Institut für Pädagogische Psychologie Veranstaltung: Lernpsychologie II, WS 2002/03
Matthias Endlich
Lehramt Gymnasium Sport (9. Sem.) und Sozialkunde (9. Sem.)
1. Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsverzeichnis Seite 1
2. Einleitung
3. Angst und Ängstlichkeit
3.1. Symptome der Ängstlichkeit
4. Der Kinder – Angst – Test II
4.1. Vorgeschichte
4.2. Aufbau und Merkmale
4.3. Anwendungsmöglichkeiten
4.4. Testdurchführung
4.5. Testauswertung
5. Befragung
6. Auswertung
7. Fazit
8. Literaturliste
9. Abbildungsverzeichnis Seite 16
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2. Einleitung
In dieser Hausarbeit wird der Kinder – Angst – Test II erläutert und dessen Entstehung beschrieben. Für die Erfassung des Tests werden auch die Begriffe Angst und Ängstlichkeit, sowie Symptome der Angst geklärt. Im zweiten Teil der Hausarbeit wird eine Befragung von 18 Schülern unter Verwendung der Fragebogen R und P des Kinder – Angst – Tests II
ausgewertet.
3. Angst – Ängstlichkeit
Der Kinder – Angst – Test, mit seinen drei Fragebogen, auf die später noch eingegangen wird, erfasst zwei verschiedene Gesichtspunkte: zum einen die Ängstlichkeit zum anderen den akuten Angstzustand. Für die Erstellung des Kinder – Angst – Tests stehen Angst und Ängstlichkeit als diagnostizierbare Personenmerkmale als die Grundlage für die Aussagefähigkeit der Testergebnisse. Dieser Abschnitt soll klären, was mit diesen Begriffen erfasst wird.
Unter Angst wird im allgemeinen die „[...] Stimmung oder [das] (A.d.V) Gefühl der Beengtheit, Beklemmung und Bedrohung vor einer drohenden Gefahr, die mit einer Verminderung oder Aufhebung der willens- und verstandesmäßigen Steuerung der eigenen Persönlichkeit einhergeht“ 1 , verstanden, oder als „[...] Affekt oder Gefühlszustand
[beschrieben] (A.d.V.), der im Unterschied zur Furcht einer unbestimmten Lebensbedrohung entspricht. Angst steht oft in Zusammenhang mit körperlichen Erscheinungen wie Herzklopfen, Zittern, Schweißausbruch, Schlaflosigkeit oder momentaner geistiger Blockierung. Die Angst ist ein Phänomen, das von situationsbedingten Zuständen unterschiedlicher Intensität über Neurosen bis zur existenziellen Angst des menschlichen Seins überhaupt reicht.“
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In dieser letzten Definition von Angst wird auch auf die Symptome eingegangen, die sich zusätzlich durch folgende Erscheinungen ergänzen lassen. „[...] Muskelanspannung, nervöse Magenbeschwerden, Kurzatmigkeit, Schwindelgefühle, Schlafstörungen [...].“
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sind weitere Angstsymptome. Dazu gehören auch die verhaltensmäßig-motorischen Merkmale der Angst wie „[...] Flucht, Abwehrverhalten, Aggression, gestörte soziale Kontaktaufnahme, Vermeidungsstrategien, Zittern [und] (A.d.V.) absicherndes Vorbereiten auf neue Situationen [...]“.
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Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.
2 Meyers Lexikon in drei Bänden © Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG, Mannheim 1997 in LexiROM © 1995-1999 Microsoft Corporation und Bibliographisches Institut & F.A. Brockhaus AG. 3 Microsoft® Encarta® Enzyklopädie 2001. © 1993-2000 Microsoft Corporation.
4 Schaub, H. / Zenke, K.G. (2000) Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG: München. In: Digitale Bibliothek Band 65: dtv-Wörterbuch Pädagogik Angst, S. 1. S. 115
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In der Pädagogik „[...] wird zwischen Zustandsangst, die im Erleben und Verhalten des Menschen als relativ kurzzeitiger emotionaler Erregungszustand auftritt, und Ängstlichkeit bzw. Eigenschaftsangst unterschieden, die im Verlauf der Sozialisation als eine relativ verfestigte Verhaltensdisposition erworben worden ist und sich zu ausgeprägten Krankheitserscheinungen entwickeln kann“. 5 In der Handanweisung zum Kinder – Angst – Test II werden zur Erläuterung der Fragebogen die Begriffe Angst und Ängstlichkeit im Kontext der Diagnostik erklärt. Die Angstzustandsdiagnostik beobachtet Angstkonzepte, die sich in verschiedenen Ebenen bzw. zwischen diesen Ebenen entwickeln. Unterschieden werden drei Ebenen: die Ebene der Selbstbeobachtung, der unmittelbaren Fremdbeobachtung und der vermittelten Fremdbeobachtung. 6 Die Ebene der Selbstbeobachtung beinhaltet die Tatsache, dass die zu beobachtende Person über eine momentane Angst berichtet. In der Ebene der unmittelbaren Fremdbeobachtung werden Aussagen über die Ängstlichkeit der beobachteten Person getroffen, die durch ihr Verhalten und Handeln die Annahme zulässt, sie ist ängstlich. Hierbei sollen im Idealfall die Aussagen von mehreren Beobachtern gleichermaßen zutreffen. Unter diesen Typ der Beobachtung fallen auch Aussagen durch Filmdokumentation und andere objektive Erfassungen. In der dritten Ebene werden aufgrund der momentanen neurophysiologischen Zustandveränderungen des Beobachtungssubjektes Aussagen über die Ängstlichkeit getroffen. Hiezu gehören die äußerlichen Symptome wie z.B. Angstschweiß und Gesichtsfarbe.
Folgend soll das Konstrukt der Ängstlichkeit erklärt werden. Dieser Begriff ist weitaus komplexer als der der Angst. Ängstlichkeit wird als eine Eigenschaft bezeichnet, die sich im Laufe des Lebens einer Person aufgrund von Anlagen und Erfahrungen entwickelt. Die Ängstlichkeit und ihr Ausprägungsgrad wird auf den Grundlagen von Beobachtungen und Beurteilungen von Personen geschätzt. Sie stellt ein „[...] ausgeprägtes Bündel von Bereitschaften oder Dispositionselementen“ 7 dar. Dieses Konstrukt ist relativ stabil und kann durch Intensivieren mit Hilfe neuer Erfahrungen sehr widerstandsfähig gegenüber Veränderungen werden. Der normale Schutzmechanismus Angst kann sich zu einer Bedrohung oder Belastung entwickeln, die der Mensch nicht mehr kontrollieren kann. Diese Ängstlichkeit kann die Lebensqualität des Betroffenen erheblich einschränken und
5 Schaub, H. / Zenke, K.G. (2000) Wörterbuch Pädagogik. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG: München. In: Digitale Bibliothek Band 65: dtv - Wörterbuch Pädagogik Angst, S. 1. S. 115 6 Vgl.: Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag: Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 7.
7 Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag: Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 8.
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möglicherweise ein normales Leben unmöglich machen. Dass die Stabilisierung der Ängstlichkeit in krankhaftes Verhalten gipfeln kann, stellt u.a. eine Rechtfertigung des Tests dar.
Für die Erfassung des Begriffes Angst und Ängstlichkeit sollen im folgenden die wichtigsten Kriterien für die diagnostische Feststellung des Ängstlichkeitsgrades dargestellt werden:
• permanente Angstbereitschaft
• Angst als Gefahrensignal
• Angstintensität
• Angstsensitivität
• Angstbewältigungsprozesse
• Generalisierung der Angstsensitivität
• Generalisierungsgrad von Angstreaktionen 8
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Vgl.: Thurner, F. / Tewes, U. (2000). Kinder - Angst - Test - II (KAT II) Handanweisung. Hogrefe - Verlag: Göttingen - Bern - Toronto - Seattle. Seite 8 - 9.
9 http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/psyche.shtml 10 Vgl.: http://www.medizinfo.com/kopfundseele/angst/psyche.shtml
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Matthias Endlich, 2003, Der Kinder-Angst-Test KAT II - Testerläuterungen und Auswertung einer Befragung, Munich, GRIN Publishing GmbH
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