Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung 1
2. Didaktische Ansätze
2.1 Lehrgang 2
2.2 Blended Learning 3
2.2.1 Grundlagen 3
2.2.2 E-Learning 4
2.2.3 Präsenzveranstaltungen beim Blended Learning 7
2.2.4 Einsatzbeispiel des Blended Learning 7
2.2.5 Beurteilung 9
2.3 Selbstorganisiertes Lernen 10
2.3.1 Grundlagen 10
2.3.2 Beispiel zum Selbstorganisierten Lernen 11
2.3.3 Beurteilung 12
3. Arbeitsprozessorientierung
3.1 Grundlagen 13
3.2 Ablauf der arbeitsprozessorientierten Weiterbildung 13
3.3 Arbeitsprozessorientierung am Beispiel der IT-Brachne 15
3.3.1 Entwicklung der Arbeitsprozessorientierung am Beispiel der IT-Branche 15
3.3.2 Ziel und Ausrichtung der Arbeitsprozessorientierung
am Beispiel der IT-Branche 17
3.3.3 Beurteilung 18
4. Schlussbetrachtung 18
Literaturverzeichnis 20
Anhang iii
iii
1. Problemstellung
Lernen ist ein durchgängiges Prinzip im Leben. Lernen ist ein Prozess und „findet nicht zu einem Zeitpunkt statt, sondern während einer Zeitspanne. Innerhalb dieser Zeitspanne ändert sich nicht nur das Wissen der lernenden Person“, sondern es „ändern sich in dem Zusammenhang auch die Anforderungen, die Lernziele und damit auch die Handlungsweisen, die für die Zielerreichung ausgeführt werden sollten.“ 1 Mit Weiterbildung entwickelt der Mensch nicht nur sein Wissen und seine Fähigkeiten, sondern auch seine Persönlichkeit. Dies tut er im Hinblick auf eine gelungene Teilnahme am gesellschaftlichen Leben sowie am Arbeitsalltag. Die Bandbreite der möglichen Berufe war früher begrenzt, oft lag der Schwerpunkt auf einfacher oder körperlicher Arbeit und damit gab es wenige Weiterbildungsangebote, die meist sehr speziell auf die jeweiligen Berufe zugeschnitten waren. Doch Veränderungen in Schule, Gesellschaft, in der Berufs- und Arbeitswelt und im gesamten Umfeld der Weiterbildung geben Anlass, das Lernen neu zu überdenken, nicht, weil es flüchtige Zeitströmungen so verlangen, sondern weil in Wirtschaft und Arbeit zunehmend zusätzliche und neue Qualifikationen gefordert werden und für die Zukunftssicherung notwendig sind. Dies betrifft vor allem Tätigkeiten im mittleren oder hohen Qualifikationsniveau, die in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen haben. Durch die Globalisierung, den dadurch wachsenden Konkurrenzdruck und einer sich rasant veränderten Wirtschaft mit Forderungen nach Effizienzsteigerung und Flexibilität, durch Zunahme wissensintensiver Dienstleistungstätigkeiten und technologischen Innovationen sehen sich Betriebe und mit ihnen auch die Arbeitnehmer ständig neuen Anforderungen ausgesetzt, denen sie nur mit einem Zuwachs an individueller Bildung, an Selbst-verantwortung, Eigeninitiative und Kreativität gewachsen sein werden. Das bedeutet für die Lernenden, höheren individuellen Anforderungen gerecht zu werden. Auch entsprechend den Zielgruppen, die je nach Vorbildung, beruflicher Tätigkeit und Alter unterschiedliche Möglichkeiten und Bedürfnisse haben, werden entsprechende sinnvolle Fort- und Weiterbildungsangebote erstellt und angeboten. Jugendliche, die am Übergang von der Schule zur Ausbildung stehen und oftmals unzureichende Kompetenzen mitbringen, müssen auf die Herausforderungen einer dynamischen Arbeitswelt vorbereitet und ständig unterstützt werden, damit sie ihre Zukunft sichern können. Wenige Arbeitnehmer bleiben in ihrem ursprünglich gelernten Beruf, wechseln in andere Abteilungen oder andere Betriebe mit anderen Schwerpunkten und sehen sich so der Notwendigkeit ausgesetzt, sich zusätzlich zu qualifizieren. Aber auch berufliches Fortkommen ist ohne laufende Fortbildungen verbunden mit dem Nachweis zusätzlicher Qualifikationen nicht denkbar. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Beratung und ständige
1 Wirth, 2004, S. 53-54
1
Begleitung von Existenzgründern, für die vor allem in der Startphase Hilfestellungen oft überlebensnotwendig sind. Schon die Vielzahl dieser Beispiele zeigt außer der Notwendigkeit beruflicher Fort- und Weiterbildung die immensen unterschiedlichen Bedürfnisse. Dabei geht es nicht nur um Fachkompetenzen, sondern ebenso um Medien-, Methoden-, Lernkompetenz und sozialen Fähigkeiten. Entsprechend gibt es eine fast nicht überschaubare Vielfalt an Methoden und Angeboten und Anbietern in diesem Bereich, so dass es für den Interessierten schwer ist, ohne qualifizierte Beratung den richtigen Weg einzuschlagen. Die Aufgabe meiner Hausarbeit soll es sein, Teile der didaktischen Vielfalt im Bereich der beruflichen Weiterbildung vorzustellen und etwas Licht in den Dschungel der Möglichkeiten zu bringen. Dabei sollen Blended Learning im Zusammenhang mit E-Learning und Selbstorganisiertes Lernen (SOL) vorgestellt werden, außerdem soll die Frage nach Lehrgang oder Arbeitsprozessorientierung behandelt werden.
2. Didaktische Ansätze 2.1 Lehrgang
Ein Lehrgang ist eine Veranstaltung, in welcher sich eine kleine Gruppe mit einem bestimmten Thema intensiv, oft auch praktisch auseinandersetzt. In aller Regel sind Lehrgänge reine Präsenzveranstaltungen und auch kostenpflichtig, manchmal übernimmt der Arbeitgeber die Kosten. Meistens wird mit einem Lehrgang eine Zusatzqualifikation erworben, die in Form eines Zertifikats ausgestellt wird. Bei Lehrgängen handelt es sich je nach Anbieter und Inhalt um regelmäßige und wiederkehrende, manchmal aber auch nur um ein einziges Treffen einer Gruppe. Lehrgänge sind somit zeitlich begrenzt. Oft werden Lehrgänge aber auch im Rahmen von größeren Veranstaltungen, wie Messen, Tagungen oder Festivals angeboten, wo die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich auf sehr spezifischen Teilgebieten weiterzubilden. Die Lehrgänge sind moderiert, allerdings ist der Moderator (der der den Lehrgang leitet) den anderen Teilnehmern nicht immer zwangsläufig fachlich voraus. Hierbei handelt es sich dann um einen Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern. Diese Art von Lehrgang wird auch „Workshop“ genannt. Um sich beruflich weiterzubilden, gibt es zahlreiche Lehrgänge für Berufstätige direkt nach der Ausbildung, aber auch für Angestellte mit mehrjähriger Praxiserfahrung. Ein Beispiel für einen umfassenden Lehrgang im kaufmännischen Bereich ist der Lehrgang zur Vorbereitung auf die IHK-Prüfung für einen „Technischen Betriebswirt (IHK)“. Der Technische Betriebswirt ist in hohem Maße für den technischen Vertrieb und das Beschaffungswesen qualifiziert und kann dort als Abteilungsleiter eingesetzt werden. Aber auch im Bereich Produktionsplanung/ -steuerung sowie Betriebsdatenerfassung findet der „Technische Betriebswirt“ Anschluss. Zielgruppe sind Industrie-, Handwerks- oder Baumaschinen-
2
meister, Techniker und Ingenieure. Um an diesem Lehrgang teilnehmen zu können sind bestimmte Zulassungsvoraussetzungen zu beachten. Dazu gehört eine abgeschlossene Weiterbildung zum Industriemeister oder Handwerksmeister oder man muss als Techniker oder Ingenieur eine zweijährige berufliche Praxiserfahrung mitbringen. Inhalte sind Grundlagen der Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Controlling, Investition, Materialwirtschaft, Absatzwirtschaft, Organisation, Unternehmensführung, Informationstechniken, Kommunikationstechniken und Personalmanagement. Dieser Lehrgang dauert ca. 2 Jahre und findet jeweils zweimal in der Woche und einmal im Monat samstags statt und ist auch mit sehr hohen Kosten verbunden, die sich im Moment auf ca. 3.240,-€ belaufen. Diese beiden Punkte sind allgemein als Nachteil für Lehrgänge zu nennen, da die Teilnehmer aufgrund der festgelegten Termine nicht sehr flexibel sein können, denn sie müssen sich an diese Termine halten. 2 Praxisbezogene Lehrgänge gehen zum Teil auch über Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch hinaus, denn sie schaffen Neues oder geben den Teilnehmern Anregungen für weitere Entwicklungen.
2.2 Blended Learning
2.2.1 Grundlagen
Blended Learning ist ein relativ neuer Begriff, der sich erst im Laufe des Jahres 2001 etabliert hat und mittlerweile einen der vorherrschenden Trends für E-Learning-Lösungen bezeichnet. Dieser zunächst im Hinblick auf innerbetriebliche Weiterbildung geprägte Begriff stellt einen Mix aus Fern- und Präsenzunterricht dar und visualisiert eine Form von E-Learning, in welcher Präsenzveranstaltungen wie Workshops, Seminare und Kurse, mit PC- und internetbasiertem Lernen kombiniert werden, das heißt auch, dass bei dieser Lehrmethode, die Vorteile von E-Learning und die Vorteile von Präsenzseminaren systematisch eingesetzt werden. Der Begriff „Blended“ stammt aus dem englischen und heißt soviel wie „vermengt, vermischt, ineinander übergehend“. Aufgrund der Tatsache, dass eine exakte deutsche Übersetzung holprig klingen würde, hat sich ein deutsprachiges Pendant nicht entwickelt. Dahingegen hat sich im deutschsprachigen Raum der Begriff des Hybriden Lernens oder der hybriden Lernform 3 verbreitet, der bereits länger im Trend ist als der Begriff des Blended Learning und etwa die gleiche Bedeutung hat. 4 Dieser neue didaktische Ansatz verbindet die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernformen mit den sozialen Aspekten des gemeinsamen Lernens. Zentraler Aspekt des Blended Learning ist die Vor- bzw. Nachbereitung von Präsenzveranstaltungen. Einen gewissen Lerntransfer sichert insbesondere die Nachbereitung, den klassi- 2 Vgl. www.bzn-duisburg.de
3 Vgl. U. Dittler, 2003, S. 192
4 Vgl. www.weblernen.net/blended_learning.php
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sche Präsenzveranstaltungen nicht leisten können. 5 Blended Learning ist eine Lösung für die Schaffung von Lernbedingungen- und Lernsituationen, die aus der Integration der Vorteile von Online-Medien in bewährte Methoden und Strukturen traditioneller Vermittlungsformen besteht, die in ihrer Einheit fein auf die Lernbedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt sind. Ziel der Lernkultur ist es, anwendbares Wissen zu vermitteln, um so die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu überdenken. Untersuchungen haben gezeigt, dass Lernende trotz einer aktiven Rolle im Lernprozess immer noch unterstützt werden müssen, um effektiv zu lernen.
2.2.2 E-Learning
E-Learning ist ein Begriff, der grundsätzlich das Lernen mithilfe elektronischer Medien (d.h. am Computer) beschreibt. Die Methoden, technische Formen des E-Learning sind dabei sehr vielfältig und reichen von Computer-based-Training (CBT) oder Web-Based-Training (WBT) bis hin zu Online-Lernen. Seit den 80er Jahren sind so genannte CBT-Lernprogramme im Einsatz, die auf Basis von Computern das Selbstlernen fördern. 6 „Der Computer kann hierbei alle drei didaktischen Funktionen von Unterricht übernehmen“, und zwar „Wissen vermitteln, Übungen anbieten und Übungen auswerten.“ 7 Das Lernen über Netzumgebungen wie Internet, Intranet oder Extranet wird durch das Web-Based-Training beschrieben. Hier sind die Elemente Informationssysteme wie z.B. Datenbanken und Lernprogramme mit Übungen und Tests zusammengefasst. 8 „Im Unterschied zu CBT ist ein kooperatives Lernen zweier oder mehrer Teilnehmer gleichzeitig mit einem Programm möglich.“ 9 Die Lernenden können hierbei eine Aufgabenstellung oder ein Problem gemeinsam bearbeiten und nicht nur vom Computer, - der die Rolle als Vermittler zwischen zwei Lernenden übernimmt - sondern auch vo-neinander lernen. 10 Beim Online-Lernen, d.h. das Lernen im Netz, haben die Lernenden und Tutoren Zugriff auf einen Server, auf dem die relevanten Daten gespeichert sind. Im Rahmen von E-Learning fällt oft auch der Begriff E-Learning-Plattform oder auch Lernplattform (E-Learning-Portal) als Weiterentwicklung des WBT. Darunter versteht man ein System, welches den Aufbau eines virtuellen Bildungszentrums innerhalb eines Unternehmens ermöglicht. 11 Lernplattformen stellen dem Lernenden ein umfassendes Lernangebot zur Verfügung. Die Plattform ist für die Verwaltung von E-Learning-Angeboten, Lernmedien jeglicher Art sowie der Anwender und Anwenderdaten zuständig. In einer internet- oder intranet-basierten
5 http://de.wikipedia.org/wiki/Blended_Learning
6 Vgl. U. Dittler, 2003, S. 192
7 Ebenda, S. 12
8 Vgl. ebenda, S. 192
9 Ebenda, S. 12
10 Vgl. ebenda, S. 12
11 Vgl. ebenda, S. 192
4
Lernplattform sind auch Coaching-Funktionen implementiert, d.h., dem Lernenden stehen mehrere Fachexperten oder Bildungsbegleiter für technische, vor allem aber auch für fachliche und inhaltliche Fragen zur Verfügung. Gemeinsam können per Mail oder Chat individuelle Empfehlungen, Sachfragen im direkten Austausch erarbeitet und besprochen werden. Das Besondere an solchen E-Learning-Plattformen liegt damit in der individuellen Betreuung der Lernenden durch Lernbegleiter und Coaches. Als weitere technische Form des E-Learning sind virtuelle Seminare zu nennen. Diese Seminare erlauben eine synchrone, aber ortsunabhängige gleichzeitige Schulung mehrerer Teilnehmer. Die Seminarteilnehmer können am PC Zuhause oder an ihrem Arbeitsplatz am Seminar teilnehmen. Ein Trainer präsentiert und erklärt Lerninhalte vor einer Kamera, dabei werden sein Videobild, der Ton, sowie Folien und Visualisierungen synchron über das Internet an diese vermittelt. Jederzeit können die Seminarteilnehmer auch direkt Fragen an den Trainer richten. E-Learning hat im Bereich der betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen zunehmend an Bedeutung gewonnen. Ziel der E-Learning-Maßnahmen ist, den monetären Aufwand für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen zu senken. E-Learning als computerbasiertes Lernprogramm kann eine Präsenzveranstaltung nicht völlig ersetzen. 12 „In der Regel werden E-Learning-Module im Sinne der ersten didaktischen Funktion von Unterricht (Wissen vermitteln) eingesetzt. Der Transfer des neu erworbenen Wissens in simulierten Anwendungssituationen kann zwar auch in Lernprogrammen erfolgen, ein individuelles Feedback bleibt jedoch in der Regel einem Trainer vorbehalten.“ 13 Die Kosten für Präsenz- und Trainingsphasen lassen sich reduzieren, aber durch ein CBT nicht völlig ersetzen. Im Blended-Learning Konzept wird dieser Erkenntnis entsprochen, denn durch eine Kombination aus E-Learning-Maßnahmen und Präsenzformen des Lernens, werden der Lernerfolg und der Transfer in die Anwendungspraxis gesichert. 14 „Ein sinnvoller Mix aus Präsenzphasen, Selbstlernphasen, mit WBT sowie weiteren Lernunterlagen, die Unterstützung von Telekooperation, sowie bedarfsorientiertes Telecoaching sind wesentliche Faktoren für Qualität und Erfolg einer Online-Weiterbildung.“ 15 Für die Kombination von E-Learning mit Präsenzphasen gibt es vielfältige Variationsmöglichkeiten. Eine Form ist die Vorbereitung auf ein Präsenzseminar über E-Learning, die Besprechung der Ergebnisse in der Präsenzphase und der anschließenden Nachbereitung der Inhalte wiederum auf elektronischem Weg. Diese Vorgehensweise kann je nach Bedarf wiederholt werden. Dabei kann die E-Learning-Phase dazu genutzt werden, Inhalte in virtuellen Gruppen zu erarbeiten, sich auf
12 Vgl. U. Dittler, S. 12-14
13 Ebenda, S. 14
14 Vgl. ebenda S. 14-15
15 Schlaffke; Weiß, 2002, S. 231
5
Arbeit zitieren:
Dipl.-Hdl. Erna Müller, 2005, Präsenzveranstaltung und Blended - Learning - Selbstorganisiertes Lernen, Lehrgang oder Arbeitsprozessorientierung, München, GRIN Verlag GmbH
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