Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Psychologische Kriegsführung, Propaganda und Desinformation 4
3. Kommunikation im Kosovo-Konflikt 5
3.1 Konfliktdeterminatnten 5
3.2 Konfliktursachen und -konstellationen 7
3.3 Zensur und Desinformation. 8
3.4 Zielgruppen serbischer Kommunikation 8
3.5 Serbische Friedfertigkeit. 9
4. Die NATO und die Medien im Kosovo-Konflikt. 10
4.1 Psychological Operations der NATO. 10
4.2 Die Sprache der NATO 11
4.3 PR des NATO-Bündnis 12
5. Medien als Brandstifter 13
6. Krisenkommunikation der Zukunft 15
7. Medienblauhelme - eine neue Aufgabe für die UNO? 17
8. Fazit 19
9. Literatur 21
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1. Einleitung
Der vierte jugoslawische Erbfolgekrieg hat erneut gezeigt, dass Europa noch weit entfernt ist von einer stabilen Friedensordnung, die Kriege wie im ehemaligen Jugoslawien undenkbar macht. Der Kosovo-Krieg 1998 bis 1999 wurde aus vielen Gründen von einer Krise zu einem Krieg. Ethnische, religiöse, nationale, sozioökonomische und demographische Faktoren sind im Kosovo mit einer doppelten Mehrheit- Minderheiten- Problematik verwoben. Propaganda und Desinformationen wurden in neuen Maßen und Mengen eingesetzt wie nie zuvor. Sie sind keine Erfindung des 20 Jahrhunderts. Seit der Erfindung des Buchdruckes, beziehungsweise seit dem es für Krieg eingesetzt wurde, entstanden Papiere mit falschen Meldungen oder professionell übertriebenen Karikaturen. Mundpropaganda konnte sich schneller verbreiten, weil viel mehr Menschen die Erstinformation hatten. Zeitungen wurden von Beginn an selbst von Streitkräften herausgegeben und zensiert. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung, veränderte sich die Art der Propaganda. Der Film setzte zu Beginn auf visuelle Aufmachungen, um Stärke zu demonstrieren. Das Radio förderte die Sprache und die Rhetorik des Krieges und der Propaganda. Heute werden Nachrichten, Telefon, Fax und das Internet für die psychologische Kriegsführung eingesetzt.
In dieser Arbeit möchte ich zuerst allgemein auf die psychologische Kriegsführung, Propaganda und Desinformationen eingehen, um dann in den darauf folgenden Kapiteln näher auf die Kommunikation und die Medienarbeit der Serben und der alliierten Streitkräfte eingehen zu können.
Daran anschließend werde ich die Medien und ihre Wirkung auf Menschen und Gesellschaften darstellen, um zu zeigen, welche Macht die Medien haben können. Das darauf folgenden Kapitel behandelt die Krisenkommunikation und wie diese in der Zukunft aussehen müsste, damit Desinformationen und Propaganda keine Chance mehr
1 Georg Seeßlen, Kriegsnovelle oder Wie eine Erzählgemeinschaft für einen moralischen Krieg erzeugt
wird, in: Klaus Bittermann/Thomas Deichmann (Hrsg.), Wie Dr. Joseph Fischer lernte, die Bombe zu
lieben, Berlin, 1999, S. 178
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haben. Im letzten Punkt möchte ich einen Lösungsvorschlag vorstellen, wie die internationale Gemeinschaft und die Vereinten Nationen in Konflikte eingreifen und hetzerische Propaganda verhindern können.
2. Psychologische Kriegsführung, Propaganda und Desinformation
Die psychologische Kriegsführung (Operative Informationen) umfasst alle Methoden und Maßnahmen zur Beeinflussung des Verhaltens und der Einstellungen gegnerischer Streitkräfte sowie fremder Zivilbevölkerung im Rahmen militärischer Operationen. Sie stützt sich auf die Grundlagen der modernen Lern-, Sozial-, Werbe- und Tiefenpsychologie, die speziell für militärische Zwecke konzipiert wurden. Sie bedient sich spezieller Methoden, wie z.B. der Propaganda oder der Hervorrufung gewünschter Reize. Des Weiteren arbeitet sie mit speziellen technischen Mitteln, um ihren Erfolg zu sichern, wie z.B. mit Massenmedien oder Raketen. Die psychologische Kriegsführung will den Kampfeswillen des Gegners brechen, den eigenen aufrechterhalten. Sie will den Gegner verunsichern, einschüchtern und täuschen. Die psychologische Kriegsführung ist keinesfalls neu, aber in den jüngsten Konflikten wurde und wird sie so geheim gehalten, dass man kaum konkrete Aussagen über Maßnahmen erläutern kann (vgl. Hartwig 1999, 24; Onlinequelle psychologische Kriegsführung). Die moderne Propaganda entstand im ersten Weltkrieg in Amerika. Sie war in Friedenszeiten aber vor allem in Krisen- und Kriegszeiten ein Mittel, um andere zu einem bestimmten Denken oder Handeln zu bewegen. Das Spektrum der Erscheinungsformen von Propaganda wurde ausgedehnt, über visuelle und operative Täuschung, Desinformation, Gerüchte und der Zersetzung bis zu Fälschungen und Diffamierungen. Aufgrund der globalen Medienlandschaft ist es heute viel leichter Propaganda zu verbreiten und mehr Reize einzuspannen. Gebräuchliche Mittel um Propaganda zu verbreiten sind Nachrichten, politische Kolumnen,
Regierungserklärungen und Kommentare, häufig auch durch die Beeinflussung der Lehrpläne in Schulen 2 (vgl. Hartwig 1999, S. 24; Onlinequelle Propaganda 2004).
2 Veränderung der Geschichte
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Desinformationen sollen den Gegner demoralisieren, indem er falsche Informationen bekommt und ihm eine falsche Wirklichkeit vorgespielt wird, um seine politische und militärische Führung vom Volk zu separieren und zu schwächen. Die Propaganda wurde und wird immer noch als ein sehr effizientes Mittel eingeschätzt, wie an Reaktionen der Gegenpropaganda in Masse und Kreativität zu sehen war, z.B. im Zweiten Weltkrieg als Millionen Plakate auftauchten mit der Aufschrift „Vorsicht bei Gesprächen. Der Feind hört mit.“. Auch im Kalten Krieg war die Verbreitung von Desinformationen ein wichtiges Mittel der Sowjetunion, um CIA und andere amerikanische Sicherheits- und Nachrichtendienste sowie die Medien zu diskreditieren. Dies geschah natürlich auch von der amerikanischen Seite, um die Sowjetunion zu diskreditieren. In Kriegszeiten stellen Desinformationen und Gerüchte aber auch schon eine Gefahr für die Ebene des Militärs dar. Auf dieser Ebene kann Gedankengut aufgewühlt und so Kleingruppen demoralisiert werden, die sich in der Masse zu einer Großgruppe entwickeln können (vgl. Hartwig 1999, S. 42-45).
3. Kommunikation im Kosovo-Konflikt
3.1 Konfliktdeterminanten
Billing (1992) teilt einen Konflikt, nach seinem Konfliktsimulationsmodell, in vier Phasen mit unterschiedlichen Intensitäten ein. Er unterscheidet den latenten Konflikt, die Krise, die ernste Krise und den Krieg von einander. Nach diesem Modell von Billing werden die Auseinandersetzungen im Kosovo 3 als latenter Konflikt eingestuft. Es waren viele Menschen von Repressionsmaßnahmen, Manifestationen und Generalstreiks betroffen und sie erstreckten sich über eine lange Zeit. Allerdings musste niemand in dieser Zeit bzw. in dieser Phase einen Kriegsausbruch befürchten. Ab 1989 bis 1996 eskalierten viele Situationen und es kann in dieser Zeit von einer Krise gesprochen werden. Die Konfrontationen wurden intensiver und anhaltender, die Handlungen der beiden Akteure im Kosovo und in
3 Von 1981 bis 1989
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Serbien wurden immer radikaler. Die serbische Regierung und ihre Armee verfolgte nun zielstrebig kosovo-albanische Protagonisten. Im Gegensatz dazu proklamierten die Kosovo-Albaner immer intensiver ihre Unabhängigkeit. Mit dem Auftreten der UCK 1996 wurde die Krise zu einer ernsten Krise im Kosovo. Serben und Kosovo-Albaner begannen fanatisch Waffengewalt einzusetzen und es bedeutete, dass ein Kriegsausbruch befürchtet werden musste. Mit wiederholten Angriffen gegen serbische Polizeikräfte im Kosovo provozierte die UCK Vergeltungsschläge der Serben. Durch die großflächigen Einsätze der UCK sowie dem Einsatz von schweren Waffen der Serben im Frühjahr 1998 eskalierte der Konflikt im Kosovo und wurde zum Krieg. Die allgemeine Bedrohungslage umfasste allgemeine Diskriminierung, Körperverletzung, Verschwindenlassen, Bedrohung, Enteignung und Ermordung (Billing 1992; Dischl 2002, S.70, 107-111).
Nach Hartwig sind „die entscheidenden Rahmenbedingungen des Kosovo-Konfliktes die lange Reduktion auf den Luftkrieg durch die NATO, der weitgehende Verzicht der Serben auf mögliche militärische Gegenschläge gegen die NATO und die Vertreibungspolitik gegenüber den Kosovoalbanern, die Einbeziehung der UCK als einer dritten, guerillaartig kämpfenden Kraft, die komplexe psychologische Situation und nicht zuletzt die Migration, die serbische und albanische Minderheiten in vielen am Konflikt beteiligten Staaten hat entstehen lassen.“ (Hartwig 1999, S. 188) Anders als in anderen Konflikten schafften es die Serben über Ereignisse zu berichten, so dass ihre Intention auf eine bestimmte Weise übermittelt wird. Sie schafften es auch Ereignisse zu inszenieren als hätten sie wirklich stattgefunden bzw. Ereignisse für sie passend zu gestalten. Bei diesen Übermittlungen nahm die serbische Kommunikation genauso wenig humanitäre Rücksicht wie bei ihrer Kriegsführung.
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Arbeit zitieren:
Marian Stüdemann, 2007, Medien und Krieg am Beispiel Jugoslawiens und des Kosovo-Krieges, München, GRIN Verlag GmbH
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