1. Einleitung
Noch vor der Geburt Karls des Großen kam es zu ersten Auseinandersetzungen der Franken mit dem Islam. Bereits Karl Martell, der Großvater Karls, musste sich mit den Arabern auseinandersetzen 1 . Die Muslime eroberten Spanien am Anfang des 8. Jahrhunderts und nannten es al-Andalus 2 . Die ersten Feldzüge der Araber gegen das westgotische Reich begannen um 710 unter der Führung des Berbers Tarif mit 400 Mann gegen das heutige Tarifa 3 . Dieses Heer hatte Erfolg und kehrte mit der Nachricht zurück, dass es in diesem fernen Land reiche Beute und nur sehr geringen Widerstand gebe 4 . Nach diesem Erfolg kamen die Muslime 711 wieder nach Spanien, jedoch mit einem größeren Heer von 7000 Mann 5 . Unter der Führung von Tarik zogen sie gegen das heutige Gibraltar und besiegten den König der Westgoten Roderich in der Schlacht von Wadi Lago 6 . Die Städte des besiegen Gotenkönigs öffneten den Angreifern ihre Tore. 712 verstärkten die Muslime ihr Truppenkontingent. Damit war die Eroberung für die Muslime erfolgreich verlaufen. . Die Eroberung Galliens blieb den Arabern verwehrt, denn bei dem Versuch weiter ins Landesinnere vorzudringen, wurden sie von Karl Martell aufgehalten und in der Schlacht von Poitiers geschlagen 7 . Dieser erste Erfolg der Franken brachte eine kurzzeitige Pause der Kämpfe zwischen den Muslimen und den ansässigen Christen. Karl Martell besiegte die Muslime 734 noch einmal und versuchte die Stadt Narbonne einzunehmen, jedoch gelang das erst unter Pippin, dem Vater Karls des Großen 8 .
Diese Ereignisse lagen bei Karls Geburt noch nicht weit zurück und dürften noch in Erinnerung gewesen sein. Karl der Große hat sicherlich einige Geschichten von den Taten
1 Björkman: S. 672.
2 Brentjes: S. 67.
Der erste Kontakt mit den Muslimen wurde jedoch von den Westgoten 675 zurückgeschlagen, als sich die Muslime mit einer Flotte Spanien näherten. Pirenne: S.132.
3 Vones: S. 24.
Bei Brentjes wird die Truppenstärke mit 500 Mann, höher angegeben. Jedoch stehen diese Erkenntnisse in dieser Arbeit nicht zur Debatte, da sie nicht zur Klärung der Ereignisse 778 dienen. Entscheidender ist das es sich um ein kleines Heer handelt, welches in Spanien einfiel.
4 Brentjes: S. 67.
5 Vorausgehend die Flucht des Königs Achila nach Marokko, wo er die Muslime um Hilfe gegen Roderich, den Herzog der Beatica, erbat. Pirenne: S. 132.
6 Dem heutigen Rio Barbato. Björkman: S. 672.
7 Die Schlacht fand 732 statt. Der Anführer der Muslime, Abd-er-Rhaman wurde dabei getötet. Brentjes: S. 67.
8 Björkman: S. 672.
Die Behauptung Brentjes, dass Narbonne schon unter Karl Martell erobert wurde, ist eine von der Hauptforschungsmeinung abweichende und eventuell unwahrscheinliche These. Alle weiteren Forschungsansätze darauf beziehen, dass erst Pippin die Stadt erobern konnte. Siehe Björkman S. 672. und Pirenne: S. 134.
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seines Großvaters oder seines Vaters gegen die feindlichen Muslime mitgeteilt bekommen und sie haben einen starken Eindruck bei ihm hinterlassen.
Die Hauptquelle zu den Ereignissen von 778 und der spanischen Expedition Karls des Großen ist zweifellos die Vita Karoli Magni Einhards. Dieses Werk entstand um 830 und nahm die Idee der Herrscherbiografie wieder auf. Der Verfasser war ein enger Vertrauter von Karl dem Großen und somit ein Zeitzeuge, der seine Erlebnisse mit dem Frankenkönig niederschrieb 9 . Im Stil antiker Autoren berichtet Einhard von den Taten Karls des Großen und versucht sie „so kurz wie möglich“ 10 darzustellen. Dieses Werk wurde schon im Mittelalter häufig gelesen und gelobt. Lupus von Ferrieres und Walahfrid Strabo von der Reichenau waren die ersten Begeisterten der Biografie. Dabei ist Lupus insbesondere aufgefallen, dass das Erzeugnis „ohne Verdacht der Schmeichelei“ 11 geschrieben wurde und er lobte auch die stilistischen Mittel des Werkes. Walahfrid hingegen würdigt die Wahrheitsgetreue der Vita 12 und unterstützte somit Einhard, der in seinem Vorwort die „Wahrhaftigkeit“ 13 der Ereignisse betont, die er aufgeschrieben hat. Aber auch Kritik wurde an dem Werk laut. Leopold von Ranke kritisierte in seinem Buch „Zur Kritik fränkisch-deutscher Reichsannalisten“ die Biografie und beklagte die vielen historischen Fehler in dem Werk 14 . Louis Halphen warf der Vita vor, nur eine Fortführung der Vita Caesarum zu sein und kein eigenständiges Werk 15 . Trotz der Kritik lassen sich für das Thema dieser Arbeit zahlreiche Informationen aus dem Werk Einhards nehmen. Einhard hat der spanischen Expedition ein Kapitel gewidmet, und auch wenn es sehr knapp geschildert sein mag, kann man dadurch die Ereignisse des Jahres 778 rekonstruieren und man erhält einen Anhaltspunkt für die Gründe Karls für sein Unternehmen. Einhard war es auch, der zu dieser Zeit die Reichsannalen verfasst hat und somit eine weitere Quelle mit Fakten zu dem Ereignis für die Nachwelt festhielt. Ein weiterer Urtext aus der Zeit nach dem Tod Karls des Großen ist die Vita Hludowici imperatoris von Astronomus. Dieses Werk erschien um 840 nach dem Tod Ludwigs des Frommen und der Verfasser gab sich hinsichtlich seiner Herkunft und Berufung nicht bekannt. Es gibt jedoch Spekulationen, dass er sich im südlichen Franken aufgehalten haben muss und wahrscheinlich ein Westgote war 16 . Im Gegensatz zu Einhard legte Astronomus keinen Wert auf die Kürze seiner Betrachtungen, im Gegenteil; sein Werk ist fast dreimal so
9 Siehe Einhards Prologus.
10 Einhard: Vita Karoli Magni. Prologus.
11 Berschin: S. 200.
12 Berschin: S. 201 und 203.
13 Einhard: Vita Karoli Magni. Prologus.
14 Berschin: S. 216.
15 Berschin S. 216.
16 Berschin: S. 228.
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lang wie das der Vita Karoli Magni 17 . Das zweite Kapitel ist für das vorliegende Thema dabei von besonderem Interesse, denn dort schildert Astronomus den Übergang über die Pyrenäen und die Expedition Karls 18 . Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Verfasser die Vita Karoli Magni gelesen und seine Ausführungen darauf aufgebaut hat. Was die Forschungsliteratur betrifft, so muss man das Werk von Walther Björkman „Karl und der Islam“ 19 hervorheben, denn wie der Titel schon sagt, beschäftigt sich Björkman ausschließlich mit Karl dem Großen und seinem Umgang mit dem Islam. Er versucht ausführlich das Motiv von Karl dem Großen für seine Expedition zu klären und nutzt einige arabische Quellen 20 . Sehr ausführlich berichtet Abel die Ereignisse des Jahres 778. Anders als Björkman konzentriert sich der Autor dieses Werkes auf die Rahmenbedingungen des Jahres und legt die Hintergründe des muslimischen Hilfegesuchs und die Beziehungen zwischen den Sarazenen und den Franken dar. Dieser Autor beschäftigt sich intensiv mit den Streitigkeiten der Muslime untereinander und entwirft dadurch ein klares Bild der Gründe des Hilfegesuchs an Karl. Auch das Werk von Hägermann „Erste Krise in der Königsherrschaft: Das spanische Abenteuer“ versucht den Vorgang des Spanienfeldzuges Karls darzustellen, jedoch wird das Thema nur knapp beleuchtet und mehr Wert auf die Ereignisse nach 778 gelegt. Trotzdem ist auch dieses Werk durchaus hilfreich für den Überblick der Begebenheiten in Spanien am Ende des 8. Jahrhunderts.
Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Folgenden mit dem spanischen Abenteuer von Karl dem Großen. Dabei sollen die Gründe für den Einmarsch von Karl in Spanien gefunden werden. Dass diese durchaus vielschichtige Hintergründe haben und man nicht nur ein Motiv für die Expedition finden kann, muss hier klargestellt werden. Zuerst soll eine kurze Darstellung der Ereignisse vor 778 erfolgen. Dabei wird der Anlass der Muslime zum Hilfegesuch an Karl den Großen verdeutlicht und im Folgenden werden die Probleme Karls mit seinen Nachbarvölkern erklärt, um daraus ein erstes Motiv für seine Abenteuerreise zu finden. Im Weiteren wird der Kriegszug skizziert und die Probleme, die es dabei gab. Daraus lässt sich dann der rasche Abzug von Karl dem Großen erklären. Ein letzter Teil wird die Probleme der Geschichtsschreibung analysieren, denn das Motiv für diese Reise wurde in späteren Quellen immer wieder umgeschrieben und verändert, sodass der Frankenkönig in einem besseren Bild dargestellt wurde. Dieser Mythos des heldenhaften Karls, welcher nur
17 Berschin: S. 231.
18 Astronomus: Vita Hludowici imperatoris. 2.
19 Björkman: Karl und der Islam.
20 Obwohl ihm diese nur hilfreich sind um zu erklären warum sich Karl der Große so schnell wieder aus Spanien verabschiedete, denn zur Klärung des Motivs sind diese weniger hilfreich. Jedoch muss man ihm die Verwendung der arabischen Quellen zu Gute halten, denn in keiner anderen Forschungsliteratur wird so intensiv mit den muslimischen Erzeugnissen gearbeitet.
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nach Spanien zog, um die Christen zu schützen, soll am Ende dieser Arbeit versucht werden zu entkräften.
2. Die Vorgeschichte
2.1. Die zweigeteilte Herrschaft der Muslime in Spanien
Den Anstoß für den Übertritt der Sarazenen über die Pyrenäen zu Karl dem Großen ins Frankenreich, gab der damalige Konflikt in der arabischen Welt zwischen den verschiedenen Völkern der Muslime. Das Haus der Omayyaden wurde Mitte des 8. Jahrhunderts von der gegnerischen Partei der Abbasiden verdrängt und in vielen Kämpfen fast gänzlich vernichtet 21 . Dadurch verlagerte sich der Schwerpunkt des Kalifats in Richtung Osten, nach Bagdad 22 . Allein durch diese Verschiebung rückte die Iberische Halbinsel für den Kalifen in weite Ferne und somit auch aus dem Blickfeld des Kalifen, was ein schnelles Einschreiten gegen eventuelle Rebellionen fast unmöglich machte. Aus dem Umsturzversuch der Abbasiden gegen die Omayyaden konnte nur ein Angehöriger der Omayyaden entkommen, es war Prinz Abdarrahman 23 . Der Enkel des Kalifen Hischam und der Sohn einer Berberfürstin 24 suchte Unterschlupf bei dem Stamm der Berber in Spanien, um von dort aus seine Macht auszuweiten. Nach langwierigen Kämpfen konnte sich Abdarrahman in Spanien behaupten und eine von den Abbasiden unabhängige Herrschaft errichten 25 . Durch diese Abspaltung der Omayyaden von den Abbasiden kam es zu einem Riss in der muslimischen Welt, welche sonst immer geschlossen auftrat 26 . Der Omayyadenfürst nahm wichtige Städte wie zum Beispiel Córdoba oder Sevilla ein und gründete sein Emirat von Córdoba 27 . Der Omayyadenführer war ein begabter Söldnerführer und baute seine Macht, dank der ihm unterstehenden Söldnertruppe, aus 28 . Als Abdarrahman I. gelang ihm die Stabilisierung seiner Herrschaft gegen verschiedene Feinde von Außen 29 . Doch der Machtgewinn von
21 Abel: S. 285.
22 Vones: S. 28.
23 Brentjes: S. 68.
Die Namen der arabischen Anführer werden in der Forschungsliteratur verschieden geschrieben. So wird der gerade genannte Prinz bei Brentjes „Abd-al-Rahman“ und bei Abel „Abdurrahman“ geschrieben. Diese verschiedenen Schreibweisen sind sicherlich Auslegungssache des jeweiligen Autors. Ich werde mich in der Arbeit, was die Namen angeht, auf die Björkman beziehen, weil er der einzige ist der auch arabische Quellen benutzt hat.
24 Brentjes: S. 68.
25 Hägermann: S. 155.
26 Abel: S. 285.
27 Vones: S. 28.
28 Brentjes: S. 68.
29 Gemeint sind dabei verschiedene Machtgruppen der Berber, sowie die Anhänger der Abbasiden. Da ich dieses Thema hier nicht ausweiten will, verweise ich auf den Beitrag von Aschbach zu den Vorgängen in Spanien. Aschbach: Teil 1. S. 109 ff.
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Abdarrahman ließ seine Gegner nicht etwa vor Ehrfurcht zurückschrecken, ganz im Gegenteil, es war ein Antrieb um weiter gegen ihn zu kämpfen und damit endlich seine Machtstellung zu beseitigen. So schlossen sich die Abbasiden mit den rebellierenden Berbern zusammen, um gegen Córdoba zu ziehen und den Emir zu stürzen 30 . Der Emir schickte Truppen nach Saragossa, um die Aufständischen zu unterwerfen und die Stadt für sich einzunehmen. Bei den Kämpfen wurde der Oberkommandierende der Truppen des Emirs gefangen genommen und das Heer Abdarrahmans erlitt eine Niederlage 31 . In dem Gefangenen sah Sulaiman seine Chance und er reiste mit ihm über die Pyrenäen zu Karl dem Großen, um ihm um Hilfe gegen den Emir von Córdoba zu bitten 32 . Sulaiman hatte offenbar große Sorge vor weiteren Übergriffen von Abdarrahman und wollte sich somit die Hilfe des Frankenkönigs sichern, um sich effektiv gegen den Emir zur Wehr setzen zu können. Früher wollten sich die Abbasiden sicher nicht mit den Franken einlassen, schon allein wegen der Feindschaft zwischen den Muslimen und den Vorfahren Karls des Großen. In dieser Zeit jedoch hatten sie keine andere Wahl, denn die Hilfe gegen die Omayyaden wurde dringend benötigt, und da die Konflikte mit den Franken schon länger zurücklagen, konnte man das Hilfegesuch riskieren. So kam es, dass Sulaiman zum Reichstag nach Paderborn kam „cum aliis Sarracenis sociis suis“ 33 , um sich und seine Städte Karl zu unterwerfen 34 .
2.2 Die Aquitanier, Langobarden und Sachsen
In diesem Kapitel soll der Frage nachgegangen werden, wie Karl der Große mit Problemen von feindlichen Invasoren in seinem Reich umging und speziell, wie sich Karl gegen seine Feinde schlug. Diese Betrachtungen sind sehr wichtig für das Motiv Karls nach Spanien zu gehen, weil durch Karls Siege der Weg auf die Iberische Halbinsel geebnet wurde und deswegen sollen sie hier aufgeführt werden.
Nach seinem Amtsantritt musste sich Karl der Große, wie auch schon seine Vorfahren Karl Martell und Pippin, gegen die Völker wenden, welche den Thronwechsel dafür nutzten, um
30 Ein Führer dieser Bewegung war der Statthalter von Barcelona und Gerona Sulaiman ibn Yakzan ibn al-A´rabi, welcher sich in Saragossa mit einem weiteren Anführer zusammenfand und dem Emir von Córdoba den Gehorsam verweigerten. Björkman: S. 674.
31 Björkman: S. 674.
32 Björkman: S.674.
Björkman führt hierzu eine arabische Quelle an, welche ich nicht vorenthalten möchte. In den Ahbar magmu´a (S. 113. Emilio Lafuente y Alcantara, Madrid 1867) wird die Situation wie folgt beschrieben: „Er [der Oberbefehlshaber der Truppen des Emirs] wurde sein [Sulaimans] Gefangener, und das Heer wurde geschlagen. Sulaiman sandte ihn zu Karla, und als er bei ihm war, verlangte Karla um seinetwillen nach der Saragossa.“ Hier wird ein weiterer wichtiger Punkt genannt, nämlich das die Truppen des Emirs eine Niederlage hinnehmen mussten.
33 Reichsannalen: 777.
34 Im lateinischen „dedens se ac civitates“ (Reichsannalen: 777)
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einen Aufstand gegen den Frankenkönig zu beginnen. Kurz nach seiner Krönung 768 in Noyon erreichte ihn die Nachricht, dass sich Herzog Hunold von Aquitanien dafür entschied, durch sein Land und der Gascogne zu ziehen, um Anhänger für den Aufstand gegen Karl zu finden 35 . Doch sein Unternehmen scheiterte als ihn der Herzog der Gascogne an den Frankenkönig auslieferte und er zog sich danach wahrscheinlich in ein fränkisches Kloster zurück. Der erste Aufstandsversuch damit niedergeschlagen wurde 36 . Die Sachsen nutzten diese Unruhe im Reich dazu aus, um neue Beutezüge gegen die Christen zu unternehmen. So musste sich Karl der Große als Nächstes gegen die Sachsen wenden, um ihnen Einhalt zu bieten 37 . Also zog Karl in das Land der Sachsen, um diese für ihre Taten zu bestrafen 38 . Während dieses Feldzuges wurde anscheinend die Irminsul, ein heiliger Baumstamm für die Sachsen, zerstört 39 . Die Strafexpedition verlief dennoch erfolgreich für Karl und er konnte einige Geiseln machen 40 .
Auf dem Reichstag in Genf 773 entschied sich Karl der Große, die alten Bündnisse mit den Langobarden zu kündigen und sich stattdessen auf die Seite des Papstes zu stellen, um gegen die Langobarden zu kämpfen 41 . Er zog mit einem Heer nach Italien und belagerte erst die Stadt Verona. Später folgte dann auch die Stadt Pavia. Karl ließ sich durch nichts von der Belagerung abhalten und schließlich musste sich König Desiderius ergeben 42 . Der Krieg gegen die Langobarden war also ein voller Erfolg für Karl. Der Frankenkönig vertrieb den Sohn des Langobardenkönigs, in welchen die Langobarden alle Hoffnungen gesetzt hatten, aus Italien und gab dem Papst all seine Güter zurück, die ihm von den Langobarden genommen worden waren 43 . Nur den nördlichen Teil des Langobardenreiches behielt Karl für sich und fügte es seinem Reich hinzu 44 . Sehr bezeichnend ist hier die Stellung Karls zum
35 Einhard: Vita Karoli Magni. 5.
36 Braunfels: S. 2.
Voraus ging das Karl Hunold zwang ins Baskenland zu flüchten (in die Gascogne), jedoch ließ er ihn dort nicht in Ruhe, sondern forderte vom Herzog der Gascogne ihn auszuliefern. Dieser folgte dem Befehl von Karl dem Großen und unterwarf sich dem König. Einhard: Vita Karoli Magni. 5.
37 Becher: S. 56.
38 Braunfels: S. 2.
39 Reichsannalen: 772.
Das dürfte auch der Grund gewesen sein, warum die Sachsen immer wieder gegen Karls Reich kämpften und „dem Christentum feindlich gesinnt“ (Einhard: Vita Karoli Magni. 7) waren. Denn die Zerstörung des Heiligen Irminsul, sollten die Sachsen mit Sicherheit nicht so schnell vergessen haben.
40 Becher: S. 56.
41 Braunfels:. S. 2.
Voraus gegangen war die Bitte des Papstes an Karl, den Langobarden den Krieg zu erklären, um damit den Papst zu unterstützen. Denn dieser fühlte sich zu sehr von Desiderius, dem Langobardenkönig, bedrängt. Reichsannalen: 773. Einhard: Vita Karoli Magni. 6.
42 Einhard: Vita Karoli Magni. 6.
43 Einhard: Vita Karoli Magni. 6.
44 Braunfels: S. 2.
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Robert Schneider, 2007, Karl der Große und die Mauren, München, GRIN Verlag GmbH
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