Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
I. Inhaltverzeichnis
I. INHALTVERZEICHNIS II
II. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
III. LITERATURVERZEICHNIS VIII
IV. RISIKOADJUSTIERTE BEPREISUNG VON KREDITEN 1
Management Summary 1
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit 3
1.3 Begriffsbestimmungen 3
1.3.1 Kreditbegriff 3
1.3.2 Kreditrisiko 4
1.3.3 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten 5
1.3.4 Value at Risk 6
2. Die Notwendigkeit einer Risikoadjustierten Bepreisung von Krediten 9
2.1 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten auf Grund Basel II und MaRisk
9
2.2 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten aus eigenem Interesse der
Banken heraus 13
2.2.1 Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten aus ökonomischer Sicht 13
2.2.2 Risikoadjustierte Bepreisung als Instrument zur Leistungsorientierten
Vergütung (LOV) 16
3. Umsetzung und Möglichkeiten der Risikoadjustierten Bepreisung von
Krediten 18
3.1 Faktoren zur Bestimmung der Risikoprämie 18
3.2 Erwarte Verluste - Standardrisikokosten 19
3.2.1 Kredithöhe bei Ausfall (EAD) 21
Hans Schätzle II
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
3.2.1.1 Laufzeit der Kredite 21
3.2.1.2 Tilgungsmodalitäten 22
3.2.2 Ausfallquote (LGD) 22
3.2.2.1 Sicherheiten 24
3.2.2.2 Erlösquote 29
3.2.2.3 Einbringungsquote 30
3.2.2.4 Optionspreismodell 31
3.2.3 PD 32
3.2.3.1 Rating 32
3.2.3.2 Ausfallwahrscheinlichkeiten 36
3.3 Unerwartete Verluste - Eigenkapitalunterlegungskosten 38
3.3.1 Aufsichtsrechtliche Ansätze für die Eigenkapitalunterlegung 40
3.3.1.1 Standardansatz 40
3.3.1.2 Einfacher IRB-Ansatz 41
3.3.1.3 Fortgeschrittener IRB-Ansatz 42
3.3.2 Ökonomische Ansätze für die Eigenkapitalunterlegung 43
3.4 Ermittlung der Risikoprämie 43
3.4.1 Ermittlung der Standardrisikokosten 44
3.4.2 Ermittlung der Eigenkapitalunterlegungskosten 44
3.4.3 Beispiel zur Ermittlung der Risikoprämie 46
3.4.3.1 Beispiel zu Standardrisikokosten 46
3.4.3.2 Beispiel zu Eigenkapitalunterlegungskosten 47
3.4.3.3 Zusammenfassung der Komponenten Standardrisikokosten und
Eigenkapitalunterlegungskosten 51
3.5 Financial Covenants 52
3.6 Kreditportfoliomodelle 54
3.6.1 Modellierung auf Basis des Ausfallrisikos 55
3.6.2 Modellierung auf Basis des Bonitätsrisiko 56
3.6.3 Portfoliomodelle im Überblick 58
4. Problemfelder 59
4.1 Aussagekraft der ermittelten Werte 59
4.2 Durchsetzbarkeit am Markt 59
Hans Schätzle III
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
4.3 Kosten versus Nutzen 60
5. Schlussbetrachtung 60
Hans Schätzle IV
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
II. Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
Allg. allgemein
AT allgemeiner Teil
Aufl. Auflage
BaFin Bundesanstalt für Finanzdiensteistungsaufsicht
CPV Credit Portfolio View TM
bzw. beziehungsweise
d.h. das heißt
EAD Exposure at Default - ausfallbedrohter Betrag
EBIT Earning before interest and tax
EDV Elektronische Datenverarbeitung
EL Expected Loss - erwarteter Verlust
EUR Euro
Kap Kapitel
KMU kleine und mittelständische Unternehmen
Hans Schätzle V
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
KWG Kreditwesengesetz
LOV Leistungsorientierte Vergütung
LGD Loss Given Default - Verlustquote bei Ausfall
MaRisk Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Banken
PD Probabiliy of Defalt
r f risikofreier Zins
r m Rendite des Markts
RaP Risc adjusted Pricing
RAPM Risk Adjusted Performance Measurement
RORAC Return on Risk Adjusted Capital
S.
SolvV Solvabilitätsverordnung
ß i systematisches Risiko des Unternehmens
Tab. Tabelle
u. .U unter Umständen
VaR_______________________________________________ Value at Risk
Hans Schätzle VI
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
Vgl. _________________________________________________ vergleiche z. B._______________________________________________ zum Beispiel
Hans Schätzle VII
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
III. Literaturverzeichnis
Albrecht, Maurer 2005: Peter Albrecht, Raimond Maurer, Investment- und Risikomanagement, Schäffer-Poeschel Verlag, 1. Aufl. 2005, S. 122 - 123 u. 799 - 801
Baule 2004: Rainer Baule, Wertorientiertes Kreditportfoliomanagement, Berliner Wissenschafts Verlag, Band 28, Aufl.2004, S. 27, 28, 105 Becker, Gruber, Wohlert 2006: Axel Becker, Walter Gruber, Dirk Wohlert, Mindestanforderungen an das Risikomanagement in der Bankpraxis, Fritz Knapp Verlag, 1. Aufl. 2006, S. 11, 50, 281 - 288, 292 - 295, 334, 338 Becker, Kastner: Axel Becker, Arno Kastner, Aufsichtsrecht für Prüfung im Kreditgeschäft, Deutscher Sparkassen Verlag, 1. Aufl. 2007, S. 19 Behr, Güttler 2004: Patrick Behr, André Güttler, Interne und externe Ratings -Bedeutung, Entwicklung, Testverfahren, Bankakademie Verlag GmbH, 1. Aufl. 2004, S. 5, 10, 14, 17, 19, 25 - 27, 30 - 31, 40 - 41 Büschgen 1999: Hans E. Büschgen, Grundlagen des Bankmanagements, Fritz-Knapp Verlag, 2. Aufl. 1999, S. 248 - 249 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Internetseite: http://www.bafin.de/cln_042/nn_724050/DE/Unternehmen/BankenFinanzdienstl eister/Risikomanagement/risikomanagement__node.html?__nnn=true abgerufen am 25.06.2008
Deutsche Bundesbank 2003: Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, Quantitative Aspekte der Validierung, S. 65
Hans Schätzle VIII
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
Eller, Deutsch 1998: Roland Eller, Hans-Peter Deutsch, Derivate und Interne Modelle, Modernes Risikomanagement, Schäffer Poeschel Verlag, 1. Aufl. 1998, S. 205
Fligge 2007: Marcel Fligge, Abbildung und Behandlung von Sicherheiten zur Messung von Kreditrisiken, Haupt-Verlag Bern Stuttgart Wien, 1. Aufl. S. 22 -24, 30 - 31
Förster 2007: Andreas Förster, Kreditderivate und Finanzmarktstabilität, Instrumente für den Kreditrisikotransfer, VDM Verlag Dr. Müller, Aufl. 2007, S. 55
Juncker, Priewasser 2002: Dr. Klaus Juncker, Dr. Erich Priewasser, Handbuch Firmenkundengeschäft, Fritz Knapp Verlag, 2. Aufl. 2002, S. 364 - 367, 382, 390
Klement 2007: Jochen Klement, Kreditrisikohandel, Basel II und interne Märkte in Banken, Deutscher Universitäts-Verlag, 1. Aufl. 2007, S. 108, 110, 114, 116, 161, 162
Kreditwesengesetz (KWG): Bankrecht, Beck-Texte im Deutschen Taschenbuchverlag, 33. Aufl. 2005
Kümmel 1994: Axel T. Kümmel, Bewertung von Kreditinstituten nach dem Shareholder Value Ansatz, Verlag Wissenschaft & Praxis, Band 12, Aufl. 1994, S. 33, 36, 65
Lange, Schulze 2005: Thomas A. Lange, Heiko Schulze, Wertmanagement in Banken, Gabler Verlag, 1. Aufl. 2005, S. 187, 189, 191, 192, 217, 219, 225
Hans Schätzle IX
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
MaRisk: Mindestanforderung an das Risikomanangement von Banken, Anlage 1: Erläuterungen zu den MaRisk in der Fassung vom 30.10.2007, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Österreichische Finanzmarktaufsicht, Internetseite: http://www.fma.gv.at/cms/basel2/DE/einzel.html?channel=CH0272 abgerufen am 25.06.2008
Oriwol 2005: Diethard Oriwol, Kreditderivate - Wirkungsweise und Einsatz im Kreditportfoliomanagement unter Erfolgsgesichtspunkten, Berliner Wissenschafts-Verlag, 1. Aufl. 2005, S. 48 - 49, 88 - 89 Paul, Stein 2004: Prof. Dr. Stephan Paul, Dr. Stefan Stein, Brennpunkt Kreditgeschäft, Bank-Akademie-Verlag, 1. Aufl. 2004, S. 45 Paul, Stein 2002: Prof. Dr. Stephan Paul, Dr. Stefan Stein, Rating, Basel II und die Unternehmensfinanzierung, Bank-Verlag Köln, 1. Aufl. S. 45, 93 - 97 Pfingsten 2002: Prof. Dr. Andreas Pfingsten, Strategien, Strukturen und Steuerungsansätze im Kreditwesen, Münsteraner Bankentage 2000, Fritz-Knapp-Verlag, Band 8, Aufl. 2002, S. 58
Rau-Bredow 2002: Dr. Hans Rau-Bredow, Finanzbetrieb - Zeitschrift für Unternehmensfinanzierung und Finanzierungsmanagement, 3. Jahrgang, Oktober 2002, S. 607
Schierenbeck 2003: Henner Schierenbeck, Ertragsorientiertes Bankmanagement Band 1 - Grundlagen, Marktzinsmethode und Rentabilitäts-Controlling, Gabler-Verlag, 8. Aufl. 2003, S. 311, 315, 317 - 318, 320, 327 -328
Hans Schätzle X
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
Schierenbeck 2006: Henner Schierenbeck, Ertragsorientiertes Bankmanagement Band 2 - Risiko-Controlling und integrierte Rendite/Risikosteuerung, Gabler-Verlag, 8. Aufl., Nachdruck 2006, S. 15, 43, 153, 155, 171 - 174, 181 - 183
Übelhör, Warns 2004: Mathias Übelhör, Christian Warns, Grundlagen der Finanzierung, PD-Verlag, 3. Aufl. 2004, S. 16, 185 - 186, 188, 199 - 200 Varnholt 2007: Norbert T. Varnholt, Bilanzoptimierung für das Rating, Schäffer Poeschel Verlag,1. Aufl. 2007, S. 2
Wiedemann 2004: Arnd Wiedemann, Risikotriade Zins-, Kredit und operationelle Risiken, Bankakademie Verlag GmbH, 1. Aufl. 2004, S. 7, 36, 152, 222
Wimmer 2006: Konrad Wimmer, Moderne Bankkalkulation, Deutscher Sparkassenverlag, 3. Aufl. 2006, S. 328, 343, 345, 348, 353, 355, 367 - 380, 416
Weitnauer 2005: Wolfgang Weitnauer, Covenants und AGB-Kontrolle, Zeitschrift für Wirtschaftsrecht, ZIP, 2005, S. 1444, 1445 Wöhe 2002: Günter Wöhe, Einführung in die allg. BWL, Verlag Vahlen, 21. Aufl. 2002, S. 682, 683
Hans Schätzle XI
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
IV. Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
Management Summary
Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten. Der Kern der Arbeit liegt dabei in der Beschreibung und der Darstellung der Möglichkeiten zur Ermittlung der einzelnen Komponenten zur Risikoadjustierten Bepreisung. Die einzelnen Bestandteile werden dabei erläutert und es wird auf das Umsetzen von RaP 1 mittels der ermittelten Bestandteile eingegangen. Zur Verdeutlichung werden verschiedene Beispiele angeführt. Zur Ermittlung einiger Komponenten werden als Hilfsmittel Verfahren aus der Statistik und Mathematik verwendet.. Auf die Verfahren wird im Detail eingegangen falls es für die Verständlichkeit notwendig ist. Da Banken in der Regel Kreditrisiken nicht nur hinsichtlich des Einzelkredits, sondern Kreditrisiken auch in der Gesamtheit betrachten werden, häufig Kreditportfoliomodelle verwendet auf die ebenfalls eingegangen wird. Zur Abrundung der Arbeit wird ergänzend auf verschiedene Problemfelder hingewiesen. Ein Ausblick schließt die Arbeit ab.
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
Kreditinstitute 2 sind einer ganzen Palette von Risiken ausgesetzt, welche sie beherrschen müssen, um erfolgreich am Markt agieren zu können. Angesichts der dynamischen Entwicklung auf den Finanzmärkten muss moderne Regulierung ebenfalls verstärkt am Risikomanagement der Institute ansetzen. Die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) auf Basis des
1 RaP Risc Adjusted Pricing - Risikoadjustierte Bepreisung
2 Im Sinne des § 1 KWG - Die Begriffe Kreditinstitute und Banken werden sysnonym verwendet
Hans Schätzle 1
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
§ 25a des Kreditwesengesetzes (KWG) setzen genau hier an 3 . Im KWG wird vorgegeben, dass Banken angemessene interne Kontrollverfahren und geeignete Regelungen zur Steuerung und Überwachung von Risiken vorhalten müssen 4 .
Die Bankaufsicht - BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht)verstärkt die Anreize für Banken, Risiken transparenter zu machen, genauer zu messen und effizienter zu managen. Es kommt eine erhöhte Flexibilität aber auch Komplexität in die aufsichtsrechtlichen Anforderungen und zwar nicht nur in die Berechnung der Mindestkapitalanforderungen, sondern auch an das Risikocontrolling und das Risikomanagement in den Banken 5 .
Das Risikomanagement und -controlling der Banken wird komplexer und ist unter anderem entscheidend, um am Markt dauerhaft bestehen zu können. Es gilt zum Einen die Risiken zu erkennen, zum Anderen mit diesen umzugehen. Die Berücksichtigung von Risikokosten hat neben den Refinanzierungskosten und Prozesskosten erheblichen Anteil am Preis der Kredite. Die Abhängigkeit des Preises vom Risiko, also die „Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten“, soll in der vorliegenden Arbeit genauer untersucht werden. Wie bereits genannt, sind ein wesentlicher Teil der Kreditkosten die sogenannten Risikokosten. Im Verlauf der Arbeit wird auf die einzelnen Bestandteile von Kreditkosten eingegangen. Hauptaugenmerk der Arbeit soll auf den Risikokosten, die Einfluss auf den Preis eines Kredites haben, liegen. Im speziellen soll darauf eingegangen werden, wie somit eine „Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten möglich ist. Es soll herausgearbeitet werden wie die sogenannte Risikoprämie ermittelt wird und wie sie auf den Preis umgelegt werden kann.
3 Vgl. Internetseite des Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
4 Vgl. § 25a KWG
5 Vgl. Varnholt 2007, S. 2
Hans Schätzle 2
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
1.2 Aufbau und Struktur der Arbeit
Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel aufgeteilt. Im Ersten Teil wird auf die Grundlagen eingegangen und das Problem und der Aufbau der Arbeit erläutert. Dabei werden Begriffe abgegrenzt bzw. zum Verständnis erklärt. Im zweiten Teil wird auf die Notwendigkeit von risikoadjustierter Bepreisung (RaP) von Krediten eingegangen. Es soll zum Einen auf die Anforderungen durch MaRisk aus Basel II und zum Anderen auf die Anforderungen aus eigenem Interesse der Banken, also aus ökonomischer Sicht, eingegangen werden. Die Möglichkeiten zu RaP sollen im nächsten Kapitel erläutert werden. Hier wird aufgezeigt, wie das Risiko eingeschätzt bzw. erkannt oder gemessen werden kann und wie dieses Risiko auf Grund verschiedener Ansätze als Preiskomponente in den Risikokosten zum Tragen kommt. Dabei wird auf einzelnen Komponenten, welche hier zum Tragen kommen, eingegangen. Dabei werden die Bestandteile erläutert und anhand von Beispielen deren Anwendung aufgezeigt. Im vierten und fünften Teil wird auf Problemfelder hingewiesen und schließlich eine kritische Schlussbetrachtung angeführt.
1.3 Begriffsbestimmungen
1.3.1 Kreditbegriff
Der Begriff Kredit soll zur Klarheit abgegrenzt werden. Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten zur Finanzierung. Auf der einen Seite haben Unternehmen die Gelegenheit, sich selbst über Eigenfinanzierung, wie beispielsweise durch Erhöhung des Eigenkapitals oder der
Gewinnthesaurierung zu finanzieren. Beim Eigenkapital wäre eine Kapitalerhöhung durch Begebung weiterer Aktien oder auch die Hereinnahme weiterer Gesellschafter, sowie eine Stille Beteiligung oder auch Mezzanine-Kapital denkbar 6 . Eine weitere Option besteht in der Fremdfinanzierung. Hier gibt es eine ganze Reihe an Möglichkeiten zur Beschaffung des Kapitals von
6 Vgl. Übelhör, Warns, S. 16
Hans Schätzle 3
Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten
außen. Es können Anleihen, Schuldscheindarlehen begeben werden und Kredite bei Banken, Gesellschaftern oder Lieferanten, sowie der öffentlichen Hand aus Förderprogrammen, aufgenommen werden. Am
Außenfinanzierungsvolumen gemessen ist die Finanzierung durch Aktien die wichtigste. Für Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMU) sind Bankdarlehen von sehr großer Bedeutung, da sie oft keinen direkten Zugang zur Börse haben und so vom organisierten Markt für Eigenkapital in der Regel ausgeschlossen sind 7 .
In dieser Arbeit soll auf die Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten für Unternehmen von Banken eingegangen werden. Es wird nicht oder nur am Rande auf die Kreditvergabe von Banken an Privatkunden eingegangen. Ebenso spielen kurzfristige Geldanlagen in Form von Geldmarktlinien am Geldmarkt keine Rolle. Auf Anleihen, welche durch institutionelle wie unternehmerische Emittenten begeben werden, wird ebenfalls nicht bzw. nur am Rande behandelt. Es wird im Speziellen nur auf Kredite, wie Kontokorrentkredit oder Darlehen von Banken an Unternehmen eingegangen.
1.3.2 Kreditrisiko
Eine Bank geht durch ihr Agieren am Markt verschiedene Risiken ein. Eines dieser Risiken ist das Kreditrisiko. Dieses gilt es zu managen. Zusätzlich gibt es weitere Risiken wie zum Beispiel das Marktpreisrisiko oder operationelle Risiken 8 . Das Kreditrisikomanagement umfasst die Elemente Kreditentscheidung, Kreditorganisation, Kreditrevision und die
Problemkreditbetreuung, sowie in neueren Ansätzen das Management des Kreditportfolios 9 . Das Risiko steht hierbei für die Unsicherheit, ob der Kreditnehmer zahlungsfähig ist und seinen Kredit zurück bezahlen kann und ob sich seine Bonität verschlechtert. Kann der Kreditnehmer seinen Kredit nicht
7 Vgl. Wöhe 2002, S. 682 - 683
8 Vgl. MaRisk AT 2.2 Risiken
9 Vgl. MaRisk AT 4.3.2 Risikosteuerungs- und -controllingprozesse
Hans Schätzle 4
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Dipl.-Betriebswirt (FH) Hans Schätzle, 2008, Risikoadjustierte Bepreisung von Krediten - Credit Value at Risk, München, GRIN Verlag GmbH
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