Gliederung
1. Einleitung 3
1.1 Allgemeine Angaben zur Themenwahl. 3
1.2 Allgemeine Angaben zur Vorgehensweise. 4
2. Hauptteil 5
2.1 Die Bedeutung der Familie. 5
2.2 Die Bedeutung und Aufgaben der Schule 7
2.3 Zwischenfazit 10
2.4 Die Erziehung in der Familie und in der Schule - Wer ist wie verantwortlich? 13
2.5 Mögliche Ansätze der Kontaktaufnahme zwischen den Erziehungspartnern
Elternhaus und Schule 13
2.5.1 Der Elternbrief - Nur Mittel zum Zweck oder tatsächlich wertvolles Mittel zum
Beziehungsaufbau zwischen Lehrer und Eltern? 14
2.5.2 Der Elternabend - nur eine lästige Pflichtübung? 16
2.6 Erziehungspartnerschaft: Elternhaus und Schule in Nordrhein-Westfalen. 19
2.7 Elternhaus und Schule als gleichwertige Partner in Nordrhein-Westfalen 22
3. Schluss. 23
3.1 Resümee. 23
Literaturverzeichnis : 25
1. Einleitung
1.1 Allgemeine Angaben zur Themenwahl
Anhand der Ergebnisse der PISA-Studie wird deutlich, dass Bildung und Erziehung in jedem Fall zusammengehören. Erziehung ist das Fundament jeder Bildung. Sie muss vorausgehen, bevor Bildung überhaupt gezielt und wirksam angewendet werden kann und zum Tragen kommt. Weiterhin benötigen Bildung und Erziehung das Vorbild der gesamten Gesellschaft, da sie besonders durch diese beiden Faktoren ihren Charakter erhält.
Das besondere Engagement bezieht sich natürlich auf die Eltern und Schulen, da sie primär mit der Erziehung und Bildung der Kinder zu tun haben und mit ihnen in Berührung kommen. Durch ihre Erziehung entscheiden sie mithilfe ihrer Vorbildfunktion und weiteren pädagogischen Mitteln über eine erfolgreiche Entwicklung der Kinder.
Die Zusammenarbeit von Eltern und Schule ist daher ein wichtiger Stützpfeiler erfolgreicher pädagogischer Arbeit. Der Erfolg erzieherischer Arbeit wird wesentlich durch die Kooperation aller Erziehenden bestimmt. Wenn sie erfolgreich gelingt, schafft sie den Kindern und Jugendlichen ein verlässliches Umfeld und erreicht die Bildung einer stabilen Persönlichkeit.
Partnerschaft enthält „demokratische Elemente im Sinne der Gleichberechtigung, des Nicht-Vorgesetzt-, Über- oder Untergeordnetseins sowie der gegenseitigen Achtung und Anerkennung“. 1 Sie beinhaltet das Zusammenwirken und gemeinsames Bewältigen einer Aufgabe (hier natürlich die Erziehung des Kindes durch Eltern und Lehrer), bei der jeder der Beteiligten auf den gegenseitigen Beitrag und die Mithilfe angewiesen ist. Nur so kann eine Partnerschaft dem Wort gemäß gelingen. Besonders wichtig sind klare Erziehungsstrukturen, vor allem in (kritischen) Zeiten und Umgewöhnungen wie der Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I, Pubertät, Berufsorientierung und Lebensplanung. Sie alle erfordern eine enge Zusammenarbeit und stabilen Halt von Elternhaus und Schule. Dabei sind gegenseitiger Respekt und Achtung voreinander wichtige Aspekte!
1 vgl. Born, S.498 oben
1.2 Allgemeine Angaben zur Vorgehensweise
Gegenstand meiner Hausarbeit ist es, in einem ersten Schritt die unterschiedlichen Bedeutungen und Aufgaben von Elternhaus und Schule herauszuarbeiten, um überhaupt zu erkennen, wie weit beide Komponenten Bestandteil bei der Erziehung der Kinder sind und wie sich ihr Verhalten und ihre Umgangsformen auf die Erziehung auswirkt.
In einem darauf folgenden Zwischenfazit werde ich die Positionen von Elternhaus und Schule evaluieren und miteinander in Bezug setzen. Weiterhin wird hier aufgezeigt werden, inwieweit sich die Zielperspektive von Erziehungspartnerschaft im Laufe der vergangenen Jahrzehnte entwickelt und verändert hat. Sie ist in entscheidendem Maße daran beteiligt, wie heutzutage Erziehungspartnerschaft umgesetzt wird.
Weiterhin sollen in dieser Hausarbeit einige praktische Ansätze für eine Kontaktaufnahme zwischen Eltern und Schule beziehungsweise Lehrer aufgeführt werden, denn über diese beginnt eine Partnerschaft und wird aufrechterhalten und gefestigt. Hier werden vor allem der Elternbrief des Lehrers und der Elternabend als Kontaktaufnahme thematisiert werden.
Schließlich möchte ich Bezug auf die Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule nehmen und wie sie in Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird. Das Sekretariat der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder der Bundesrepublik Deutschland gab 2004 eine Online-Broschüre heraus (siehe: www.kmk.org), in der die unterschiedlichen Ansatzpunkte für eine gelingende Erziehungspartnerschaft innerhalb der einzelnen Bundesländer beschrieben sind und das Bemühen darum, sie umzusetzen.
Da ich aller Voraussicht nach im Anschluss an mein Studium für Lehramt innerhalb von Nordrhein-Westfalen einen Arbeitsplatz suchen und einnehmen möchte, habe ich mich in der vorliegenden Hausarbeit auf die Ansatzpunkte zum Thema Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule von Nordrhein-Westfalen bezogen und spezialisiert.
Abschließend möchte ich dann in einem kurzen Resümee die Ergebnisse dieser Arbeit zusammenfassen.
2. Hauptteil
2.1 Die Bedeutung der Familie
Eine der am weitesten verbreiteten Formen des menschlichen Zusammenlebens ist die Familie. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Familie der wichtigste Faktor ist, der von frühester Kindheit an auf die Entwicklung des Menschen einwirkt. Die Familie gilt als die primäre Erziehungsinstitution und nimmt einen entscheidenden Einfluss auf die ersten Erfahrungen der Kinder über ihre Umwelt und sich selber ein.
Nicht umsonst ist daher auch das primäre Erziehungsrecht, welches im Grundgesetz Artikel 6, Absatz 2 verankert ist, den Eltern gegeben. Sie haben auf das Recht des Kindes zu achten und darüber hinaus auch auf die freie Entfaltung der Persönlichkeit Sorge zu tragen. 2 Dem Staat ist es untersagt, die Schullaufbahn des Kindes und damit seinen späteren Lebensweg zu dirigieren. Es ist das Bestimmungsrecht der Eltern, den Bildungsweg des eigenen Kindes selber zu bestimmen. Daher besteht für die Eltern auch die Wahl, ob sie ihr Kind auf eine private oder staatliche Schule schicken. Die Existenz solcher Privatschulen soll gewährleisten, dass die Realisierung bestimmter Wünsche seitens der Eltern gewährleistet wird, zum Beispiel die Erziehung nach christlichen Leitsätzen, die in öffentlichen Schulen möglicherweise zu kurz kommen. Innerhalb des staatlichen Schulwesens können sie weiterhin wählen, welche Schularten und Bildungsgänge das Kind, bei entsprechender Eignung, nach der Grundschule weiterhin besuchen und belegen soll. 3
Allerdings können die Grunderfahrungen der Kinder von Familie zu Familie sehr unterschiedlich ausfallen, da die Erziehungsberechtigten aus unterschiedlichen Schichten kommen, andere Gewohnheiten oder Erziehungsmaßnahmen weitergeben, unterschiedliche Werteempfinden besitzen usw. Die Erziehung eines Kindes findet, wie schon oben beschrieben, zuallererst in der eigenen Familie statt. Dies liegt natürlich daran, dass das Kind die ersten
2 vgl. Keck, S. 2 oben
3 vgl. Heckel, S. 438f
Lebensjahre, die das Kind sehr entscheidend in seiner Entwicklung prägen, mit seinen Eltern verbringt und in erster Linie von ihnen geprägt wird. Auch mit Eintritt in Kindergarten und Schule ist das Kind trotzdem den Großteil seiner Zeit mit seinen Eltern beziehungsweise seinen sonstigen Erziehungsberechtigten zusammen und erfährt daher hier seine grundlegende Erziehung.
Eltern gehen bei der Erziehung ihrer Kinder von bestimmten Wertorientierungen aus, die durch situative Bedingungen beeinflusst werden, woraus sich unterschiedliche Erwartungen an das Verhalten des Kindes ergeben. Obwohl man heutzutage nicht mehr so sehr den Begriff beziehungsweise die Unterteilung in Schichten macht, sieht man doch Unterschiede in der Wert- und Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, je nachdem wo es aufwächst.
Abgesehen von der Wertorientierung ist Eltern in der Regel die Persönlichkeitsentwicklung ihres Kindes wichtig. Demnach hat sie so einen großen Einfluss auf die Persönlichkeitsstruktur und kann so auch für den Schulerfolg eines Kindes mitbestimmend sein. 4
Zuletzt soll in diesem Abschnitt ein Blick auf die Elternerwartung an die Schule geworfen werden. Die meisten Eltern stellen sehr hohe Erwartungen an die Schule, auf die ihr Kind geht. Vor allem wünschen sie eine Gewährleistung dafür, dass in der Schule „aufgrund der Schulzeugnisse die zukünftige berufliche und soziale Stellung ihres Kindes gesichert“ wird. 5 Dies gilt heutzutage, in Zeiten unsicherer Arbeitsmarktsituationen und hoher Arbeitslosigkeiten, mehr denn je. „Erwartet wird in vielen Fällen auch die Vorbereitung der Kinder auf die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Aufgaben wie Verkehrserziehung, Fragen des Umweltschutzes, Körperpflege, Sexualerziehung, Erziehung zu positivem Freizeitverhalten und anderes“.
Dass es sich dabei grundlegend um primäre Erziehungsaufgaben handelt, die eigentlich Aufgaben der Eltern sind, die in der Schule lediglich ergänzt werden sollten, wird oftmals übersehen. Weitere Aufgaben, die heutzutage von den Eltern an die Schule übertragen werden ist die allgemeine Sozialisation wie Kommunikationsfähigkeit, Formen des Umgangs mit Mitmenschen, Ordnungsliebe, 4 vgl. Ziegenspeck, S. 22
5 vgl. Dietrichs, S. 43 unten
Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft. Kurz: Alles, was man mit „gutem Benehmen“ umschreibt, wird in zunehmendem Maße der Schule übertragen und teilweise bereits erwartet. 6
Aus diesem Grund ist eine Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und (Klassen)Lehrer besonders heutzutage so enorm wichtig. Die Lehrer werden oftmals mit vielen zusätzlichen Erziehungsmaßnahmen betraut (siehe oben), die eine Kooperation zu den Eltern unabdingbar macht! Es ist wichtig, ein vertrauensvolles Verhältnis untereinander aufzubauen, da nur so zum Wohle des Kindes gearbeitet werden kann.
2.2 Die Bedeutung und Aufgaben der Schule
Allgemein wird mit Schule zuallererst die Wissensvermittlung in Verbindung gebracht. Dies wird von den Eltern als entscheidende Rolle für die Zukunftsplanung ihrer Kinder von der Schule erwartet. Die Verbesserung der pädagogischen und unterrichtlichen Arbeit mit den Schülern sollte demnach für jeden Lehrer allemal Priorität haben.
Eine der Hauptaufgaben liegt daher in der Initiierung und Begleitung des Bildungsprozesses jedes einzelnen Kindes. Die Unterstützung des Kindes, einen ihm adäquaten Platz in der Gesellschaft zu finden, ist ein wichtiges Ziel, welches auch in allen Richtlinien und Lehrplänen ausdrücklich genannt wird. Um es zu erreichen, müssen alle am Erziehungsprozess des Kindes verantwortlich Beteiligten miteinander kooperieren. 7
Weitere Aufgaben, die auf einen Lehrer zukommen und die nicht direkt mit Wissensvermittlung zu tun haben, sind alle Faktoren, die sich auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, also auch das Lehrer - Eltern-Verhältnis, beziehen.
Dazu gehört zuerst, die Erwartungen der Eltern wahrzunehmen und mit Ernsthaftigkeit zu behandeln, verschiedene (flexible) Zeiträume anzubieten (vor allem für berufstätige Eltern), um dann Fragen und Probleme seitens der Eltern anzusprechen und aus dem Weg räumen zu können. Dazu müssen Beziehungen zwischen Elternhaus und Schule geknüpft und aufgebaut werden. Das setzt häufig
6 vgl. Dietrichs, S. 44 oben
7 vgl. www.learn-line.de, S. 1 unten
Arbeit zitieren:
Inka Lucht, 2008, Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule in NRW, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Aspekte kindlichen Spracherwerbs
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