Facharbeit Wirtschaft/Recht: Die US-Immobilienkrise Verfasser: Lukas Brückner
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Die Entstehung der US-Immobilienkrise und der
Finanzkrise 3
2.1 Die Immobilienblase in Amerika 3
2.2 Von der Immobilienkrise zur globalen Finanzkrise 6
3 Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die
Weltwirtschaft 8
3.1 Finanzinstitute im Strudel der Hypothekenkrise 9
3.2 Weltwirtschaftskrise? 18
4 Reaktionen auf die Krise 23
Anhang 25
Titelgrafik: Leicht veränderte Darstellung von:
http://www.ritholtz.com/blog/2008/12/hedgie-xmas-card/
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Facharbeit Wirtschaft/Recht: Die US-Immobilienkrise Verfasser: Lukas Brückner
1 Einleitung
„Notleidende Banken“ - so heißt das Unwort des Jahres 2008. Entscheidend für die Wahl sei dabei gewesen, dass hier der vermeintliche Täter zum Opfer sterilisiert wurde 1 . Ob das gerechtfertigt ist oder nicht, sei dahingestellt. Eines ist auf jeden Fall sicher: Die Krise ist in aller Munde. Viele Ökonomen 2 sprechen gar von der schlimmsten Krise seit der Großen Depression von 1929, die tief greifende Veränderungen des internationalen Finanzsystems nach sich zog 3 . Selbst Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank, glaubte plötzlich nicht mehr an die Selbstheilungskräfte der Märkte und rief nach staatlicher Hilfe 4 .
Eine systemische Krise hatte die Finanzwelt erwischt, die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg 5 . Wie konnte das passieren? Und was bedeutet das für die Realwirtschaft? Werden wir in eine Rezession rutschen oder sind wir das bereits? Mit diesen Fragen beschäftigt sich diese Facharbeit, wobei ich im wesentlichen die Ereignisse bis einschließlich Ende 2008 betrachtet werden.
Bevor man sich mit den Auswirkungen beschäftigen kann, muss man verstehen, wie es überhaupt zu der Krise kommen konnte. Dies wird im nächsten Kapitel dieser Facharbeit erarbeitet. Zunächst wird die Entstehung der US-Immobilienkrise beleuchtet und anschließend der Frage nachgegangen, warum und wie diese nationale Krise der USA auf die gesamte Welt übergreifen konnte.
Im dritten Teil werden die Folgen der Krise aufgezeigt. Zunächst wird die Bankenkrise an-hand ausgewählter Beispiele, sowie die Auswirkungen auf den Interbankenmarkt geschildert. Kapitel 3.2 handelt im Anschluss von den realwirtschaftlichen Konsequenzen und der Entwicklung an den Börsen.
Der Abschluss bildet eine Einschätzung der Reaktionen der Politik auf die Krise.
2 Die Entstehung der US-Immobilienkrise und der Finanzkrise
An der aktuellen Krise lässt sich eines gut erkennen: Unser Wirtschafts- und Finanzsystem ist heutzutage so globalisiert und kompliziert, dass es immer viele Faktoren sind, die zu einem Ergebnis beitragen. Denn die US-Immobilienkrise und anschließende Finanzkrise ist keineswegs durch ein Versehen eines einzelnen Entscheidungsträgers ausgelöst worden, sondern vielmehr Symptom von über längere Zeiträume aufgebauten Spannungen, die von zahlreichen Entscheidungen und Entwicklungen beeinflusst wurden.
2.1 Die Immobilienblase in Amerika
Der direkte Auslöser der US-Immobilienkrise war das Platzen der Immobilienblase in den USA. Versucht man die Entstehung zu vereinfachen, so scheint der wichtigste Einzelgrund für das Entstehen der Subprime-Krise 6 die Niedrigzinspolitik der amerikanischen Zentralbank, Federal Reserve System (Fed), zu sein 7 . Ursache dafür waren Befürchtungen von negativen wirtschaftlichen Auswirkungen nach einem herben Doppelschlag auf ihre Wirtschaft: Das Platzen der DotCom-Blase (auch New Economy Boom) 2000 und die Anschläge vom 11. September 2001 schwächten
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die amerikanische Wirtschaft. Deswegen senkte die amerikanische Notenbank die Leitzinsen von Anfang 2001 bis Mitte 2003 insgesamt 13 mal, von 6,5% auf 1,0% 8 , um die Wirtschaft anzukurbeln und einer möglichen Deflation entgegenzuwirken 9 . Somit lässt sich die jetzige Krise auch als Folge der vorherigen Ereignisse sehen.
Allerdings waren die Deflationsängste nicht in vollem Umfang gerechtfertigt, denn die Inflation in dieser Zeit wurde zu niedrig angenommen 10 . Im so genannten PCE, personal consumption expenditures price index, dem bevorzugten Warenkorb der Federal Reserve zur Messung der core inflation, sind kein Lebensmittel und Energiepreise vorhanden, da diese zu stark schwanken 11 . Ebenso fehlen Vermögensgüter wie Aktien und Immobilien, sodass der dramatische Anstieg der Häuserpreise sich auch nicht in der Inflation wiederfand 12 . Das führte zu einer fehlerhaften Geldpolitik der Notenbank. Der Leitzins wurde zu stark gesenkt und zu lange auf diesem Niveau gehalten wurde und somit eine lockere Kreditvergabe förderte 13 . Und Kredit gehört für den Amerikaner zum täglichen Leben. Die wohl extremste Konsumgesellschaft der Welt, USA, diente jahrelang als consumer of last resort 14 und importierte viel mehr als sie exportierte 15 . Allerdings konnten sich die wenigsten amerikanischen Haushalte diesen Le-bensstandard leisten, stattdessen nahmen sie vermehrt Kredite auf, um ihre Kaufwut zu besänftigen. Gerade in der Zeit um 2003 herum erschien es rational einen Kredit aufzunehmen: Die Zinsen waren so tief gesunken; teilweise lag der Leitzins unter der Inflationsrate 16 . So ist auch seit den 1980er Jahren die Sparquote kontinuierlich gesunken, während gleichzeitig die Schuldenlast gestiegen ist 17 . Lag die Sparquote davor auch schon unter internationalem Niveau, so erreichte sie Anfang des neuen Jahrtausends letztendlich ihren Tiefstand und war bei rund 1% angelangt, teilweise schwappte sie sogar ins negative 18 . Folglich war auch das Kerngeschäft amerikanischer Sparkassen gefährdet, denn ohne Sparen kein Kapital und kein Gewinn. Also konzentrierte sich die Bankenlandschaft in den USA immer stärker auf die Vergabe von Krediten, ein Teufelskreis. Es war eine Besonderheit am amerikanischem Immobilienmarkt vorhanden, die diese Expansion förderte: das Umfinanzieren. Hypothekenschuldner können ihre Hypothek frühzeitig kündigen und stattdessen eine womöglich bessere Hypothek aufnehmen - solange die Bank mitspielt. Das ermöglichte eine krasse Konsumakkumulation, denn durch den stetigen Anstieg der Häuserpreise konnten die Schuldner durch Umschuldung oder home equity extraction die Differenz der Hypothek und des aktuellen Wertes des Hauses in Cash ausgezahlt bekommen. So stand Geld für die Tilgung eines anderen Kredits bzw. Schulden und auch einfach für noch mehr Konsum bereit.
Aber zurück zum Boom am Immobilienmarkt. Billige Kredite kombiniert mit steigenden Preisen erwies sich schnell als Triebkraft am Häusermarkt. Immer mehr Häuser wurden gebaut und immer mehr Häuser wurden gekauft. Die Nachfrage stieg und somit auch die Preise. Der Traum vom eigenen Heim erfüllte sich mit einer Quote von 69,2% 19 und der American dream schien für viele in greifbare Nähe gerückt zu sein. Nicht zuletzt gewann die Immobilie Spekulationscharakter, denn nach dem Einsturz der Aktienmärkte nach dem New Economy Boom flüchteten immer mehr Anleger in das scheinbar viel rentablere Immobiliengeschäft, was
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die Blase weiter aufheizte.
Der Traum vom Eigenheim wurde auch von der Regierung gefördert. Mit dem Community Reinvestment Act von 1977 wurden Anreize für Banken und Bausparkassen geschaffen, Kredite an weniger kreditwürdige Haushalte zu vergeben. Durch das amerikanische Hypothekensystem mit den beiden mittlerweile wieder staatlichen (government sponsored enterprises, GSE) Unternehmen Fannie Mae und Freddie Mac blieb für private Banken lediglich ein begrenzter Teil des Prime-Marktes übrig. Denn die GSEs durften per Gesetz nur solche Hypotheken aufkaufen, die gewisse Mindeststandards erfüllen. Dazu gehörte, dass der Schuldner einen gewissen Anteil an Kapital selber vorweisen muss, eine relativ gute Bonität aufweisen muss und die Kreditsumme einen gewissen Wert nicht übersteigt 20 . Damit war für viele private Kreditinstitute die Notwendigkeit da, sich auf bonitätsschwache Schuldner zu konzentrieren. Immer höhere Forderungen der Regierungen wurden auch mit der Zeit durchgesetzt, sodass auch Fannie und Freddie schließlich in den Subprime-Markt einstiegen und das Geschäftsvolumen erhöhten 21 .
Aber erst nach 2003 gewann dieser Sektor wirklich an Bedeutung. Der Kreditanteil zwischen 2001 und 2003 des Subprime-Geschäfts lag etwas unter 10% 22 , der infolge von wenigen Prime-Refinanzierungen und leicht gestiegenen Zinsen 23 nun an Bedeutung gewann. Mit der Erwartung, die Häuserpreise würden weiter ansteigen wie bisher, wurde der Hypothekenmarkt nun ein äußerst rentables Geschäft: Subprime-Schuldner besitzen eine höhere Ausfallquote, sodass sie mehr Zinsen zahlen, versprechen somit mehr Gewinn für die Bank. Im schlimmsten Fall, wenn der Schuldner zahlungsunfähig wird, verkauft man einfach das Haus und kassiert die Gewinnsteigerung ein. So lief das ganze Geschäft lange gut und hatte zwischen 2004 und 2006 einen Kreditanteil von ca. 2o% 22 . Die Erstarkung des Subprime-Marktes führte allerdings auch dazu, dass immer
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laxere Standards bei der Verteilung von Krediten umgesetzt wurden. Schließlich vergab man so genannte Ninja-Kredite (no income, no job, no assets) 23 und verlangte teilweise gar keine Absicherungen mehr. Man lockte Kunden mit Teaser-Rates, die anfangs niedrig, später aber stark anstiegen. Beruhigt wurden sie damit, sie könnten später einfach wieder neu refinanzieren und die Wertsteigerung einstecken. Bis März 2007 belief sich der Wert der Subprime-Hypotheken auf 1,3 Billionen US-Dollar 24 .
2.2 Von der Immobilienkrise zur globalen Finanzkrise
Ergänzend noch eine zweite Entwicklung beleuchtet werden, die ungefähr gleichzeitig verlief und letztendlich für die internationale Verknüpfung „verantwortlich“ ist: die Veränderungen am Kreditmarkt 25 . Ohne diese hätten auch niemals so viele Kredite vergeben werden können. Das erreichte man über die sogenannte Verbriefung.
Das Instrument der Verbriefung hat in den USA schon lange Tradition, seit Fannie Maes Gründung 1938. Die Anleihen des GSE waren dabei kaum riskanter als US-Staatsanleihen, warfen dagegen eine etwas bessere Rendite ab 26 . Das war auch weniger ein Problem, denn die Hypotheken, die hinter den MBS, den mortgage backed securities 27 standen, waren ja von hoher Qualität und hatten Ausfallraten von 1% 28 . Damit war vornehmlich nur das Risiko der frühzeitigen Tilgung zu berücksichtigen.
In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts begann dann die Blütezeit der Finanzinnovationen 29 . Durch neue Fortschritte in der Informationstechnologie und der Finanzmathematik war es nun erstmal möglich, auch Hypotheken von Schuldnern mit schlechter Bonität zu verbriefen. Das war vorher nicht realisierbar, da man die Risiken nicht strukturieren konnte. Subprime-Schuldner sind nämlich mehr Risiken ausgesetzt 30 . Nun hatte man aber scheinbar Modelle gefunden, mit denen man diese komplexen Strukturen der Kredite zusammenfassen und die Risiken berechnen konnte. Mathematische Modelle berechneten nun den Preis solcher Anleihen, ein sogenanntes mark-to-model Konzept, im Gegensatz zum mark-to-market Methode, an dem der Preis sich über den Markt bildet.
Um diese Anleihen zu generieren, gründeten Banken zunehmend Zweckgesellschaften 31 (auch Special Purpose Vehicle, SPV genannt), um dorthin Hypotheken auszulagern. Diese fassten viele dieser Hypotheken zusammen und generierten daraus eben solche MBS, die an Investoren verkauft wurden. Solche Gesellschaften gab es zwar auch schon davor, aber nur in einem kleineren Ausmaß 32 , da sich vorher keine Investoren für solche Papiere fanden. Und durch die Auslagerung konnten sie bequem die Basel I Vorschriften umgehen, die von den Banken eine 8%ige EK-Sicherung der Aktiva verlangt. Damit war wieder Platz für neue Kredite. Zudem wurden aus den Hypotheken von Schuldnern mit schlechter Bonität auch Wertpapiere mit guten Ratings geschaffen. Das war zum einen möglich, da man davon ausging, wenn man nur eine ausreichend große Anzahl an Hypotheken nimmt (Risikostreuung), den Pool möglichst auch noch größer lässt, als man Anleihen produziert (Überkapitalisierung), verringert sich das Ausfallrisiko für den Einzelnen. Aber es geht noch komplizierter und es wurden Anleihen mit den
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besten Ratings produziert.
Das erscheint paradox: Aus riskanten Krediten werden Anleihen, die so sicher wie Staatsanleihen sind, produziert? Praktisch lief das so: Eine Zweckgesellschaft (jetzt Structured Investment Vehicle, SIV genannt) kauft einen Pool an langfristigen MBS. Um sich zu finanzieren, vergibt sie CDOs oder collaterized debt obligations, kurzfristige Schuldverschreibungen. Diese teilt man in drei Tranchen, die Senior-, Mezzanine- und Junior- oder Equity-Tranche. Die Junior-Tranche bekommt bei einem Ausfall als erste kein Geld, die Zahlungen an die Senior-Tranche werden erst ausgesetzt, wenn beide niedrigeren Tranchen voll ausgefallen sind. Folglich ist also die Senior-Tranche am sichersten. Jetzt kann man das ganze Paket noch mit einem CDS (credit default swap) versichern. Durch diese Besicherungen haben die Ratingagenturen vielen Senior-Tranchen ihren besten Stempel gegeben, das Triple-A.
Verschiedene CDS konnte man nun wieder in einen Pool zusammenfassen und an Investoren verkaufen, sogenannte synthetische CDOs. Wenn eine Zweckgesellschaft in solche Derivate investiert, sich über den Geldmarkt 33 jedoch finanziert, spricht man von Conduits 34 . Man erkennt schon, es gibt reichlich komplizierte Instrumente, die sich immer weiter vom eigentlichen Kredit entfernen 35 . Man wollte damit die Risiken streuen, dabei wurden diese lediglich verschleiert und verlagert, wie sich später zeigte.
Solche Anleihen lockten Scharen an Investoren an. Es war anscheinend wieder möglich, viel Geld ohne viel Arbeit zu gewinnen. Hedge-Fonds, Investmentbanken aber auch eigentlich risikoscheue Anleger wie Pensionsfonds oder deutsche Landesbanken investierten schließlich in die vermeintlich sicheren Anleihen, die eine gewisse Extrarendite versprachen. Nach dem DotCom-Crash waren nicht nur Privatanleger aus dem Aktienmarkt geflüchtet. Auch professionelle Investoren suchten nach neuen Anlagemöglichkeiten. Da bot sich der Kreditmarkt - wo es eben diese hypothekenbesicherte Wertpapiere gab - als wahre Schatzgrube an. Denn hier gab es alles: Von riskanten Produkte mit riesigen Renditen bis zu scheinbar todsicheren Anleihen mit immer noch recht guten Renditen. Und so fanden sich genug Investoren für MBS und Derivate. Nicht zuletzt gab es eine hohe Aktivität von Auslandsinvestoren, verursacht von dem großen Handelsbilanzdefizit der Amerikaner 36 .
Allerdings gab es ein Problem: Man wusste nicht wirklich, wie hoch die Risiken waren. Zwar hatte man „tolle“ mathematische Modelle gefunden, die anscheinend die Risiken beziffern konnten, doch das erwies sich als Trugschluss. Modelle sind meistens nicht so realitätsnah, als dass man sich allein auf sie verlassen könnte. Solange der Markt florierte lief alles gut. Doch das Modell beinhaltete nicht psychologische Effekte, wie die Massenflucht, die am Finanzmarkt, insbesondere bei einer Blase, eine durchaus große Rolle spielen. Die Randwahrscheinlichkeiten erwiesen sich als viel zu niedrig - man hatte wohl Korrelationen nicht genügend eingerechnet. Es stellte sich heraus, dass die Risiken eigentlich als viel zu niedrig eingeschätzt wurden. Kein Wunder bei der großen Entfernung vom Kredit zur Anleihe. Da half auch die Überkapitlisierung oder die Versicherung nicht. Denn die Versicherungen arbeiteten ja mit den gleichen Model-
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len und hatten eigentlich zu wenig Kapital zurückgelegt, um alles versichern zu können. Irgendwann akzeptierten die Markteilnehmer dann die künstlichen Preise nicht mehr. Hohe Renditen bedeuten eigentlich immer auch höhere Risiken. Das wurde anscheinend vergessen. Und was man nicht versteht, in das sollte man auch nicht investieren. Meint zumindest der Milliardär und berühmter Großinvestor Warren Buffet. Die neuen Derivate nannte er „Massenvernichtungswaffen der Finanzmärkte“ 37 .
3 Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Weltwirtschaft
Nach knapp sechs Jahren Häuserboom war auch der amerikanische Häusermarkt übersättigt und so fingen die Preise 2006 an zu stagnieren, bis sie 2007 schließlich fielen. Nun hatten viele Schuldner ein Problem. Sie konnten nicht mehr einfach ihre Hypothek umfinanzieren. Ab 2003 stieg dann auch die Zinsbelastung 38 und damit kam für viele Subprime-Schuldner das nächste Problem. Sie hatten nämlich keine Festzinshypothek aufgenommen, sondern eine ARM, adjustable rate mortgage und musst nun auch mehr Zinsen zahlen. Da gut 80% aller Hypotheken im Subprime-Segment variable Zinssätze hatten 39 , stieg die Ausfallrate in diesem Segment plötzlich stark an und auch Banken gerieten in Schwierigkeiten.
So konnten immer weniger Hypotheken zurückgezahlt werden und die Zwangsversteigerungsrate stieg stark 40 . Eine Studie des Center for Responsible Lending, die Ende 2006 vorgelegt wurde, prognostizierte, dass gut ein Viertel der Subprime-Kredite nicht zurückgezahlt werden können 41 .
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3.1 Finanzinstitute im Strudel der Hypothekenkrise
Aufgrund der steigenden Ausfallrate gerieten ab der zweiten Hälfte 2006 zunehmend Hypothekenbanken und -geber in Zahlungsschwierigkeiten 42 .
Die erste Gewinnwarnung einer großen Bank erfolgte dann auch am 8. Februar 2007. Ausgerechnet die britische HSBC (Hongkong and Shanghai Banking Corporation) meldete als erste Großbank Abschreibungen in Höhe von fast $2 Mrd. Das war die erste Gewinnwarnung in der Geschichte der HSBC 43 .
Auch die Ratingagenturen 44 wurden nun misstrauisch und stuften etliche Papiere, die mit Subprime-Hypotheken besichert waren, herab oder setzten diese auf ihre Watchlist. Als erstes Standards & Poor's am 14. Februar - damals aber lediglich bereits niedrig eingestufte Bonds 43 . Im April musste der zweitgrößte US-Hypothekengeber, New Century Financial, Insolvenz anmelden. Diesem Kollaps in der US-Hypothekenbranche folgten schnell weitere. Bis Mai waren es gut zwei dutzend mehr 45 .
Doch diese Nachrichten beeindruckten damals nur wenige und so erfreuten sich die Finanzmärkte nach einem kurzfristigen Einbruch im März weiter über steigende Aktivität. Die Lage war allerdings alles andere als sicher und es folgten am 15. Juni weitere Herabstufungen, diesmal von Moody's 45 .
Daraufhin geriet Bear Stearns, einer der größten Investmentbanken, in eine Schieflage: Zwei seiner Hedge-Fonds standen vor der Pleite und konnten nur mithilfe Milliarden schwerer Kredite gerettet werden. Mit $3,6 Mrd. war dies laut Bloomberg die größte Rettungsaktion eines Hedge-Fonds seit dem Zusammenbruch von LTCM 1998 46 .
Ende Juli 2007 hatte die Krise dann auch ganz offiziell das europäische Festland erreicht. Die IKB Deutsche Industriebank hatte mit ihrem SIV Rhineland Funding kräftig im Kreditmarkt mitgemischt und stand nun vor Zahlungsschwierigkeiten. Mithilfe von staatlichen und privaten Geldern wurde diese doch vorerst vor dem Kollaps bewahrt. Die Verunsicherung an den Märkten erhöhte sich spürbar, worunter die SachsenLB litt. Sie hatten praktisch das gleiche Spiel mit den Subprime-Produkten mitgemacht und wurde daraufhin am 26. August von der baden-württembergischen Landesbank zum 1. Januar 2008 übernommen. Damit waren die ersten Opfer nicht nur spekulativen Hedge-Fonds, sondern auch eher konservative Finanzinstitute.
Weltweit verschärfte sich Anfang August 2007 dann die Lage vieler ABCP-Conduits. Es wurden verstärkt Notfall-Optionen getätigt, um Finanzierungsprobleme zu beheben 47 , da Investoren nun vorsichtiger wurden. Dass solche Optionen genutzt wurden, war insofern erstaunlich, als dass diese schlechte Konditionen beinhalteten. Dies zeigte deutlich, wie angespannt die Lage an den Finanzmärkten war.
Daraufhin ließ am 9. August der Interbankenmarkt nach. Die Banken liehen sich unterein-ander keine Geld mehr, denn sie mussten selber Belastungen durch eigene SIVs befürchten und wollten ihre Liquidität nicht gefährden 48 . Das hatte zur Folge, dass der Risiko-Spread 49 die 100 Punktemarke überstieg (normal sind ca. 20 Basispunkte). Die kurzfristige Finanzierung war ge-
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fährdet. Es herrschte eine Kreditklemme im Herzstück der Finanzmärkte. Nun sah sich die Europäische Zentralbank (EZB) am 9. August genötigt, außerhalb ihrer normalen Refinanzierungsgeschäften weitere €94,8 Mrd. in den Interbankenmarkt fließen zu lassen. Auch die Fed in den USA tätigte am selben Tag Geldmarktoperationen in Höhe von $24 Mrd. Zudem senkte sie den Diskontsatz um 50 Basispunkte. Somit war dieser nur noch 50 Punkte über der Federal Funds Rate und sollte die Banken dazu ermuntern, sich am Discount Window 50 zu bedienen.
Eigentlich machen das Banken nur sehr ungern, da dies als ein Zeichen schlechtes Risikomanagements gewertet wird und vermindert womöglich die Kreditwürdigkeit. Doch diesmal kamen erst die großen US-Banken und später auch kleinere Finanzhäuser, um sich Liquidität zu beschaffen, nachdem die Fed die zulässigen Sicherheiten erweitert hatte. Trotz dieser Bemühungen stieg das Vertrauen nur geringfügig. Der TED-Spread bewegte sich nun zwischen 100 und 200 Basispunkten, ungewöhnlich hoch. Immerhin liehen sich die Banken wieder teilweise Geld, wenn auch nicht länger als für wenige Tage. Die Zweckgesellschaften steckten nun richtig tief in der Klemme: Langfristig konnten sie sich nicht mehr finanzieren, da die Hypotheken-Anleihen nicht mehr als sicher galten, und die kurzfristige Finanzierung am ABCP-Markt war auch so gut wie tot.
Das nächste prominente Opfer war diesmal in England zu finden: Northern Rock. Die britische Hypothekenbank hatte mit ihrem aggressiven Geschäftsmodell auf den Geldmarkt als Fi- Seite10/37 3.1 Finanzinstitute im Strudel der Hypothekenkrise
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nanzier gesetzt und kam in Refinanzierungsschwierigkeiten, als der Interbankenmarkt zunehmend weniger Liquidität vergab. Sie musste sich also einen Notfallkredit bei der englischen Notenbank holen. In der Folge gab es am 14. September einen regelrechten Bank Run, den ersten seit mehr als 140 Jahren. Etliche Kunden hoben ihre Einlagen ab, von Freitag bis Montag umgerechnet insgesamt €2,9 Mrd 51 . Nach einer staatlichen Garantie der Einlagen am 17. September von der Bank of England stabilisierte sich Northern Rock etwas. Da jedoch kein geeigneter Käufer für eine Übernahme der Bank gefunden werden konnte, wurde sie schließlich am 22. Februar 2008 verstaatlicht.
Für kurze Erholung sorgte die Leitzinssenkung der Fed am 18. September 2007 um 50 Basispunkte auf 4,75% 8 . Doch der Oktober leitete die zweite Phase der Kreditmarktschwäche ein: Immer mehr Banken mussten hohe Verluste bekanntgeben. Als erstes kündigte die Schweizer Großbank UBS Abschreibungen in Höhe von umgerechnet €2,4 Mrd. an 52 , danach gab am 5. Oktober Merrill Lynch den ersten Quartalsverlust seit 6 Jahren von $2,4 Mrd. bekannt 53 . Die Meldungen wurden zwar erst positiv bewertet, da die Unsicherheit als größte Bedrohung angesehen wurde. Aber nach weiteren Herabstufungen von allen großen Ratingagenturen, insbesondere von Subprime-CDO-Senior-Tranchen, die bei einer Emission gut 80% ausgemacht haben 54 , verschlechterte sich die Stimmung wieder, da mit weiteren Verlusten gerechnet werden musste. Eine Besserung der Lage am Immobilienmarkt war auch nicht in Sicht. Häuserpreise fielen, es wurden weniger Häuser verkauft und es musste mit weiteren Ausfällen gerechnet werden. Der im Oktober angekündigte Super-SIV der US-Regierung mit einem Volumen von $100 Mrd., der faule MBS aufkaufen sollte, wurde wieder verworfen 55 . Stattdessen retteten die Großbanken ihre Conduits selbstständig und brachten diese in die eigenen Bilanzen. Die daraus wachsenden Belastungen - laut Moody's waren im Durchschnitt das Liquiditätsvermögen auf 55% gesunken 56 - ließ den Stress am Interbankenmarkt wieder auf das Niveau von August wachsen. Bei Citigroup wurden die Abschreibungen auf $18,7 Mrd., bei Merrill Lynch auf $11,5 Mrd. geschätzt 56 .
Jetzt kamen wieder die Notenbanken ins Spiel und versorgten den Markt mit ausreichend Geld: Am 19. Dezember machte die EZB €348,6 Mrd. locker 56 , was genau $500 Mrd. entsprach. Vermutlich galt die Aktion vor allem der Öffentlichkeit, um diese zu beruhigen 57 . Das war insofern sinnvoll, da zum Jahreswechsel für viele Unternehmen der Bilanzstichtag war und bei Pensionskassen dies zu niedrigeren Ausschüttungen führen könnte.
Die erste große Schreckensnachricht eines Finanzinstituts in 2008 kam am Donnerstag, den 24. Januar: Die französische Großbank Société Générale verlor €4,9 Mrd. Euro, nachdem ein einzelner Händler diese Summe verspekuliert haben soll 58 . War es wirklich ein Einzeltäter - was allerdings für eher unwahrscheinlich gilt 58 -, wäre es der größte Schaden, den je ein einzelner Trader verursacht hatte. Der bekannteste Fall dieser Art brachte 1995 die Barings Bank in England den Ruin - obwohl das Volumen nur gut ein Fünftel betrug 58 . Die schon extrem hohe Volatilität 59 konnte das zwar nicht mehr steigern - das Vertrauen der Anleger wurde dadurch aber sicherlich auch nicht gestärkt, insbesondere, da der Angeklagte behauptet, solche Tätigkeiten, die ihn diese
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enorme Summe gekostet hatte, würden von vielen Händlern ausgeübt 60 . Das nächste große Ereignis fand im März statt: Der Kollaps der fünftgrößten Investmentbank der USA, Bear Stearns. Nachdem ihr Aktienkurs seit Anfang Februar gut 20% verloren hatte und intensiv Leerverkäufe getätigt wurden, stieg das Misstrauen einiger Handelspartner. Man hätte sich vielleicht über das hohe Leverage von 35 der Bank Sorgen machen können, doch die Bank verfügte noch über $17 Mrd. flüssige Mittel 61 . Außerdem sagte man der Bank nach, bei einem Großteil ihrer weniger sicheren Anleihen, zu hohe Bilanzwerte angesetzt zu haben 62 . Trotz offiziellen Statements, die diese Gerüchte dementierten, hielten diese sich hartnäckig. Schließlich sagte Goldman Sachs ihren Kunden alle zukünftigen Kreditversicherungen von Bear Stearns Derivaten in einer E-Mail ab 61 , die letztendlich auch nach außen gelangte, nachdem einige Banken, unter anderen Goldman Sachs, mit Kreditrisikoanfragen überhäuft wurde. Was folgte, war ein Bank Run auf eine Investmentbank. Nach und nach zogen alle Hedge-Fonds ihre Gelder von Bear Stearns ab und auch die Refinanzierungspartner wurden weniger. Donnerstagabend wurde klar, dass am nächsten Tag ca. $15 Mrd. an liquiden Mitteln fehlen würden 62 . In einer schnellen Aktion stellte schließlich die Federal Reserve der Bank $30 Mrd. als Kredit bereit 61 . Allerdings mit den Umweg über JPMorgan Chase, da Bear Stearns als Investmentbank keinen Zugang zu der kurzfristigen Fazilität des Discount Windows hat. Doch diese Finanzierung erwies sich als der Todesstoß für Bear Stearns. Als sie am nächsten Morgen bekannt wurde, fiel nicht nur die Aktie von Bear Stearns um 50% und notierte somit nur noch bei einem Fünftel des Wertes von vor einem Jahr. Jetzt zog jeder, der noch irgendwie Geld bekommen konnte, es von der ehemals hoch angesehenen Investmentbank ab, sodass am Abend die kurzfristige Finanzierung allein von der Fed getragen wurde. Daraufhin gab sie Bear Stearns noch das Wochenende, um eine Lösung zu finden. Nur JPMorgan Chase war bereit, in so kurzer Zeit das traditionsreiche Bankhaus zu übernehmen. Und so wurde am Montag, dem 17. März bekannt gegeben, dass JPMorgan Chase Bear Stearns für $2 pro Aktie übernimmt, wobei die Fed $29 Mrd. an faulen Anleihen übernimmt und JPMorgan die ersten $1 Milliarde Verluste trägt. Auch wenn der Kaufpreis im Nachhinein auf Druck der Anleger auf $10 erhöht wurde, war dies ein willkommenes Schnäppchen für den Wall Street Riesen, der bis dahin relativ gut durch die Krise gekommen war. Das systemische Risiko wurde anscheinend als sehr hoch angesehen und man wollte Bear Stearns auf keinen Fall vollständig kollabieren lassen. Doch das setzte das falsche Zeichen an den Markt, dass auf jeden Fall kein Finanzinstitut in den Bankrott gelassen wird, wenn es denn nur groß genug ist: Ein Bilderbuch-Beispiel für Moral Hazard.
Die Verantwortlichen bei Bear Stearns waren indes der Überzeugung, dass sie von Spekulanten mutwillig in den Ruin getrieben wurden, da viele short sellings getätigt und aus ihrer Sicht unbegründete Gerüchte verbreitet wurden. Als eine Folge des Zusammenbruchs erweiterte die Fed ihre Kreditfazilitäten nun auch auf Investmentbanken.
Die nächsten Monate verliefen relativ ruhig. Während die schlechten Nachrichten aus dem Immobilienmarkt nicht aufhörten, erhöhten einige Banken ihr Kapital, um ihr Leverage abzubauen. Die Märkte schöpften erneut die Hoffnung, es könnte bald vorbei sein.
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Am Interbankenmarkt hielt die Spannung jedoch an. Zwischenzeitlich rutschte der TED-Spread zwar unter 100 Punkte. Im Sommer verschärfte sich die Lage allerdings wieder und er kletterte Anfang Juli auf 140 Basispunkte. Gegenüber den Höchstständen von über 200 Punkten schien sich die Lage jedoch etwas beruhigt zu haben.
Ab September kam die Krise jedoch mit voller Wucht zurück: Erst werden die bis dahin ohne Staatsgarantie laufenden GSEs Fannie Mae und Freddie Mac verstaatlicht, dann geht Lehman Brothers pleite - und wird nicht aufgefangen.
Als im Zuge der Immobilien- und Finanzkrise der private Hypothekenmarkt langsam aber sicher austrocknete, wies die Regierung die GSEs an, sich noch stärker sich im Subprime-Segment zu engagieren 63 . Und so wuchs ihre Kreditfinanzierungsvolumen im Non-Prime-Geschäft bis 2008 auf mehr als $400 Mrd. an 64 . Dies hatte zur Folge, dass die Anleger mit der Zeit Misstrauen gegenüber Fannie Mae und Freddie Mac entwickelten. Folglich mussten sie immer mehr Risikoaufschläge auf ihre Anleihen zahlen. Der kranke Immobilienmarkt drückte auch noch auf Kasse und bescherte den Unternehmen hohe Verluste 65 .
Einer Anfang Juli veröffentlichten Analyse von Lehman Brothers zufolge bräuchten die beiden Hypothekenfinanzier an die $75 Mrd. an frischem Kapital 65 . Zwei Tage später meldete sich der frühere Präsident der St. Louis Federal Reserve, William Poole, zu Wort und bezeichnete die beiden GSEs als „technisch insolvent“ 66 . Daraufhin folgten Rekordeinbrüche der Anteilsscheine an den Börsen und bis August 2008 verloren sie 90% gegenüber ihrem Vorjahreswert. Gerüchte über eine Verstaatlichung von Fannie und Freddie kursierten im September, nachdem China als größter Halter von US-Dollar-Reserven gedroht hatte, bei den nächsten Anleihenversteigerungen fernzubleiben, sollte keine Lösung für die beiden Unternehmen gefunden werden 67 . Die Chinesen waren auch im Besitz riesiger Bestände an Anleihen der GSEs, die in den letzten Wochen dramatisch an Wert verloren hatten. Nun hatte Finanzminister Paulson wohl oder übel wenig Spielraum und musste beide Agenturen am 7. September unter conversatorship stellen, denn Ende September mussten an die $225 Mrd. refinanziert werden, was unter den aktuellen Bedingungen als sehr schwer galt 68 . Jetzt waren die ehemals staatlichen Hypotheken-Agenturen, die zwischenzeitlich privatisiert wurden, wieder in der Hand des Staates.
Bei Hypotheken von Subprime-Schuldnern war die Ausfallrate mittlerweile auf das vierfache der Prime-Schuldner gestiegen 69 . Dies belastete erheblich alle Hypothekenbanken - vor allem Lehman Brothers, die sich massiv in dieses Segment eingekauft hatten und den größten Bestand an Hypothekar-Anleihen besaßen. Dies hatte zur Folge, dass Lehman Brothers im 2. Quartal 2008 zum ersten Mal einen Verlust melden musste und für das 3. Quartal ein weiteres Minus von $3,9 Mrd. angekündigte. Bankchef Richard Fuld hatte dies am 10. September bekannt gegeben und gleichzeitig auch weitere Abschreibungen in Höhe von $7,8 Mrd. angekündigt 70 . Da auch Lehman ein sehr hohes Leverage von 31 hatte, wurde man misstrauisch. Anfang September hatte sich eine koreanische Staatsbank, die Korean Development Bank, noch für eine $6 Mrd. Beteiligung von 25% bei Lehman interessiert. Doch an dem Tag, als die Bank ihre Situa-
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tion bekannt gab, wurden dann auch die Einstiegsverhandlungen abgebrochen. Nachdem auch die Aktie seit Anfang 2008 um 90% verloren hatte, verursachten die Nachrichten einen Bank Run auf die Investmentbank: Refinanzierungsgeschäfte wurden nicht verlängert und neue Deals waren nur mit sehr hohen Abschlägen abzuschließen. Dadurch waren innerhalb von drei Tagen alle Cash-Reserven des Finanzinstituts aufgebraucht und Lehman Brothers informierte am Freitag Abend die Behörden, dass es am Montag, den 15. September, wohl nicht mehr alle Verpflichtungen erfüllen werde können.
Nun hatten die Notenbank und das Finanzministerium wieder die Möglichkeit eine Bank vor dem Untergang zu retten. Denn es gab zwar Interessenten für die angeschlagene Investmentbank, aber sie verlangten Garantien auf die Assets von Lehman. Doch diesmal wurden die systemischen Risiken niedriger eingeschätzt als die Belastungen für den Staat und den Moral Hazard - es hatte ja auch immer Kritik an Rettungsaktionen gehagelt 71 . Gründe für die ausbleibende Rettung könnte paradoxerweise auch die seit Ausbruch der Krise getätigten Risikoverringerungen gewesen sein. Denn anders als Bear Stearns hatte Lehman ihre Risiken und ihre Vernetzung im Finanzmarkt reduziert, was den Einschlag bei einer Pleite verkleinerte. Und so waren die Behörden nicht, bereit die geforderten Garantien zu stellen, sodass sich auch der letzte potentielle Käufer, die Barclays Bank aus England, von der Bank abwendete. Somit musste Lehman Brothers am Montag, dem 15. September Insolvenz anmelden.
Um mögliche Liquiditätsengpässe nach der Pleite zu vermeiden stellten zehn Großbanken, unter anderem die Deutsche Bank, $70 Mrd. zur Verfügung. Denn auch wenn Lehmans Verstrickung zurückgefahren worden war, war sie trotzdem noch mit weltweit ungefähr jeder zweiten Bank im Geschäft gewesen 72 . Die Folge waren ungeheure Schockwellen im Finanzsystem. Anscheinend hatten sich die Behörden hier verschätzt.
Der Zusammenbruch bescherte besonders den Kreditversicherern herbe Verluste. Merrill Lynch, die von der Bank of America noch am Wochenende (14. September) aufgekauft wurde, soll für $35 Mrd. Garantien abgegeben haben 73 . Die Bank of America war eigentlich der zweite große Kaufinteressent von Lehman gewesen, aber als sich ihnen diese Alternative anbot, wurde sie offenbar als die bessere eingeschätzt. Besonders credit default swaps hatten Merrill Lynch diese hohen Verluste beschert. Aber nicht nur sie musste mit hohen Ausfällen rechnen. AIG, die American International Group, ehemals größte Versicherungsgruppe der Welt, soll $70 Mrd. versichert haben und wurde kurzerhand verstaatlicht, nachdem die Fed einen Überbrückungskredit abgelehnt hatte 73 . Auch die größte britische Hypothekenbank HBOS verlor ihre Unabhängigkeit. Zwar war sie nicht so stark direkt durch die Pleite von Lehman Brothers betroffen, aber ihre Finanzierung wurde immer schwerer, denn die Märkte wurden nun wieder zunehmend nervöser. Am 18. September wurde bekannt gegeben, dass Lloyds TBS, HBOS, die Gerüchten zufolge auch Opfer von short sellings gewesen sein soll 72 , übernehmen würde. Am Interbankenmarkt erhöhten sich infolge des Zusammenbruchs die Spannungen wieder und der TED-Spread überstieg die 300 Punkte-Marke am 17. September. Da jetzt jede noch so sichere Bank Probleme mit ihrer Finanzierung bekam, gaben Goldman Sachs und Morgan Stanley
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am 21. September bekannt, ihren Status als Investmentbank aufzugeben und sich zu einer normalen Geschäftsbank umzuwandeln, da ihr Geschäftsmodell gescheitert war 74 . Damit gehörten auch die letzten zwei großen Investmentbanken der Wall Street in ihrer ursprünglichen Form der Geschichte an.
Infolge der erhöhten Unsicherheiten an den Märkten war auch eine Konzentration unter den Geschäftsbanken zu beobachten. Bereits im Januar war Countrywide Financial für $4,1 Mrd. an die Bank of America gegangen. So ging Washington Mutual (WaMu), die größte amerikanische Sparkasse 75 , am 25. September 2008 an JPMorgan Chase über, die dadurch zur größten US-Bank wurde 76 . Der Zusammenbruch von WaMu war die größte Bankenpleite in der Geschichte der USA 77 . Manche sprachen sogar vom „größten Zusammenbruch der Weltgeschichte“ 78 . Drei Tage später eröffnete auch die viertgrößte US-Bank Wachovia Übernahmegespräche mit Citigroup, die eigentlich als Käufer feststanden, schließlich aber doch von Wells Fargo übernommen wurde, da diese bereit waren, einen höheren Preis zu zahlen 79 . Das Scheitern dieser beiden Banken war jedoch weniger auf Abschreibungen auf dubiose Wertpapiere zurückzuführen, sondern auf selbst vergebene minderwertige Kredite, die ihnen hohe Verluste bescherten 80 .
Auf der anderen Seite der Erde hinterließ die Finanzkrise indes auch ihre Spuren. Europa schien von der Lehman Pleite sogar stärker getroffen zu sein, denn am Montag des Zusammenbruchs schoss die EZB ganze €43 Mrd. in den Markt, während die Fed nur $25 Mrd. bereit stellen musste 81 . Besonders die deutschen Landesbanken hatten mit enormen Verlusten zu kämpfen und nach und nach ging eine an die andere über, was durchaus von vielen begrüßt wurde, da sie das Modell der deutschen Landesbank als überholt betrachteten 82 .
Besonders hart traf es weiterhin die BayernLB, die LBBW, die HSH Nordbank und die WestLB. So war es die WestLB diesmal, die Anfang Februar durch eine €5 Mrd. Garantie von ihren Eigentümern nach schweren Verlusten im Jahr 2007 gestützt wurde 83 . Bis Ende des Jahres beliefen sich die Abschreibungen dann auf €2,4 Mrd. und die WestLB beantragte neues Kapital von weniger als €5 Mrd. beim Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) 84 . Nach €2,3 Mrd. Wertberichtigungen im Jahr 2007 bei der BayernLB, wuchsen die Abschreibungen im 1. Quartal 2008 um weitere €2 Mrd. an 85 , insgesamt ging man im Oktober von Belastungen in Höhe von €5,2 Mrd. aus 86 . Infolge dessen musste auch Erwin Huber seine Posten als bayerischer Finanzminister und CSU-Chef aufgeben. Im Zuge der Pleite von Lehman Brothers kamen Belastungen auf die bereits angeschlagene Landesbank zu, sodass sie eine Kapitalspritze beim SoFFin in Höhe von €3 Mrd. in Anspruch beantragte 87 . Auch die Landesbank von Baden-Württemberg hat bis November 2008 Abschreibungen in Höhe von €3,6 Mrd. vornehmen müssen und daraufhin die Eigentümer um Kapital gebeten: €5 Mrd. frisches Kapital sollte von den Sparkassen und dem Land der LBBW zugeführt werden 88 . Bei der HSH Nordbank belief sich die Summe der Wertberichtigungen bis dahin auf €1,3 Mrd., welche daraufhin Garantien von €30 Mrd. beim Sonderfonds des Bundes beantragte 89 . Am 14. November kündigte dann die Sparkassenverbände an, sich auf eine Neuordnung des
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Landesbankensektors mit nur mehr drei große Landesbanken geeinigt zu haben, um sie überlebensfähiger zu machen und zeitgemäßer zu werden 90 .
Die Krise schien in Deutschland besonders öffentliche Finanzhäuser zu treffen. Neben den Landesbanken war vor allem die IKB Deutsche Industriebank das prominenteste Opfer. Gleich zu Anfang der Krise war sie die erste deutsche Bank, die durch die Krise hohe Verluste zu verzeichnen hatte. Aber die schlechten Nachrichten hörten einfach nicht auf. Nach dem ersten Rettungspaket im August über €3,5 Mrd. taten sich weitere Löcher auf, sodass im November weitere €0,35 Mrd. als Hilfe vereinbart wurden 91 .
Doch auch dies erwies sich als zu wenig. Mitte Februar 2008 gab die KfW Bankengruppe 92 bekannt, weitere €2,3 Mrd. dem angeschlagenen Finanzinstitut zu überlassen. €0,8 Mrd. sollten allerdings wieder über Verkaufserlöse der Anteile zurück fließen. Darin enthalten war auch eine Kapitalerhöhung in Höhe von €1,25 Mrd., die bis Mitte August vollständig abgeschlossen war. Da sich kaum Investoren fanden, die bereit waren, sich Aktien der Neuemission zu besorgen, hatte die KfW mehr als 99% zu übernehmen 91 .
Der Bund plante inzwischen schon länger einen Verkauf seiner Anteile, doch bis August war keiner bereit, das angeschlagene Finanzhaus zu übernehmen. Nach der Kapitalerhöhung fand
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sich jedoch der US-Investor Lone Star, der die nun 90,8% der Anteile an der IKB der KfW abkaufte. Unbestätigten Angaben zufolge, soll der Kaufpreis jedoch nur €115 Mio. betragen haben 93 . Die bilanzielle Gesamtlast für die KfW belief sich damit auf rund €8 Mrd., während der Bund mit €1,2 Mrd. belastet wurde 94 .
Ganz ungeschoren sind die meisten Geschäftsbanken aber auch nicht davongekommen. Die Dresdner Bank wurde nach Verlusten aus der Krise von €2,5 Mrd. im August verkauft 95 . Mit diesem Schritt trennte sich die Allianz von der nur 7 Jahre zuvor gekauften Bank, die nun an die Commerzbank überging. Der Kaufpreis von €9,8 Mrd. wurde später auf €5,1 Mrd. gesenkt, was trotzdem den „seit Jahren größten Deal“ darstellte 96 . Der neue Mutterkonzern musste hingegen nach Verlusten im 3. Quartal 2008 den Finanzmarktstabilisierungsfonds in Höhe von €8,2 Mrd. in Anspruch nehmen 97 .
Als erstes hatte hingegen die Hypo Real Estate den deutschen Sonderfonds um Hilfe gebeten. Mit dem Kauf des Staatsfinanziers Depfa Mitte 2007 hatte sie ihr Unheil selbst heraufbe-schworen. Ohne Privateinlagen und nur geringen Zinserträgen, da die meisten öffentlichen Schuldner eine hohe Bonität aufweisen können, war das hohe Zinsniveau am Interbankenmarkt für die Depfa tödlich. Über diesen Markt tätigte sie fast ihre komplette kurzfristige Finanzierung, von dem sie nun nur noch Geld zu hohen Zinsabschlägen bekam. Das hatte negative Zinserträge zur Folge und später wurde ihr das Kapital gänzlich verwehrt 98 . Eine Pleite wollte man hingegen auch in Deutschland vermeiden und so bekam die Hypo Real Estate Garantieleistungen vom deutschen Staat über €30 Mrd. 99
Allen voran hatte jedoch die Deutsche Bank, größtes Finanzinstitut hierzulande und am stärksten auch am amerikanischen Markt beteiligt, hohe Verluste zu beklagen. Im Vergleich zu den Konkurrenten aus den USA fielen die Abschreibungen jedoch noch gering aus. 2007 betrugen sie €2,3 Mrd. 100 , bis zum 3. Quartal 2008 stiegen dieses allerdings auf €8,5 Mrd. 101 Schätzungen zufolge sollen sich diese allein im letzten Quartal um weitere €2,3 Mrd. erhöhen. Im Gegensatz zu den über $38 Mrd. Abschreibungen der UBS bis April 2008 102 halten sie sich bislang jedoch in Grenzen. Vielleicht gerade deswegen ist die Deutsche Bank noch in der Lage, Investitionen zu tätigen, was die geplante Übernahme der Postbank zeigt.
Die geschwächte UBS erhielt später auch eine staatliche Finanzspritze. 6 Mrd. Franken sollen dabei das Eigenkapital erhöhen, weitere 60 Mrd. Franken wurden in eine Zweckgesellschaft zum Erwerb von dubiosen Wertpapieren übertragen 103 . Währenddessen wuchsen die Abschreibungen im vierten Quartal um weitere $10 Mrd. an 104 , womit die UBS zu den größten Verlierern der Krise gezählt werden kann.
Im Zuge der angespannten Lage an den Finanzmärkten musste auch die Belgisch-Holländische Großbank Fortis gerettet werden, die sich mit dem Kauf von ABN Amro übernommen hatte 98 . Ende September ging der holländische Teil an die Niederlanden selbst, während Belgien seinen an den Franzosen BNP Paribas Anfang Oktober veräußerte. Gerettet werden musste auch der Kommunalfinanzierer Dexia. Frankreich, Belgien und Luxemburg stellten dafür €6,4 Mrd. bereit, um Verluste, die vor allem mit dem Zusammenbruch von Depfa und der Hypo Real Estate ent-
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standen waren, auszugleichen 98 .
Besonders hart traf es den Inselstaat Island. Am 29. September erklärte die isländische Regierung, die Bank Glitnir, eine der drei großen Banken des Landes, verstaatlichen zu wollen. Grund hierfür waren wahrscheinlich $750 Mio. Schulden, die Mitte Oktober fällig geworden wären 105 . Doch bevor die Regierung die geplanten 75% der Anteile kaufen konnte, kriselte auch schon eine Woche später die nächste Bank. Berichte über die brisante Lage in Island führten in Großbritannien zu einem Bank Run auf Landsbanki, eine weitere der drei großen Banken Islands. Ein schnell durch das Parlament gebrachter Maßnahmenkatalog, erlaubte nun die Übertragung der Kontrolle dieser zwei Finanzhäuser an die isländische Finanzaufsicht. Am 9. Oktober wurde schließlich auch die letzte Großbank, Kaupthing Bank, der Insel in die Hände der Finanzaufsicht gegeben. Zuvor hatte die britische Regierung die dort ansässige Tochter teils verkauft und teils unter staatliche Aufsicht gestellt 106 . Damit wurde praktisch auch die letzte Großbank Islands verstaatlicht 107 und der Inselstaat vor einem Staatsbankrott bewahrt, nachdem der IWF Island unter die Arme griff. The Economist bezeichnete diesen Kollaps später als den größten Bankenzusammenbruch, den je ein Land erfahren hatte in Bezug auf die Wirtschaftsgröße 108 .
Gut durch die Krise gekommen waren hingegen die spanischen Banken. Ohne Verluste waren sie zwar auch nicht geblieben, aber sie hatten kaum US-Subprime-Papiere in ihren Büchern und somit gab es auch keine Beinah-Zusammenbrüche. Stattdessen hatten sich die Iberer auf das traditionelle Bankengeschäft konzentriert, was insofern für sie trotzdem hohe Gewinne brachte, da auch in Spanien bis 2007 ein Immobilienboom stattfand. Wohl hatten sie daraufhin mit dem eigenen Markt zu kämpfen. Aber es war noch genug Kapital vorhanden, sodass die größte spanische Bank Santander sich drei Banken in den USA und Großbritannien zu Schnäppchenpreisen ergattern konnte 109 . Damit löste sie die HSBC als größte Bank Europas ab 110 .
Insgesamt hat die Finanzkrise bis Ende 2008 Finanzinstituten über $1 Billionen an Verluste verursacht 111 - die Bank of England spricht sogar von knapp $2,8 Billionen 112 . Außerdem ist eine Konzentration des Bankensektors zu beobachten und bei den meisten Instituten eine Rückkehr zu mehr Risikobewusstsein, sodass sich auch das Leverage einiger Finanzhäuser verringert hat. Eine gewisse Unsicherheit bleibt jedoch. Zwar hat sich die Lage am Interbankenmarkt seit den Krise im September und Oktober wieder etwas gebessert, aber der TED-Spread kursiert immer noch zwischen 100 und 200 Punkten. Die gesamten Folgen für die Bilanzen der Banken scheinen auch noch nicht absehbar. Dabei kommt besonders dem Immobilienmarkt in den USA eine wichtige Rolle zu, denn eine wirkliche Erholung der Lage wird wahrscheinlich erst möglich sein, wenn die Preise ihren Fall beendet haben.
3.2 Weltwirtschaftskrise?
Was aber sind die direkten und indirekten Folgen für unsere bzw. die Weltwirtschaft? Steht uns etwa wirklich eine Weltwirtschaftskrise wie nach 1929 bevor?
Eine Studie aus dem Jahr 2006 hat gezeigt, dass eine starke Konzentration des Bankensek-
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tor in den betroffenen Regionen negative ökonomische, aber auch soziale Folgen 113 hat. Durch den mangelnden Wettbewerb erhöhten sich die Kosten der Kredite in den untersuchten Gebieten um bis zu 5%, durchschnittlich stiegen die Zinsen um 40 Basispunkte. Außerdem sank das Kreditvolumen um bis zu 2,5% 114 . Inwiefern diese empirische Untersuchung von den aktuellen Entwicklungen weiterhin bestätigt werden, bleibt abzuwarten.
Ganz klar lässt sich hingegen sagen, dass die Zusammenschlüsse, Pleiten und die allgemeine schlechte Lage der Finanzhäuser viele Arbeitsplätze kostet. Nach Angaben von Bloomberg wurden bis Dezember 2008 bereits 239.000 Jobs im Finanzsektor gestrichen 111 , weitere sollen folgen: Citigroup will im nächsten Jahr 52.000 Stellen abbauen, Bank of America plant bis zu 35.000 Positionen über die nächsten drei Jahre freizumachen 115 . Auch bei den deutschen Instituten sollen Jobs wegfallen. So will die Deutsche Bank bis zu 900 Stellen streichen, die Commerzbank plant 9.000 Arbeitsplätze nach der Übernahme der Dresdner Bank abzubauen und bei der BayernLB sollen in den nächsten Jahren 5.600 Arbeitsplätze wegfallen 116 . Weitere Belastungen der Wirtschaft durch die Finanzkrise sind auch durch eine strengere Kreditvergabe zu erwarten. Bereits Anfang 2008 berichtete die Wirtschaftsauskunftei Creditre-form, dass 1 Mio. Firmen schwerer an Kredit kämen 117 . Ende des Jahres sah auch die EZB Anzeichen einer kommenden Kreditklemme für die europäische Wirtschaft, nachdem die Kreditvergabe im November nur noch um 7,1% im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen war, die niedrigste Erhöhung seit vier Jahren 118 . Auch die Dezember-Umfrage des ifo-Instituts ergab, dass über 40% der Firmen eine strengere Kreditvergabe beklagten 119 . Aber nicht nur Unternehmen spüren die höheren Standards der Banken. Besonders US-Haushalte bekommen schwieriger Kredite 120 . In Deutschland hingegen ist bis jetzt noch keine Auswirkung auf Verbraucherkredite zu beobachten 121 . Diese strengere Kreditvergabe führt in einer Volkswirtschaft zu einer sinkende Nachfrage: Unternehmen tätigen weniger Investitionen, da diese meist nicht ohne Kredite gestemmt werden können. Auch bei den Haushalten fallen größere Anschaffungen weg, der Konsum sinkt also. Beides drückt auf das Wachstum. In den USA belastet zudem die anhaltende Krise am Immobilienmarkt den Konsum, da in den letzten Jahren viele Anschaffungen über Wertsteigerungen der Häuser finanziert wurden. Nicht zuletzt haben eine Großzahl der Amerikaner hohe Schulden oder sind bereits pleite. Damit bricht auch die Nachfrage der größten Volkswirtschaft der Welt ein, die in früheren Jahren als consumer of last resort hohe Importe ins Land gelassen haben. Das wiederum drückt die Stärke der Exportländer wie Deutschland, Japan und China.
Hatte man am Anfang der Krise teilweise noch die Hoffnung, dass die Schwellenländer mit ihrem starken Wachstum die Weltwirtschaft retten könnten, ist dort nun auch die Finanzkrise angekommen. Zum Einen bricht wie bereits erwähnt der Export vor allem in die USA für viele Entwicklungsländer weg. Das führte in China beispielsweise bereits zu Werksschließungen 122 . Eine weitere Folge ist eine zunehmende Kapitalknappheit und Schuldenlast, vor allem in osteuropäischen Ländern. Durch die angespannte Lage an den Finanzmärkten ziehen immer mehr Investoren Gelder aus solchen Ländern. Dies führt besonders bei den Staaten zu Proble-
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men, die stark von einzelnen Geldgebern abhängig sind. Es nehmen aber nicht nur Investoren oder Kreditgeber Kapital aus diesen Ländern. Es wurde auch für diese Staaten schwerer, neue Kredite aufzunehmen. So musste nach Island auch Ungarn und Weißrussland aus Angst vor einem Staatsbankrott Kredithilfen beim Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen und weitere Länder stehen auf der Liste potentieller Kandidaten für solche Hilfen. Das wiederum beeinträchtigte die Kreditwürdigkeit dieser Länder und die Ratings von Ungarn, Russland, der Ukraine, Rumänien und der baltischen Staaten wurden Anfang November herabgestuft 123 . Außerdem hat der starke Börsenwertverlust auch die Investitionstätigkeit der dort ansässigen Unternehmen beeinträchtigt. In Shanghai und Russland war die Börse bis Ende Oktober um 70% 124 , in Jakarta und Sao Paulo um 50% eingebrochen 122 . Der MSCI Emerging Markets Europe Index verlor in diesem Jahr bis Oktober bereits 70% 124 . Weiterhin fehlen vielen ärmeren Ländern durch die abgekühlte Nachfrage und den daraus resultierendem Preisrückgang bei Rohstoffen Einnahmen aus dem Verkauf von z.B. Öl und Stahl.
An den Börsen der Welt sieht es auch nicht sehr prickelnd aus. Vergleicht man die Stände mit den Werten von vor vier Jahren, so zeigt sich, dass alle Gewinne seit 2005 wieder verloren sind. Der DAX schnitt dabei im internationalen Vergleich noch recht gut ab und liegt nur knapp unter der Marke von Anfang 2005. Der amerikanische Dow Jones Industrial Average (DJI) und der Nik-kei225 haben hingegen einen größeren Wertverlust hinter sich und notieren zur Zeit nur bei ca. 70% bzw. 80% im Vergleich zu 2005.
Entscheidend war dabei das letzte Jahr. Während 2007 bis August sowieso noch ein gutes Jahr war und danach auch „nur“ die Jahresgewinne aufgebraucht wurden, begann das Jahr 2008 alles andere als viel versprechend für die Börsen. Die amerikanische Leitindex legte ihren schwächsten
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Start seit 1981 hin 125 . In Europa und Asien erfolgte am Montag, dem 21. Januar, der größte Aktiencrash seit den Anschlägen vom 11. September 126 .
Mitte März erreichten die Indizes schließlich ihren vorläufigen Tiefstand, nachdem Bear Stearns gerade noch gerettet wurde. Eine erfreuliche Nachricht kam zudem aus den USA, als die Fed ihre Leitzinsen erneut um 0,75% gesenkt hatte 127 . Dies bescherte den Aktienmärkten einen neuen Aufschwung, zusätzlich gestärkt durch gute Konjunkturdaten aus Amerika. Aber Ende Juni drückten die weltweit drastisch angestiegenen Rohstoffpreise und Ängste vor einer schlechten Konjunktur auf die Kurse 128 . Auch weiterhin schlechte Nachrichten aus der Immobilienbranche 129 und dem Finanzsektor besorgten die Märkte: Der staatliche Einlagensicherungsfonds der USA FDIC wurde durch deutlich mehr Insolvenzen von Banken als in vorigen Jahren getroffen und hatte Kosten von über $15 Mrd. bis Ende September zu tragen 130 . Auf die Schockwellen der Lehman Brothers Pleite fielen die amerikanischen Indizes am 15. September um den größten Wert seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 131 . Doch es kam noch schlimmer. Nach dem gescheiterten Rettungsplan der US-Regierung am 29. September fiel der DJI um 778 Punkte - ein historischer Rekord 132 . Ein anderer negativer Höchststand erfolgte eine Woche später, als dieser zeitweilig mehr als 800 Punkte im Minus stand, bevor am Ende des Tages dann doch nur 370 Punkte verloren waren. Damit war der DJI zum ersten Mal seit vier Jahren wieder unter der 10.000 Punkte Marke angekommen - obwohl der $700 Mrd.-Plan am Freitag der Vorwoche verabschiedet wurde. Auch der DAX verlor an dem Tag mehr als 9%, der Nikkei fiel um 4% 133 .
Bis Ende 2008 fielen die Kurse noch bis November auf ein neues Jahrestief und erholten sich dann aber noch geringfügig zum Jahresende.
Damit war das verheerende Börsenjahr 2008 auch abgeschlossen. Anleger auf der ganzen Welt hatten viel Geld verloren und für Unternehmen wurde es schwierig bzw. fast sinnlos, ab September eine Kapitalerhöhung durchzuführen. Ein Beispiel: Der lang geplante Börsengang der Bahntocher DB Mobility Logistics wurde Anfang Oktober abgesagt. Deutsche Haushalte verloren dagegen um die €110 Mrd. Vermögen an den Börsen 134 , insgesamt wurde weltweit $30 Billionen Marktkapitalisierung vernichtet 135 .
Da die Börse auch als Konjunkturindikator gilt, der rund ein halbes Jahr vorher die Lage beschreibt, werden wir 2009 in keine rosige Zukunft blicken können 136 .
Neuesten Zahlen zufolge befindet sich die USA bereits seit Dezember 2007 in einer Rezession 137 . Die strauchelnde Baubranche soll dazu beigetragen haben wie auch die Finanzinstitute. Nach einem immer größeren Outsourcing der Industrie in den USA waren die Häuserbauer in den letzten Jahren maßgeblich am Wachstum der US-Wirtschaft beteiligt. Mit dem Einknicken dieses Sektors wurde jetzt die gesamte Wirtschaft geschwächt. Wegen des schwachen Konsums stieg die Arbeitslosenquote in den USA Ende des Jahres auf 6,7%, den höchsten Stand seit 1993. Insgesamt stehen damit die Zeichen auch für 2009 nicht gut und der Abschwung wird wohl weiter anhalten 137 .
Zudem beeinträchtigt auch die Automobilbranche die Wirtschaft. Viele Amerikaner hatten
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sich in den Jahren vor der Krise Autos durch home equity extraction geleistet. Jedoch hatten die großen Drei GM, Ford und Chrysler ihre Krise auch teilweise selbst beschworen. Nachdem der Ölpreis in den Jahren bis Mitte 2008 stetig angestiegen ist, kamen auch langsam die Amerikaner auf spritsparendere Wagen. Machten 2004 noch 70% der verkauften Autos SUVs und Trucks aus, war es Mitte April umgekehrt sie trugen nur noch 30% zu den Verkaufszahlen bei 138 . Eine verfehlte Modellpolitik führte bei den amerikanischen Herstellern für besonders herbe Verluste, wobei auch hohe Rohstoffpreise in der Produktion ihren Beitrag leisteten. Davon profitierten zunächst vor allem japanische Hersteller, aber durch die anhaltende Finanzkrise geriet schließlich die gesamte Branche unter Druck. So konnten dann auch die Talfahrt der Rohstoffpreise die sinkende Nachfrage nicht lindern 139 . Da von der Automobilbranche eine hohe Zahl an Beschäftigten abhängen, hat die Krise in dem Segment auch besonders starke Auswirkungen auf die Arbeitslosenzahlen.
So befinden sich Japan und Deutschland ebenso in einer Rezession 140 . Auch die Industrie ist hierzulande betroffen: BASF, der größte Chemiekonzern der Welt, kündigte im November an, 90 Anlagen vorübergehend still legen zu lassen 141 . Gut die Hälfte der Maschinen- und Anlagenbauer verzeichneten im November einen Auftragsrückgang. Auch die Werbebranche ist betroffen: Wegen gekürzter Marketingbudgets erwartet sie für 2008 eine Stagnation. Des Weiteren erwartet sogar die Fußballbranche sinkende Einnahmen 142 . So könnten die Sponsorenerlöse zurückgehen, zudem seien weniger Geschäftskunden in den Stadien zu erwarten. Sogar deutsche Kommunen spüren nun die Folgen der Finanzkrise. In den 1990er Jahren hatte man Kommunalbesitz an amerikanische Investoren verpachtet und diese im Gegenzug gemietet, um Steuervorteile zu kassieren. Der Haken an der ganzen Sache: Die deutschen Gemeinden und Städte mussten hervorragend bewertete Bankbürgschaften vorweisen. Das war bis vor kurzen auch kein Problem. Im Zuge der allgemeinen Unsicherheiten an den Märkten wurden jedoch viele Institute heruntergestuft - mit Folgen für die Kommunen. Sie müssen jetzt neue Bürgen finden, dessen Bonität noch hoch genug ist. Sonst drohen Forderungen der Amerikaner in Millionenhöhe oder wenigstens höhere Garantiepreise 143 .
Und so sehen dann auch die Erwartungen an die Weltwirtschaft aus: Alle Zeichen stehen auf Rezession. Für Deutschland erwarten die verschiedenen Wirtschaftsforscher einen Rückgang von bis zu 2,2% - allein die Bundesregierung erwartet ein Mini-Wachstum von 0,2% 144 . Global gesehen erwartet die Weltbank ein Wachstum von nur 0,9% und sieht damit die schlimmste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren kommen. Der IWF erwartet immerhin ein Weltwirtschaftswachstum von 2,2%. Zudem wird ein Rückgang des weltweiten Handels erwartet - das erste Mal seit 26 Jahren. Damit spricht der IWF offiziell von einer globalen Rezession, denn ihrer Faustregel nach ist das ab einem Wachstum von weniger als 3% der Fall 145 .
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4 Reaktionen auf die Krise
Die Antwort der Politik heißt nun: Liquidität und Konjunkturpakete. Die Fed und die EZB senkten ihre Leitzinsen drastisch um die Märkte mit ausreichend Liquidität zu versorgen. Dabei geht die Fed extremer vor: Derzeit liegt das Zinsniveau in Amerika bei 0-0,25%, in der Eurozone hingegen bei 2,50% 146 . Die einhellige Meinung der führenden Wirtschaftsnationen lautet: Das Vertrauen in die Finanzmärkte stärken, Kreditfluss sicherstellen und für das System bedrohliche Zusammenbrüche verhindern 147 . Die expansive Geldpolitik erscheint auch vor dem Hintergrund einer mögliche Deflation sinnvoll 148 .
Gerät die Wirtschaft in einen Abschwung, soll der Binnenkonsum es wieder richten. Allerdings ist sich nicht jeder Experte sicher, ob die deutschen Programme wirklich etwas bewirken 149 . In der Theorie ist es ganz einfach: Man senkt Steuern und die Verbraucher oder Unternehmen kaufen mehr, weil sie mehr Geld zur Verfügung haben. In der Praxis kann man jedoch teilweise auch andere Tendenzen beobachten. So führt mehr Geld nicht zwingend zu mehr Konsum. Es könnte auch passieren, dass Verbraucher oder Unternehmen Kapital sparen oder horten, um ihre Liquidität zu erhöhen. Zudem spricht gegen einen plötzlichen Anstieg des Konsums, dass die Realeinkommen in Deutschland seit Jahren rückläufig sind 150 . Ein positiver Effekt der Krise ist derweil bei den Unternehmen zu beobachten: Was lange Zeit als altmodisch galt, ist wieder „in“: Die Eigenkapitalquote steigt. Damit werden Unternehmer unabhängiger und sicherer für Investoren. Auch Banken folgen dieser Entwicklung, was letztendlich mehr Sicherheit für den Kunden bedeutet 151 .
Außerdem scheint sich eine variablere Gehaltsgestaltung abzuzeichnen, um weniger kurzfristige als langfristige Erfolge zu belohnen 151 . Damit sollte die Gier als Faktor der Krise auch eingegrenzt sein. Allerdings fehlt mir noch eine Antwort auf das Problemfeld des Moral Hazard, also der Tatsache, dass in guten Zeiten, Unternehmer (z.B. Bankmanager) hohe Gewinne kassieren, in schlechten Zeiten sie dafür gerettet werden bzw. nur geringfügige Verluste zu tragen haben. Hier sollte auch mehr Eigenverantwortung zum Tragen kommen.
Beim G-20 Gipfel im November einigten sich die größten Industrie- und Schwellenländer darauf, das internationale Finanzsystem reformieren zu wollen. Supranationale Regulierungsbehörden sowie internationale Konjunkturhilfen wurden gefordert. Die genaue Ausarbeitung der Pläne soll bis Ende März erfolgen, worauf das nächste G-20 Treffen stattfindet. Bundeskanzlerin Merkel beschrieb die geplanten Änderungen so: „Alle Marktteilnehmer, alle Produkte und alle Märkte [sollen] wirklich überwacht und reguliert werden“ 152 .
Auch Wirtschaftsforscher forderten inzwischen eine stärkere bzw. eine bessere Regulierung der Märkte, wie zum Beispiel höhere Eigenkapital- und Haftungsregelungen, wie es der ifo-Chef Hans-Werner Sinn verlauten lies 153 . Zudem sollten Conduits nicht mehr dazu genutzt werden können, um willkürlich Risiken aus den Bankbilanzen auszulagern. Aus meiner Sicht zudem notwendig ist eine weitere Auflösung der Spannung, in der sich Ratingagenturen befinden: Sie werden von den Finanzhäusern bezahlt, die sie bewerten sollen. Die
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für die Agenturen verantwortliche Aufsichtsbehörde der USA SEC verabschiedete Anfang Dezember neue Regeln, um genau dies zu verhindern. Dies ist zwar zu begrüßen, aber reicht einigen Experten nicht aus 154 , was meines Erachtens auch verständlich ist.
Stellt man sich unter den gegebenen Gesichtspunkten die Titelfrage - Ein Gefahrenherd für die
Weltwirtschaft? -, so lässt sich festhalten, dass die Subprime-Krise sicherlich einen Gefahrenherd für die Weltwirtschaft darstellt(e). Der Sektor Vermögensveränderung hat tief greifende Veränderungen erlebt: so gibt es keine reinen Wall Street Investmentbanken mehr, einige Banken wurden aufgekauft während andere ganz Pleite gingen, wobei auch nicht Halt vor den großen Adressen der Welt gemacht wurde. Der Interbankenmarkt fror zeitweise ein und bedrohte so die ganze Finanzlandschaft, was wiederum sich negativ auf Unternehmen und Haushalte ausgewirkt hat. Die Kreditvergabe wurde strenger und Unternehmen können sich nun nur noch schwieriger finanzieren, da auch Anleihenemission teurer wurden.
Nicht zuletzt bedroht die anhaltende Immobilienkrise die amerikanische Wirtschaft bereits seit einem Jahr und dämpft somit die Nachfrage an Importen. Schließlich erreichte die Krise auch die Schwellenländer. Die Weltbank spricht vor dem Hintergrund von der schlimmsten Rezession seit 80 Jahren. Meines Erachtens rechtfertigt dies, von einer weltweiten Krise zu sprechen; ausgelöst - jedoch nicht allein verursacht - von der Immobilienkrise in den USA.
Und so bleibt auch noch ein Krisenherd weiter offen: Die globalen Ungleichgewichte müssen früher oder später aufgehoben werden. Vielleicht hat das Treffen der G-20 Staaten die Kehrtwende bedeutet und die USA und China sehen nach dem Platzen der Immobilienblase die Notwendigkeit, etwas zu unternehmen. Denn ein geordneter Abbau ist sicherlich einem selbst induzierten vorzuziehen. Die langen Jahre des Aufschwungs sind vorbei, meint Chris Martenson: „The next twenty years are going to be completely unlike the last twenty years“ 155 .
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Anhang
Quelle: handelsblatt.com, mz-web.de
Literaturverzeichnis
Bücher & Publikationen
• BayernLB, Presseinfo: Eigentümer der BayernLB beschließen Eckpunkte zur Stärkung der Kapitalbasis und zur Zukunftsausrichtung der Bank, 28.11.2008 URL: http://www.bayernlb.de/ar/Internet/de/Downloads/0100_CorporateCenter/ 1300Presse/Pressemeldungen/2008/11November/28112008_Rekapitalisierung.pdf Datei: 08-11-28 Rekapitalisierung.pdf
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• Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik: Banken außer Kontrolle; wie Kredithaie die
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Facharbeit Wirtschaft/Recht: Die US-Immobilienkrise Verfasser: Lukas Brückner
Weltkonjunktur ins Wanken bringen, Murnau a. Staffelsee 2008 • Martenson, Chris, The Crash Course, 2008, Chapter 12 + 13 URL: http://www.chrismartenson.com/crashcourse
• Münchau, Wolfgang, Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können, München 2008
• Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen: Von faulen US-Krediten bis zur Kernschmelze des internationalen Finanzsystem, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Hannover 2009
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Facharbeit Wirtschaft/Recht: Die US-Immobilienkrise Verfasser: Lukas Brückner
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Endnotenverzeichnis
Vgl. http://www.tagesschau.de/inland/unwort106.html 1)
Vgl. Konrad Adenauer Stiftung, Lehren aus der Finanzmarktkrise - Ein Comeback der 2)
sozialen Marktwirtschaft, 2008
Vgl. Watt, Andrew, The economic and financial crisis in Europe: addressing the causes and the repercussions, 2008 Vgl. http://www.ibrp.org/print/3250
Vgl. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/508/317383/text/print.html Präsident Frank D. Roosevelt verkündete 1933 den „New Deal“, um die Wirtschaftskrise 3)
zu bekämpfen. Er beinhaltete staatliche Überwachung von Banken, eine staatliche Einlagensicherung, die Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken und weitere Maßnahmen. Auch wurden überbundesstaatliche Aktivitäten von Banken untersagt, wozu Fannie Mae gegründet wurde, um Liquiditätsbedarf auszugleichen. Vgl. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-542074,00.html 4)
Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen: Von faulen US-Krediten bis 5)
zur Kernschmelze des internationalen Finanzsystem, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Hannover 2009, S. 1
Subprime-Krise wird in dieser Arbeit als Synonym zur Immobilienkrise benutzt, obwohl 6)
damit eigentlich nur die Krise auf dem Teilsegment von Schuldnern mit schlechten Bonitäten gemeint ist. Im amerikanischem Hypothekenmarkt unterscheidet man Prime, und Non-Prime Schuldner. Prime-Schuldner haben dabei ein hohe Bonität. Non-Prime sind sowohl Subprime als auch Alt-A-Schuldner, wobei Subprime die unterste Stufe darstellt und somit am anfälligsten war.
Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 2 7)
Vgl. http://www.federalreserve.gov/fomc/fundsrate.htm 8)
Vgl. http://www.opinionjournal.com/forms/printThis.html?id=110010981 9)
10) Vgl. http://dallasfed.org/news/speeches/fisher/2006/fs061102.cfm Erfunden wurde dieses System in den 1970er Jahren nach dem ersten Ölcrash und soll 11)
langfristige Trends messen, doch scheint es eher die Inflationsrate statistisch in Grenzen zu halten.
Vgl. Otte, Max, Der Crash kommt: Die neue Weltwirtschaftskrise und wie Sie sich darauf vorbereiten, Berlin, 2006, S. 135
12) Vgl. Münchau, Wolfgang, Vorbeben: Was die globale Finanzkrise für uns bedeutet und wie wir uns retten können, München, 2008, S. 9
13) Vgl. http://dallasfed.org/news/speeches/fisher/2006/fs061102.cfm 14) Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik: Banken außer Kontrolle; wie Kredithaie die Weltkonjunktur ins Wanken bringen, Murnau a. Staffelsee, 2008, S. 129 Vgl. The Economist, Economist Intelligence Unit, Heading for the rocks - Will financial turmoil sink the world economy?, London, 2006, S. 8
dt.: Verbraucher der letzten Instanz. Manchmal auch als importers of last resort bezeichnet. Anspielung auf die Aufgabe einer Notenbank als lender of last resort. 15) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 24f 16) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 79 Vgl. Martenson, Chris, The Crash Course, 2008, Chapter 12 + 13 17)
http://www.chrismartenson.com/crashcourse
18) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 26
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19)
Vgl. US Census Bureau, Press Release Third Quarter 2008, Oktober 2008
20)
Auch conforming loans genannt. Ungefähr mit Prime gleichzusetzen, jedoch zählt als conforming sogenannte jumbo loans nicht. Zur Zeit beträgt diese Grenze $417.000 für Eigenheime (vgl. fanniemae.com)
21) 1992: Federal Housing Enterprises Financial Safety and Soundness Act of 1992, die GSEs müssen mit einem gewissen Anteil ihrer Hypotheken dem affordable housing unterstüzten.
1995: Neue Regelungen des Community Reinvestment Act: Fannie darf Subprime-Sicherheiten kaufen
2000: Fannie muss nun 50% ihrer Hypotheken Mittel- und Unterschichten bereit stellen 22) Vgl. Joint Center for Housing Studies of Harvard University, The State of The Nation's Housing 2008, 2008
23) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 7 24) Vgl. Blundell-Wignall, Adrian, Financial Market Trends: The Subprime Crisis: Size, Deleveraging and Some Policy Options, OECD 2008
25) Der Kreditmarkt wird in der Literatur teilweise als Untermarkt des Kapitalmarktes gesehen, manche sehen ihn als seperaten Markt. Auf eine genaue Unterscheidung zwischen Kapital- und Kreditmarkt wird hier deswegen verzichtet. 26) Als so sicher galten sie deshalb, weil sie von den meisten als praktisch staatliche Agenturen angesehen wurden. Zwar wurden Fannie und Freddie 1968 privatisiert, aber sie genossen trotzdem noch Vorteile am Markt und auch seitens der Regierung. Auch wenn einige Politiker immer wieder unterstrichen hatten, dass die GSE keine Garantie Staat hätten, hat doch die letzte Entwicklung gezeigt, dass die Annahmen gar nicht so verkehrt waren. (Vgl. Kapitel 3.1)
27) Eine MBS ist dabei nicht viel anders als eine langfristige Anleihe, die einen gewissen Zinssatz an Gewinn abwirft und mit einer Hypothek gedeckt ist. 28) Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik, a.a.O., S. 72 29) Auch Financial Engineering genannt. Als wichtigste Veränderung wird die „Atomisierung des Risikos“ genannt. Claudio Bario teilte die Entwicklungen in zwei Phasen: 1990er Jahre standen die Marktrisiken im Vordergrund, ab 2000 die Kreditrisiken.
Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik, a.a.O., S. 42f 30) Neben dem Ausfallrisiko ist bei Subprime-Hypotheken auch noch das Zwangsversteigerungsrisiko, das Vorfälligkeitsrisiko und das Zinsänderungsrisiko zu berücksichtigen. Bei Prime-Hypotheken spielen Zwangsversteigerungsrisiko und Zinsänderungsrisiko kaum eine Rolle. Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik, a.a.O., S. 74f
31) Diese Zweckgesellschaft wurden meist in Finanzoasen angesiedelt, um Steuernachteilen und Regulierung zu entgehen.
32) Vgl. Kapitel 2.1: Privaten Banken blieben meist nur Non-Prime-Schuldner 33) Am Geldmarkt werden neben Interbankenkrediten auch Geldmarktpapiere gehandelt. Dazu gehören die Commercial Papers, CP, und Asset-Backed Commercial Papers, ABCP. Sie sind sehr kurzfristig und werden meist nur von großen oder renommierten Unternehmen ausgegeben, um sich zu finanzieren. Deshalb ist hier der Zinsaufschlag relativ gering.
34) Im Folgenden werden ich jedoch auf eine genaue Differenzierung verzichten, da SIVs, SPVs und Conduits im Prinzip das gleiche tun: Sie investieren langfristig und finanzieren sich kurzfristig, was ihnen Gewinne über die Zinsdifferenz einbringt (Hedge-Fonds haben das übrigens auch gemacht).
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35)
Es wurden nicht nur Hypotheken auf diese Weise verbrieft, sondern auch andere Kredite wie Kreditkartenschulden oder Autokredite
36) Nach der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung steht einem Leistungsbilanzdefizit (Handelsbilanz ist Teil der Leistungsbilanz) ein Überschuss an Kapitalimport gegenüber. D.h. Inländer verkaufen Aktiva an Ausländer oder nehmen bei ihnen Schulden auf. 37) http://www.businessweek.com/print/investor/content/oct2008/pi20081017_950382.htm 38) Obwohl ab 2003 die Federal Reserve langsam ihre Zinsen wieder anhob, hatte dies erstmal kaum Auswirkungen auf die Hypotheken-Zinsen. Das lag an den meist asiatischen Ländern, die zur Unterbewertung ihrer Währung riesige Dollarreserven ankauften, insbesondere China und Japan. Diese investierten die Dollar wiederum in US-Staatsanleihen, sodass deren Kurse stieg, die Rendite aber sank. Und da US-Hypotheken-Zinsen sich traditionell an die US-Treasury Bonds orientierten, verpuffte die Leitzinserhöhung der Fed eine zeitlang.
Teilweise waren die ARM-Zinsen auch an den LIBOR-Zinssatz gebunden, sodass ein schnellerer Anstieg die Folge wäre. Da die Ausfallraten erst wirklich ab 2006 richtig stiegen, scheint das aber bei wenigeren der Fall gewesen zu sein. 39) Vgl. http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=9096735 40) Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik, a.a.O., S. 92 41) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 104 42) Die Ende 2006 eingerichtete Website, die „implodierte“ Mortgage Lenders (htp://ml - implode ) zählt und dokumentiert, erreichte im November 2008 die 300er Marke.
43) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 108 44) Die drei größten und wichtigsten Ratingagenturen sind Standard & Poor's, Moody's und Fitch
45) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 109 46) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 115 LTCM (Long-Term Capital Management) war in den 90ern einer der erfolgreichsten Hedge-Funds. Es arbeiteten sogar zwei Wirtschaftsnobelpreisträger bei LTCM, die eine Formel zur Preisbestimmung von Derivaten. LTCM ging an der russischen Finanzkrise zu Grunde und musste mit $3,75 Mrd. gerettet werden. 47) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 127 48) Rainer Sommer bezeichnet den 6. August als ersten Krisentag. Eigenen Berechnungen und Bloomberg nach kann ich dies aber nicht bestätigen.
49) Mit Risiko-Spread meine ich genauer gesagt den TED-Spread. Der TED-Spread ist die Differenz zwischen dem Zins für den Dreimonats-LIBOR und dem Zins für Dreimonats-US-Schatzwechsel (T-Bills). LIBOR steht für London Interbank Offered Rate und ist ein wichtiger Interbankzinssatz. Zinsen u.ä. werden oft auch in Basispunkten gemessen. Dabei sind 100 Punkte 1,0%.
50) Der Discount Window ist eine kurzfristige, ständige Fazilität der Fed, um plötzlich auftretenden Liquiditätsbedarf auszugleichen, was zu einer höheren - meist 1,0% mehr - Zinsrate als der federal funds rate geschieht. Bis Anfang 2008 waren nur Geschäftsbanken zu der Fazililtät zugelassen.
51) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 133 52) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 136 53) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 135 54) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 139
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55)
Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 143
56)
Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 144
57)
Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 145
58)
Vgl. http://afp.google.com/article/ALeqM5i2qEsuPjTXfhGOQfNtqtvzCumH7w
59)
Vgl. Kapitel 3.2, Börsen
60) Vgl. http://www.nytimes.com/2008/07/24/business/worldbusiness/24socgen.html?_r=1 61) Vgl. http://money.cnn.com/2008/03/28/magazines/fortune/boyd_bear.fortune 62) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 157 63) Vgl. Kapitel 2.1
64) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 171 65) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 172 66) Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 172 67) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 176 68) Die Regierung merkte an, sie wolle bis zu $200 Mrd. an Kapital bereitstellen. Trotz der prekären Lage am Häusermarkt wolle sie jedoch das Hypotheken-Portfolio ausweiten. Um dies alles zu bewerkstelligen, erhöhte kurzerhand der Kongress die zulässige Schuldenlast um $700 Mrd. auf insgesamt $11,2 Billionen. 69) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 179 70) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 180 Vgl. http://patrick.net/housing/contrib/nobailout.html 71)
Vgl. http://www.fedupusa.org/node/103
72) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 183 73) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 184 74) Ein Schritt, der Lehman Brothers zuvor verwehrt geworden war. 75) Nicht zu vergleichen mit einer deutschen Sparkasse Vgl. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/sparkassen100.html 76) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 191 Durch den abgeschlossen Kauf von Merrill Lynch Anfang 2009 ist die Bank of America wieder die größte Bank Amerikas.
77) Vgl. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/washingtonmutual104.html 78) http://www.tagesschau.de/wirtschaft/washingtonmutual104.html 79) Vgl. http://www.guardian.co.uk/business/2008/oct/04/citigroup.useconomy/print 80) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 191 81) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 183 82) Vgl. http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/die-sparkassen-forcieren-die-konsolidierung-der-landesbanken-374000/print/
83) Vgl. http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/84/166606/print.html 84) Vgl. http://images.zeit.de/text/news/artikel/2008/11/27/2671300.xml 85) Vgl.
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EE70A622AC1 B045F4B3FEB839AEC52685~ATpl~Ecommon~Scontent.html
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86)
Vgl. http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/bayernlb-naechstes-ungemach-droht-aus-island_aid_342460.html
Neuesten Zahlen zufolge machte die BayernLB 2008 ein Rekordverlust von €5 Mrd. 87) Vgl. BayernLB, Presseinfo: Eigentümer der BayernLB beschließen Eckpunkte zur Stärkung der Kapitalbasis und zur Zukunftsausrichtung der Bank, 29.11.2008 88) Vgl. http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/landesbank-baden-wuerttemberg-stuerzt-vom-thron-378748/print/
89) Vgl. http://www.wiwo.de/finanzen/milliarden-garantien-fuer-hsh-nordbank-378845/print/
90) Vgl. http://www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/:Neuordnung-der-Bankenlandschaft-Masterplan-f%FCr-Landesbanken/438708.html 91) Vgl. http://boerse.ard.de/druck_clickthrough.jsp?key=click_through_264486 92) Die KfW Bankengruppe war Hauptaktionär der IKB, erst mit 38%, später mit 43%, bevor sie auf über 90% aufstocken musste, um der IKB genug Kapital zuzuführen. Die KfW ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. 93) Vgl.
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E83D5DC2F9 A284FCCBC7BCAFE19CF5938~ATpl~Ecommon~Scontent~Afor~Eprint.html 94) Vgl.
http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1928/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/ Geld__und__Kredit/016__Verkauf__der__KfW-Anteile__FAQ.html 95) Vgl.
http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/banking_and_finance/ article3837396.ece?print=yes&randnum=1232723299720
96) http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/commerzbank-uebernimmt-dresdner-zum-schnaeppchenpreis-379540/
97) Vgl. http://www.wiwo.de/finanzen/commerzbank-nutzt-rettungschirm-der-bundesregierung-376237/print/
98) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 192 99) Vgl. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/hyporeal110.html 100) Vgl. http://www.sueddeutsche.de/finanzen/489/318362/text/print.html 101) Vgl. http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/700/171199/print.html 102) Vgl. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20670001&refer=home&sid=aM8K8VAsMafY 103) Vgl. http://www.ubs.com/1/g/about/news.html?isPrintPage=Yes&newsId=154216&pageId=39662 104) Vgl. http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/ubs-schreibt-zehn-milliarden-dollar-ab-258479/print/
105) Vgl. http://online.wsj.com/article/SB122425739356744673.html 106) Vgl. http://www.thisismoney.co.uk/saving-and-banking/article.html? in_article_id=454063
Das Banking (Special Provisions) Act 2008 wurde nach der Fast-Pleite von Northern Rock verabschiedet und hatte davor bereits Bradford & Bingley teils verstaatlicht. 107) Eigentlich, wie erwähnt, wurden die Banken nicht im wirtschaftlichen Sinne verstaatlicht durch eine Beteiligung, sondern „nur“ unter die Obhut der Behörden gestellt. M.E. ist eine genaue Differenzierung nicht sinnvoll, sodass beide Begriffe synonym verwendet werden.
108) Vgl. http://www.economist.com/world/europe/PrinterFriendly.cfm?story_id=12762027
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109)
Vgl. http://www.wiwo.de/politik/spaniens-banken-trotzen-der-finanzkrise-375321/print/
110)
Vgl. http://www.economist.com/world/europe/PrinterFriendly.cfm?story_id=12436221
111)
Vgl. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20670001&sid=asAJjiHQgPEw
112)
Vgl. http://news.bbc.co.uk/go/pr/fr/-/2/hi/business/7694275.stm
113)
Die Autoren der Studien fanden einen direkten Zusammenhang zwischen Konzentration und Kriminalität in diesen Regionen.
114) Vgl. http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/_b=1055010,_p=30,_t=ftprint 115) Vgl. http://www.bloomberg.com/apps/news? pid=20670001&refer=us&sid=aswiJZGC2Ca8
116) Vgl. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/boerse/bwien/353377/print.do 117) Vgl. Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 04/08, S. 33 Damals sprach die Zeitschrift jedoch der Studie entgegen und meldete, dass sie in Mittelfranken kein Finanzierungsprobleme messen konnten.
118) Vgl. http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/_b=2117713,_p=31,_t=ftprint 119) Vgl. http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/_b=2117873,_p=31,_t=ftprint 120) Vgl. http://www.forbes.com/2008/11/19/consumer-debt-savings-oped-cx_nr_1120roubini_print.html 121) Vgl.
http://www.all4finance.de/index.php;do=show/site=bm/sid=1048899057497b3e001f92 6261399817/alloc=202/id=10899/pr=1
122) Vgl. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,druck-585366,00.html 123) Vgl. http://www.wiwo.de/politik/finanzkrise-erreicht-schwellenlaender-375946/print/ 124) Vgl.
http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~E765691794 0D0485E80A1D62902543256~ATpl~Ecommon~Scontent.html
125) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 147 126) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 147 In den USA blieb am Montag aufgrund des Martin Luther King Days die Wall Street geschlossen. Unerwartet kam dann auch die größte Leitzinssenkung der Fed seit über 25 Jahren von -0,75%. Das konnte die Märkte geringfügig beruhigen, am Dienstag verlor der DJI 1,1%.
127) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 165 128) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 172 129) Vgl. Kapitel 3.1
130) Vgl. http://money.cnn.com/2008/12/24/news/companies/indymac/index.htm? postversion=2008122415
131) Vgl. http://www.nytimes.com/2008/09/16/business/worldbusiness/16markets.html 132) Vgl. Sommer, Rainer, Die Subprime-Krise und ihre Folgen, a.a.O., S. 187 133) Vgl. http://www.foxnews.com/printer_friendly_story/0,3566,433623,00.html 134) Vgl. http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Folgen-der-Finanzkrise-Deutsche-Anleger-verlieren-110-Milliarden/457357.html 135) Vgl. http://www.bloomberg.com/apps/news? pid=20670001&refer=home&sid=ataVotdLreS0
136) Diese Aussage ist mit Vorsicht zu genießen, da die „Diagnose“ auf einem einzelnen
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Indikator beruht und die Aussagekraft folglich eingeschränkt ist. Jedoch bestätigen auch andere Anzeichen, die auch zum Teil in diesem Kapitel aufgeführt werden, diese Vermutung. Daher sollte man die logische Verknüpfung nicht zu direkt sehen.
137)
Vgl. http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20670001&sid=aniNd2kN.vdI
138)
Vgl. http://www.msnbc.msn.com/id/24896359/print/1/displaymode/1098/
139)
Vgl. http://biz.yahoo.com/ap/081103/auto_sales.html?printer=1
140)
Vgl. http://www.reuters.com/articlePrint?articleId=USTRE4B70ME20081224
141)
Vgl. http://www.handelsblatt.com/unternehmen/_b=2092940,_p=5,_t=ftprint
142)
Vgl. http://www.handelsblatt.com/journal/sport/_b=2112113,_p=157,_t=ftprint
143)
Vgl. http://www.wiwo.de/politik/us-steuerspartricks-raechen-sich-fuer-deutsche-kommunen-375345/print/
Zudem wurde das Steuerloch in 2004 in den USA abgeschafft, sodass Schadensersatzforderungen seitens der Investoren möglich wären, wenn der Spareffekt weg fällt
144) Vgl. http://www.mz-web.de/artikel?id=1229928681783 Mittlerweile korrigiert auf -2,25% (Stand 22.01.2009) Siehe auch Tabelle 1
145) Vgl. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltbank102.html 146) Vgl. http://www.ecb.europa.eu/stats/monetary/rates/html/index.en.html Mittlerweile bei 2,00% (Stand 15.01.2009)
147) Vgl. http://www.wiwo.de/finanzen/g7-finanzminister-kuendigen-aktionsplan-an-374166/ 148) Deflationen sind stärker gefürchtet als Inflationen, da bei deflationären Tendenzen Investitionen mit der Erwartung von sinkenden Preisen verschoben werden. 149) Vgl. http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/contra-konjunkturprogramme-der-konsum-laesst-sich-nicht-steuern_aid_354252.html 150) Vgl. Köhler, Wolfgang, Wall-Street-Panik, a.a.O., S, 169 151) Vgl. http://www.wiwo.de/finanzen/lehren-aus-der-finanzkrise-381920/print/ 152) http://www.wiwo.de/politik/g20-staaten-wollen-globales-finanzsystem-reformieren-378244/print/
153) Vgl. http://www.wiwo.de/politik/ifo-chef-fordert-schaerfere-vorschriften-374052/print/ 154) Vgl. http://knowledge.wharton.upenn.edu/article.cfm?articleid=2112 155) Chris Martenson, a.a.O., Chapter 1
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Lukas Brückner, 2009, Die US-Immobilienkrise - Ein Gefahrenherd für die Weltwirtschaft?, München, GRIN Verlag GmbH
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