Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Erlebnisaktivierende Methoden 4
3. Ziele und Unterscheidungen von Rollenspielen 5
4. Das Rollenspiel als komplexe Intervention 6
5. Instrumente des Rollenspiels 7
6. Diagnostisches Rollenspiel 9
7. Das Sozialtherapeutische Rollenspiel 10
7.1 Einführung 10
7.2 Ziele des sozialtherapeutischen Rollenspieles 10
7.3 Unterscheidung 11
7.4 Das Sozialtherapeutische Rollenspiel im Rahmen der Arbeitsformen der
professionellen Sozialen Arbeit 12
7.5 Das Sozialtherapeutische Rollenspiel im Rahmen der Familienbehandlung13
7.6 Die Veränderung der sozialen Wahrnehmung, der Einstellung und der
Kommunikation 14
7.6.1 Die Veränderung der sozialen Wahrnehmung 14
7.6.2 Die Änderung von Einstellungen 15
7.6.3 Möglichkeiten zur Kommunikationsverbesserung 16
8. Das Psychodrama 17
9. Fazit 19
10. Literatur 22
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1. Einleitung
Für kaum jemanden ist das Spielen von Rollen völlig neu. Jeder hat in der Kindheit Familie, oder seine Helden nach gespielt und darin seinen Allmachtsfantasien freien Lauf gelassen.
Im Spiel wird die Wirklichkeit simuliert ohne Ernsthaftigkeit oder nachteilige Konsequenzen fürchten zu müssen.
Im Rahmen der Beratung verbirgt sich das Geschützte und Sichere. Das Rollenspiel versteckt sich in vielen pädagogischen und therapeutischen Ansätzen und in zahllosen Formen und Varianten, dass es schwer wäre auf alle näher einzugehen. Hinter allen Rollenspielformen liegt als erstes das spontane Spiel der Kinder, als zweites der Erlebnischarakter des Rollenspiels. Indem ein Mensch mit seiner Rolle im Spiel eine fremde, neue und aufregende Rolle annimmt und diese in dem geschützten Rahmen der Gruppe spielt, macht er neue Erlebnisse und Erfahrungen. Warum soll ein Rollenspiel ein Erlebnis sein und Menschen als eine Form der Behandlung helfen, Probleme zu lösen? Diese und auch die Frage: „In wie weit das Rollenspiel anwendbar ist?“, möchte ich versuchen zu klären. Mit dieser Arbeit werde ich einen Einblick in die Vielfalt des Rollenspiels als, erlebnisaktivierende Methode, geben und zeige die Ziele des Rollenspiels in der Beratung. Des Weiteren stelle ich die Instrumente des Rollenspiels in beraterischen und pädagogischen Kontexten vor.
Im nächsten Abschnitt gehe ich genauer auf das sozialtherapeutische Rollenspiel ein, mit dessen Abgrenzungen, aber auch Einbindungen in die Soziale Arbeit und in die Familienbehandlung.
Zum Abschluss stelle ich das Psychodrama vor sowie die Einbindung des Rollenspiel in diesem Kontext als auch dessen Ziele und Einbindungen.
Im ersten Abschnitt erkläre ich, was erlebnisaktivierende Methoden sind und wie diese mit dem Rollenspiel zusammenhängen. Ich beginne die Wichtigkeit des Rollenspiels herauszustellen, wobei ich dieses im Laufe der Arbeit noch fortsetzen werde.
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2. Erlebnisaktivierende Methoden
Bevor ich die erlebnisaktivierenden Methoden erläutere, möchte ich auf die Explorationsphase eingehen, um zu erklären was im Vorfeld einer Beratung beachtet werden muss.
Die Explorationsphase ist ein wichtiges Element für den gesamten Verlauf einer Anliegenbearbeitung, bzw. -beratung. Die Explorationsphase unterteilt sich in vier Schritte: Erkundung der äußeren Ausgangslage, Erkundung der inneren Ausgangslage,
Anliegen- und Auftragsklärung, Differentialdiagnose.
Die Differentialdiagnose beinhaltet die Differenzierung der Problemlage, d.h. ob sie im strukturellen, im zwischenmenschlichen oder im Innermenschlichen Bereich liegt (vgl. Benien 2002, S. 24-50). Dementsprechend werden auch die erlebnisaktivierenden Methoden eingeteilt. Im strukturellen Bereich sind erlebnisaktivierende Methoden Organisationsentwicklungs-
maßnahmen, im zwischenmenschlichen Bereich Rollenspiele, Spontaneitäts- oder Flexibilitätstrainings. Im innermenschlichen Bereich sind es Rollenspieltechniken, die der Analyse dienen (vgl. ebd., S. 54ff.). Das Rollenspiel ist immer nur wirksam wenn es erlebnis- und handlungsorientiert ist, denn nur in diesem Bereich ist Lernen für einen Veränderungsprozess möglich 1 .
Dennoch ist die Reflexion der Handlung genauso wichtig, so dass ein Verarbeitungsprozess von Gruppenproblemen und individuellen Beiträgen möglich ist (vgl. Stein 1998, S. 4). Der Ursprung des Rollenspiels entwickelte sich aus dem Psychodrama von J.L. Moreno. Er eröffnete der Psychotherapie völlig neue Wege durch seinen Leitsatz „Handeln ist heilender als Reden“. Aber auch für Pädagogen und Lehrer bietet das Rollenspiel ein vielfältig einsetzbares pädagogisches Instrument. Durch den Reichtum an technischen
Möglichkeiten und seine ausgesprochene Vielfältigkeit bekommt das Rollenspiel in
Trainings und in Beratungen eine besondere Bedeutung. Das Rollenspiel braucht sich
nicht auf bestimmte psychologische oder pädagogische Theorien festlegen, sondern
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kann verschiedene Ansätze vereinen. Aufgrund der Erlebnisintensität und der plastischen Anschaulichkeit kann es viele Ziele verfolgen sowie den Klienten tiefe, emotionale Einsichten und neue Verhaltensweisen eröffnen (vgl. Benien 2002, S. 59). Daraus kann geschlossen werden, dass ein Rollenspiel immer eine Form von Erlebnis ist, bzw. es stellt eine Art Drama dar, welches dann wieder zum Erlebnis für den Einzelnen oder für die Gruppe wird.
3. Ziele und Unterscheidungen von Rollenspielen
Die allgemeine Zielsetzung, die alle Formen gemeinsam haben, ist die Förderung und Verbesserung sozialer Kompetenzen, wie zum Beispiel Selbstbestimmtheit, Ausdauer, Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit. Weitere Ziele sind die Verbesserung von Empathie, Sprach- und Kommunikationsstrukturen, Kooperationsfähigkeit und die Öffnung des Menschen nach Außen, sowie die Überwindung von Ängsten. Die Wahrnehmung von sich und von anderen soll sensibilisiert wie auch verbessert werden. Allgemein lässt sich sagen, dass die sozialen und kommunikativen Kompetenzen gefördert werden sollen. Beim Rollenverhalten ist es vor allem die soziale Kompetenz, mit der Rollen flexibel gestaltbar sind. Die kommunikative Kompetenz ermöglicht die mimische und sprachliche Fähigkeit zum Umgang mit Lebenssituationen (vgl. Broich 1999, S. 45; Schaub/Zenke 2004, S. 325).
Wenn der Indikationsbereich von Rollenspielen festgelegt werden soll, muss zu Beginn das Rollenspiel in seinen vielen Formen und Anwendungen kurz betrachtet werden. Das Rollenspiel unterteilt sich in: das diagnostische Rollenspiel, das spontane Rollenspiel, das pädagogische Rollenspiel, das therapeutische Rollenspiel (vgl. Broich 1999 S. 23f.; Benien 2002). Das therapeutische Rollenspiel bietet auch viele weitere Formen: das Psychodrama mit dem Ziel der Analyse und dem Umgehenlernen und Behebung der Beeinträchtigungen sowie das Soziodrama mit dem Ziel der Analyse und der Behebung der Beeinträchtigungen in der Familien- und Sozialtherapie.
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In der weiteren Unterscheidung kann das Rollenspiel verschiedene Spieltypen charakterisieren. Broich (1999, S. 25-33) differenziert zwischen den Folgenden: das Rollenspiel als Interaktionsspiel das Rollenspiel als Spieltraining das Rollenspiel als Planspiel das Rollenspiel als Sprachspiel das Rollenspiel als gruppendynamisches Spiel das Rollenspiel als Normenspiel das Rollenspiel als Interessenspiel das Rollenspiel als antizipiertes Spiel das Rollenspiel als wiederholendes Spiel das Rollenspiel als Psychodrama oder als soziales Spiel
das Rollenspiel als Körperspiel das Rollenspiel als Tanz- und Musikspiel
das Rollenspiel als mediales Spiel das Rollenspiel Konfliktspiel oder als Entscheidungsspiel das Rollenspiel als Utopiespiel das Rollenspiel als Politspiel
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Arbeit zitieren:
Marian Stüdemann, 2007, Das Rollenspiel, München, GRIN Verlag GmbH
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