Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Arbeitsmethoden der Historischen Geographie 3
2.1 Arbeitsmaterial der Historischen Geographie: die Quellen 3
2.2 Die progressive Methode 3
2.3 Die reduktiven Methoden 5
2.4 Querschnittliche und längsschnittliche Betrachtungsweise 5
2.5 Die typologische Methode 6
2.6 Die komparative Methode 6
3 Arbeitsverfahren 7
3.1 Historisch-geographische Feldforschung 7
3.1.1 Naturgeographische Relikte 7
3.1.2 Kulturgeographische Relikte 8
3.2 Andere Verfahren………………………………………………….………………8
3.2.1 Pollenanalyse 8
3.2.2 Phosphatuntersuchung 9
.
4 Aufgabenstellungen und Inhalte der Historischen
Geographie…………………………………………………………….….9
4.1 Kulturlandschaftspflege 9
4.1.1 Begriffserklärung 9
4.1.2 Entwicklung des Schutzes von Kulturlandschaften 10
4.1.3 Der Wert von Kulturlandschaften 11
4.2 Weiteres Aufgabenbeispiel: Lange Reihen 11
5 Fazit 13
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
2
1 Einleitung
„Das Verständnis der Gegenwart und die Vorschau in die Zukunft ist – diese These gilt allgemein – ohne Kenntnis der Vergangenheit nicht möglich.“(STRENZ 1986, S.13) Diese Aussage haben schon - in ähnlicher Form - große Philosophen wie
Hobbes und Schriftsteller wie André Malraux 1 formuliert. Sich mit der
Vergangenheit zu beschäftigen ist eine notwendige Grundvoraussetzung, um Problemen der Gegenwart oder Fragen über die Zukunft entgegen treten zu können. Dieses einfache Prinzip kann in privaten wie in wissenschaftlichen Bereichen angewendet werden. Wenn man diesen Grundsatz auf global relevante Themen wie den Klimawandel projiziert, so wird man auf folgenden Bereich stoßen: Die Historische Geographie. Diese beschäftigt sich allgemein mit „raumrelevanten Prozessen menschlicher Aktivitäten und den sich daraus ergebenden räumlichen Strukturen zu einer beliebigen Zeit der
Vergangenheit“ 2 . Das bedeutet, dass sich die Historische Geographie
grundsätzlich mit dem „geographischen Kernparadigma ‚Mensch–Umwelt–
Beziehung’“ 3 auseinandersetzt und wichtige Beiträge in bezug auf dessen
Prozesse liefert.
Im Folgenden soll nun ein Einblick in die Arbeitsmethoden, die Arbeitsverfahren und die Aufgaben bzw. Inhalte der Historischen Geographie gegeben werden.
2 Arbeitsmethoden der Historischen Geographie
2.1 Arbeitsmaterial der Historischen Geographie: die Quellen
Um Prozesse in einer Landschaft beschreiben und analysieren zu können, müssen sich historisch-geographische Arbeiten auf „historisch überlieferte[s] Material stützen“(GEBHARDT 2007, S.818).
Grundsätzlich zu unterscheiden ist hier zwischen Sachquellen und Schriftquellen. Letztere beinhalten unter Anderem Grafiken, Abbildungen, Karten, Akten, Urkunden.
1 André Malraux, 03.11.1901 - 23.11.1976, Schriftsteller und Politiker
2 http://de.wikipedia.org/wiki/Historische_Geographie, Stand: 28.11.2007
3 http://www.giub.uni-bonn.de/hisgeo/ Stand: 28.11.2007
3
Da der Mensch aber schon viel länger auf seine natürliche Umgebung einwirkt als es schriftliche Überlieferungen gibt, ist den Sachquellen wohl eine höhere Bedeutung beizumessen: Dazu gehören Strukturen, wie „das durch Landwirtschaft veränderte Mikrorelief in der Landschaft […] aber auch jede Form baulicher Strukturen und Gebäude.“(GEBHARDT 2007, S.818) Am Ort gebundene Strukturen werden „in Anlehnung an die kartographische Signaturensprache nach Punkt-, unterschieden.“(GEBHARDT 2007, S.818) (vgl. GEBHARDT 2007, S.818) Beispiele solcher Elemente, unterteilt in verschiedene Funktionsbereiche, sind:
Abb1.: Beispiele von punkt-, linien- und flächenhaften Strukturen aus verschiedenen
Funktionsbereichen
Quelle: AULIG 2001, S.22-26
Die folgende Abbildung zeigt alte Trockensteinmauern in den nordenglischen Yorkshire Dales.
Abb2.: Quelle: www.schwarzaufweiss.de/england/yorkshire.htm
4
Des Weiteren gibt es noch mobile Objekte, die man zum Beispiel als Ausstellungsstücke in Museen findet. (vgl. GEBHARDT 2007, S.818) Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass manchmal Quellen erst rekonstruiert werden müssen. Man bedient sich außerdem der Oral History
Methode 4 , um ergänzendes Material zu erhalten. (vgl. Mücke, S.10)
Helmut JÄGER hat in seinem Werk „Historische Geographie“ von 1969 die verschiedenen Methoden und auch Arbeitsweisen zusammengestellt. Seine Ausführungen dienen hier in folgenden Punkten als Grundlage.
Bei landschaftlichen Forschungen kann zwischen folgenden Methoden unterschieden werden:
2.2 Die progressive Methode
Diese Methode „besteht darin, dass die Forschung von den älteren zu den jüngeren Erscheinungen fortschreitet und dadurch zu einer genetischen Erklärung der neueren Elemente führt.“ (JÄGER 1969, S. 11). Man fängt also bei der Analyse von Landschaften bei älteren Elementen an, im Gegensatz zu den reduktiven Methoden:
2.3 Die reduktiven Methoden
Diese bestehen aus zwei verwandten Methoden, die retrospektive und die
Durch die retrogressive Methode werden landschaftliche Zustände der Vergangenheit rekonstruiert. Das bedeutet, dass man bei einer zu rekonstruierenden historischen Landschaft das „Verfahren der Rückschreibung anwende[t].“ (Jäger 1969, S.12) Hierbei werden zuerst die jüngst entstandenen Strukturen beseitigt und durch Ältere ersetzt, welche man anhand der vorliegenden Quellen ausersehen kann.
Sobald dann eine historische Landschaft rekonstruiert ist, verwendet man die retrospektive Methode. Bei dieser „handelt [es] sich um die genetische Erklärung früherer oder heutiger Verhältnisse einer Landschaft, [die aus] ihrem
4 Die Oral History Methode beinhaltet die Einbeziehung von Zeitzeugen als zusätzliche
Möglichkeit der Charakterisierung einer Landschaft.
5
Arbeit zitieren:
Stephanie Anger, 2007, Historische Geographie, München, GRIN Verlag GmbH
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