Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 3
II. Hauptteil
II. 1. Die Feste der HJ. 4
II.1.1. Der Maifeiertag. 6
II.1.2. Die Sommersonnenwende. 7
II.1.3. Der Reichsparteitag. 9
II.1.4. Der 9. November. 12
II. 2. Die Feste der FDJ. 13
II.2.1. Die Jugendweihe. 14
II.2.2. Der 7. Oktober. 20
II.2.3. Die Weltjugendfestspiele. 22
III. 1. Ergebnis. 23
III. 2. Literatur. 25
2
I. Einleitung
“Panem et circenses” wie es im alten Rom hieß - “Brot und Spiele” für die Bevölkerung!
Schon damals war die große Wirkung von Spielen, bzw. Feiern und Festen auf das Volk bekannt.
Dieses Vergnügen an Feierlichkeiten blieb durch die Jahrhunderte bestehen und fand schließlich einen Höhepunkt in den ersten Regierungsjahren der Nationalsozialisten. Ein wichtiger Teil von Feierlichkeiten der Nationalsozialisten waren die Aufmärsche der NS - Jugend.
Aber was wurde gefeiert? Wie schaffte es die Regierung auf diesen Festen, die Jugend in ihren Bann zu ziehen?
Die Freude an Festen und Feiern setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ebenso in der neu entstandenen DDR durch. Auch die Sozialisten vollzogen verschiedene Feste, an denen der neu gegründete Jugendverband, die FDJ, teilnahm. An welchen Festen beteiligte sich die FDJ? Wie versuchte die Staatsleitung, die Jugend für ihre Pläne zu begeistern?
Der Forschungsbericht zu dem Thema dieser Hausarbeit sieht folgendermaßen aus. Eine gesamte Darstellung über die Beteiligung der Hitlerjugend und der FDJ an den einzelnen Festen und Feiern gibt es nicht. Dagegen finden sich aber oft Hinweise in verallgemeinernden Darstellungen, wie zum Beispiel in der von Winfried Gebhardt 1 , und in Einzelbeispielen, wie dem Aufsatz über die NS - Feiern in Leipzig 2 und die Darstellung von Wilfried Poßner über seine Tätigkeit in der FDJ 3 . In einigen weiteren Aufsätzen und Büchern stehen vereinzelt Sätze, die auf die
1 Gebhardt, Winfried: Fest, Feier und Alltag. Über die gesellschaftliche Wirklichkeit des Menschen und
ihre Deutung, Frankfurt / Main 1987.
2 Scholtz, Harald: Von der Feiermanie zum Verpflichtungsritual. Zur totalitären Dynamik bei der
Gestaltung von Feiern für Vierzehnjährige, in: Ulrich Herrmann, Ulrich Nassen (Hg.): Formative
Ästhetik im Nationalsozialismus. Intentionen, Medien und Praxisformen totalitärer ästhetische
Herrschaft und Beherrschung, Beltz 1994, 113 - 122.
3 Poßner, Wilfried: Immer bereit: kämpfen, spielen, fröhlich sein, Berlin 1995.
3
Beteiligung der Jugend an bestimmten Festen hinweisen und die Teilnahme bezeugen und die im Folgenden dieser Arbeit erwähnt werden. Daher kann die Beschreibung der Feste nur allgemein gehalten werden und nicht genau auf die Jugend abgestimmt werden.
Die Quellenlage zu den Festen der Hitlerjugend ist Dank des Heftes für den BDM, Das Deutsche Mädel 4 , gut und es lassen sich aus den einzelnen Erlebnisberichten viele Bestandteile der Feiern erkennen.
Für die Feierlichkeiten der FDJ muss man hauptsächlich auf die Aussagen von Zeitzeugen, wie den oben genannten Wilfried Poßner, zurückgreifen.
II. Hauptteil
II. 1. Die Feste der HJ
Die Nationalsozialisten entwickelten ein regelrechtes NS - Feierjahr 5 , zu dem folgende zwölf Hauptfeste gehörten:
30. Januar: Tag der Machtergreifung
24. Februar: Parteifeiertag zur Erinnerung an die Verkündigung des Parteiprogrammes Februar oder März: Heldengedenktag
Letzter Sonntag im März: Tag der “Verpflichtung der Jugend” (Aufnahme der Vierzehnjährigen in HJ und BDM)
20. April: Führergeburtstag
1. Mai: Maifeiertag Zweiter Sonntag im Mai: Muttertag
21. Juni: Sommersonnenwende Erste Septemberhälfte: Reichsparteitag
4 „Das Deutsche Mädel“ war unterteilt in die Bundesbriefe und in die einzelnen Monatshefte.
5 Die folgende Aufzählung ist dem Aufsatz von Scholtz, Feiermanie, 1994, S. 284, entnommen.
4
Anfang Oktober: Erntedanktag
9. November: Gedenktag für die “16 Blutzeugen der Bewegung” 21. Dezember: Wintersonnenwende
Neben diesen Hauptfesten gab es noch regionale Feste und sogenannte “Morgenfeiern”, die als eine Art Ersatz für die Morgenandachten und die sonntäglichen Gottesdienste dienen sollten. Auch wurden “Lebensfeiern” eingeführt. Mit diesen wollte man die kirchlichen Vorgänge wie Taufe, Hochzeit und Beerdigung ersetzen. Die Feste der Konfirmation und der Firmung wurden ebenfalls abgesetzt und durch die “Verpflichtung der Jugend” ausgetauscht.
Außerdem gab es im Dritten Reich einen “Tag der Hitler - Jugend”. Dort bekannte sich die fränkische Jugend zum neuen Deutschland. Dies wird im Jahre 1933 im Völkischen Beobachter 6 erwähnt, mehr hinreichendes Schrifttum über diesen Tag gibt es allerdings nicht.
Aufgrund der Vielzahl der Feste und Feiern wird im Folgenden nur auf den Maifeiertag, die Sommersonnenwende, den Reichsparteitag und den 9. November eingegangen. Dazu muss man erwähnen, dass sich der Ablauf der einzelnen Feste untereinander sehr ähnelte und sich bestimmte Gesetzmäßigkeiten für alle Feiern daraus ableiten lassen, die im Ergebnis noch einmal zusammengefasst werden sollen. Aufgrund der in der Einleitung erläuterten Schrifttumsverhältnisse können die Festabläufe teilweise auch nur allgemein beschrieben werden und nicht genau auf die Jugend abgestimmt werden.
6 Vgl. Völkischer Beobachter, Ausgabe 46, Jahrgang 1933, S. 3.
5
II. 1. 1.Der Maifeiertag
Der 1. Mai wurde schon im April 1933 zum “Feiertag der Nationalen Arbeit” ernannt. 7 Erst 1934 benannten die Nationalsozialisten diesen Tag in “nationalen Feiertag des deutschen Volkes” um, damit das Wort “Arbeit” nicht mehr mit dem 1. Mai in Verbindung stand.
Aus dem Erlebnisbericht 8 der Magdalene Weinert aus Weimar, die den 1. Mai 1933 in Nordhausen verbrachte, ist zu entnehmen, dass der 1. Mai für die Hitlerjugend und den BDM etwas Besonderes war. Zuerst gab es eine Fahrt in den frisch ergrünten Frühlingswald und dann ging es nachts weiter zu einem Platz, auf dem sich wohl die ganze Bevölkerung der Stadt versammelt hatte. Alles wurde mit Fackeln erhellt und es gab sogar ein flammendes Hakenkreuz, das von SA - Fackelträgern gebildet wurde. Es war also Sitte, dass das Maigrün durch ein “Flammenmeer […] silberhell aufleuchte[te]” 9 und das Hakenkreuz, das Zeichen des erwachten Deutschlands, durch die zahlreichen Fahnen gegenwärtig war.
Ebenfalls wurden Lieder gesungen und der Reichsjugendführer, Baldur von Schirach, hielt eine Rede, die mahnte, sich immer der Vergangenheit zu erinnern. Anschließend wurde das Wort an den Führer gerichtet und die Treue der Hitlerjugend gelobt. Auch der BDM wurde in diesen Schwur miteinbezogen, denn es war oft so, dass die Hitlerjugend den Mädchen gelobte, stets für ihre Ehre einzustehen und dafür zu sorgen, dass die “Mütter der neuen Generation” unversehrt blieben. Am Ende dieser Feier erklang das Lied der Bewegung: HJ marschiert mit ruhig, festem Schritt. In dieser Beschreibung des Maifeiertages durch ein BDM - Mädel werden schon die klassischen Bestandteile einer nationalsozialistischen Feier deutlich. Es gab immer viel Licht, meist durch Fackeln, selten durch Scheinwerfer erzeugt, Fahnen, Lieder und eine Rede. 10 Besonders durch die gemeinsam gesungenen Lieder (meist waren die
7 Dies wurde in dem „Gesetz über die Einführung eines Feiertages der nationalen Arbeit“ vom 10. April
1933 verankert.
8 Siehe Das Deutsche Mädel, Bundesbriefe 1933, Jahrgang 1, Heft 6, S. 28 - 29.
9 Deutsches Mädel. Bundesbriefe, Heft 6, S. 28.
10 Eine Auflistung der fast immer gleichen Bestandteile von diesen Feierlichkeiten gibt Gebhardt, Fest
1987, S. 151.
6
Nationalhymne und das Horst - Wessel - Lied darunter) und die gleiche Uniformierung erhielt die ganze Bevölkerung das Gefühl der Gemeinschaft. Erreicht werden sollte, so Gebhardt, “die Geringschätzung des Individuums und seine Überwindung durch eine Art der Gemeinschaft” 11 . Gerade die Jugend war von dieser neuen Art der Festlichkeit überzeugt, da sie ihnen das Gefühl gab, bei dem Aufbau des neuen Deutschlands beteiligt zu sein und ebenfalls ein Teil der Gemeinschaft zu sein. Der 1. Mai wurde als das “wichtigste Fest in der Vorkriegszeit” 12 als das Fest der Volksgemeinschaft gefeiert, zu dem Fahnen, frisches Grün und Massenumzüge gehörten. 13
Flemming schreibt, dass die Maifeiern “umgemodelt [wurden] zu regimefrommen Veranstaltungen” 14 , die genau in das Schema des Nationalsozialismus passten und die Massen für die NS - Politik und NS - Weltanschauung begeisterten.
II. 1. 2. Die Sommersonnenwende
Die Sommersonnenwende wurde auch lange Zeit Johannes Mittsommer genannt und bezeichnet den Zeitpunkt des Jahres, an dem die Sonne ihren höchsten Stand erreicht. Gleichzeitig ist es aber auch die Zeit, in der das Jahr seine Mitte und die Natur ihren Höhepunkt erreicht. Das bedeutet, dass die Sommersonnenwende, also der 21. Juni, die Kornreifezeit, den Sommer, einläutet. Seit jeher war es Brauch, die Häuser mit Blumenkränzen zu schmücken, um von einem Blitzeinschlag verschont zu bleiben. Im Rheinland herrschte im Mittelalter sogar die Sitte, sich am Vorabend des 21. Juni im Rheinwasser die Hände zu waschen, um sich von den ganzen Sorgen und Nöten der ersten Jahreshälfte reinzuwaschen.
11 Gebhardt, Fest 1987, S. 148.
12 Dornheim, Andreas: Emotionalisierung, Uniformierung und Militarisierung. Nationalsozialistische
Feiern in Leipzig, in: Feste und Feiern. Zum Wandel städtischer Festkultur in Leipzig, Katrin Keller
(Hg.), Leipzig 1994, S. 283 - 299, S. 292.
13 Vgl. hierzu den Bericht über den 1. Mai 1933 und 1934 in Leipzig, der in Dornheim, Leipzig 1994,
S. 292 - 294 zu lesen ist.
14 Flemming, Jens: Der 1. Mai und die deutsche Arbeiterbewegung. Politische Demonstration und
sozialistische Festtagskultur, in: Das Fest. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart,
Uwe Schultz (Hg.), München 1988. S. 341 - 351, S. 350.
7
Arbeit zitieren:
Jessica Krüger, 2005, Zum Anteil jugendgemäßer Inhalte und empfundener Selbstbestimmung in der HJ (bis 1939) und in der FDJ (1946-1970), München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jessica Krüger's Text Zum Anteil jugendgemäßer Inhalte und empfundener Selbstbestimmung in der HJ (bis 1939) und in der FDJ (1946-1970) ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jessica Krüger hat den Text Zum Anteil jugendgemäßer Inhalte und empfundener Selbstbestimmung in der HJ (bis 1939) und in der FDJ (1946-1970) veröffentlicht
Jessica Krüger hat einen neuen Text hochgeladen
American Anthropology, 1946-1970: Papers from the "American Anthropolo...
American Anthropological Association, Robert F. Murphy
Sinn Und Inhalt in Der Genetischen PH Nomenologie E. Husserls
G. A. De Almeida, Antonio Guido De Almeida
Macht und Anteil an der Weltherrschaft
Berlin und der deutsche Koloni...
Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller
Deutschland-Tagebuch 1945-1946
Aufzeichnungen eines Rotarmist...
Wladimir Natanovitsch Gelfand, Elke Scherstjanoi, Anja Lutter, Hartmut Schröder
Proseminar II. Neues Testament - Kirchengeschichte
Martin Meiser, Uwe Kühneweg, Rudolf Leeb, Petra von Gemünden, Thomas Schmeller
0 Kommentare