Inhaltsverzeichnis
1. Zur Einführung. 2
2. Strukturalistische Konzepte des Körpers 3
2.1 Der Körper als Kapital 3
2.1.2 Soziale Klassen und das Kapital. 4
2.1.3 Das körperliche Kapital 4
2.2 Der diskursive Körper 5
2.2.1 Der Diskurs und die Macht. 5
2.3 Der Körper als Ordnungsproblem 6
2.3.1 Der Körper und die soziale Ordnung. 6
3. Der Körper als Symbol 7
3.1 Die Zwei Körper. 7
3.1.1 Körper als soziales Gebilde 8
3.1.2 Physische Wahrnehmung des Körpers 8
3.2 Das Symbol 8
3.2.1 Der Körper als natürliches Symbol. 8
3.1.2 Symbole und das Sozialsystem. 9
3.3 Die Reinheitsregel 9
3.4 Kontrollierte Unkontrollierbarkeit und metaphorische Machtmittel. 10
4. Zusammenfassung und Kritische Betrachtung. 11
5. Fazit 12
6. Literatur: 13
1
1. Zur Einführung
In dem Fachgebiet der Ethnomedizin verbinden sich verschiedenen Wissenschaftszweige miteinander. Die Medizin, die Anthropologie, die Ethnologie und die Soziologie. Um einen angemessenen Diskurs über medizinische Praktiken und Heilmethoden führen zu können, muss zunächst eine ganzheitliche Betrachtung vorgenommen werden, die Elemente aller Wissenschaftszweige berücksichtigt. 1 In diesem Fall sollen unterschiedliche Körperkonzepte, die den medizinischen Praktiken und Heilmethoden zugrunde liegen, betrachtet werden, um sie in die Forschungsperspektive mit einbeziehen zu können.
Für ein Verständnis für die verschiedenartigen Ansätze von Medizin und Heilmethoden ist es von Bedeutung anzuerkennen, dass die unterschiedlichsten Konzepte von Körper, Krankheit und Gesundheit bestehen. Bedeutende Soziologen und auch Ethnologen haben sich mit den verschiedenen Konzepten beschäftigt und immer neue Theorien dazu entwickelt. Erst ein Vergleich der Körpertheorien lässt die Unterschiede der Betrachtung des Körpers deutlich werden.
In der folgenden Arbeit sollen die verschiedenen strukturalistischen Konzepte zum Körper dargelegt und verglichen werden. Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den Überlegungen Mary Douglas` zu dem menschlichen Körper, der Körpersymbolik und der Vielschichtigkeit des Körpers die im 3. Kapitel dieser Arbeit dargelegt werden. Mary Douglas beschreibt in Ihrem Buch „Ritual, Tabu und Körpersymbolik“ die „Zwei Körper“ des Menschen. Es handelt sich zum einen um „Das Selbst“ mit dem der physische Körper des Menschen gemeint ist und zum anderen „Die Gesellschaft“, die den sozialen Körper des Menschen darstellt. Diese zwei Körper stehen in ständigem Austausch miteinander und stärken sich wechselseitig. 2 Ergänzend dazu werden im Abschnitt zwei dieser Arbeit drei weitere strukturalistisch geprägte Körperkonzepte vorgestellt. Damit soll ein Überblick geschaffen werden über bestehende Theorien und somit deutlich gemacht werden, auf wie viele verschiedene Arten der Körper in der Wissenschaft betrachtet wird. Strukturalistische Theorien fragen immer nach dem Einfluss der Gesellschaft auf etwas. Diese Frage liegt auch den strukturalistischen Körperkonzepten
1 Vgl. Schroer S. 12
2
zugrunde. Es geht darum wie die Gesellschaft den Körper, beziehungsweise die Körper, beeinflusst.
Ziel dieser Arbeit ist es diese verschiedene strukturalistische Konzepte vergleichend zu untersuchen und kritisch zu durchleuchten sowie offen gebliebene Fragen und Probleme der Konzepte zusammen zu fassen. Es sollen Schwächen und Stärken der Theorien hervorgehoben werden. Der Leitgedanke und somit auch die Fragestellung der Arbeit liegt in der Überlegung, wie Gesellschaft den Körper beeinflusst und formt oder formt und beeinflusst der menschliche Körper die Gesellschaft?
2. Strukturalistische Konzepte des Körpers
Zur Konzeption des Körpers gibt es eine Vielzahl von Theorien und wissenschaftlichen Arbeiten. Um einen Eindruck von der Variation der Konzepte vermitteln zu können werden im folgenden Abschnitt die Körpertheorien dreier bedeutender Wissenschaftler dargestellt: Pierre Bourdieu, Michel Foucault und Bryan S. Turner. Die Auswahl der Autoren macht deutlich, dass aus den verschiedenen Theoriekonzepten, die bestehen, die einschlägigsten Theoretiker des Strukturalismus gewählt wurden. Da auch Mary Douglas sich mit ihrem Konzept mit dem Einfluss der Gesellschaft auf den individuellen Körper beschäftigt erscheint diese Auswahl am sinnvollsten.
2.1 Der Körper als Kapital
Pierre Bourdieu 3 richtet seinen Fokus auf den Körper im Kontext der modernen Gesellschaften. Durch eine Klassenanalyse, die er in Frankreich während der 1960er und 1970er Jahre vorgenommen hatte, wurde er bekannt durch seine Aufteilung des menschlichen Kapitals in die drei Kapitalarten. In seiner Theorie zum Körper des Menschen fügt er dem (1) ökonomischen, (2) kulturellen und (3) sozialen Kapital das körperliche Kapital hinzu. 4
2 Vgl Douglas S. 99-123
3 Vgl. Gugutzer Kap. 2.1(S.66-74)
4 Vgl. Gugutzer S. 67-68
3
2.1.2 Soziale Klassen und das Kapital
Eine Gruppe von Menschen definiert sich als soziale Klasse nun laut Bourdieu anhand von Ähnlichkeiten, die in ähnlichen Lebensbedingungen, dem Habitus sowie den Praktiken und dem Lebensstil bestehen. Drei Merkmale seien es, an denen man eine soziale Klasse bestimmen kann: dem Volumen und der Struktur des Kapitals und anhand der zeitlichen Entwicklung des Kapitals. 5
Kapital sei dem Sinn nach mit Macht gleichzusetzen. Es handele sich dabei um akkumulierte Arbeit, die sowohl materiell als auch inkorporiert vorliegen kann. Auf den Körper bezogen bedeutet das, dass der Wert - und somit die Macht - des Körpers steige, je mehr und je intensiver in diesen Arbeit, Zeit und Geld investiert werde.
2.1.3 Das körperliche Kapital
In dem 1979 erschienen Werk „Die feinen Unterschiede. Kritik der
gesellschaftlichen Urteilskraft.“ Beschäftigte sich Bourdieu neben den drei Kapitalarten außerdem mit einer vierten Kapitalart: dem körperlichen Kapital. Spricht man vom Körper als Kapital, so sind damit die Möglichkeiten gemeint soziale Gewinne wie Anerkennung, Ansehen, materiellen und immateriellen Erfolg durch den Einsatz des Körpers an sich zu erzielen. 6 Körperliches Kapital zeichnet sich dadurch aus, dass es einerseits einen Eigenwert besitzt und andererseits in andere Kapitalarten umwandelbar ist. Die Gemeinsamkeiten des körperlichen Kapitals mit den anderen drei Kapitalarten bestehen darin, dass 1. in den Körper Arbeit investiert werden kann um eine Wertsteigerung zu erlangen und 2. der Körper als Machtmittel genutzt werden kann. Letzteres zeigt sich besonders im Mann - Frau Verhältnis, sowie im Erwachsenen - Kind Verhältnis. In drei Punkten unterscheidet sich das körperliche Kapital allerdings grundlegend von den drei oben genannten Kapitalarten. Es besitzt 1. keinen Warencharakter, wie es bei den anderen Kapitalarten der Fall ist und 2. ist der Wert des Körpers variabel und zudem wandelbar und 3. ist der Wert des Körpers vom besitzenden Individuum abhängig.
5 Vgl. Gugutzer S. 67
6 Vgl. Gugutzer S. 68
4
Arbeit zitieren:
Beate Jaschik, 2007, Beeinflusst die Gesellschaft den Körper oder der Körper die Gesellschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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