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Inhaltsverzeichnis :
Inhaltsverzeichnis: II
Abk ürzungsverzeichnis: IV
Abbildungsverzeichnis : VI
Tabellenverzeichnis: VII
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung
1.2 Motivation und Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Struktur der Altersvorsorge in Deutschland 4
2.1 Definition Altersvorsorge
2.2 Heutige Rentensystematik der Bundesrepublik Deutschland
3 Immobilien als Altersvorsorge in Deutschland 11
Definition des Immobilienbegriffs
3.1
Heutige Nutzung von selbstgenutztem Immobilienvermögen als Altersvorsorge
3.2
3.3 Risiken von selbstgenutztem Immobilienvermögen
4 Reverse Mortgage 18
4.1 Definition und Begriffsbestimmung
4.2 Zugangsvoraussetzungen
4.3 Rechte und Pflichten
Auszahlformen
4.4
4.4.1 Einmalauszahlung
Rentenzahlung
4.4.2
4.4.3 Kreditlinie
4.4.4 Kombination
4.5 Determinanten der Auszahlungshöhe
4.5.1 Alter des Kreditnehmers
Wert der Immobilie
4.5.2
4.5.3 Der Kreditzins
Beispielrechnung
4.6
4.7 Die Kosten
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4.7.1
4.7.2 Versicherungskosten („Mortgage Insurance Premiums (MIP)“)
Servicekosten („Servicing Fee“)
4.7.3
4.7.4 Abschlusskosten („Closing Fee“)
4.7.5 Total Annual Loan Cost („TALC )
4.8
4.8.1
4.8.1.2 Das Zinsrisiko
4.8.1.4 Das moralische Risiko
4.8.1.5 Das Prepaymentrisiko
4.8.2
4.8.2.1 Das Insolvenzrisiko
4.8.2.3 Das Inflationsrisiko
Klassifizierung der Reverse Mortgage-Nehmer
4.9
4.10 Aktuelle Situation in Deutschland und deren Entwicklung
5 Fazit und Ausblick 59
Literaturverzeichnis VIII
Eidesstattliche Versicherung XVII
/ss
Abkürzungsverzeichnis:
AARP American Association of Retired Persons
AltEinkG Alterseinkünftegesetz
AVmG Altersvermögensbildungsgesetz
BGB Bürgerliches Gesetzbuch
BMFSFJ Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
best. bestimmte
bzw. beziehungsweise
DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
etc. et cetera
EURIBOR Euro Inter Bank Offered Rate
EUR Euro
evtl. eventuell
GDV Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft
HECM Home Equity Conversion Mortgage Program
HUD Department of Housing and Urban Development
i.d.R. in der Regel
LBS Landesbausparkasse
lfd. laufend
LIBOR London Inter Banked Offered Rate
lt. laut
ss
max. maximal
NCOA National Council on Aging
NRMLA National Reverse Mortgage Lenders Association
p. a. pro anno
RM Reverse Mortgage
sog. sogenannte
TALC Total Annual Loan Cost
TEUR tausend Euro
u. A. unter Anderem
u.U. unter Umständen
USD US-Dollar
z. B. zum Beispiel
ZPO Zivilprozessordnung
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Abbildungsverzeichnis :
Abbildung 1: Realer und monetärer Kreislauf
Abbildung 2: Das Drei Säulen Modell
Abbildung 3: Wandel vom Drei Säulen Modell
zum Drei Schicht Modell
Abbildung 4: Altersaufbau der Bevölkerung Deutschlands
Abbildung 5: Altersvorsorge und Mieterhöhungen sind die treibenden
Kaufmotive
Abbildung 6: Vergleich Miet- und Finanzierungskosten
Abbildung 7: Mögliche Einflussfaktoren auf die Entscheidungsfindung
f ür die selbstgenutzte Immobilie
Abbildung 8: Zahlungsströme Klassisches Darlehen und Reverse Mortgage
Abbildung 9: Kreditverlauf eines klassischen Kredits im Vergleich
zu Reverse Mortgage
Abbildung 10: Rising Debt, Falling Equity
Abbildung 11: Verlauf Reverse Mortgage und Immobilienpreis
Abbildung 12: Die Zahlungsströme im Zeitverlauf
Abbildung 13: Wesentliche Risiken von Reverse Mortgage
Abbildung 14: Zusammenhänge der Risikoarten für den Kreditgeber
Abbildung 15: Zahlungsströme des Sondervermögens des Landes
Abbildung 16: Möglicher Produktablauf
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Tabellenverzeichnis:
Tabelle 1: Schichten der Altersvorsorge 9
Tabelle 2: Risiken der selbstgenutzten Immobilie 16
Tabelle 3: Vergleich klassischer Kredit mit Reverse Mortgage 24
Tabelle 4: Reverse Mortgage Zahlungsoptionen: Pro und Contra 34
1 Einleitung
Die selbstgenutzte Immobilie als Altersvorsorge steht seit Jahrzehnten mit an erster Stelle bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland und spielt dort eine herausragende Rolle. 1 Daher wird sie auch in der Bevölkerung als gute Altersvorsorge bezeichnet. 2 Dies zeigt sich auch in der aktuellen Diskussion, die `Riester-Förderungen´ 3 auf den Erwerb respektive die Erstellung von selbstgenutzten Immobilien auszuweiten. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und zertifizierte zum 01. November 2008 `Wohnriester-Verträge´ der privaten Anbieter. Damit wird die eigene Immobilie nicht nur de facto als Altersvorsorge akzeptiert, sondern auch de jure in Form des Eigenheimrentengesetzes.
1.1 Problemstellung
Damit ergibt sich die Frage, wie sinnvoll der Erwerb von Wohneigentum für die eigene Altersvorsorge ist. Die Diskussion ist aktueller denn je. Sinkende Rentenprognosen der gesetzlichen Rente, steigende Lebenshaltungskosten (Strom, Gas, Nahrungsmittel, etc.), Wandel in der Bevölkerungsstruktur, Fortschritte in der Medizin und die damit verbundene erhöhte Lebenserwartung führen zukünftig zu mehr Bedarf an finanzieller Absicherung, um den erzielten Lebensstandard zu bestreiten und zu halten. 4 Diesen zukünftigen Veränderungen steht ein enorm hohes gebundenes immobiles Vermögen gegenüber. „Im Jahr 2003 besaßen 12,6 Mill. (68%) Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland mit einem Haupteinkommensbezieher im Alter zwischen 35 und 65 Jahren Haus und Grundbesitz. In 4,6 Mill. (25%) Immobilienbesitzerhaushalten war der
Haushaltsvorstand 65 Jahre und älter.“ 5 „Mehr als die Hälfte (52,3%) des für die Altersvorsorge zur Verfügung stehenden Vermögens ist zurzeit in Immobilien
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gebunden, wobei davon ausgegangen wird, dass es sich zum überwiegenden Teil um
selbst genutztes Wohneigentum handelt.“ 6
1.2 Motivation und Zielsetzung
In der deutschen Bankenlandschaft sind Reverse Mortgage Produkte kaum aufzufinden und daher auch in der Bevölkerung wenig bzw. nicht bekannt. Es ist deshalb Aufgabe dieser Arbeit, den Begriff systematisch zu erläutern und in die bestehende Altersvorsorgesystematik der Bundesrepublik Deutschland einzuordnen. Dabei erhebt diese Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll vielmehr aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten Immobilienvermögen (neben den bereits in Deutschland bekannten) bietet, um auch im Rentenalter über ein adäquates Einkommen zu verfügen. Ein Schwerpunkt liegt dabei in der Identifizierung und Darstellung möglicher Risiken aus einer Reverse Mortgage.
Das Privatvermögen privater Haushalte in Deutschland, welches in Immobilien gebunden ist, beträgt ca. 4,2 Billionen Euro. Dabei beträgt der durchschnittliche Verkehrswert der Immobilien ca. 245.000 Euro. 7 Dem gegenüber hat die gesetzliche Rentenversicherung die „(…) Grenze (..) [ihrer] Leistungsfähigkeit erreicht“ 8 .
Die Kombination von sinkenden staatlichen Renten, Langlebigkeit der Bevölkerung und ein hohes gebundenes Vermögen in Immobilien zeigt deutlich die Notwendigkeit, die Immobilien über die derzeitigen Förderungen hinaus mit in die Altersvorsorgebetrachtung einzubeziehen. Die Kombination von hohem
Immobilienvermögen und geringen Rentenzahlungen wird als `asset rich - cash poor´ 9 bezeichnet und summiert damit präzise das Dilemma dieser Kombination.
Ausgehend von diesen Grundlagen wird daher aufgezeigt, wie das Reverse Mortgage als neues Finanzierungsmodell eingesetzt werden kann, um das gebundene Kapital in
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Immobilien wieder freizusetzen und als Einkommensquelle (Zusatzrente) im Alter zu nutzen. Es wird im Wesentlichen auf die US-amerikanischen Reverse Mortgage Produkte Bezug genommen, die den größten RM-Markt darstellen.
1.3 Vorgehensweise
Das erste Kapitel liefert eine Einführung in das Thema und eine Übersicht der Problemstellung, der Motivation, der Zielsetzung sowie der Vorgehensweise.
Zur systematischen Darstellung und Erläuterung des Reverse Mortgage wird die Struktur der deutschen Altersvorsorge dargestellt (Kapitel 2). Dabei wird zunächst der Begriff der Altersvorsorge definiert (2.1). Darauf basierend wird die Rentensystematik mit den zentralen Begriffen der `3-Säulen-Theorie´ und den `3 Schichten der Altersvorsorge´ kurz dargestellt und der aktuelle Wandel der Altersvorsorge in Deutschland aufgezeigt (2.2). Das Kapitel 3 beschreibt die bereits bestehenden Möglichkeiten, Immobilien als Altersvorsorge zu nutzen. Dabei wird der Immobilienbegriff definiert und auf die verschiedenen Risiken der selbstgenutzten Immobilie eingegangen. Das Instrument Reverse Mortgage wird anschließend in Kapitel 4 betrachtet. Hier wird der Begriff definiert und die Funktionsweise erläutert. Dabei wird im Einzelnen auf die Themengebiete `Zugangsvoraussetzungen´, `Rechte und Pflichten´, `Auszahlformen´ und `Determinanten der Auszahlungshöhe´ eingegangen. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen wird das Instrument Reverse Mortgage anhand einer Beispielrechnung (4.6) praktisch dargestellt und die wesentlichen Kosten aufgezeigt (4.7). Ein Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Darstellung der Risiken einer Reverse Mortgage. Dabei werden die Risiken aus Anbieter- und aus Nachfragersicht betrachtet (4.8). Daran anschließend findet die Klassifizierung und Charakterisierung eines Reverse Mortgage-Nehmers statt (4.9). Den Abschluss bildet die Darstellung der aktuellen Situation in Deutschland mit ihren Entwicklungen (4.10) sowie ein Fazit und abschließender Ausblick in Kapitel 5.
2 Struktur der Altersvorsorge in Deutschland
2.1 Definition Altersvorsorge
Ausgangslage: In einer Volkswirtschaft ohne staatliche Sicherungssysteme (Rentenkassen, Sozialkassen, etc.) treten Menschen im arbeitsfähigen Alter als Anbieter von Arbeit auf dem Arbeitsmarkt auf. Ihre Arbeitskraft wird von Unternehmen nachgefragt. Mit dem verdienten Geld können sie ihren Konsum bestreiten. Der Lebensstandard der Haushalte bleibt dabei gleich, oder erhöht sich ceteris paribus bei steigendem Einkommen. Abstrahiert man den soeben beschriebenen Fall, so ergibt sich Folgendes:
Zwischen Haushalten (Menschen) und Unternehmen finden Tauschvorgänge statt. Haushalte stellen Faktorleistungen (z. B. Arbeitskraft) den Unternehmen zur Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen zur Verfügung. Für die Bereitstellung der Faktorleistungen erhalten die Haushalte im Gegenzug Faktoreinkommen (z. B. Geld). Mit dem Faktoreinkommen können die Haushalte nun wiederum die erstellten Güter
von den Unternehmen erwerben. 10 Diesen Vorgang stellt die Abbildung 1 schematisch dar.
Abbildung 1: Realer und monetärer Kreislauf
Quelle: Bergen, V. u. a. (2002), unveränderte Übernahme
sssssBergen, V. u. a. (2002), S. 77 f.
Diese einfache Darstellung des Wirtschaftskreislaufes macht deutlich, das die Menge der Konsumgüter, welche ein Haushalt erhält, von der Höhe der Faktoreinkommen abhängig ist. Die Höhe der Faktoreinkommen ist ein wesentlicher Bestandteil, den Lebensstandard zu halten oder gar zu erhöhen. Faktoreinkommen erzielt aber nur derjenige, der seine Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt anbietet und diese dann auch in Form von Faktorleistungen nachgefragt wird. Voraussetzungen für ein Angebot der eigenen Arbeitskraft sind vor allem intrapersoneller Art. Dies bedeutet, dass Menschen körperlich und geistig in der Lage sein müssen, die angebotene Arbeit (geistige und körperliche) auch durchzuführen. Mit zunehmendem Alter schwindet jedoch diese Fähigkeit. Kein Faktoreinkommen erzielen Rentner, da sie -üblicherweise- keine Faktorleistungen am Arbeitsmarkt anbieten. Daher fehlen ihnen auch die dementsprechenden Faktoreinkommen. 11
Im Alter bleiben jedoch die Konsumbedarfe in veränderter Form bestehen und werden
sogar zukünftig steigen. 12 Dies bedeutet, dass bei fehlendem Faktoreinkommen keine Konsumgüter mehr nachgefragt werden können. Das Ergebnis wäre Verarmung der Altengeneration bzw. Verarmung der nicht arbeitenden Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund ist es für jeden Menschen notwendig, Kapital (Geld bzw. Sachvermögen) während der aktiven Arbeitszeit aufzubauen, um bei fehlendem Faktoreinkommen im
„Der Begriff Altersvorsorge umfasst die Gesamtheit aller Maßnahmen, die getroffen wurden, um nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben von angespartem Vermögen oder erworbenen Anwartschaften den weiteren Lebensunterhalt ohne Einschränkungen des Lebensstandards bestreiten zu können“ 14 .
Als Altersvorsorge kann daher jede finanzielle Maßnahme verstanden werden, die zukünftigen Konsumbedürfnisse im Rentenalter zu ermöglichen. Es geht dabei nicht um den alleinigen Aufbau eines Kapitalstocks, sondern um die Absicherung dauerhafter und lebenslanger Einkommen (Renten) im Alter. Es soll damit vornehmlich das
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biometrische Risiko der Langlebigkeit minimiert werden. Dabei bedeutet Altersvorsorge gleichzeitig Konsumverzicht für die Gegenwart zu Gunsten der zukünftigen Ausgaben. Dies entspricht der Definition des Sparens im Allgemeinen. 15 Der Unterschied zur Altersvorsorge besteht darin, dass der Konsumverzicht für die Altersvorsorge zweckgebunden und terminfix ist. „Altersvorsorge dient dem Ziel, (…) keine wesentlichen Einbußen am Lebensstandard hinnehmen zu müssen.“ 16 „Kern der Altersvorsorge ist die dauerhafte Leistung bei hohem Lebensalter.“ 17 Eine Aufgabe des Konsumverzichts vor Renteneintritt z. B. für gegenwärtige Ausgaben, führt zu einem nicht ausreichenden Kapitalstock im Alter und somit zu einem zu kleinen Einkommen. Das Ergebnis wäre somit erzwungener Konsumverzicht im Alter; hervorgerufen durch zu geringe verfügbare liquide Mittel.
Erweitert man den Wirtschaftskreislauf um die Komponente des Staates, dann sehe die Budgetgleichung eines Haushaltes wie folgt aus:
Y = C + S N + S A + T
Dabei entspricht Y dem Faktoreinkommen, C den Konsumausgaben, S N dem normalen Sparen, S A dem zweckgebundenen Altersvorsorgesparen und T den Steuerzahlungen an den Staat. Stellt man nun diese Budgetgleichung einer Budgetgleichung eines Haushaltes ohne Altersvorsorgesparen gegenüber, ergibt sich folgende Ungleichung:
C 1 = Y - S N - T > C 2 = Y - S N - S A - T
Diese Ungleichung macht deutlich, dass durch das Altersvorsorgesparen weniger Konsummöglichkeiten bestehen, da C 1 > C 2 . Daher „(…) besteht eine ideale Altersvorsorge in regelmäßigen monatlichen Zahlungen, die in der Weise erfolgen, dass es über die Jahre hinweg zu keinerlei Einschränkungen des Lebensstandards kommt und
die Konsumausgaben des Rentners bei Rentenbeginn nicht reduziert werden müssen.“ 18
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2.2 Heutige Rentensystematik der Bundesrepublik Deutschland
Die Altersvorsorge in Deutschland war bis zum Jahre 2005 durch die `Drei Säulen Theorie´ geprägt. Dabei gab der Staat den Bürgern den Freiraum, sich neben der staatlichen Altersvorsorge auch privat bzw. mit Hilfe der betrieblichen Altersvorsorge
das Einkommen für das Alter zu sichern. 19 Der Gesetzgeber der Bundesrepublik Deutschland erkannte bereits in den 1970er, dass die staatliche Rente alleine nicht ausreichen würde, um allen Rentnern der Zukunft ausreichend Einkommen zu gewährleisten. Daher wurden „(…)- beginnend mit dem Betriebsrentengesetz im Jahre 1974 - nach und nach die nötigen steuer- und arbeitsrechtlichen Grundlagen, die die betriebliche Altersvorsorge heute zu einer der drei tragenden Säulen der
Altersvorsorgung macht“ 20 geschaffen. Die Struktur der Altersvorsorge in Deutschland zeigt Abbildung 2. Die Hauptlast der Alterssicherung lag dabei auf der `Säule´ der
gesetzlichen Rente. 21 Die beiden `Säulen´ der betrieblichen und privaten Altersvorsorge sollten dabei nur zusätzliche Liquidität im Alter schaffen und waren darüberhinaus auch nicht jedem zugänglich. So beruhte die betriebliche Altersvorsorge z. B. „(…) auf betriebliche und tarifvertragliche Vereinbarungen.“ 22 Es ist damit deutlich, dass diese Form der Altersvorsorge nicht allen Erwerbstätigen die Möglichkeit bot, weitere Maßnahmen für die eigene Altersvorsorge zu treffen. Sie waren abhängig und in ihrer Selbstbestimmung teilweise beschränkt.
Abbildung 2: Das Drei Säulen-Modell
Quelle: 'hhhhhhhhmmmmmmm
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Vor dem Hintergrund der immer weiter fortschreitenden Absenkung des staatlichen Rentenniveaus, wurde eine staatliche Förderung der zweiten und dritten Säule eingeführt, um einen Ausgleich für die Absenkung zu schaffen. 23 Die staatliche Förderung ist somit ein Anreiz, in die „(…) kapitalfundierte Altersvorsorge auf
freiwilliger Basis (…)“ 24 einzusteigen. Zusätzlich wurde die Rentensystematik neu aufgestellt. Sie besteht nunmehr aus drei Schichten und soll langfristig die
Vorrangstellung der gesetzlichen Rente 25 durch einen Rentenmix ersetzen. In der folgenden Abbildung 3 wird die neue Systematik schematisch dargestellt.
Abbildung 3: Wandel vom Drei Säulen-Modell zum Drei Schicht-Modell
Quelle: Giesen, Udo (2005), unveränderte Übernahme
Die staatlichen Anreize finden z. B. in Form von staatlichen Zulagen (Rechtsgrundlage ist das AVmG), welche aus Steuermitteln finanziert werden 26 , steuerlichen Begünstigungen in Form der nachgelagerten Besteuerung (Rechtsgrundlage ist das AltEinkG) und in Form der Sozialversicherungsfreiheit statt 27 . Tabelle 1 gibt einen Überblick über die einzelnen Schichten und deren Produkte. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nur die Produkte der Schichten 1 und 2 in Form der nachgelagerten Besteuerung gefördert werden. Die Schicht 3 bleibt weitestgehend von Förderungen ausgeschlossen, da diese „(…) mit der Möglichkeit zur kumulierten
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Auszahlung kein lebenslanges Einkommen für den Rentnerhaushalt (..)
[gewährleistet].“ 28
Tabelle 1: Schichten der Altersvorsorge
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Giesen, U. (2005)
Gemäß dem im Kapitel 2.1 definierten Begriff der Altersvorsorge wird durch die staatlichen Förderungen der Schichten 1 und 2 deutlich, dass es hier um Aufbau und Absicherung einer lebenslangen `Leibrente´ geht. Auch innerhalb dieser neuen Systematik nimmt die selbstgenutzte Immobilie eine besondere Stellung ein. 29 Seit dem 01.01.2008 ist der Erwerb von selbstgenutzten Immobilien ebenfalls riesterförderfähig. Dies bedeutet, dass staatliche Zulagen zum Erwerb bzw. zur Entschuldung genutzt werden können. Im Fokus steht hier nicht mehr nur die Erzielung von Rentenzahlungen im Alter, sondern ebenfalls die Reduzierung zukünftiger Ausgaben in Form von
Mietausgaben. 30 Die selbstgenutzte Immobilie ist daher momentan in die Schicht 2 - die kapitalgedeckte Altersvorsorge - einzugruppieren. Dabei liegt der Fokus der Betrachtung einzig auf dem - einer Geldrente gleichzusetzen - mietfreien Wohnen im Alter. 31
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Thorsten Kuhlmann, 2009, Reverse Mortgage - Die neue Zusatzrente, München, GRIN Verlag GmbH
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