1 Eine Einleitung
Das in dieser Hausarbeit erarbeitete Thema „Stadtgeschichte - Städte in Westfalen“ ist weitgehend als eine fächerüberübergreifende Problematik zu betrachten.
Fakten, Erkenntnisse und Theorien aus den Wissenschaften der Geographie, Geschichte und Soziologie formen diese Thematik zu einem ganzheitlichen und interessanten Untersuchungsgegenstand.
Im Rahmen dieser Hausarbeit werde ich mich mit dem Begriff Stadt auseinandersetzen und dabei versuchen dieser vielfältig bedeutsamen Begrifflichkeit einen differenzierten Charakter zu geben. Wichtig ist mir darstellen zu können, dass die Stadt als Fachterminus vielseitig gebraucht wird und unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Nur in Einbezug von geographischen, historischen, soziologischen, politischen, wirtschaftlichen und religiösen Gegebenheiten und Tatsachen kann das Thema i n-formativ bearbeitet werden. Ferner werde ich Städte aus dem Raum Westfalen in einem historischen Kontext darstellen, weil obwohl das Thema einen regionalgeographischen Charakter hat, da eben nur Städte aus dem Raum Westfalen erwähnt und dargestellt werden, haben verschiedene Begrifflichkeiten, Fakten und Kriterien, im Zusammenhang auf andere Städte, einen repräsentativen Charakter. Eben aus der Stadtgeschichte wird die Entwicklung der Menschheit deutbar und gut dargestellt, weil in dieser Hinsicht der Zusammenhang zwischen Mensch und Natur einen großen Stellenwert hat.
Diese Hausarbeit ist eine schriftliche Ausarbeitung des am 19.12.2001 von mir und Susanne Blanke im Seminar vorgetragenen Referats zum Thema „Städte und Städtesysteme in Westfalen“ und soll als eine schriftliche Zusammenfassung meines mündlichen Beitrages verstanden werden.
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2 Die Stadt: Eine Begriffsdefinition
2.1 Die verschiedenen Stadtbegriffe
Das Wort Stadt, „... formal gesehen, eine administrative Einheit (Gemeinde) mit Stadtrecht bzw., nach statistischer Abgrenzung, eine Siedlung mit mindestens 2000 (Landstadt) oder 5000 (Kleinstadt) Einwohnern“ (LESER / HAAS / MOSIMANN und PAESLER 1992, Band 2, S. 232), steht oft im Zusammenhang mit dem Menschen. Die Stadtentwicklung, aus einer geographischen Ebene betrachtet, beschreibt die Menschheitsentwicklung in Abhängigkeit mit naturräumlichen Gegebenheiten und Tatsachen. Doch der Begriff Stadt; der Stadtbegriff, ist in der Bedeutung vielfältig und es gibt keine eindeutige Definition:
Nach dieser Definition kann man also unterschiedliche Stadtbegriffe festhalten:
• den umgangssprachlichen Stadtbegriff,
• den statistisch-administrativen Stadtbegriff,
• den historisch-juristischen Stadtbegriff,
• den soziologischen Stadtbegriff,
• den geographischen Stadtbegriff,
• u.v.a.
Die Stadt ist demnach Untersuchungsgegenstand vieler Wissenschaftsrichtungen und wird unter verschiedenen Aspekten und Kriterien untersucht bzw. gedeutet. Das bedeutet, dass der Stadtbegriff mit unterschiedlichen Inhalten und Fakten gefüllt und erörtert wird, wobei der Untersuchungsansatz der jeweiligen Wissenschaft ausschlaggebend ist.
Im Rahmen dieser Hausarbeit sind besonders die Merkmale des geographischen Stadtbegriffs von Bedeutung und haben einen wichtigen Stellenwert.
2.2 Der geographische Stadtbegriff
1 Leser, Hartmut/Haas, Hans-Dieter/Mosimann, Thomas/Paesler, Reinhard: Wörterbuch der Allgemeinen Ge o-
graphie; Band 2. S.232-233.
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Durch die Definition des Stadtbegriffs wird deutbar, dass die Stadt auch als Fachterminus und in der Umgangssprache verschieden aufgefasst wird. Eine Definition des geographischen Stadtbegriffs scheint also als schwierig, weil „... entsprechend dem unterschiedlichen Stadtbegriff und dem Wandel der Stadt in Raum und Zeit ist eine allgemeingültige geographische Stadtdefinition nur in sehr abstrakter und verallgemeinerter Form möglich“ (LESER / HAAS / MOSIMANN und PAESLER 1992, Band 2, S.233). Eben dieser Aspekt, der Wandel der Stadt in Raum und Zeit, ist in Bezug auf die Städte in Westfalen wichtig. Doch zuvor ist die Erläuterung des geographischen Stadtbegriffs mit den jeweiligen Merkmalen relevant.
Im „ Wörterbuch der Allgemeinen Geographie“ wird darauf hingewiesen, dass für eine Stadtdefinition aus geographischer Sicht „funktionale, sozialgeographische und physiognomische Merkmale herangezogen werden“ 2 . Demnach wären fol-
gende Merkmale festzuhalten:
• „... größere Einwohnerzahl (im Vergleich zu ländlichen Siedlungen), die in relativ viele Gruppen und Schichten gegliedert werden kann;
• relativ geschlossene Ortform und dichte Bebauung;
• Konzentration von Arbeitsstätten außerhalb der Landschaft;
• Multifunktionalität, verbunden mit stark arbeitsteiliger Wirtschaft und Beschäftigung ihrer Bewohner im sekundären und tertiären Wirtschaftssektor mit geringem Anteil
der Landwirtschaft;
• zentralörtliche Funktionen für ein Umland, vor allem im Bereich der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, aber auch mit Arbeitsplätzen;
• Bedeutung als Verkehrszentrum;
• eine Lebensform ihrer Bewohner, die sich deutlich von der der Landbevölkerung unterscheidet;
• eine innere Differenzierung, insbesondere durch die Ausbildung von Stadtvierteln“. 3 Diese Merkmale sind also für die Stadt aus geographischer Ebene ausschlaggebend und interessant. Einzelne Begrifflichkeiten werden in Beziehung auf die Städte in Westfalen näher erläutert und noch mal aufgegriffen.
2 Leser, Hartmut/Haas, Hans-Dieter/Mosimann, Thomas/Paesler, Reinhard: Wörterbuch der Allgemeinen Ge o-
graphie; Band 2. S.232.
3 Leser, Hartmut/Haas, Hans-Dieter/Mosimann, Thomas/Paesler, Reinhard: Wörterbuch der Allgemeinen Ge o-
graphie; Band 2. S.232.
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Arbeit zitieren:
Murat Kütük, 2002, Stadtgeschichte: Städte in Westfalen - ein Kurzvortrag, München, GRIN Verlag GmbH
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