Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung3
1.1 Definition la terreur 4
1.2 Forschungsstand 5
2. Regionale Begrenzung auf Straßburg 6
2.1 Gründung der Verfassungsfreunde 7
2.1.1 Probleme der
Verfassungsfreunde 9
2.2 Der Weg in die Terreur 14
2.3 Hauptphase der Terreur 17
2.4 Ende der Terreur 21
3. Schluß 22
Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
Die Französische Revolution spielt seit ihrer Zeit in unserer Geschichte eine große Rolle. Bis heute zeigt sie beträchtlichen Einfluss auf die europäische Gesellschaft. Immer wieder fließt sie beispielsweise in die Diskussionen des politischen Geschehens ein und dient dort gerne als Vergleichsobjekt. Sie hält, auch schon zu ihrer Zeit selbst, nicht vor Frankreichs Grenzen und weitet sich besonders in Europa aus, was man unter anderem gerade in der deutschen Literatur gut beobachten kann. Hier soll nur als Beispiel auf die deutschen Schriftsteller Schubart, Wieland, Hölderlin und Schiller verwiesen werden, auf deren Werke die Eindrücke der Revolution Einfluss genommen haben. 1 Auch der Dichter Novalis war von der Französischen Revolution und vor allem von den Ideen des britischen Publizisten und Politikers Edmund Burke beeindruckt. 2 „Man kann also“, laut Ernst Schulin, „von einer durchgehenden Bedeutung der Französischen Revolution bis in unsere Gegenwart sprechen. Sie ist in dieser Stärke kaum mit einem anderen historischen Ereignis vergleichbar.“ 3 Denkt man an die Französische Revolution, so kommen einem schnell Schlagwörter wie Krieg, Gewalt, Hinrichtungen durch die Guillotine und Blutvergießen, sowie die Namen Robespierre und Danton in den Sinn. Doch betrachtet man die gesamte Revolution etwas genauer, so fällt auf, dass der Schrecken sich mehr oder weniger lediglich auf ein Jahr bezieht: das Jahr der Terreur.
Da die Beschäftigung mit der Französischen Revolution im Ganzen den Rahmen einer Hauptseminararbeit um Weiten sprengen würde, geht diese Arbeit in ihrem Hauptteil ausschließlich auf die eingegrenzte Zeitspanne der jakobinischen Schreckensherrschaft, auch la Terreur genannt, ein. Als weiterer thematischer Schwerpunkt wird ein regionaler Aspekt gewählt: Hier soll nicht die Stadt Paris, die mit ihren Stadtteilen und Vororten gerne als Hauptaustragungsort gesehen wird, sondern die Provinz am Beispiel Straßburg im Vordergrund stehen. Auf die Idee, Straßburg als Spezialisierung zu verwenden, kam ich über Anregungen meines Seminarleiters, der mich im Hinblick auf ein Hausarbeitsthema beraten hat. Die Fragen wie der Terror nach Straßburg gelangte, von wem er vertreten wurde und welche Auswirkungen er dort hatte, sollen im Folgenden möglichst genau dargestellt werden.
1 Vgl. Volke, Werner (Hrsg.): "O Freyheit! Silberton dem Ohre ...". Französische Revolution und deutsche Literatur 1789 - 1799 ; eine Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs auf dem Salon du Livre in Paris und im Schiller-Nationalmuseum Marbach am Neckar, Marbach am Neckar 1989, S. 5.
2 Vgl. Edmund Burke: Betrachtungen über die Französische Revolution. Gedanken über die Französischen Angelegenheiten, Zürich 1987, S. 9-32, hier S. 12.
3 Ernst Schulin: Die Französische Revolution, 3. Auflage, München 1990, S. 14.
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1.1 Definition „la Terreur“
„Noch ehe die Französische Revolution ihre eigenen Kinder verschlang, warnte der britische Publizist und Politiker Edmund Burke vor dem kommenden Unheil. In seinen ‚Reflections on the Revolution in France’, die am 1. November 1790 in Form eines langen Briefes an einen französischen Freund bei Dodsley in London publiziert worden sind, prophezeite er ein Terrorregime, dem eine Militärdiktatur folgen würde.“ 4 Fast genau drei Jahre später kam - wie vorhergesehen - Maximilien Robespierre an die Macht und leitete die Schreckensherrschaft unter seiner Führung ein. In der Tat wird die Französische Revolution im Allgemeinen immer mit Gewalt, Krieg und Schrecken verbunden. Betrachtet man jedoch den Zeitraum von Anfang Juni 1793 bis Ende Juli 1794 genauer, so fällt auf, dass sich die berühmten Grausamkeiten der Revolution fast ausschließlich auf die genannte Zeitspanne beschränken. Genaue Daten über Anfang und Ende des Terrorregimes unterscheiden sich immer wieder bei den verschiedenen Historikern und auch wenn hier exakte Zeitpunkte verwendet werden, muss dennoch berücksichtigt werden, dass die Terreur weder einen schlagartigen Beginn noch ein plötzliches Ende hatte, sondern jeweils einen schleichenden Übergang vollzogen hat. In dieser Arbeit wird der Beginn der Schreckensherrschaft ungefähr auf den 10. Juli 1793 gesetzt, den Tag an dem Robespierre Danton als Führer des Wohlfahrtsausschusses ablöst. Die Verhaftung Robespierres am 27. Juli 1794 und die am Tag darauf folgende Hinrichtung beenden letztendlich das Jahr des Terrors und leiten die anschließende Herrschaft der Thermidorianer ein. 5
Die Terreur zeichnet sich vor allem durch die brutale Unterdrückung derjenigen aus, die die Revolution nicht unterstützten, ja sogar nur im Verdacht standen, Gegner derselben zu sein. Dieses Jahr voller Gewalt und Schrecken wird auch oft als die Zeit betrachtet, „die die Französische Revolution für später furchtbar gemacht hat und die so gern in den Mittelpunkt ihrer Beurteilung gerückt wird.“ 6 An der Spitze des Terrorregimes stand der Wohlfahrtsausschuss, eine politische Zusammenkunft von zwölf Männern, dessen Hauptaufgabe in der „Abwehr innerer und äußerer Feinde der Revolution“ lag. Unter der Führung von Maximilien Robespierres übernahm er die Rolle der Exekutive und kontrollierte alle Behörden. 7 Die Verhaftung Robespierres am 27. Juli 1794 verdeutlichte, dass er seiner eigenen
4 Edmund Burke, S. 9.
5 Vgl. Ernst Schulin: Die Französische Revolution, S. 210 und S. 225.
6 Ebd., S. 210.
7 Vgl. Sabine Büttner: V. Radikalisierung. Aus: Die Französische Revolution - eine Online-Einführung: Verlauf, in: historicum.net, URL:
http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/480/ zuletzt aufgerufen am 27.Oktober 2007.
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Terrorkampagne zum Opfer gefallen war und nach und nach die Unterstützung des Volkes verloren hatte. Nur wenige waren noch bereit, für seine Rückkehr an die Spitze zu kämpfen, so dass seine Hinrichtung am 28. Juli 1794 nicht verhindert wurde. Sein Tod bedeutet das Ende des Terrors, welches des Öfteren auch als Anfang vom Ende der Französischen Revolution gesehen wird und somit die Zeit der Terreur gleichzeitig als Höhepunkt und Ende der „Großen Revolution“ gesehen werden kann. Der Terror zeigte sich aber nicht nur in der Hauptstadt, sondern weitete sich vom Zentrum Paris bis in die Provinz aus, welche hier im Mittelpunkt stehen soll.
1.2 Forschungsstand
„Seitdem dieses Ereignis (die Französische Revolution) geschah, sind unzählige Bücher darüber erschienen, unendlich viele Vorlesungen in allen Universitäten der Welt gehalten worden.“ 8 So beginnt Ernst Schulin in seiner Darstellung über die „Große Revolution“. Damit verdeutlicht er, dass sich Politiker und Historiker seit über 200 Jahren durchgehend mit der Französischen Revolution befassen. Zahlreiche Werke aus der Revolutionszeit liegen also als Grundlage der heutigen Forschung vor.
Am Bedeutendsten und Weitesten vorangeschritten ist bis heute wohl die französische Geschichtsschreibung. Aber auch die Deutschen und die Amerikaner befassen sich motiviert und zahlreich mit der Französischen Revolution. Natürlich wird - in Hinsicht auf diese Arbeit - nach Gründen und Hintergründen für die Entstehung der Terreur gesucht. In der Forschung wird man hier bei Mathiez, Lefebvre und Soboul fündig: Mathiez sieht die wirtschaftlichen Gründe, Lefebvre die agrarischen und Soboul beschäftigt sich mit den sansculottischen Gründen. 9 Diese drei Historiker möchte ich jedoch nicht in den Mittelpunkt stellen, da ich mich im Folgenden hauptsächlich auf die von mir am meisten verwendeten Werke berufe: Bei dem Überblickswerk über die Französische Revolution habe ich mich für Ernst Schulins „Die Französische Revolution“ entschieden und bei meinem Schwerpunktthema Straßburg habe ich mich bei Daniel Schönpflugs „Der Weg in die Terreur“ bedient.
„Die Französische Revolution ist nicht tot.“ 10 So beginnt Klaus Deinet seine Rezension über Schönpflugs „Der Weg in die Terreur“. Damit will er betonen, dass
8 Ernst Schulin, S. 9.
9 Vgl. Ebd., S. 210.
10 Klaus Deinet: Rezension von: Daniel Schönpflug: Der Weg in die Terreur. Radikalisierung und Konflikte im Straßburger Jakobinerclub (1790-1795), München: Oldenbourg 2002, in: sehepunkte 3 (2003), Nr. 9 [15.09.2003], URL: http://www.sehepunkte.de/2003/09/2828.html (27.11.2007)
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Forschungen über die Französische Revolution in keinster Weise einem Rückgang erliegen, sondern ganz im Gegenteil seit dem Bicentennaire von 1989 eher noch zugenommen haben. Lediglich „der Akzent hat sich verlagert. Es ist nicht mehr der von der Pariser Zentrale bestimmte 'main-stream' der Revolution, der das Interesse der Forschung bestimmt“ 11 . Weiterhin meint er, dass sich die Forschung von den „großen“ Themen und der „Paris-zentrierten Sichtweise“ entfernt, „die zwar so manches akribisch recherchierte Monumentalwerk hervorgebracht hat, die aber auch immer Gefahr lief, das vielfältige und chronologisch wie regional zerklüftete Gesamtgeschehen "Französische Revolution" auszublenden beziehungsweise es nur als Folie der kanonisierten Pariser Vorgänge zu betrachten“ 12 .
2. Regionale Begrenzung auf Straßburg
Im Gespräch über ein Thema für meine Hausarbeit brachte mich mein Seminarleiter Herr Prof. Dr. Winfried Schulze darauf, mich mit der Terreur im Bezug auf einen regionalen Aspekt zu beschäftigen. Mit dem Hinweis auf Daniel Schönpflug habe ich mich für die Stadt Straßburg entschieden, da sie sich durch die Besonderheit der Vermischung zweier Kulturen, der deutschen und der französischen, hervorhebt. Dies äußert sich darin, dass sowohl soziale, konfessionelle und sprachliche Konstanten von Bedeutung waren. Die deutschsprachige Gemeinde, die protestantisch war und aus dem Handelsbürgertum und Handwerkerschaft bestand, bildete somit einen klaren Gegensatz zu den meist katholischen Zugewanderten, die aus dem Inneren Frankreichs kamen und einen Teil der Verwaltung und der intellektuellen Berufe ausmachten. Weiter wurde dies von der Zusammensetzung des Jakobinerclubs in den ersten Revolutionsjahren verdeutlicht: „Die Spannung manifestierte sich in der Zusammensetzung der Mitgliederschaft der Klubs in den ersten Revolutionsjahren. Während die deutschsprachigen Straßburger zumeist in der von der Revolution neu geschaffenen Stadtverwaltung Platz fanden, entwickelte sich der 1790 gegründete Jakobinerklub rasch zum Organ der französischen Zuwanderer wie auch derjenigen deutschen Exulanten, die noch nicht in die Straßburger Gemeinde integriert waren.“ 13 Zu Beginn des Jahres 1789 bestand die Grundlage der Straßburger Regierung noch auf dem Schwörbrief von 1482, so dass bis zu diesem Zeitpunkt die
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Klaus Deinet: Rezension von: Daniel Schönpflug: Der Weg in die Terreur. Radikalisierung und Konflikte im Straßburger Jakobinerclub (1790-1795), München: Oldenbourg 2002, in: sehepunkte 3 (2003), Nr. 9 [15.09.2003], URL:
12 Ebd.
13 Ebd.
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Arbeit zitieren:
Eva Sailer, 2007, Der Weg in die Terreur , München, GRIN Verlag GmbH
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