Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Grundannahmen zum 4C/ID-Modell 3
3. Anwendung des 4C/ID-Modells: Entwurf für einen Lehrplan 4
3.1 Erarbeitung einer Fertigkeitshierarchie. 4
3.2 Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen 7
3.3 Drei Lernaufgaben 10
3.4 Unterstützende Informationen und JIT-Informationen 13
4. Weitere Betrachtung des 4C/ID-Modells. 15
4.1 Lerntheoretische Überlegungen und Aspekte des Situierten Lernens 15
4.2 Didaktische Szenarien zur Integration des 4C/ID- Modells 16
4.3 Medien zur Unterstützung des Blueprints-Anwendungsbeispiele 17
5. Zusammenfassung und Fazit. 19
6. Anhang 20
6.1 Abbildung vom 4C/ID-Modell. 20
6.2 Literaturverzeichnis. 21
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1. Einleitung
Gesundheitsförderung dient der Verbesserung und dem Erhalt der Gesundheit durch eine Verhaltensänderung auf Seiten der Individuen. Zwar ist das Wissen über ge-sundheitliche Zusammenhänge heute schon viel umfangreicher als noch vor 50 Jahren, doch oft resultiert daraus nicht das entsprechende Verhalten. Immer noch steht der Genuss vor gesunder Ernährung, Sport wird kaum getrieben, Stress wird einfach ignoriert und die Gefahren der Sexualität häufig zu spät erkannt. Zudem unterliegen viele Menschen einer Sucht nach Tabak, Alkohol, Medikamenten oder Drogen. Ge-sundheitsförderung ist ein Mittel diese Gefahren zu vermeiden, was zudem die Nachfolgekosten im Gesundheitswesen verringert. Diverse Vereine und Institute widmen sich der Gesundheitsförderung, indem sie Gesundheitsförderungsprogramme entwickeln und bekannt machen. Ein Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitsförderung sollte unter anderem solche Programme entwickeln, einsetzen und auch evaluieren können. (IfG Köln) Der große Bedarf an Fachkräften in diesem Bereich ist anhand der vorhergehenden Ausführungen leicht nachvollziehbar. Ziel dieser Arbeit ist es nun, einen Lehrplanentwurf für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitsförderung auf Grundlage des 4C/ID- Modells zu entwerfen. Der Berufsanfänger muss erlernen, wie Gesundheitsförderungsprogramme in verschiedenen Kontexten entwickelt, durchgeführt und bewertet werden. Zu Beginn der Arbeit werden die Hauptthesen des 4C/ID- Modells vorgestellt. Im Anschluss daran werden im praktischen Teil der Arbeit eine Fertigkeitshierarchie erstellt, vereinfachende Annahmen und Lernaufgaben formuliert sowie Beispiele von unterstützenden Informationen und Just-in-Time (JIT) Informationen gegeben. Im theoretischen Teil der Arbeit werden einige lerntheoretische Überlegungen angestellt und didaktische Szenarien vorgestellt, die sich zur Integration des 4C/ID-Modells eignen. Abschließend werden Medien zur Unterstützung des Lehrplanentwurfs eingeführt. In einer Zusammenfassung wird ein kurzer Überblick über die Arbeit gegeben.
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2. Grundannahmen zum 4C/ID-Modell
Das Vier- Komponenten- Instruktionsdesign- Modell (kurz 4C/ID-Modell) orientiert sich an Swellers kognitiver Belastungstheorie (Cognitive Load Theory). (Van Merriënboer, Kirschner, Kester 2003, S. 18) Der Lernprozess ist demnach mit extrinsischer, intrinsischer und lernbezogener kognitiver Belastung verbunden. Um eine Überlastung des Arbeitsspeichers zu verhindern und ein erfolgreiches Lernen zu gewährleisten, müssen die Belastungen bei der Gestaltung von Lernumgebungen möglichst gering gehalten werden. (Höffler 2008, S. 13f.)
Das 4C/ID- Modell wurde in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts von van Merriënboer entwickelt und wurde zum international wichtigsten Modell für das Trainieren von komplexen kognitiven Fertigkeiten. (Van Merriënboer, Clark, de Croock 2002, S. 39) In 10 Schritten zum komplexen Lernen werden die Lernenden bei der Integration von Kenntnissen, Fertigkeiten und Einstellungen unterstützt. Die vier Komponenten sind: 1. Lernaufgaben, 2. unterstützende Informationen, 3. JIT-Informationen und 4. Üben von Teilaufgaben. (Bastiaens, Deimann, Schrader, Orth 2008, S. 92) Die Lernaufgaben bilden das Gerüst der Ausbildung. Sie sind konkrete, authentische und ganzheitliche Aufgaben zum Aufbau kognitiver Schemata und in sogenannten Aufgabenklassen organisiert. Innerhalb der Aufgabenklassen wird das Prinzip des Scaffolding angewandt und auf eine hohe Variabilität der Lernaufgaben geachtet, um den Transfer des Gelernten sicherzustellen. (Bastiaens, S. 3f.) Unterstützende Informationen schlagen eine Brücke zwischen vorhandenen Kenntnissen und neuen Inhalten und sind relevant für die Ausübung von nicht-wiederkehrenden Fertigkeiten. Ein kognitives Feedback zur Qualität der Ausübung ist integriert. (Bastiaens, S. 3f.)
JIT-Informationen sind relevant für die Ausübung von wiederkehrenden Fertigkeiten. Sie werden gegeben, wenn der Lernende die Brauchbarkeit der Informationen erkennt und sie enthalten eine korrigierende Rückmeldung. (Bastiaens, S. 3f.) Üben von Teilaufgaben gibt die Möglichkeit der praktischen Übung von Routinefertigkeiten, für die ein hohes Maß an Automatisierung erreicht werden soll. (Bastiaens, S. 3f.)
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3. Anwendung des 4C/ID-Modells: Entwurf für einen Lehrplan 3.1 Erarbeitung einer Fertigkeitshierarchie
Eine Fertigkeitshierarchie ist ein strukturelles Modell einer komplexen kognitiven Fertigkeit. Die komplexe Fertigkeit eines Experten wird in ihre konstituierenden Teile zerlegt und diese werden dann als wiederkehrend oder nicht- wiederkehrend klassifiziert. (Bastiaens, Deimann, Schrader, Orth 2008, S. 94) Dabei geht es immer um Fertigkeiten, nicht um Inhalte. Innerhalb der Hierarchie gibt es horizontale und vertikale Relationen. Die horizontalen Relationen zeigen von links nach rechts gelesen den temporären Ablauf der komplexen Fertigkeit. Die vertikalen Relationen zeigen von unten nach oben gelesen die Voraussetzungen, denn „constituent skills lower in the hierarchy enable the performance of skills higher in the hierarchy“. (Van Merriënboer, Clark, de Croock 2002, S. 41)
Im Folgenden wird nun die Fertigkeitshierarchie für einen Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitsförderung entwickelt und erläutert. Ziel der Ausbildung ist es, die Ausgangssituation analysieren sowie Gesundheitsförderungsprogramme erstellen, einsetzen und evaluieren zu können. (obere Hierarchieebene, horizontale Relation)
Um Gesundheitsförderungsprogramme entwickeln zu können, müssen zunächst die Ziele identifiziert und die Zielgruppe eingegrenzt werden. Im Anschluss daran wird eine Konzeption für das Programm erstellt, um danach konkrete Maßnahmen zu planen. (zweite Hierarchieebene, horizontale Relation)
Die Konzeption wird ebenfalls in mehreren Schritten erstellt. Zu Beginn wird ein Thema festgelegt. Danach werden Maßnahmen zur Zielerreichung entwickelt und zum Schluss Material erstellt. (dritte Hierarchieebene, horizontale Relation) Wie bereits erwähnt zeigen die vertikalen Relationen von unten nach oben gelesen die Voraussetzungen für die komplexe Fertigkeit. Der Bildungswissenschaftler muss die Präsentationsform der Medien auswählen, um Informationen zum Programm geben zu können, um wiederum beraten und betreuen zu können. (Strang Durchführen, vertikale Relation)
Die beidseitigen Pfeile in der Hierarchie zeigen an, dass verschiedene Fertigkeiten unter Umständen im Wechsel oder gleichzeitig ausgeübt werden. Das heißt im
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konkreten Fall, dass man beim Geben von Informationen immer auch gleichzeitig Gespräche führt. (Strang Durchführen, dritte Hierarchieebene) Die mit einem „*“ gekennzeichneten Felder enthalten die nicht- wiederkehrenden Fertigkeiten, die Felder ohne „*“ bezeichnen die wiederkehrenden Fertigkeiten. Demnach ist das Schreiben eines Berichtes eine wiederkehrende und das Entwickeln von Maßnahmen zur Zielerreichung eine nicht- wiederkehrende Fertigkeit. In der beispielhaft vorgestellten Weise ist die gesamte Hierarchie in Abbildung 1 zu lesen (immer von unten nach oben und von links nach rechts).
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Arbeit zitieren:
Christin R. Müller, 2009, Das 4CID-Modell: Blueprint für einen Lehrplan für Bildungswissenschaftler im Bereich der Gesundheitserziehung und -förderung, München, GRIN Verlag GmbH
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