Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Ursachen dauerhafter Bildungsungleichheiten 3
3. Entstehung sozialer Ungleichheiten nach Boudon 4
4. Bildungsungleichheiten auf Hochschulebene 6
5. Fakten zur Bedeutung der sozialen Herkunft: die PISA-Studie 7
6. Ausblick 10
7. Literaturverzeichnis. 11
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1. Einleitung
Als Chancengleichheit werden im Bildungswesen die gleichen Chancen von Kindern und Jugendlichen beim Erwerb von mittleren und hohen Bildungsabschlüssen definiert. Hierbei sollten Faktoren wie Geschlecht, Wohnort und soziale Herkunft keine Rolle spielen.
In den 1960er Jahren bestand zum ersten Mal Einigkeit unter den Bildungsforschern und -politikern, dass die Bildungschancen in Deutschland ungleich verteilt sind. Es findet eine leistungsunabhängige soziale Auslese statt, die sich zu dieser Zeit vor allem zu Ungunsten von Mädchen und Kindern von Arbeitern vollzog.
Diese Hausarbeit soll zunächst einen Überblick geben über die Ursachen dauerhafter Bildungsungleichheiten. Wodurch können Bildungsbenachteiligungen entstehen, die zu heterogenen Lebenschancen führen?
Um ungleiche Bildungschancen aus soziologischer Sicht zu betrachten, wird der Ansatz Boudons bezüglich des primären und sekundären Herkunftseffektes angeführt.
Weiterhin werden Bildungsungleichheiten auf Hochschulebene verdeutlicht indem die soziale Herkunft in Verbindung mit verschiedenen Bildungsgängen betrachtet wird. Haben Kinder von Arbeitern auf universitärer Ebene grundsätzlich die gleichen Chancen wie Kinder aus höheren Schichten? Gibt es fachspezifische Unterschiede? Der letzte Teil dieser Arbeit geht auf aktuelle Fakten aus der PISA-Studie zur Bedeutung der sozialen Herkunft ein und erläutert die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund im Vergleich zu Kindern deutscher Herkunft.
2. Ursachen dauerhafter Bildungsungleichheiten
Die in den 1950er Jahren einsetzende Bildungsexpansion führte zwar im Allgemeinen zu verbesserten Bildungschancen, jedoch nahmen auch Bildungsbenachteiligungen in verschiedenen Gruppen der Gesellschaft zu. Die Anzahl der Kinder, die ein Gymnasium besuchen, stieg zwar stetig an, jedoch verlor gleichzeitig die Hauptschule an Qualität und ist heutzutage vielerorts als so genannte Restschule degradiert. Diese besuchen sowohl vor allem Kinder mit Migrationshintergrund als auch vermehrt Kinder aus Arbeiterfamilien. Zu beobachten ist eine gewachsene soziale Distanz zwischen den Bildungsschichten. Es gibt zwar immer mehr Bildungsmöglichkeiten, dabei
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vermindern sich allerdings gleichzeitig die Chancen in spezifischen Schichten. Diese Bildungschancen stellen jedoch die Voraussetzung für Lebenschancen dar. Eine tragende Rolle für die Realisierung der Bildungschancen spielt die Bildungsmotivation der Eltern. Je größer diese ist, desto eher wird die Entscheidung getroffen für die gymnasiale Schullaufbahn eines Kindes. 1 Durch eine gesteigerte Motivation für eine höhere Bildung in allen Schichten, aber auch durch steigenden Wohlstand können Anstiege in der Bildungsbeteiligung ausgelöst werden. Jedoch tragen sie nur bedingt zum Abbau von Bildungsungleichheiten bei.
Die gröbsten Beseitigungen von Ungleichheiten im Bildungssystem sind in der Einführung der Schulpflicht, der Verstaatlichung des Bildungssystems und dem Beschluss einer Mindestdauer für die Bildungsbeteiligung zu sehen. Dabei ist die erzwungene Bildungsentscheidung des Elternhauses nach der Grundschule als kontraproduktiv anzusehen, da sie eine langfristig bindende Wirkung hat und nicht nur über die schulische
Karriere des Kindes entscheidet, sondern auch über seine zukünftigen Lebenschancen.
3. Entstehung sozialer Ungleichheiten nach Boudon
Der französische Soziologe Boudon äußerte bereits in den 1970er Jahren die Annahme, dass elterliche Bildungsentscheidungen „nach Abwägung von Vorteilen und Nachteilen höherer Bildung im Sinne einer quasi ökonomischen Investitionsentscheidung“ erfolgen (Becker/ Lauterbach, 2007, S. 167). Die Wahl fällt demnach auf das subjektiv Vorteilhaftere.
Es erfolgt eine -ebenfalls subjektive- Beurteilung der Kosten und dem Nutzen höherer Bildung. Dies geschieht aus einer sozialen Distanz zwischen Schichtzugehörigkeit und höherer Bildung. 2 Das heißt, wenn die Eltern einem relativ hohen sozialen Rang angehören und ihnen selbst eine höhere Bildung nicht fremd ist, werden sie sich mit einer größeren Wahrscheinlichkeit dazu entschließen, ihrem
1 BECKER, Rolf/ LAUTERBACH, Wolfgang (Hg.) (2007): „Bildung als Privileg“,
2., aktualisierte Auflage, Wiesbaden, S. 17 ff.
2 BECKER, Rolf/ LAUTERBACH, Wolfgang (Hg.) (2007): „Bildung als Privileg“, 2., aktualisierte Auflage, Wiesbaden, S. 169
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Arbeit zitieren:
Janina Zaepernick, 2007, Soziale Ungleichheiten als Ursache für heterogene Bildungschancen, München, GRIN Verlag GmbH
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