Inhalt
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Persönlichkeitsentwicklung
1.1. Definition
1.2. Die Sichtweisen der Entwicklung
2. Messung von Persönlichkeitsstabilität
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2.2. Die vier Prinzipien der Persönlichkeitsstabilität
3. Einflussfaktoren
3.1. Genetische Einflüsse und Umwelteinflüsse
3.2. Messung des genetischen Einflusses
3.2.1. Zwillings- und Adoptionsmethode
3.3 Messung des Umwelteinflusses
3.4. Genom-Umwelt-Kovarianz. 13
4. Vorhersagekraft 14
4.1. Dunedin-Studie
4.2. Nonnen-Studie
5. Diskussion
6. Schluss
III. Literatur- und Abbildungsverzeichnis 21
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I. Einleitung
Immer wieder fragen wir uns, warum wir so sind, wie wir sind. Ja, sind wir eigentlich überhaupt irgendwie, oder verändern wir uns ständig, sodass eine konstante Persönlichkeit nur Illusion wäre und lediglich einer leichteren Einordnung durch andere dienen würde? Was hat mich während meiner Kindheit verändert? Was hat mich seit meiner Kindheit verändert?
Diese Fragen stellt sich wohl jeder einmal. Würden sie zu zusammengefasst werden, würde sie wohl lauten: Wer bin ich und wie bin ich dazu geworden? Die Persönlichkeitspsychologie versucht, auf diese Fragen Antworten zu finden. Einen wichtigen Forschungsbereich nimmt hier die Persönlichkeitsentwicklung ein. Sie versucht zu beschreiben, wie wir werden, was wir sind ± und evtl. auch in Zukunft sein werden.
In dieser Arbeit wird zunächst eine Begriffsklärung vorgenommen. Was ist Persönlichkeitsentwicklung überhaupt? Anschließend wird dargestellt, wie diese Entwicklung gemessen werden kann und welche Einflussfaktoren es gibt. In diesem Zusammenhang werden einige Studien näher erläutert, die Aufschluss darüber geben können, ob Persönlichkeitsentwicklung vorhersagbar ist.
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II. Hauptteil
1. Persönlichkeitsentwicklung
1.1. Definition
Persönlichkeitsentwicklung kann nach Asendorpf wie folgt definiert werden: ÄbQGHUQVLFKHLQ]HOQH(LJHQVFKDIWVZHUWHHLQHU3HUVRQlQGHUWVLFKDXFKLKUH3Hr- sönlichkeitim Sinne der Gesamtheit aller Persönlichkeitseigenschaften: Persönlichkeitsentwicklung haWVWDWWJHIXQGHQ³ (Asendorpf 2007, S. 316)
Persönlichkeitsentwicklung findet also nur statt, wenn sich Eigenschaftswerte einer Person ändern. Wann aber haben sich diese geändert? Um diese Frage beantworten zu können, müssen zunächst die drei unterschiedlichen Sichtweisen der Entwicklung betrachtet werden.
1.2. Die Sichtweisen der Entwicklung
In der Alltagspsychologie wird eine Person im Verlauf ihrer Entwicklung häufig mit sich selbst verglichen ± in diesem Fall wird von der individuellen Sichtweise der Entwicklung gesprochen. Vor allem Eltern halten Veränderungen ihrer Kinder (besonders in frühen Lebensphasen) schriftlich oder mit einer Videokamera fest: Am Tag ihres ersten Geburtstages konnte die Tochter dies, heute an ihrem zweiten Geburtstag bereits das.
Werden dagegen nur allgemeine Gesetzmäßigkeiten untersucht, wird die Persönlichkeitsentwicklung universell betrachtet. Die universelle Sichtweise abstrahiert im Gegensatz zur individuellen Sichtweise vom Einzelfall (Asendorpf 1988, S. 36). Diese Sichtweise beispielsweise eingenommen, wenn alle europäischen Kinder im Alter von zwei Jahren hinsichtlich eines bestimmten Persönlichkeitsmerkmals untersucht werden und anschließend eine allgemeine Tendenz daraus abgelesen wird.
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Wird jedoch die individuelle Entwicklung als Abweichung von der universellen Entwicklung betrachtet, wird von der differentiellen Sichtweise gesprochen. Persönlichkeitsunterschiede können also als Abweichung vom Durchschnitt aufgefasst werden (Asendorpf 1988, S. 45).
In der empirischen Persönlichkeitspsychologie werden unter Persönlichkeitsentwicklung meist differentielle Veränderungen verstanden.
Wird eine Versuchsperson also im Alter von fünf und zehn Jahren jeweils einem Intelligenztest unterzogen, können ± je nach Sichtweise ± verschiedene Ergebnisse hinsichtlich der Entwicklung in diesem Bereich erzielt werden. Um differentielle Veränderungen zu analysieren, werden die Testergebnisse der VP mit denen anderen Personen verglichen. Hat also der Intelligenzquotient der VP alleine betrachtet zugenommen (somit wäre die individuelle Entwicklung untersucht), im Vergleich zu anderen Personen gleichen Alters usw. abgenommen, hätte aus differentieller Sicht der IQ abgenommen. Bereits hier wird deutlich, dass Testergebnisse alleine oft wenig aussagekräftig sein können. Die verschiedenen Sichtweisen auf die Ergebnisse sind von Bedeutung. Aber wie kommt es überhaut zu Unterschieden, z. B. bei der Intelligenz? Die zentrale Frage der Persönlichkeitspsychologie im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung kann also heißen:
Wie entwickeln sich individuelle Abweichungen von der universellen Entwicklung?
2. Messung von Persönlichkeitsstabilität
Um Aussagen über die Persönlichkeitsstabilität ± und somit auch über die Persönlichkeitsentwicklung ± treffen zu können, muss die Persönlichkeitsstabilität gemessen werden.
2.1. Reteststabilität
Diese Messung kann durch den Vergleich der Ergebnisse von zeitlich aufeinander folgenden Tests geschehen. Ziel dieses Vergleichs ist es, die sog. Reteststabilität zu bestimmen.
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Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass im Gegensatz zum Konzept der Persönlichkeitsveränderung, bei dem die Richtung der Veränderung wesentlich ist, der Begriff Persönlichkeitsstabilität ungerichtet ist. Untersucht wird lediglich, ob sich ein Eigenschaftswert zwischen zwei Messungen geändert hat, nicht, wie er sich geändert hat (Asendorpf 2007, S. 318).
2.2. Die vier Prinzipien der Persönlichkeitsstabilität
Werden die Ergebnisse einer Vielzahl von Längsschnittstudien zusammengefasst, können daraus die vier Prinzipien der Stabilität von Eigenschaften abgeleitet werden.
1. Die Stabilität sinkt mit wachsendem Retestintervall (Asendorpf 2007, S. 318). Wenn ein Retestintervall beispielsweise fünf Jahre beträgt, wird die Stabilität einer bestimmten Eigenschaft niedriger ausfallen, als wenn das Intervall nur ein Jahr betragen würde. Die folgende Grafik verdeutlicht dieses Prinzip:
Bsp. Intelligenz
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Arbeit zitieren:
Sandra Drlje, 2008, Persönlichkeitsentwicklung: Einflussfaktoren und Vorhersagekraft, München, GRIN Verlag GmbH
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