Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1
2. GRUNDLAGEN ÖKOLOGISCHER INVESTMENTS
4
2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG 4
2.2 HISTORISCHE ENTWICKLUNG ÖKOLOGISCHER INVESTMENTS 5
3. MÖGLICHE ANLAGEFORMEN
8
3.1 SPAREINLAGEN 8
3.2 ANLEIHEN 9
3.3 AKTIEN 10
3.3.1 Vorteile von Aktien 10
3.3.2 Nachteile von Aktien 11
3.4 INVESTMENTFONDS 12
3.5 PROJEKTBETEILIGUNGEN 13
3.6 VERSICHERUNGEN 14
3.7 INDIZES 15
3.8 SONSTIGE ANLAGEMÖGLICHKEITEN 16
4. ENTWICKLUNG UND AUSSICHTEN ÖKOLOGISCHER INVESTMENTS
17
4.1 ERNEUERBARE ENERGIE 17
4.1.1 Sonnenenergie 17
4.1.2 Windenergie 19
4.1.3 Wasserkraft 20
4.2 ANDERE ÖKOLOGISCHE INVESTMENTS 20
- III -
4.3 VERSCHIEDENE INDIZES 22
5. KRITISCHE BETRACHTUNG ÖKOLOGISCHER INVESTMENTS 26 5.1 INHALTLICHE KRITERIEN 26
5.2 PERFORMANCE ÖKOLOGISCHER INVESTMENTS 27
6. GRUNDLAGEN DES PORTFOLIOMANAGEMENTS 31
6.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG PORTFOLIOMANAGEMENT 31
6.2 MODERNE PORTFOLIOTHEORIE 32
7. AUSWIRKUNGEN VON KLIMA-AKTIEN AUF DAS PORTFOLIOMANAGEMENT 36 7.1 SPARBÜCHER 36 7.2 ANLEIHEN 37 7.3 AKTIEN UND AKTIENFONDS 37
8. CONCLUSIO 41
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 43
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 44
1. Einleitung
Der Begriff Klimawandel ist in aller Munde. Von Stürmen, Hochwasser und Trockenperioden bis hin zu abbrechenden Eisflächen in der Antarktis in der Größe von ganzen Städten, Naturphänomene aller Art sind praktisch täglich eine Schlagzeile wert. Das Thema Klimawandel ist aber längst nicht mehr nur ein Thema für Umweltschützer. Auch jeden Cent kalkulierende Unternehmer und Investoren beschäftigen sich, oder werben zumindest mit der Umwelt. In der vorliegenden Arbeit soll nicht das Phänomen Klimawandel diskutiert werden. Vielmehr sollen die Auswirkungen des allseits präsenten Themas Klimawandel auf die Finanzwelt bzw. auf den einzelnen Investor beleuchtet werden.
Ethisch-ökologische Anlagen, nachhaltige Investments, Klima-Aktien, der Bereich der Umweltinvestments hat viele Namen. Nicht minder ist der Bereich in den Medien vertreten. So präsentiert Mag. Harald Kolerus im Börsenkurier wöchentlich seine Kolumne „Ethische Investments“. In der deutschen Fachzeitschrift Smart Investor - Das Magazin für kritische Anleger wird im 14-Tage-Rhythmus in der Rubrik „Nachhaltiges Investieren“ über interessante Investmentmöglichkeiten berichtet. Die regelmäßig erscheinende
Fachbroschüre Öko-Invest - Investment mit Verantwortung & Erfolg informiert die interessierte Leserschaft bereits im 18. Jahrgang und auch Magazine wie Gewinn entdecken das Thema unter den verschiedensten Titeln in regelmäßigen Abständen neu. Selbstverständlich finden sich die Themen Umwelt und Geld auch im Internet in verschiedenen Kombinationen wieder. So kann man unter www.oekonews.at täglich die neuesten Nachrichten im Bereich erneuerbare Energien nachlesen. Unter dem Motto „nachhaltig investieren“ sind auch unter www.ecoreporter.de stets Neuigkeiten aus Deutschland zu erfahren.
Die mediale Vielfalt und die besondere Sensibilität der Öffentlichkeit wurden selbstverständlich auch von den Unternehmen erkannt. Deshalb kann man heute praktisch in jeder Branche eine ökologische Investmentmöglichkeit finden, oder zumindest eine von den Inhabern so beworbene. So findet man die Worte ökologisch, nachhaltig, grün und sauber längst nicht nur bei Anbietern erneuerbarer Energie oder Produzenten von
Umweltschutztechnologien. Als aktuelles Beispiel wirbt Shell mit dem neuen GTL-Treibstoff mit der Umweltidee 1 . Bei den österreichischen Stromerzeugern hat neben dem Verbund auch die EVN die Nachhaltigkeit als Werbemittel gefunden. 2
In dieser Arbeit wird der Bereich der ökologisch-nachhaltigen Investments im Detail betrachtet. Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet: Welche Auswirkungen haben ökologische Investitionen auf das Portfolio eines Privatanlegers? Um dies zu ermöglichen muss vorab die Frage abgeklärt werden, welche Investmentangebote am derzeitigen Markt auch tatsächlich den Titel „nachhaltiges Investment“ verdient haben.
Die Arbeit ist in acht Kapitel unterteilt. Anhand dieser Kapitel soll erklärt werden, was unter Klima-Aktien und unter Portfoliomanagement zu verstehen ist. Des Weiteren werden verschiedene Investmentarten und Branchen vorgestellt. Schließlich wird ein Vergleich zwischen der weltweiten Öko-Wirtschaft und der „normalen“ Weltwirtschaft gezogen. Nach der Einleitung in Kapitel 1 werden in Kapitel 2 der Begriff „Klima-Aktie“ bzw. die Begriffe „ethisch-ökologisches Investment“, „nachhaltige
Geldanlagen“ und verwandte Begriffe erklärt und abgegrenzt. Im dritten Kapitel werden die verschiedenen Anlageformen erläutert und auch erklärt, ob man bei allen Anlageformen auch ökologisch und nachhaltig agieren kann.
In Kapitel vier folgt anhand einiger Beispiele ein Rückblick auf vergangene Jahre und wird ein kurzer Ausblick auf zukünftige Entwicklungen ökologischer Investments gewagt.
Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit einer kritischen Auseinandersetzung von ökologischen Investments. Dabei werden einerseits Kriterien für den
1 Vgl. Shell, 2008,
http://realenergy.shell.com/?page=ClearingTheAir&lang=en&site_version=flash&banner=globalhome2thechallenge#
ClearingTheAir-clearingTheAir, Stand vom 27.3.2008
2 Vgl. EVN, 2008,
http://www.verantwortung.evn.at/, Stand vom 27.3.2008
Begriff „ökologisch“ erklärt und andererseits auch die Performance der vergangenen Jahre anhand einiger Beispiele betrachtet. Das sechste Kapitel stellt einen Exkurs in den Bereich des
Portfoliomanagements dar. An dieser Stelle soll erklärt werden, was unter dem Modernen Portfoliomanagement zu verstehen ist und wie man durch verschiedene Anwendungen das Gewinn-Risiko-Verhältnis verändern kann. Im siebenten Kapitel wird der Einfluss von Klima-Aktien auf das Portfoliomanagement betrachtet.
Abschließend wird im Conclusio eine Schlussfolgerung der vorhergegangenen Kapitel die Arbeit beenden.
2. Grundlagen ökologischer Investments
In diversen Medien sind zahlreiche Begriffe anzufinden. Ethische Anlagen, ethisch-ökologische Investments, ökologische Finanzanlagen, nachhaltige Investments, grünes Geld, sauberes Geld und Unmengen weitere Bezeichnungen finden sich im Alltag der Wirtschaftsnachrichten wider. Doch nicht alle diese Begriffe bedeuten wirklich das Gleiche. Dieses Kapitel beschäftigt sich daher in zwei Unterkapiteln mit der Erklärung des Begriffes „ökologisches Investment“ bzw. deren Abgrenzung zu anderen Begriffen sowie mit einem historischen Rückblick auf dessen Entwicklung und Bedeutung im Bereich der Finanzwelt.
2.1 Begriffserklärung
Ethische Anlagen sind nicht neu. 1928 wurde in den USA als erster Ethikfonds der Pioneer Fonds aufgelegt, in dem so genannte „sin stocks“, Aktien von Unternehmen die mit Tabak, Alkohol oder Glücksspiel handelten nicht zu finden waren. 3 Firmen, die mit Diktaturen zusammen arbeiten, Waffen produzieren oder sonstige ethisch fragwürdige Praktiken wie Kinderarbeit unterstützen sind für ethisch orientierte Anleger ausgeschlossen. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wurde bereits vor 200 Jahren im Bereich der Forstwirtschaft geprägt. 4 Mittlerweile ist auch in der Finanzwelt bekannt, dass Nachhaltigkeit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist. Rücksicht auf die vorhandenen Ressourcen, und somit auf die Natur ist von wirtschaftlicher Bedeutung.
Während man unter Nachhaltigkeit durchaus auch Investitionen in Friedens-und Gesundheitsprojekte verstehen kann, konzentrieren sich ökologische Investments hingegen ausschließlich auf umweltorientierte Anlageformen. Im Mittelpunkt steht hierbei das Einwirken des Menschen auf die natürliche
3 Vgl. Weber, 2001, S. 18
4 Vgl. Deml/May, 2005, S. 2
Umwelt. 5 Auf die Ebene der finanziellen Anlagen umgemünzt, handelt es sich somit um das Einwirken der Unternehmen auf die natürliche Umwelt. Wenn man z.B. von Umweltfonds oder Ökofonds spricht, so spricht man von Fonds die in ökologische Vermögensanlagen investieren, d.h. in umweltfreundliche Technologien, ökologische Produkte oder in Unternehmen die
umweltschonende Verfahren herstellen. 6
Die verschiedenen Begriffe sind sich in ihrer Bedeutung offensichtlich sehr ähnlich, weshalb sie in den Medien vielleicht nicht zu 100 Prozent korrekt verwendet werden. Nichts desto trotz werden sie aber durchaus berechtigter Weise oft im gleichen Zusammenhang verwendet. In der Regel setzt sich der Ausdruck „ethisch-ökologisch“ und somit eine Kombination der beiden Teilbereiche durch. Somit kann behauptet werden: Wenn in der Öffentlichkeit von „grünem“ oder „sauberem“ Geld die Rede ist, wird in den meistern Fällen nicht zwischen ethisch und ökologisch unterschieden. Das ist zweifellos auch gerechtfertigt, da ökologisches Investment ohne ethischen Hintergrund kaum möglich ist.
Auch wenn die Begriffe nicht streng zu trennen sind, so steht in dieser Arbeit der ökologische Bereich im Mittelpunkt. Es werden die Bereiche der sauberen Energiegewinnung durch Wind-und Sonnenkraft sowie die der
Emissionsreduktion beim Kfz und natürlich auch das Naturprodukt Holz unter die Lupe genommen.
2.2 Historische Entwicklung ökologischer Investments
Große Aufmerksamkeit bekam das Thema in Österreich erstmals 1988, als das Donaukraftwerk Nagymaros an der slowakisch-ungarischen Grenze durch die Finanzierung österreichischer Banken möglich gemacht wurde. Somit haben auch österreichische Umweltschützer durch ihre Spareinlagen das ökologisch bedenkliche Projekt mitfinanziert. 7 Heute gibt es bereits zahlreiche Banken und Finanzinstitute, die sich als „Grün“ verkaufen und versprechen, nur in
5 Vgl. Balz, 1998, S. 56f
6 Vgl. Hielscher/Singer/Grampp, 2002, S. 437
7 Vgl. Deml/Baumgarten, 1998, S. 14
ethisch-ökologische Projekte zu investieren. Als Beispiel ist die Umweltbank AG zu nennen, die 8.900 Umweltprojektfinanzierungen laufen hat. 8 Zu den Ethik-Banken ist zweifellos auch die Österreichische Entwicklungsbank AG (OeEB) zu zählen, die zu Jahresbeginn ihre Geschäftstätigkeit begann und sich in Entwicklungsländern engagieren will. 9 Seitdem in den 80er-Jahren die grünen Investments erstmals auch in Österreich für die Breite ein Thema wurden, hat sich der Begriff bis heute wieder gewandelt. So wurde zu Beginn streng abgegrenzt und Ausschlusskriterien wie Atomkraft sehr genau genommen. Mittlerweile ist es üblich ein relatives Verfahren anzuwenden, und so werden aus jeder Branche die „saubersten“ Unternehmen für grüne Investments herangezogen. 10 Das zeigt auch wieder wie schwierig es ist die Anlageform zu finden, welche den eigenen Ansprüchen gerecht wird, denn nicht überall wo Grün draufsteht ist auch ausschließlich Grün enthalten.
Unabhängig von der genauen Abgrenzung hat sich allerdings die Meinung durchgesetzt, dass man ökologisch handelnde Unternehmen nicht automatisch als renditeschwach abstempeln kann. 11 Inwieweit diese Meinung der Realität entspricht oder nur das Ergebnis guter Propaganda ist soll unter anderem in dieser Arbeit hinterfragt werden.
Fest steht, dass das Interesse an nachhaltigen Geldanlagen in den letzten Jahren stark angestiegen ist und in Europa (ohne Skandinavien) im Jahr 2006 insgesamt 137 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds investiert worden sind. Zwei Jahre zuvor waren es noch 105 Milliarden Euro. 12 Ein Grund dafür ist zweifellos die Tatsache, dass von den Interessenten und Investoren der Druck auf die Finanzinstitute stetig ansteigt. Es werden mehr nachhaltige Investmentmöglichkeiten gefordert, und so steigt nun auch die Anzahl der
8 Vgl. Öko Invest (Hrsg.), Nr. 400/08, S. 6
9 Vgl. Kolerus, 2008, S. 27
10 Vgl. Deml/May, 2005, S. 2
11 Vgl. Küssner, 2008, S. 3
12 Vgl. Pinner, 2008, S. 144
Arbeit zitieren:
B.A. Gerald Spiess, 2008, Der Klimawandel aus Sicht des Investors - Auswirkungen von Klima-Aktien auf das Portfoliomanagement, München, GRIN Verlag GmbH
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