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Evaluation des Einsatzes neuer Medien im Unterricht
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
1.1 Definition von Medien 3
1.2 Historische Evaluation von Medien 4
1.3 Mensch vs. Maschine - die ewige Diskussion 4
1.4 Lernen mit Medien 5
2. Medienevaluation 6
2.1 Konzepte der Medienevaluation 6
2.2 Evaluationsformen 7
2.3 Evaluationsebenen 8
2.4 Kriterienkataloge 8
3. Studien zur Medienevaluation 9
3.1 Das Projekt „CAL CAT“ 9
3.2 Die computergestützte Lernumgebung eHELp 10
3.3 Die hypertextbasierte Umgebung HYPERCOMB 11
3.4 Das Projekt VIROR 12
4. Fazit 13
5. Quellenverzeichnis 15
Alexander Stich
3 Evaluation des Einsatzes neuer Medien im Unterricht
1. Einleitung
In einem Zeitalter der wachsenden Medienvielfalt und der fortschreitenden Technologisierung liegt in der effizienten Gestaltung des Wechselspiels zwischen Lehrendem und Lernendem eine der großen Herausforderungen der Unterrichtspädagogik. Im Gegensatz zu konservativer Verweigerung der Integration neuer Medien oder einer inadäquaten Verknüpfung von neuen Medien mit älteren didaktischen Konzeptionen sollte vielmehr ein Szenario einer ziel- und erfolgsgerichteten Integration angestrebt werden (Aufenanger, 1999). So wandelt sich die Aufgabe des Lehrkörpers von einer vermittelnden Rolle zu einer unterstützenden Beratungsfunktion (Schulz-Zander, 2005). In Evaluationsstudien zeigen sich in der Praxis sehr unterschiedliche, einander häufig widersprechende Ergebnisse (Aleven, 2003), was darin zu sehen ist, dass der Einsatz neuer Medien den Lernerfolg manchmal verbessert, manchmal unverändert lässt und manchmal sogar zu einer Performanzdiminuierung führt. Bei früherer Forschung lag ein essentielles Problemfeld in der so genanten “horse-race”-Forschung, welche als Ziel eine Güteklassifikation einzelner Medien im Lernkontext hatte (Weidemann & Krapp, 2006). Vielmehr regiert heute die Ansicht, dass nicht das Medium an sich, sondern die mit dem Medium in Wechselwirkung stehenden Moderatorvariablen von Personen, Umwelt und Art der Informationsbereitstellung den Lernerfolg ebenso ausmachen. Da die Medienevaluation in der Pädagogik eine Wissenschaft jüngeren Datums ist, wird in Zukunft viel Forschung bezüglich dieser Moderatorvariablen vonnöten sein.
1.1 Definition von Medien
Ein Medium allgemein bezeichnet einen Kanal bzw. ein Kommunikationsmittel zur Vermittlung von Informationen (Heupel, 1978), wobei Medien als Teil der Kultur und der menschlichen Ontogenese anzusehen sind, da der rationale homo sapiens der Botschaft nicht schutzlos ausgeliefert ist, er ergo ihr Potential zur eigenen Entwicklung nutzen kann (Oerter & Montada, 2002). Der Begriff “Medium” weist eine beeindruckende Übertragbarkeit in unterschiedliche Lebensbereiche auf, wobei Philosophie, Informatik oder Kommunikationswissenschaft nur einige Facetten darstellen. Hierbei beinhaltet das Medium fünf fundamentale Variablen, welche
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4 Evaluation des Einsatzes neuer Medien im Unterricht
in den Begriffen “Hardware“, “Software”, “Symbolsystem” (Sprache), “Sinnesmodalität” und “Botschaft” zu sehen sind (hierzu vgl. Weidemann & Krapp, 2006).
1.2 Historische Evaluation von Medien
Als Urknall des Mediums wird die Entwicklung der Schrift angesehen, welche bereits in vorchristlichen Hochkulturen Mesopotamiens, Chinas oder Ägyptens anzusiedeln ist. Weniger eng definiert kann gar steinzeitliche Höhlenmalerei als Vorform von Schrift bezeichnet werden. Von Medium per definitionem kann ab dem Jahre 1450 gesprochen werden, da die Erfindung des Buchdrucks seitens Johannes Gutenbergs die Möglichkeit der Medienverbreitung eröffnete. Als Vorteil dieser Innovation kann der Fall des klerikalen Interpretationsmonopols angesehen werden, ein Nachteil liegt in der Kreation einer Zweiklassengesellschaft (Alphabeten vs. Analphabeten). Die daraus hervorgehende Zeitung ermöglicht eine allgemein zugängliche und wachsende Informationsmenge, ein potentielles Defizit liegt in der erleichterten Verbreitung manipulierter Informationen. Medien wie Telefon, Radio oder Fernsehen schufen eine Überwindung von Zeit und Raum sowie wachsende Erfahrungsräume bzgl. Wissen über Welt, Menschen und Natur, sorgten jedoch ebenso für eine wachsende Technikabhängigkeit und noch größere Manipulationspotentiale. Die modernen Medien Computer und Internet verbesserten zwar die Überwindung von Realitätsgebundenheiten (Simulationen/virtuelle Welten) und trugen dem steigenden Globalisierungsdruck Rechnung, bergen jedoch in sich die Gefahren vereinsamter, isolierter Anwender und erschwerter Quellenvalidierung und -diskrimination (Aufenanger, 1999). Weitere Probleme können resultierende oberflächlichere
Informationsverarbeitung (hierzu vgl. Baddeley, 1997) oder leerer Konsum (Weidemann & Krapp, 2006) , zur geistigen Abstumpfung und Freisetzung von Aggressionen führend (Oerter & Montada, 2002), sein.
1.3 Mensch vs. Maschine - die ewige Diskussion
Die Diskussion, Mensch vs. Maschine, wer nun welchen Part im menschlichen Leben einnehmen sollte, genießt spätestens seit dem letzten Jahrhundert eine andauernde Aktualität. Historisch-
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philosophisch kann ein Zyklus von fünf Schritten betrachtet werden, in dem der Mensch den technischen Neuerungen anfangs mit Skepsis begegnet, daraufhin in blinde Progressivität verfällt, ehe er dann die Schwächen der Maschine identifiziert. Schließlich folgt einem zielorientierten Umdenken der Versuch einer effizienten Kombination des Wechselspiels zwischen Mensch und Maschine. Der Gefahr drohender “Cyborg-Szenarien“ soll hierbei mit der Entwicklung einer Medienanthropologie begegnet werden (Aufenanger, 1999). Ein bekanntes Forschungsfeld liegt beispielsweise in Studien zu Schachvergleichen zwischen menschlichen Spielern und Schachcomputern bezüglich deren Verarbeitungsmodi und Kreativitätspotentialen (Eysenck & Keane, 2005).
1.4 Lernen mit Medien
Im Folgenden stellt sich die Frage, inwiefern der Medieneinsatz zur Verbesserung langfristigen Lernens beitragen kann. Hierbei gilt es, zahlreiche Moderatorvariablen zu beachten, wobei hier u. a. Persönlichkeitsvariablen (wie z.B. das Selbstkonzept oder der Aufmerksamkeitsgrad), Umweltvariablen (z.B. gesetzliche Vorgaben) oder auch Vorwissensunterschiede (Horz et al., 2003) und Geschlecht (Dickhäuser, 2002) anzuführen sind. Unter neuen Medien versteht man im Speziellen die Vernetzung mittels Computern, dessen Verwendung zu erhöhten Handlungsmöglichkeiten führt. Hier gilt es, das Spezifische von Computern bzgl. des Lernkonzepts herauszuarbeiten und sich Simulationen zunutze zu machen, um ansonsten nichtdarstellbare Sachverhalte zu visualisieren. Die Eigenschaften neuer Medien müssen ergo im Zeichen einer Betrachtung der spezifischen Eigenschaften transparent gemacht werden. Auf kognitiver Basis können diese Medien dazu beitragen, fehlende internale Prozesse external im Medium zu vollziehen, was sich nach der Supplantationstheorie Salomons beispielsweise bei Variationen von Kamerabewegungen oder mittels langsamen Zoomens erreichen lässt (Weidemann & Krapp, 2006).
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Arbeit zitieren:
Alexander Stich, 2006, Evaluation des Einsatzes neuer Medien im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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