmensexistenz
auswirken. 50
42 Vgl. Lübke, V. (2003) S. 108
43 Vgl. Belz, F. (1995) S. 14 f.
44 Vgl. Herter, M. (2000) S. 25 45 Vgl. Nussbaum, R. (1995) S. 77 und S. 115 46 Vgl. Fischer, H., Kriese, R. (1991) S. 908 und Schulz, K. (1998) S. 13 47 Vgl. Nussbaum, R. (1994) S. 68 48 Vgl. Freeman, R. (1984) S. 46 49 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 64 und Hill, W. (1996) S. 415 50 Vgl. Baum, H.-G., Albrecht, T., Raffler, D. (2007) S.11
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Die Anspruchsgruppen werden, wie in Abbildung 2-4 ersichtlich, in marktliche, politi-
sche und öffentliche Gruppen unterschieden. 51 Neben den Anspruchsgruppen wird die Unternehmung noch von weiteren Rahmenbedingungen beeinflusst. Deutlich wird, dass die Unternehmung auf viele verschiedene Interessengruppen stößt und somit von
unterschiedlichen Zielkonflikten betroffen ist. 52
Abbildung 2-4: Das Anspruchsgruppenkonzept 53
Die Unternehmung ist von den Anspruchsgruppen direkt betroffen, da diese Einfluss auf die Erreichung der Unternehmensziele nehmen. Diese Betroffenheit der Unterneh- mung wird im Kapitel 2.3 näher betrachtet und ist für den weiteren Verlauf der Arbeit von wichtiger Bedeutung.
2.2.3 Ökologie/Natur
Als dritte Säule der nachhaltigen Entwicklung befasst sich die ökologische Dimension mit dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Hierzu zählen vor allem die scho- nende Nutzung natürlicher Ressourcen und deren Sicherung für nachfolgende Genera-
tionen. 54
Unter ökologischer Ressourcenschonung 55 wird der Vorgang verstanden, bei dem die als Input dienenden Rohstoffe vermindert, vermeidet oder durch umweltfreundliche
Stoffe ersetzt werden. 56 Die bedeutendsten Einflüsse der Unternehmen auf die Umwellt
51 Vgl. Belz, F. (1995) S. 9 f.
52 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 64 f.
53 Eigene Darstellung nach Schulz, K. (1998) S. 18; Fassbender-Wynands, E. (2001) S. 26; Hinterhuber, H. H. (1982) S. 1, Nussbaum, R. (1995) S. 73
54 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 22 55 Unter Ressourcen werden die Rohstoffe aus Boden, Wasser, Luft und Biosphäre verstanden. Siehe dazu Raffler, D. (2005) S. 10,
56 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 22
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
liegen im Bereich der Ressourcen- und Energieverwendung, der Produktion und des Transports von Gütern aller Art sowie des für die Aktivitäten der Unternehmung benöti-
gen Flächenverbrauchs. 57 .
Mit geeigneten Maßnahmen können Staat und Wirtschaftverbände die Einflüsse der Unternehmung auf die Umwelt einschränken. Zur Begrenzung des Ressourcen- verbrauchs bietet sich die Anerkennung und Verfolgung bereits existierender internati- onaler Leitlinien, Prinzipien, Normen und Standards an. Eine Bewertung und Anerken- nung nachhaltiger Unternehmensaktivitäten und damit öffentlichkeitswirksame Reputa- tion, wird mit einer Listung in den Nachhaltigkeits-Indizes FTSE4GOOD oder Dow Joes
Sustainability belohnt. 58 In letzteren werden die Unternehmen aufgenommen, die nach Nachhaltigkeitskriterien bewertet in wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Leis-
tungen am Besten abschneiden. 59 Zu einigen der anerkanntesten Standards, die als Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung dienen, zählen der Global Compact, die GRI-Richtlinien, die Leitsätze für multinationale Unternehmen der Organisation für wirt- schaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sowie die Regelungen der inter-
nationalen Arbeitsorganisationen (ILO). 60
Die Maßnahmen zeigen, dass bereits Ansätze zum Umwelt- und Ressourcenschutz vorhanden sind. Zur Intensivierung dieser Themen ist jedoch eine Stärkung der Innova- tionskraft und der Lernfähigkeit der Unternehmung unabdingbar. Es besteht eine weit reichende Managementherausforderung zur Erreichung der nachhaltigen Ziele. Der Prozess des Umdenkens und des Wandels im Rahmen des Nachhaltigkeitsprinzips
erfordert einen Eingriff in sämtliche strategischen Bereiche des Unternehmens. 61 Die Abbildung 2-5 zeigt, dass geeigneten Handlungsstrategien benötigt werden, um den Umwelt- und Ressourcenschutz als ganzheitliche Aufgabe im Unternehmen zu veran-
kern. 62 Durch die Strategien sollen nicht nur die Schadstoffe auf Seiten des Outputs kontrolliert, sondern zusätzlich den Eingang der benötigten Ressourcen reduziert wer- den. Bereits existierende Strategien werden in Kapitel 3 detaillierter vorgestellt.
Der in der Abbildung 2-5 dargestellte Transformationsprozess wird von den Zielen und Aufgaben der Unternehmung mitbestimmt. Basierend auf den Erkenntnissen bzgl. des Einflusses der Anspruchsgruppen auf die Gestaltung einer Unternehmung, wird, aus- gehend von der Konzeption der nachhaltigen Entwicklung, die Idee des Umwelt- und
57 Vgl. Middleton, G. (2008)
58 Vgl. Koplin, J. (2006) S. 47 ff.
59 Vgl. Dow Jones Sustainability Indexes (2006) 60 Vgl. Globalcompact (2008), GRI (2007), OECD (2005) S.5 ff., ILO (2006) 61 Vgl. Schmid, U. (2000) S. 419 f.
62 Vgl. van Hoek, R. (1999) S. 130
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Ressourcenschutzes unter dem Einfluss der Anspruchsgruppen in die Unternehmung integriert.
Hierbei existieren jedoch diverse Problemzusammenhänge: Zum einen fordert die öko- logische Umwelt eine Minimierung des Stoffdurchsatzes und der Umweltbelastungen, um die ökologische Effizienz zu steigern und zum anderen drücken die Stakeholder auf die Erfüllung ihrer Ansprüche.
Abbildung 2-5: Wirkung von Handlungsstrategien auf die Unternehmung 63 Darüber hinaus sucht die Unternehmung Potenziale zur Steigerung der ökonomischen
Effizienz. 64 Durch diese Abhängigkeiten wird deutlich, dass für die Einrichtung einer nachhaltigen Entwicklung in Unternehmen neben einer motivierten Begründung und idealistisch geprägter Verantwortung auch bzw. in erster Linie betriebswirtschaftliche
Gründe verantwortlich sind. 65
2.3 Möglichkeiten und Ziele einer ökologisch
verantwortungsbewussten Unternehmung
Eine Verfolgung umweltorientierter Ansätze in der Unternehmung birgt viele Chancen und Potenziale. Gleichzeitig existieren jedoch auch viele Zusammenhänge innerhalb der Unternehmung, die mit einer Implementierung ökologischer Grundsätze negativ korrelieren.
63 Vgl. Bringezu, S. (1997) S. 28 und Dyllick T. (1992) S. 401 f.
64 Vgl. Dyllick, T. (1992) S. 402
65 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 46
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
2.3.1 Integrierung ökologischer Ansätze in die Unternehmung –
Problemdimension oder Wettbewerbsvorteil
Ein großes Problem spiegelt sich allein in den unterschiedlichen Perspektiven der öko- nomischen und ökologischen Aspekte wider, da bei beiden Ansätzen grundlegend ver-
schiedene Betrachtungen im Fokus stehen. 66 Die Abbildung 2-6 verdeutlicht die zum Teil komplett konträren Ideen, Ziele und Grundgedanken die hinter einem ökonomi- schen bzw. ökologischen System stehen.
Eine Unternehmung mit Fokussierung auf das ökonomische System vernachlässigt die verursachten Umweltbelastungen und Umweltschäden in ihrer Betrachtung. Die Be- trachtung ist eher auf die unternehmensinternen Vorgänge gerichtet. Die vom Unter- nehmen ausgehenden externen Effekte werden weitgehend ignoriert. Auch ist eine Zuordnung dieser Effekte zu den Unternehmen aufgrund einer schlechten Messbarkeit
kaum möglich. 68
Trotz dieser grundlegend verschiedenen Aspekten, die in den Systemen im Vorder- grund stehen, befinden sich zwischen diesen auch Synergien. Dabei geht es in erster Linie, abgleitet aus der nachhaltigen Entwicklung, darum, eine Win-Win Situation zwi- schen der Verfolgung ökonomischer Ziele und der Ausnutzung ökologischer Potenziale zu schaffen. Bei der Betrachtung der Unternehmung im ökonomischen System und somit aus betriebswirtschaftlicher Sicht steht die Wettbewerbsfähigkeit der Unterneh-
mung im Mittelpunkt. 69 Die ökologische Wettbewerbsfähigkeit bezeichnet die aktuelle und zukünftige Fähigkeit einer Unternehmung sich den ökologischen Anforderungen
aus den Bereichen Markt, Politik und Öffentlichkeit anzupassen und durchzusetzen. 70
66 Vgl. Dyllick, T. (1992) S. 395
67 Quelle: Dyllick, T. (1992) S. 395 68 Vgl. Raffler, D. (2005) S. 44 69 Vgl. Belz, F. (1995) S. 16 70 Vgl. Belz, F. (1995) S. 19
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Umwelt- und Ressourcenschutz im Unternehmen
Aufgrund der dauerhaften Veränderung der Branchenstruktur auf dem Markt, ausgelöst durch die ökologischen Forderungen der Anspruchsgruppen, kommt der ökologischen
Wettbewerbsfähigkeit ein immer größerer Stellewert zu. 71
Lange Zeit wurde die Verfolgung umweltschonender Maßnahmen als Minderung der Wettbewerbsfähigkeit angesehen. Es hat sich jedoch vermehrt gezeigt, dass der an- fängliche Aufwand und die zusätzlichen Kosten für ein ökologisches Engagement zu einer Kostensenkung und Umsatzsteigerung geführt hat und somit zu einer Steigerung
der Wettbewerbsfähigkeit. 72 Die (Mehr-) Ausgaben für die Verfolgung von umwelt- und ressourcenschonenden Maßnahmen müssen als Investitionen betrachtet werden und bedürfen einer langfristigen Gewinnplanung. Dies ist jedoch ein Kernproblem, da auf- grund der überwiegend kurzfristigen Denkensweise viele Unternehmen keine ökologi-
sche Verantwortung übernehmen wollen. 73 Klar ist: Der Gewinn ist keine geeignete Größe zur Messung ökologischer und ökonomischer Zielkonflikte, da eine Reihe von sozialen Kosten und Wertverlusten bzw. sozialen Gewinnen und Wertgewinnen durch
Wirtschaftsaktivitäten nicht monetarisierbar sind. 74
2.3.2 Ökologische Handlungsfelder der Unternehmung
Die ökologischen Handlungsfelder der Unternehmung sollen aufzeigen, in welchen Bereichen der Unternehmung der Umweltschutz aktiv zu einer Verbesserung der Wett- bewerbsfähigkeit führt. Dabei werden neben ökonomischen Vorteilen auch Vorteile berücksichtigt, die aus sozialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten resultieren. Das die Durchführung des verantwortungsbewussten Umwelt- und Ressourcenschutzes
eine „funktionsübergreifende Querschnittsaufgabe“ 75 in der Unternehmung darstellt, spiegelt sich am Besten in den vier Handlungsfeldern einer ökologisch bewussten Un- ternehmungsführung wider: Dem Betrieb, dem Produkt, den Mitarbeitern und der
Kommunikation. 76
2.3.2.1 Ökologisches Handlungsfeld Betrieb
Im Mittelpunkt des Handlungsfeldes Betrieb steht das Ziel, die ökologischen Belastun- gen im eigenen Betrieb zu erfassen und zu reduzieren, um gleichzeitig ökologisch be- dingte Risiken zu vermeiden und Kosteneinsparungen zu realisieren. Hier spielen
71 Vgl. Dyllick, T., Belz, F., Schneidewind, U. (1997) S. 26
72 Vgl. Belz, F. (1995) S. 21 und Raffler, D. (2005) S. 47 73 Vgl. Rosenberger, G. (1988) S. 170 74 Vgl. Stahlmann, V. (1994) S. 60 ff.
75 Vgl. Belz, F. (1995) S. 11 76 Vgl. Belz, F. (1995) S.11 f. und Dyllick, T. (1992) S. 404 ff.
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Percy Michalak, 2008, Ökologische Strategien in der Logistik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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