Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis............................................................................................ 2
I. Einleitung. 3
II. Gründe und Bedeutung der nonverbalen Kommunikation. 4
III. Gestik und Mimik in der Antike 7
IV. Die Bedeutung der Gestik im Mittelalter. 12
V. Der Körper als Medium 15
VI. Schlußbemerkung. 16
VII. Literaturverzeichnis. 18
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I. Einleitung
Die Kommunikation ist ein Prozeß der Mitteilung, bei dem Informationen der verschiedensten Art ausgetauscht werden. Die Informationen können durch eine große Anzahl von Kommunikationsmitteln übertragen werden. Diese Träger der Informationen müssen nicht zwangsläufig Sprache oder Schrift sein. Diese Medien, also Mittel der Informationsweitergabe, entwickelten sich zwangsläufig nach den ursprünglichen Medien der Informationsweitergabe, der Gestik und der Mimik, die jedoch einzeln als auch sprachbegleitend sein können. Nun stellt sich hier die Frage, wann Gestik und Mimik als Medium der Kommunikation eingesetzt werden. Zuvor sollen jedoch die Begriffe geklärt werden. Der Begriff Gestik hat seine Ursprünge im lateinischen Wort gestus, was so viel wie die redebegleitende Gebärde bedeutet. Besonders in der Antike wurde die actio der Kommunikation in die vox ( Stimmführung) und in die motus (Bewegung) unterteilt. Diese Bewegung wird von Quintilian in vultus (Mimik) und gestus unterteilt. 1 Die Mimik bezeichnet die Bewegungen des Kopfes, des Gesichts, der Augenbrauen und der Augen, sowie der Schultern. Ursprünglich bedeutet das Wort Mimik, das aus dem griechischen Wort Μιμος entstanden ist, die darstellende, begleitende, erklärende und auch nachahmende Bewegung. Die Gestik bezeichnet er als die Bewegung der Finger und der Hände, wobei die Arme bei ihm weniger Bedeutung einnahmen. Das lateinische Wort gestus wird nach der Wurzel von gero, gerere gebildet. Dies bedeutet tragen oder machen. Aus dem Substantiv gestus wird das Verb gestire gebildet, das besonders im Zusammenhang mit Gesten gebraucht wird, die ein Gefühl ausdrücken. Insbesondere in römischer Zeit wurde das Gefühl der Freude mit dieser Vokabel ausgedrückt. Die Bewegung (motus) als Oberbegriff von gestus und vultus kann die gleiche Bedeutung wie gestus einnehmen. Hier wird die Körperbewegung gemeint (motus corporis). Im Griechischen gibt es für beide Begriffe nur eine Entsprechung, nämlich das Wort (Bewegung). 2 Die Wissenschaft, die sich mit der Bedeutung der Κινησις
Körpersprache beschäftigt, wird auch Kinestik genannt. Hier spielt auch der Begriff der Gebärde eine Rolle, da sie ähnlich wie die Gestik als Informationsübermittler dient, sogar in mannigfaltiger Form. Auf diesen Punkt soll in Kapitel drei und vier näher eingegangen werden.
Es gibt verschiedene Gründe, warum man sich der Mimik und der Gestik als Medium
1 Vgl. “Der Neue Pauly“ Lexikon der Antike Band 4. Stuttgart, Weimar S.1022
2 Vgl. Schmitt, Jean-Claude: Die Logik der Gesten im europäischen Mittelalter. Stuttgart 1992 S.36
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der Kommunikation bedient. Die nonverbale Kommunikation besitzt eine große Bedeutung in der Informationsübermittlung und in der Regulation des
Gesprächsablaufes. So fallen diese außersprachlichen Verhaltensphänömene, wie man die nonverbale Kommunikation auch bezeichnen kann, in die Forschungsgebiete zahlreicher Wissenschaftsdisziplinen. Nicht nur Soziologen, Linguisten und Anthropologen beschäftigen sich mit diesem Gebiet, auch Psychologen, Mediziner und Archäologen können aus der nonverbalen Kommunikation Schlüsse ziehen. Nonverbale Kommunikation wird im Deutschen auch häufig mit den Begriffen „außersprachliche Kommunikation“,“ nicht-linguistische Kommunikation“,“ averbale Kommunikation „gleichgesetzt. Im folgenden soll der Begriff nonverbal weiterhin verwand werden. So kann das geschrieben oder gesprochene Wort ersatzlos durch Gestik und Mimik ersetzt werden, sobald die zu übermittelnde Information einen gewissen Umfang und eine gewisse Komplexität nicht überschreitet. Aber auch die Bedeutung des gesprochenen Wortes kann durch die begleitende Gestik und Mimik eine ganz andere Bedeutung gewinnen. So kann die nonverbale Kommunikation sowohl alleine als auch sprachbegleitend angewandt werden.
II. Gründe und Bedeutung der nonverbalen Kommunikation
Warum bedient sich der Sender einer Information des Mediums Gestik und Mimik? Hierbei kann man feststellen, daß es fast unmöglich erscheint, nicht zu kommunizieren.Auch erscheint es dem Zuhörer merkwürdig, wenn eine Rede ohne jegliche Art der Mimik und Gestik vorgetragen wird. Der ganze Mensch wird zum Hermeneuten. 3 Dem Menschen stehen eine Reihe von Informationskanälen zur Verfügung, und es ist relativ selten, daß Mitteilungen unimodal ausgetauscht werden. 4 Hierbei muß allerdings auch berücksichtigt werden, daß man zwischen gewollter und nicht gewollter Gestik und Mimik unterscheiden muß. Ist das eine ein bewußter Versuch, eine Botschaft zu übermitteln, so ist das andere ein nicht beabsichtigter Akt der Kommunikation, der die Intention des Senders oft nicht wiederspiegelt. Aber auch der Empfänger einer Nachricht muß im Verlaufe eines Gespräches, durch Mimik und Gesten, zeigen, daß er Aufnahme bereit ist und dem Gespräch lauscht. Dies geschieht meist durch Körperhaltung, Blickzuwendung und Gestik. Auf diese Arten der
3 Vgl. Krause, Burkhardt (Hrsg.): Fremdkörper-Fremde Körper-Körperfremde, Stuttgart 1992
4 Scherer, Klaus R. und Wallbott Harald G (Hrsg.): Nonverbale Kommunikation: Forschungsbwericht
zum Interaktionsverhalten. Weinheim und Basel. 1979 S. 19
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Kommunikation, nämlich der Körpersprache, wird in Kapitel V näher eingegangen. Nun gibt es aber verschiedene Gründe, warum Zeichen zur Kommunikation verwendet werden. Zum einen sollte man unterscheiden, ob diese Zeichen sprachbegleitend eingesetzt werden, oder zur Verdeutlichung eines Sachverhaltes, oder ob die Gestik und Mimik die alleinige Möglichkeit sind, Informationen weiterzugeben. Hierbei müssen einige Vergleiche herausgearbeitet werden. Es ist von großer Bedeutung, ob die Gestik und Mimik bewußt oder unbewußt angewandt wird. Ist bei der bewußten Gestik und Mimik die Intention des Senders zur Informationsweitergabe klar erkennbar, so kann die unbewußte Informationsweitergabe durch unbewußt gegebene Zeichen geschehen. Als Beispiel kann man hier ein schmerzverzerrtes Gesicht, ein Gesichtsausdruck während des Schlafens, oder auch Körpersprache genannt werden, die wir meist unbewußt anwenden und die psychologisch gesehen große Rückschlüsse auf den momentanen Zustand einer Person gibt. Die bewußte Körpersprache ist im Gegensatz dazu ein gewolltes Mittel der Kommunikation und wird auch als ein solches eingesetzt. Nun muß hier unterschieden werden, ob eine Sprache vorhanden ist und warum diese Art von Gestik und Mimik verwandt werden. Ist keine Sprache vorhanden, wie zum Beispiel bei einem Kleinkind, das auf Gegenstände, das es begehrt, zeigt, so ist die Gestik das einzige Kommunikationsmittel. Auch bei einer Unzulänglichkeit des Schriftlichen, wie zum Beispiel im Mittelalter, gewinnt die Gestik ungemein an Bedeutung. Aber auch beim Fehlen eines geeigneten Mediums zur Weitergabe von Informationen wird die Gestik eingesetzt. Hierbei ist besonders die auf Bildern zu sehende Gestik in der Antike und im Byzantinischen Reich zu beachten. Im Mittelalter und in der Antike nahmen die Gesten eine Bedeutung ein, die mit der Moderne nicht zu vergleichen ist, gerade durch das Nichtvorhandensein andere Kommunikationskanäle. Deshalb werden in den darauffolgenden Kapiteln dieser Arbeit Sachverhalte dieser Art besonders berücksichtigt und behandelt. Ist die Gestik und Mimik bei Fehlen einer Sprache eine der wichtigsten Wege, Kommunikation zu betreiben, so nimmt sie bei Vorhandensein einer Sprache einen anderer Stellenwert ein. Gestik begleitet diese Sprache und kann dem gesprochenen Wort zu Nachdruck verleihen, aber auch die Bedeutung des gesprochenen Wortes verfälschen und verändern. Besonders in der antiken Rhetorik wurde diese Art der Redebegleitung zur Vollkommenheit entwickelt (siehe Kapitel III). Ist die Gestik und Mimik nicht sprachbegleitend, so müssen verschieden Gründe vorliegen, mit
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Zeichen zu kommunizieren. Diese Art der Kommunikation wird auch Substitution genannt, da hier keine sprachliche Äußerung durch Gestik begleitet wird, sondern der Bedeutungsinhalt direkt durch nonverbale Zeichen übermittelt wird. 5 Hierfür gibt es mehrere Gründe. Sehr einfach ist die Begründung, daß der Sender nicht sprechen möchte. Dies kann auch der Grund dafür sein, warum auf nonverbale Kommunikation zurückgegriffen wird. Die Person, die eine Information übermitteln möchte, kann nicht sprechen, zum Beispiel Taubstumme. Diese müssen ihrer gesamte Kommunikation mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems von Zeichen bestreiten. Auf diese Art der Kommunikation soll in Kapitel V näher eingegangen werden. Aber auch das vollständige Fehlen von Ton als Übermittler von Informationen zwingt den Sender ,seine Intentionen mit Hilfe von Zeichen zu übermitteln. Zum Beispiel in Stummfilmen muss deshalb auf die Gestik viel mehr Wert gelegt werden, um Stimmungen und Situationen einprägsam zu übermitteln. Ist zwar die Bereitschaft und auch die Möglichkeit zu sprechen gegeben, sprechen aber die Personen, die miteinander kommunizieren möchten, eine andere Sprache, so ist auch oft Gestik und Mimik die einzige Möglichkeit, Informationen auszutauschen. Der Begriff „Mit Händen und Füssen reden“ hat seinen Ursprung in dieser Situation. Hierbei ist besonders zu beachten, daß in verschiedenen Ländern und Kulturkreisen die gleiche Geste komplett andere Bedeutungen haben kann, da diese sich im Verlauf der Zeit veränderten. Aber auch die gleichen Bedeutungen können auf unterschiedliche Art und Weise ausgedrückt werden. Auch dieses Thema soll in Kapitel V eingehender behandelt werden. Die Gestik und Mimik wird auch dann an Stelle des gesprochenen Wortes gebraucht, wenn sie gegenüber dieser Art der Kommunikation Vorteile bringt. So kann das Kommunizieren mit Zeichen einen einfachen Umstand viel schneller erklären als das gesprochene Wort. Auch können Kommunikationshindernisse den Sender veranlassen, seine Botschaft mit Zeichen zu übermitteln. Hierbei ist natürlich von großer Bedeutung, daß eine größere Anzahl vorher festgelegter Zeichen vorhanden ist, obwohl ein Zeichengrundvorrat logisch erarbeitet werden kann, wie zum Beispiel das Deuten auf die eigene Person für ich. Solche Kommunikationshindernisse können zum Beispiel große Entfernungen oder ein hoher Lautstärkepegel sein, oder auch die Notwendigkeit, lautlos zu kommunizieren, wie zum Beispiel bei militärischen Zeichen. Eine andere
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Scherer, Klaus R. und Wallbott Harald G (Hrsg.): Nonverbale Kommunikation: Forschungsbericht zum
Interaktionsverhalten. Weinheim und Basel. 1979 S. 26
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Arbeit zitieren:
Martin Scherf, 2000, Gestik und Mimik als Medium der Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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