Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
1. Einleitung 4
2. Co-Abhängigkeit 5
2.1 Definition Abhängigkeit 5
2.2 Definition Co-Abhängigkeit 7
2.2.1 Co-Abhängigkeit als Persönlichkeitsstörung 8
2.2.2 Co-Abhängigkeit als Sucht aufrechterhaltende Verhaltensweise 9
2.3 Merkmale der Co-Abhängigkeit 10
2.4 Entstehung von Co-Abhängigkeit 14
3. Suchtberatung 15
3.1 Definition der Suchtberatung 16
3.2 Ziele und Aufgaben der Suchtberatung 18
3.3 Methoden der Suchtberatung 20
3.3.1 Das Motivational Case Management 20
3.3.2 Das Community Reinforcement Approach 22
3.4 Einbezug des Partners: Hintergründe und Forschung 24
4. Rollenkonflikt des Partners 26
4.1 Co-Abhängigkeit contra Unterstützung 26
4.2 Hilfe und Prävention bei Co-Abhängigkeit 28
4.3 Über Einzelarbeit zur Unterstützung am Beispiel
des Neurolinguistischen Programmierens 30
5. Fazit 33
6. Quellenverzeichnis 35
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Abkürzungsverzeichnis bzw. beziehungsweise ca. circa CRA Community Reinforcement Approach NLP Neurolinguistisches Programmieren ebd. ebenda MOCA Motivational Case Management vgl. vergleiche WHO World Health Organisation
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1 Einleitung
„Jeder Mensch kann der Co-Abhängigkeit verfallen - unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe und sozialem Status.“ (WILSON SCHAEF, 2006: 53) Der Begriff der Co-Abhängigkeit wurde das erste Mal in den 70er Jahren von den Betroffenen selbst definiert, seitdem sind verschiedene Definitionen hinzugekommen. Trotzdem ist das Thema in der Suchtberatung noch weitestgehend unbeachtet. Ich habe mich während meines Studiums bereits häufiger mit den Themenbereichen der „Sucht“ und der „Beratung“ auseinandergesetzt.
Bei der Wahl des Themas für diese Bachelorarbeit habe ich mich dann auf den Themenbereich „Co-Abhängigkeit in der Suchthilfe“ spezialisiert und mich für das Thema „Die Rolle des Partners in der Suchtberatung zwischen Co-Abhängigkeit und Unterstützung“ entschieden.
Diese Arbeit setzt sich mit den verschiedenen Definitionen der Co-Abhängigkeit auseinander und befasst sich mit der Frage, welche Rolle sich dadurch für den Partner eines Abhängigen in der Suchthilfe ergibt.
Hierzu wird in Kapitel 2 dieser Arbeit zunächst der Begriff Co-Abhängigkeit erläutert, indem anfangs der Begriff der Co-Abhängigkeit definiert wird und darauf folgend die Merkmale und die Entstehung von Co-Abhängigkeit dargestellt werden. In Kapitel 3 wird auf die Suchtberatungen, deren Ziele und Methoden eingegangen, sowie geklärt, welche Hintergründe der Einbezug des Partners in die Suchtberatung hat. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Rollenkonflikt des Partners zwischen Co-Abhängigkeit und Unterstützung. Dabei wird auch auf die Hilfen für Co-Abhängige eingegangen und erläutert, wie der Co-Abhängige über Einzelarbeit die von ihm erwartete Unterstützung leisten kann.
Kapitel 5 zieht aus dem vorher dargelegten ein Fazit, um auch auf die oben genannte Frage eine Antwort geben zu können.
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2 Co-Abhängigkeit
Ist jemand suchtkrank, so ist nicht nur diese Person von der Sucht betroffen, sondern auch die im Umfeld lebenden Personen wie zum Beispiel die Familie. Bei auch nur drei Angehörigen pro Abhängigem wären das ca. elf Millionen Deutsche. (vgl. KÖRTEL; KRASNITZKY-ROHRBACH, 2004: 11)
Auf diese Angehörigen beziehen sich die meisten Konzepte der Co-Abhängigkeit. Da der Begriff der Co-Abhängigkeit vor allem in der alkoholspezifischen Suchthilfe verwendet wird und sich die Phasen der Co-Abhängigkeit mit denen der Alkoholabhängigkeit ähneln, werden in den folgenden Abschnitten zunächst die Begriffe Abhängigkeit und Co-Abhängigkeit definiert. Im Anschluss daran wird auf die Merkmale und die Entstehung von Co-Abhängigkeit eingegangen.
2.1 Definition Abhängigkeit
Abhängigkeit wird charakterisiert durch den starken Wunsch „ […] psychotrope Substanzen oder Medikamente, Alkohol oder Tabak zu konsumieren.“ (HALLER; HINTERHUBER, 1997: 33)
Sie ist eine von drei Verhaltensauffälligkeiten, die Experten im Zusammenhang mit Suchtmitteln definiert haben.
Die erste Verhaltensauffälligkeit ist die akute Intoxikation, das heißt, der aktuelle Zustand nach der direkten Einnahme. Dieser Zustand wird häufig auch als Rausch bezeichnet. Die zweite Auffälligkeit ist der schädliche Gebrauch oder auch Missbrauch des Suchtmittels, dies bedeutet, das Suchtmittel wird in so hohem Maße konsumiert, dass es zu gesundheitlichen Schäden kommt.
Die dritte Verhaltensauffälligkeit in Zusammenhang mit Suchtmitteln ist das Abhängigkeitssyndrom. Dieses ist definiert durch den Zustand der durch den Entzug von dem Suchtmittel auftritt. (vgl. HALLER; HINTERHUBER, 1997: 31 ff.) Dabei kann sich das Verhalten bei vorliegender Abhängigkeit sehr unterschiedlich ausprägen. Dies beinhaltet auch, dass man nicht unbedingt gesund und nicht abhängig ist, wenn man es schafft für eine vorher vereinbarte Zeit abstinent zu bleiben. (vgl. BERKE, 1999, 13)
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Es wird zwischen körperlicher Abhängigkeit, die sich durch Entzugserscheinungen zeigt, und seelischer Abhängigkeit, die durch Probleme im Alltag (bei der Arbeit, in der Beziehung) gekennzeichnet ist, unterschieden. Die Symptome beider Abhängigkeiten kommen immer dann zum Vorschein, wenn die Konzentration des Suchtmittels im Blut zu niedrig ist. (vgl. BERKE, 1999: 14)
Zu den Entzugserscheinungen zählen Auffälligkeiten wie Schwitzen, Zittern, Erbrechen, Schmerzen, mögliche epileptische Anfälle, Schlaflosigkeit, Depressionen, Halluzinationen und das starke Verlangen das Suchtmittel zu konsumieren.
Nach der Definition der WHO gibt es sieben Abhängigkeitstypen, die durch die jeweilige Stoffgruppe, von der jemand abhängig ist, definiert werden. Alkohol ist dabei das in der Gesellschaft akzeptierteste Suchtmittel. (vgl. HALLER; HINTERHUBER, 1997: 35; HARING, 1997: 48) Eine Erhebung aus dem Jahre 2006 ergab, dass ca. 1,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland alkoholabhängig sind. Ca. zwei Millionen Menschen haben einen schädlichen Konsum und laufen Gefahr abhängig zu werden. (vgl. MEFERT-DIETE, 2008: 10)
Als alkoholabhängig gilt jemand wenn er, gemäß der Definition der WHO, „[...] infolge exzessiven Trinkens körperliche, geistige, soziale und wirtschaftliche Einschränkungen aufweist [...]“. (KRUSE; KÖRKEL; SCHMALZ, 2000: 35)
Alkoholabhängigkeit verläuft in 3 Phasen, der Anfangsphase, der kritischen Phase und der chronischen Phase.
Die Anfangsphase ist durch alkoholbedingte Blackouts, Filmrisse, Schuldgefühle, ständiges Denken an Alkohol und heimliches Trinken geprägt. (ebd.: 73 f.). Die Verheimlichung und damit auch die Verleugnung des Trinkens entsteht durch „[...] die plötzliche Etikettierung eines vorher akzeptierten Prozesses als ‚krankhaft’. Der Alkoholiker kann diese Umdeutung nicht mitvollziehen und glaubt an die Generalisierung - man mache auf einen Schlag eben alles an ihm schlecht.“ (HARING, 1997: 48) Die kritische Phase ist gekennzeichnet durch aggressives Verhalten, Selbstmitleid, erste körperliche Beschwerden und die Verlegung des ersten Konsums am Tag auf den Morgen. Die chronische Phase beinhaltet massive Beeinträchtigungen im sozialen Leben, bedingt durch den Alkoholkonsum wie zum Beispiel Psychosen, Angstzustände und der Auflösung von ethischen Normen. (vgl. KRUSE; KÖRKEL; SCHMALZ, 2000: 75 ff.) Nach Anne Wilson Schaef gehören Krankheiten wie Alkoholismus und Co-Abhängigkeit zu einer Grundkrankheit, dem Suchtprozess. Dieser liegt in verschiedenen Ausprägungen vor und ist von der heuten Gesellschaft nicht zu trennen.
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Vgl. Abbildung 1 Der Suchtprozess - eine weitverbreitete, systematische Krankheit (WILSON SCHAEF, 2006: 34)
Abbildung 1 Der Suchtprozess - eine weitverbreitete, systematische Krankheit Er besteht aus vier Bereichen mit den jeweiligen verschiedenen Einzelkrankheiten, die wiederum spezifische Symptome aufweisen. Dies bedeutet, dass jede Krankheit als Teil des Suchtprozesses und gleichzeitig als eigenständige Krankheit anzusehen ist. Zu den Symptomen des Suchtprozesses zählen Verhaltensweisen wie Kontrolle, Perfektionismus, Angst, Verleugnung und Depression. (vgl. ebd.: 51 ff.)
Diese finden sich daher auch in den Beschreibungen der Verhaltensweisen von, wie oben bereits erwähnt, Alkoholabhängigen und von Co-Abhängigen wieder.
2.2 Definition Co-Abhängigkeit
Der Begriff der Co-Abhängigkeit wurde von den betroffenen Personen, den Partnern von Abhängigen selbst geprägt und ist bis jetzt vorrangig in der Suchthilfe gebräuchlich. (vgl. WILSON SCHAEF, 2006: 13)
Bevor der Begriff Co-Abhängigkeit formuliert wurde, gab es bereits den Begriff Co-Alkoholismus, nach dessen Definition Angehörige nicht nur passiv von der Sucht betroffen, sondern auch aktiv an der Aufrechterhaltung der Sucht beteiligt sind. Folglich sind also immer mehrere Personen an der Sucht beteiligt. (vgl. AßFALG, 2006: 11)
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Des weiteren stellt der Begriff „[…] helfendes Verhalten kritisch in Frage, und er legt nahe, dass beide, also derjenige, dem geholfen wird, und derjenige der hilft, in ähnlicher Weise krank sind.“ (ebd.: 8)
Bis heute gibt es keine einheitliche Definition von Co-Abhängigkeit. Einige Fachleute gehen zum Beispiel davon aus, dass co-abhängiges Verhalten auch in Beziehungen zu Menschen existieren kann, die nicht Abhängig sind, sondern an einer psychischen Krankheit leiden. Des weiteren kann Co-Abhängigkeit auch Menschen treffen, die in helfenden Berufen tätig sind, wie zum Beispiel Sozialarbeiter oder Psychologen. (vgl. KÖRTEL; KRASNITZKY-ROHRBACH, 2004: 12 f.)
Demnach lassen sich die Definitionen von Co-Abhängigkeit in 2 Kategorien aufteilen, auf die im Folgenden genauer eingegangen wird.
2.2.1 Co-Abhängigkeit als Persönlichkeitsstörung
In der ersten Kategorie wird Co-Abhängigkeit als Persönlichkeitsstörung definiert. Nach dieser Definition ist der Co-Abhängige vom Partner selbst abhängig. (vgl. KLEIN, 2000: 142)
Zu dieser Kategorie gehört zum Beispiel die Definition von Sondra Smalley. Nach ihr ist Co-Abhängigkeit keine Krankheit sondern eine Persönlichkeitsstörung. Es ist ein Modell an bestimmten Verhaltensweisen, Gefühlen und Einstellungen, die das Leben verkomplizieren. (vgl. WILSON SCHAEF, 2006: 26).
Co-dependency is „ […] an exaggerated dependent pattern of learned behaviors, beliefs and feelings that make life painful. It is a dependence on people and things outside the self, along with neglect of the self to the point of having little self identity.” (vgl. WHITFIELD, 1989: 19)
Auch Pia Mellody beschreibt Co-Abhängigkeit als eine Persönlichkeitsstörung die sich in zwei Kernbereichen des Lebens wieder spiegelt, zum Einen in der Beziehung zu sich selbst und zum Anderen in der Beziehung zu anderen. Nach ihrer Definition haben Co-Abhängige „[…] Schwierigkeit: angemessene Selbstachtung zu erfahren, −
intakte Grenzen zu setzen, −
die eigene Realität zu beherrschen und auszudrücken, −
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Arbeit zitieren:
Bachelor Kezia Raabe, 2008, Die Rolle des Partners in der Suchtberatung zwischen Co-Abhängigkeit und Unterstützung, München, GRIN Verlag GmbH
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