Inhalt
1. Der Leverageeffekt 3
2. Basel II 4
2.1. Hintergrund. 4
2.2. Die drei Säulen von Basel II 5
2.3. Das Rating. 6
3. Basel II - Auswirkungen hinsichtlich des Leverage-Effekts auf kleine und
mittelst ändische Betriebe, Großunternehmen sowie Start-Ups 7
3.1. Auswirkungen auf kleine und mittelständische Unternehmen 7
3.2. Auswirkungen auf Großunternehmen. 10
3.3. Auswirkungen auf Unternehmensgründer 11
4. Zusätzliche Beeinträchtigung des Tax-Leverage durch Zinsschranken 11
4.1. Der § 8a KstG. 11
4.2. Neue Zinsschranken im Zuge der Unternehmenssteuerreform. 13
5. Fazit 14
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Der Leverage-Effekt vor dem Hintergrund von Basel II
In der vorliegenden Seminararbeit werden die Zusammenhänge zwischen der in deutschen Unternehmen weitverbreiteten Tendenz zur Fremdkapitalaufnahme mit dem Ziel der Eigenkapitalgenerierung (Leverage-Effekt) und den aktuellen Eigenkapitalvorschriften des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel II) betrachtet. Hierbei werden die Neuerungen, die Basel II mit sich bringt, und deren Auswirkungen auf den Leverage-Effekt sowie die finanzwirtschaftlichen Strategien der Unternehmen Gegenstand einer Untersuchung sein. Dabei wird besonders auf die Herausforderungen für kleine und mittelständische Betriebe eingegangen und außerdem ein Augenmerk auf die steuerrechtliche Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen und deren Einfluss auf den Leverage-Effekt gelegt. Zunächst gilt es aber den Begriff Leverage-Effekt zu definieren.
1. Der Leverageeffekt
Unter dem Begriff Leverage-Effekt versteht man die Hebelwirkung einer wachsenden Verschuldung auf die Rentabilität des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalrentabilität wird bei einer Erhöhung des Fremdkapitalanteils am Gesamtkapital positiv beeinflusst, solange die Gesamtkapitalrentabilität über den Fremdkapitalkosten liegt 1 . Dies lässt sich anhand einer Umformung der Funktion der Gesamtkapitalrentabilität (Return on invested Capital = ROIC) veranschaulichen:
1 Vgl. Jung, Hans: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 9.Auflage (2004), S.762
3
ROIC = Gesamtkapitalrentabilität
ROIE = Eigenkapitalrentabilität
EK = Eigenkapital
FK = Fremdkapital
r = Fremdkapitalzins
V= Verschuldungsgrad
Nachdem die Gleichung nach ROIE aufgelöst wurde, ist nun leicht zu erkennen, dass der Leverage-Effekt von der Differenz aus ROIC und r abhängt. Solange der Fremdkapitalzins kleiner ist als die Gesamtkapitalrendite, hat dies ein Wachstum der Eigenkapitalrendite zur Folge. Das Fremdkapital erwirtschaftet in diesem Fall mehr operativen Gewinn als es Kosten verursacht. Dagegen verursachen Fremdkapitalkosten, die über der Gesamtkapitalrentabilität liegen, eine Verminderung der Eigenkapitalrentabilität, auch Leverage-Gefahr genannt. Das kann soweit gehen, dass ROIE negativ wird, und das Eigenkapital somit Verluste erwirtschaftet.
2. Basel II
2.1. Hintergrund
Das „Basel Committee on Banking Supervision“ wurde 1974 in Folge mehrerer Bankenzusammenbrüche (u.a. Kölner Herstatt-Bank) gegründet. Es setzt sich aus Vertretern der Zentralbanken von neun EU-Staaten, der USA, Kanada, Japan und
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der Schweiz zusammen. 1988 wurde von diesem Komitee die Solvabilitätsrichtlinie „Basel I“ verabschiedet. Mit Ihr wurden international tätige Banken verpflichtet, den Nominalwert ihrer Kredite einheitlich mit 8% Eigenkapital zu hinterlegen 2 . Schon bald entwickelte sich diese Vorschrift zu einer weltweit geltenden Norm und fand auch Eintritt in entsprechende EU-Richtlinien.
Doch Basel I geriet Mitte der neunziger Jahre in die Kritik. Wesentlicher Grund hierfür war die von Seiten der Aufsicht vorgegebene, wenig differenzierende Berechnung der Kapitalanforderungen auf Kreditrisiken, mit der das tatsächliche Risiko oft nur unzureichend abgebildet wurde 3 . So war es oft der Fall, dass bei Unternehmen mit sehr hohem Ausfallrisiko zu wenig Eigenkapital hinterlegt wurde und bei Kreditnehmern mit äußerst geringem Ausfallrisiko die Eigenkapitalbelastung unnötig hoch ausfiel. Es war für die Banken auch kein Anreiz vorhanden, ihr Risikoportfolio zu verbessern, d.h die Anzahl der liquiden Kunden zu erhöhen, da dies keine Auswirkung auf die starre Hinterlegungsquote hatte. Das entsprach nicht dem Gesamtrisikoportfolio einer Bank.
2.2. Die drei Säulen von Basel II
In den drei Konsultationspapieren von 1999, 2001 und 2003 wurden Vorschläge zur Neufassung der Eigenkapitalvorschriften vorgelegt. Basel II stützt sich nun auf drei Säulen. Dabei regelt die bereits erwähnte Mindestkapitalanforderung (Säule I) die Eigenkapitalhinterlegung - wie bereits unter Basel I - anhand des Ausfall- und Marktrisikos. Zusätzlich erfolgt nun auch eine Orientierung am operationellen Risiko. Der Baseler Ausschuss definiert das operationelle Risiko als die Gefahr von Verlusten, die in Folge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder in Folge von externen Ereignissen eintreten. Anhand der sich daraus ergebende Bonität wird der Kredit in eine Risikoklasse eingestuft, z.B. AAA für höchste Bonität bis hin zu SD/D für insolvente Kunden. Säule II beinhaltet den bankenaufsichtlichen Überprüfungsprozess hinsichtlich interner Ratingprozesse, Risikosteuerung und Berichtswesen sowie weiterer Risikoarten. Gemäß Säule III sind die Banken zu einer erweiterten
2 Vgl. Behringer, Stephan: Unternehmensbewertung der Mittel- und Kleinbetriebe/
Betriebswirtschaftliche Verfahrensweisen, 3. Auflage (2004), S. 154
3 Vgl. http://www.bundesbank.de/download/volkswirtschaft/mba/2004/200409mba_baselII.pdf
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Arbeit zitieren:
Dipl. Betriebswirt (FH) Michael Hettich, 2008, Der Leverage-Effekt vor dem Hintergrund von Basel II, München, GRIN Verlag GmbH
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