Gliederung
1. Einleitung 3
2. American Psycho 4
2.1 Bret Easton Ellis 4
2.2 Inhalt 5
3. Das Böse in American Psycho 9
3.1 Aufbau 9
3.2 Wirkung auf den Leser 11
4. Diskussion 12
4.1 Ellis und das Böse 12
4.2 Indizierung American Psycho 14
Literaturverzeichnis
2
1. Einleitung
Im Rahmen des Hauptseminars „Das Böse im Kunst- und Mediensystem“ zeigte sich den Teilnehmern bereits zu Beginn des Semesters, dass der Begriff des Bösen nicht einfach zu definieren ist. Schon bei dem Versuch das Böse zu erklären, wird man vor ein Problem gestellt. Allgemein bezeichnet das Böse alles, dem Guten entgegen gesetzte. Unglück, Elend und Leid gehen fast immer als Konsequenzen aus dem Bösen hervor.
Zumeist wird „das Böse“ in Zusammenhang mit seinem Antonym „das Gute“ in Verbindung gebracht, als „dasjenige, was das Gute, also das, was man als Wert empfindet, in Gefahr bringt.“ 1 Jedoch dienen die Begriffe des Guten und des Bösen nicht nur, um zu beschreiben, sondern, jeder, der sie benutzt, wertet im selben Moment und erwartet, dass die Empfänger in gleicher Art und Weise werten. Daraus ergibt sich eine weitere Schwierigkeit: Man muss die Kriterien der Beurteilung und die zugrunde liegenden Wertvorstellungen miteinbeziehen, da der Begriff des Bösen subjektiv zu verstehen ist. Es ist also nicht wirklich möglich, eine exakte und allgemeingültige Definition des Bösen zu geben. Um eine einheitliche Basis für diese Seminararbeit zu stellen, soll im Folgenden das Böse als „die Erfahrungen bezeichnet (werden), die mitmenschliches Leben angreifen oder zerstören.“ 2 Diese Arbeit soll sich mit dem Thema „Bret Easton Ellis American Psycho -Böse Literatur?“ beschäftigen. Während unter Punkt 2 eine Kurzbiographie des Autors und der Inhalt des 1991 erschienenen Romans American Psycho vorgestellt werden, soll im dritten Punkt das Böse - im Buch in Form der ausführlichen Mord- und Gewaltdarstellungen - in den Mittelpunkt gestellt werden. Anhand einer Textanalyse soll hier das Hauptaugenmerk auf Fragen nach dem Aufbau, der Erzählperspektive und der Wirkung des Romans auf den Leser liegen. Unter Punkt 4 wird eine abschließende Diskussion geführt, die sich mit den Unterpunkten der Autor als „Bösewicht“, aber auch mit dem Thema der Indizierung des Romans kritisch beschäftigen soll. Diese Arbeit wird sich aus Gründen der Einfachheit lediglich auf das literarische Werk American Psycho beziehen. Die gleichnamige Verfilmung
1 Konrad Lorenz, Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression, München 1993, S. 252. 2 Bettina Kruhöffer, Reflexionen über ‚das Böse’. Sprachliche Differenzierungen in Auseinandersetzung mit der Theologie Wolfhart Pannenbergs, Münster 2002, S. 235.
3
aus dem Jahr 2000 soll hier keine Verwendung finden, auch wenn Buch und Film sich nur geringfügig unterscheiden.
2. American Psycho
Bret Easton Ellis Kultroman American Psycho hält den amerikanischen Yuppies der 80er Jahre ein unangenehmes Spiegelbild vor und vermittelt als Nebenprodukt dem mittelständischen Leser die beruhigende Botschaft, dass ein Job an der Wall Street und ungezählte Kreditkarten kein Garant für ein glückliches und erfülltes Leben sind.
2.1 Bret Easton Ellis
Bret Easton Ellis wurde am 7. März 1964 in einem Vorort von Los Angeles als Sohn eines Immobilienmaklers und einer Hausfrau geboren und gilt spätestens seit seinem Skandalbuch American Psycho, das im Jahr 2000 verfilmt wurde, als einer der kontroversesten, aber auch sprachgewaltigsten jungen Autoren seiner Generation. Aufgewachsen in Kalifornien besuchte er das Bennington College in Vermont, wo er eine Ausbildung im Fach Musik absolvierte. Noch während seines Studiums schrieb er mit 19 Jahren sein Erstlingswerk Unter Null (Original: Less than Zero). 3 Die Handlung besteht aus einem schonungslosen Zustandsbericht über das dekadente aber orientierungslose Leben der Yuppies in den 80ern. Der Erfolg des Debütromans wird durch die Verfilmung im Jahr 1996 widergespiegelt. 1987 erschien - gleichzeitig mit seiner Umsiedlung nach New York - sein zweiter Roman Einfach unwiderstehlich (Original: The rules of Attraction), bevor er 1991 mit American Psycho endgültig seinen Durchbruch erlangte und zum wohl umstrittensten Kultautor der heutigen Zeit aufstieg. Gleich nach der Veröffentlichung sorgte der Roman für heftige Diskussionen. Die Ursache waren die vielen detaillierten Beschreibungen sadistischer Folterungen und Morde, die der Protagonist Bateman begeht. Die detailliert beschriebenen und brutalen Gewalt- und Sexexzesse, die in Patrick Batemans sinnentleertes Leben eingebettet sind, haben sowohl dem Roman als auch Bret Easton Ellis viel
3 Vgl. Jaime Clarke, An interview with Bret Easton Ellis. Gedruckt erschienen im Mississippi Review 1999. Online abrufbar unter: http://www.geocities.com/Athens/Forum/8506/Ellis/clarkeint.html.
4
Aufmerksamkeit gebracht. Höhepunkt dieses Aufsehen bildete sicher die Indizierung des Skandalromans 2001, auf die später in dieser Arbeit noch genauer eingegangen wird. 1994 erschien mit Die Informanten (Original: The informers) sein vierter Roman, der das oberflächliche Leben in Los Angeles genauer betrachtet und 1998 folgte Glamorama. In beiden Büchern nimmt Ellis sein Lieblingsthema, die Ziel- und Beziehungslosigkeit der vorgestellten Charaktere, wieder auf. 2005 erschien mit Lunar Park in den USA nach siebenjähriger Funkstille endlich Ellis neuer Roman, der mit verwischten Grenzen zwischen Realität und Fiktion fast wie eine Autobiographie des Autors erscheint. Bereits in seinen früheren Werken finden sich autobiographische Elemente. 4 Des Weiteren hat Bret Easton Ellis die Angewohnheit seine Romane miteinander zu verknüpfen. Zum Beispiel tauchen Protagonisten aus früheren Werken als Nebenfiguren in späteren Romanen wieder auf. So ist Patrick Bateman, der Serienkiller aus American Psycho, dem Leser eigentlich schon aus Einfach unwiderstehlich bekannt. 5 Diese Vorgehensweise vermittelt dem Leser das Gefühl, „dass alle Romane von Ellis in der gleichen fiktionalen Wirklichkeit spielen und somit den gleichen fiktionalen Gesetzen unterworfen sind.“ 6
Heute lebt Ellis noch immer in New York, bekennt sich öffentlich zu seiner Homosexualität und arbeitet aktuell an einer Fortsetzung seines Romans Unter Null. Der Titel Imperial Bedrooms soll voraussichtlich 2010 erscheinen. Bret Easton Ellis zählt zu den sogenannten Generation X Autoren der 80er Jahre. Seine Romane zeichnen sich durch einen flachen, schlichten Stil aus, der ihm sehr gemischte Kritiken einbringt.
2.2 Inhalt
Im Folgenden soll nun auf den Inhalt des Romans American Psycho eingegangen werden. Mit den Worten „Ihr, die ihr hier eintretet, lasset alle Hoffnung fahren“ 7 (Original: Abandon all hope ye who enter here) beginnt Bret
4 http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,1852317,00.html.
5 Vgl. Horst Steur, Der Schein und das Nichts. Bret Easton Ellis’ Roman Less Than Zero, Essen 1995, S. 23-24.
6 Alexander Flory, Out is in. Bret Easton Ellis und die Postmoderne, Dissertation an der Universität Heidelberg, Neuphilologische Fakultät 2006, S. 97 http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=982481543.
7 Bret Easton Ellis, American Psycho, S. 13.
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Arbeit zitieren:
Eva Sailer, 2008, Bret Easton Ellis "American Psycho" - Böse Literatur?, München, GRIN Verlag GmbH
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