Universität Salzburg
Institut für Kommunikationswissenschaften Sommersemester 1999
MacGyver: Eine Analyse der Serie
Herbert Reichl
Martin Payrhuber Juni 1999
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Inhaltsverzeichnis:
1) MacGyver 3
1.1) Einführung 3
1.2) Zahlen, Daten, Fakten 5
1.3) Charaktere 6
1.4) Organisationen innerhalb des MacGyver-Universums 11
1.5) MacGyver: Ein gewaltloser Held in einer gewalttätigen Welt 11
1.6) Handlungsstruktur und Erzählweise 13
1.7) Generelle Bemerkungen 17
1.8) Die Handlungsträger der Serie 18
2) Bibliographie 23
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1 MacGyver
1.1 Einführung
Um es dem Leser dieser Analyse ein wenig leichter zu machen, sich in eine komplexe Serienwelt wie die des MacGyver hineinzuversetzen, ist es nötig, gleich am Anfang die wesentlichen Fakten darzustellen, die dann im Laufe dieser Arbeit vertieft und erweitert werden.
MacGyver, der Titelheld der Serie , ist eine Art moderner James Bond, ein Indiana Jones, der darauf bedacht ist bzw. sein muß, mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hauszuhalten. Er braucht nur sein Schweizer Messer und was in nächster Nähe so herumliegt und er kann einen Konvoi voller Bösewichte stoppen, einen Hubschrauber vom Himmel holen oder eine Geisel aus der uneinnehmbarsten Festung befreien. Wenn alle anderen Möglichkeiten erschöpft sind, um das anstehende Problem zu lösen, wird der Auftrag an MacGyver übergeben (man weiß nie so genau, wer den Auftrag gibt), und er hat noch nie eine Herausforderung angenommen, der er nicht gewachsen gewesen wäre (vgl. Merril l).
Das Nette an MacGyver ist, daß er keine Waffen trägt, geschweige denn sie benutzt. Wenn es zu einer Schießerei kommt, läuft er meistens wie von der Tarantel gestochen herum, strickt sich aus Spinnweben eine kugelsichere Weste oder bastelt sich aus ein paar Büroklammern ein Fluchtfahrzeug. Das ist natürlich übertrieben - aber nicht sehr. Auf das Thema „Gewaltlosigkeit“, das im Umfeld von Kindern und Jugendlichen natürlich ein sehr wichtiges ist, wird später im Kapitel 1.5 noch näher eingegangen. Außer daß er verhältnismäßig gutaussehend ist, was ihm natürlich bei seinen weiblichen Fans zahlreiche Bonuspunkte einbringt, ist Richard Dean Anderson, der Darsteller des MacGyver, auch sonst genau der richtige Mann für die Rolle des klugen, oft ein bißchen sarkastischen Abenteurers, der bei seinen Aufträgen seinen Rucksack nicht für Sachen, die er mitnimmt, trägt, sondern für Sachen, die er unterwegs aufliest.
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Seine Rolle bedarf zwar keiner schauspielerischen Glanzleistungen, aber Anderson, ein TV-Veteran aus verschiedenen US-amerikanischen Serien, schafft es, sie mit genau dem richtigen Quäntchen Lebhaftigkeit zu spielen. Die Produzenten wissen ebenfalls genau, was sie machen: geniale und zynisch - scharfe Texte, zielbewußte Regie und eindrucksvolle Spezialeffekte (vgl. Merrill).
Die meisten Actionserien beginnen mit einem sogenannten "Haken" (engl. "hook"), damit meint man spannende Szenen aus der jeweiligen Folge, die den Seher davon abhalten sollen umzuschalten. MacGyver hingegen beginnt mit etwas, das das Produzententeam "opening gambit" genannt hat, frei übersetzt heißt das "MacGyver’s Eröffnungsschlagabtausch". Dieses "opening gambit" ist so etwas wie ein fünf- bis zehnminütiges Miniabenteuer mit dem Helden als Hauptakteur. Nach dessen Bewältigung beginnt erst die Haupthandlung der Folge. Dieses Element ist ein wirksames Stilmittel, einerseits um den Unterhaltungswert der Serie zu steigern, andererseits um die Haupthandlung inhaltlich zu festigen. So beginnt eine Folge damit, daß MacGyver auf einem Autofriedhof die Übergabe militärischer Geheimdokumente an fremde Spione stört. Er reißt die wertvolle Aktenmappe an sich, wird jedoch von den Spionen wieder gefaßt und in ein Auto gesperrt. MacGyver entkommt durch den Kofferraum und benutzt die vorhandene Gerätschaft um die Bösewichte in zehn Meter Höhe an einem Seil baumeln zu lassen. Jetzt erst kommt der Vorspann und MacGyver begibt sich nach Birma, um einen Kanister voll mit tödlichem Gift wiederzubekommen, der bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe eines Dorfes, dessen Bewohner Sklaven eines Drogenbosses sind, verlorengegangen ist. Jedoch wird bei MacGyver nichts zu ernst genommen. Ziemlich am Anfang dieser Folge, als Mac, wie ihn seine Freunde nennen, von den Soldaten des Drogenbosses in der sengenden Hitze an einen Pfahl gebunden wird, hört man ihn sagen: "Meine Mutter wußte immer, wie man herrliches Grillhähnchen zubereitet, jetzt beginne ich, Mitleid mit dem Hähnchen zu empfinden." Angesichts der brenzligen Situation, in der MacGyver sich befindet, ist so ein Scherz natürlich reinster Galgenhumor, wie er in Wirklichkeit sicher nie vorkommen würde. Die Serie MacGyver ist jedoch der Wirklichkeit meistens doch ein wenig fremd, und das wissen
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ihre Seher auch ganz genau. Darum wirken solche Witze auch nicht grotesk, sondern sind vielmehr ein starkes Standbein, wenn nicht sogar das Um und Auf der Serie. (vgl. Merrill) 1.2 Zahlen, Daten, Fakten Schauspieler: Richard Dean Anderson Angus MacGyver Dana Elcar Pete Thornton Gelegentlich auftretende Schauspieler: John Anderson Harry Jackson (1985 - 1990) Teri Hatcher Penny Parker (1986 - 1990) Bruce McGill Jack Dalton (1986 - 1992) Michael Des Barres Murdoc (1987 - 1991) Elyssa Davalos Nikki Carpenter (1987 - 1988) Dalton James Sean A. „SAM“ Malloy (1992) Idee von: Lee David Zlotoff Produzententeam: Henry Winkler, John Rich, Stephen Downing, Michael Greenburg Musik: Randy Edelman, Dennis McCarthy, Ken Harrison
MacGyver ist eine Henry Winkler / John Rich Produktion in Verbindung mit Paramount Broadcast on ABC Television. MacGyver wurde zum ersten Mal im amerikanischen Fernsehen am 29. September 1985 auf ABC ausgestrahlt, lief dann nahezu ununterbrochen bis zur Einstellung der Serie 1992, zum letzten Mal wurde sie am 8. August selbigen Jahres über den Äther geschickt.
Nach der Absetzung der Serie wurden noch zwei Fernsehfilme gedreht, die Handlung folgte dem Schema der Serie: MacGyver: Der Schatz von Atlantis (1994) MacGyver: Endstation Hölle (1994) (vgl. Brooks)
Arbeit zitieren:
Herbert Reichl, 1999, MacGyver: Eine Analyse der Serie, München, GRIN Verlag GmbH
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