Gliederung
1 Einleitung. 1
2 Hauptteil: Die Erziehungskonzepte von Rousseau und Neill. 1
2.1 Jean-Jacques Rousseau. 1
2.1.1 Kurzbiographie: Jean-Jacques Rousseau. 1
2.1.2 Das Menschenbild bei Rousseau. 2
2.1.3 Das Erziehungskonzept bei Rousseau. 3
2.1.4 Das Ziel der Erziehung bei Rousseau. 5
2.2 Alexander Sutherland Neill. 6
2.2.1 Kurzbiographie: Alexander Sutherland Neill. 6
2.2.2 Das Menschenbild bei Neill. 6
2.2.3 Das Ziel der Erziehung bei Neill. 8
2.2.4 Das Erziehungskonzept bei Neill: Summerhill. 10
2.3 Vergleich zwischen Rousseau und Neill. 12
3 Schlussbemerkung. 15
4 Quellenverzeichnis 16
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit sollen die Erziehungskonzepte von Jean-Jacques Rousseau und Alexander Sutherland Neill dargestellt und verglichen werden. Im ersten Teil wird nach einer Kurzbiographie von Rousseau sein Menschenbild kurz dargestellt. Danach folgt sein Erziehungskonzept und auch das Ziel seiner Erziehung. Im zweiten Teil wird nach einer kurzen Biographie von Neill das Menschenbild Neills gezeigt. In seinem Fall hat es in der vorliegenden Arbeit mehr Sinn gemacht, daraufhin erst das Ziel und dann das Konzept seiner Erziehung darzustellen, da die Darstellung des Konzepts auf das Ziel der Erziehung aufbaut. Im dritten Teil wird der Versuch unternommen, beide Erziehungskonzepte miteinander zu vergleichen.
Es wurden für diese Hausarbeit die Erziehungskonzepte von Jean-Jacques Rousseau und Alexander Sutherland Neill gewählt, da beide von einem gemeinsamen Aspekt ausgehen, nämlich von dem Guten im Menschen und der Notwendigkeit, dieses in Freiheit entfalten zu lassen. Doch wie sich im Laufe dieser Arbeit herausstellt, zeigen sich bei den beiden Autoren doch deutliche Differenzen. Für die Darstellung der gesamten Konzepte ist bei Neill die Bezugsgrundlage „Theorie und Praxis der antiautoritärer Erziehung“ und bei Rousseau hauptsächlich „Emil oder Über die Erziehung“.
Im Anschluss folgt das Literatur- und Quellenverzeichnis.
2 Hauptteil: Die Erziehungskonzepte von Rousseau und Neill
Jean-Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf geboren und starb am 2. Juli 1778 in Ermenonville. Seine Mutter starb bei seiner Geburt und er wurde bis zu seinem 12. Lebensjahr von seinem Vater erzogen. Er war unter anderem Handwerker, Musiklehrer, Komponist Philosoph und Schriftsteller. 1
Er gilt als Wegbereiter der Revolution und als Inspirator für die Romantik und als
1 vgl. Gudjons 2003, S. 82.
1
Repräsentant der Aufklärung. 2 In dieser Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs war er derjenige der eine Gesellschafts- uns Kulturkritik hervorbrachte. 3 Zu seinen wichtigsten Werken gehören der „Contrat social“ und „Emile 4 “, die beide im Jahre 1762 veröffentlicht werden. Die beiden Werke sollen eine Gesamtsicht des Menschen zur Regelung seines Daseins bilden. Dabei bezieht sich der „Contrat social“ („Gesellschaftsvertrag“) auf die Politik, die die Ordnung der Gesellschaft herbeiführen soll und der „Emile“ auf die Pädagogik, die zur Ordnung des Individuums dient.
„Emile“ war einer der ersten pädagogischen Texte überhaupt, der das Eigenrecht des Kindes begründete 5 und die Phase der Kindheit als eigenen Lebensabschnitt definierte dem ein Eigenwert zugeordnet wurde. 6
2.1.2 Das Menschenbild bei Rousseau
„Alles ist gut, wie es aus den Händen des Schöpfer kommt [...]“ 7 Die grundsätzliche Güte ist Rousseaus Basis für sein Menschenbild. Er hat die Fähigkeit zu lernen inne. Durch das Wechselspiel seiner naturbedingten Anlagen und der kulturbedingten Umwelt entwickelt sich der Mensch, der dabei verschiedene Stufen durchläuft, wobei jede Stufe einen spezifischen Eigenwert für Vergangenheit und Zukunft des Menschen hat. 8
Hier zeigt sich die wohl wichtigste Eigenschaft des Menschen, nämlich seine Fähigkeit, seine wesentlichsten Eigenschaften nicht nur zu ändern sondern auch zu verbessern. Rousseau nennt diese Eigenschaft „perfectibilité“. 9 Doch grundlegend für Rousseau ist die Selbstsucht („amour propre“) und die im Gegensatz dazu stehende Eigenliebe („amour de soi“). Die Eigenliebe ist ein natürliches Gefühl, das die Selbsterhaltung gewährleistet und durch den Verstand Menschlichkeit und Tugend produziert. Die Selbstsucht ist ein Gefühl, das durch die Gesellschaft entstanden ist und den Menschen dazu bringt, sich höher als andere zu stellen. 10 Diese Teile sind dem „homme sauvage“ gegeben und bestimmen die Natur
2 vgl. Blankertz 1982, S. 70.
3 vgl. Kraft 1993, S. 23f.
4 Im Folgenden wird die französische Schreibweise von „Emile“ benützt.
5 vgl. Blankertz 1982, S. 73.
6 vgl. Kraft 1993, S. 35f.
7 Rousseau 2001, S. 9.
8 vgl. Kraft 1993, S.37.
9 vgl. Meermann 2004, S. 174.
10 vgl. ebd., 173.
2
des Menschen. Der „homme sauvage“ ist der Gruppe des „homme naturel“ zuzusprechen, in der der fikitve „Emile“ als Musterfall gilt. Dieser Gruppe steht die Gruppe der Bürger gegenüber. 11
2.1.3 Das Erziehungskonzept bei Rousseau
„Die Natur will, dass die Kinder Kinder sind bevor sie Männer werden“. 12 Auf dieser Aussage basiert Rousseaus „Emile“. Hier werden 3 verschiedene Erzieher genannt: Natur, Dinge und Menschen. Unter „Natur“ versteht Rousseau die natürlichen ursprünglichen Anlagen im Kind, die bei der Geburt schon mitgegeben sind. Unter den „Dingen“ versteht Rousseau Erfahrungsgewinne, die das Kind im Laufe der Zeit macht. Der dritte und letzte Erzieher, den Rousseau nennt, ist der Mensch. Die Menschen lehren und helfen dem Kind seine natürlichen Anlagen, also seine Kräfte und Fähigkeiten, zu entfalten und zu benutzen.
Von diesen drei Erziehern ist der Mensch derjenige Erzieher, der beeinflusst werden kann; die Dinge können nur zu einem geringen Teil verändert werden und die Natur kann gar nicht beeinflusst werden. Rousseau postuliert, dass sich alle „Erzieher“ einig sein müssen und in die selbe Richtung gehen müssen, damit die Erziehung des Kindes gelingt.
Auf Grund dieser Annahme folgert Rousseau, dass das Ziel der Erziehung, das Ziel der Natur sein sollte, da sie die einzige Instanz ist, die nicht beeinflussbar ist. 13 Nach Rousseau gibt es zwei Arten von Erziehung, die öffentliche und die private Erziehung. 14 Die öffentliche Erziehung ist die Erziehung zum Bürger. Die Erziehung zum Bürger ist für Rousseau die schlechte Variante, da der Mensch bei dieser Erziehung durch die verdorbene Gesellschaft selbst „verdorben“ wird. „Als Bürger ist er nur ein Bruchteil, der vom Nenner abhängt und dessen Wert in der Beziehung zum Ganzen liegt, das heißt zum Sozialkörper. [...] Gute soziale Einrichtungen entkleiden den Menschen seiner eigentlichen Natur und geben ihm für seine absolute eine relative Existenz.“ 15
Der Bürger überträgt sein Ich in die Allgemeinheit, so dass sich der Einzelne nicht mehr als Einheit, sondern als Glied des Ganzen fühlt und angesehen wird. Er bildet
11 Siehe für den Begriff des Bürgers weiterführend Kapitel „2.1.3 Das Erziehungskonzept bei Rousseau“.
12 vgl. Rousseau 2001, S. 69.
13 vgl. ebd., S. 10ff.
14 vgl. ebd., S. 13.
15 ebd., S. 12.
3
Arbeit zitieren:
Pascal Rude, 2008, Erziehung in Freiheit - Ein Vergleich zwischen den Erziehungskonzepten von Jean-Jacques Rousseau und Alexander Sutherland Neill, München, GRIN Verlag GmbH
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