Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Tabellenverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1. Ziel und Vorgehensweise 1
1.2. Begriffsabgrenzungen 2
2. Migration und Arbeitsmarkt in Deutschland 6
2.1. Migrantenanteile nach ethnischen Gruppen 6
2.2. Arbeitsmarktdaten für Migranten 8
2.3. Schulbildung für Migranten 11
2.4. Ausbildungsmarkt für Migranten 11
3. Probleme und Potenziale für Migranten 13
3.1. Sprache 13
3.2. Kultur/Religion 15
3.3. Schulische Vorbildung 18
3.4. Eingliederungsmaßnahmen 21
4. Typische Einstiegsberufe und Vorschläge alternativer Berufe. 26
4.1. Typische Einstiegsberufe ohne Ausbildung 26
4.2. Typische Einstiegsberufe mit kaufmännischer/technischer 27
Ausbildung
4.3. Besondere Abschlüsse von Migranten 29
4.4. Alternativen und zukünftige Berufsfelder 30
5. Zusammenfassung und Fazit 32
Tabellenanhang I
Literaturverzeichnis II
- II -
Tabellenverzeichnis:
Tabelle 1: Ausländische Bevölkerung 2000 bis 2007 nach Staatsangehörigkeit und Geschlecht
In Anlehnung an: Statistisches Bundesamt Fachserie 1 Reihe 2 -Bevölkerung und Erwerbstätigkeit; Ausländische Bevölkerung; Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, Wiesbaden 2008
Tabelle 2: Ausländerinnen und Ausländer in der Bundesrepublik Deutschland nach Altersgruppen, Geschlecht und in Deutschland Geborenen per 31.12.2006
Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 3: Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland nach Migrationshintergrund, Altersgruppen, Geschlecht und in Deutschland Geborenen im Jahr 2005
In Anlehnung an: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007 und Statistisches Bundesamt Fachserie 1 Reihe 2 - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit; Ausländische Bevölkerung; Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, Wiesbaden 2008
Tabelle 4: Ausländische Bevölkerung am 31.12.2007 nach Staatsangehörigkeit und Altersgruppen
Vgl. Statistisches Bundesamt Fachserie 1 Reihe 2 - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit; Ausländische Bevölkerung; Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, Wiesbaden 2008
Tabelle 5: Arbeitslosenquoten 2000 bis 2006 (Jahresdurchschnitt) insgesamt und von Ausländer/-innen In Anlehnung an: Bundesagentur für Arbeit;
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/200512/iiia4/akt dat_jzd.pdf und
http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/200712/iiia4/akt dat_jzd.pdf; Abrufdatum: 01.03 2008, Ausdruckdatum: 01.03.2008
Tabelle 6: Erwerbsquoten und Erwerbslosenquoten nach Migrationshintergrund und Geschlecht 2005 Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
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Tabelle 7: Erwerbstätige 2005 nach Migrationshintergrund und Geschlecht Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 8: Bevölkerung nach detailliertem Migrationsstatus, Beteiligung am Erwerbsleben, Stellung im Beruf, Wirtschaftsbereichen und Geschlecht im Jahr 2005
In Anlehnung an: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 9: Ausländische und deutsche Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen in Sekundarstufe I und II 2005/2006 nach ausgewählten Nationalitäten und Schularten In Anlehnung an: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1, Bildung und Kultur Allgemeinbildende Schulen, Schuljahr 2006/2007, Erschienen: 30.10.2007 Wiesbaden
Tabelle 10: Bevölkerung nach Migrationshintergrund, schulischem Abschluss und Geschlecht 2005
In Anlehnung an: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007 und Statistisches Bundesamt Fachserie 1 Reihe 2 - Bevölkerung und Erwerbstätigkeit; Ausländische Bevölkerung; Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, Wiesbaden 2008
Tabelle 11: Ausbildungsbeteiligungsquoten von Deutschen und Ausländer/innen (18 bis 21 Jahre) in den Jahren 1993 bis 2006 Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 12: Bevölkerung nach Migrationshintergrund, Alter und beruflichem Abschluss 2005
Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 13: Deutsche und ausländische Schüler/innen an ausgewählten beruflichen Schulen im Schuljahr 2005/2006 nach Geschlecht Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
- IV -
Tabelle 14: Deutsche und Ausländische Auszubildende nach Ausbildungsbereichen 2004 und 2005 In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
Tabelle 15: Die zehn am stärksten von ausländischen Auszubildenden besetzten Ausbildungsberufe (2003-2005) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
Tabelle 16: Erwerbspersonen (15-64 Jahre) nach Migrationshintergrund, Berufsabschluss und Geschlecht 2005 Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 17: Erwerbslose nach Migrationshintergrund, Geschlecht und Berufsabschluss 2005
Vgl. 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, Dezember 2007
Tabelle 18: Erfolgreiche Ausbildungsabschlüsse und Übernahmequoten nach Angaben der Betriebe im Jahr 2005 (nach Branchen) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
Tabelle 19: Die zehn von Azubis ohne Hauptschulabschluss am stärksten besetzten Ausbildungsberufe (2002-2005) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
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Tabelle 20: Die zehn von Azubis mit Hauptschulabschluss am stärksten besetzten Ausbildungsberufe (2002-2005) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
Tabelle 21: Die zehn von Azubis mit Realschulabschluss am stärksten besetzten Ausbildungsberufe (2002-2005) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
Tabelle 22: Die zehn von Azubis mit Studienberechtigung am häufigsten besetzten Ausbildungsberufen (2002-2005) In Anlehnung an: Berufsbildungsbericht 2005 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2005; Berufsbildungsbericht 2006 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2006; Berufsbildungsbericht 2007 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Bonn, Berlin 2007
- IV -
1. Einleitung
1.1 Ziel und Vorgehensweise
Betrachtet man die allgemeine deutsche Gesellschaft heutzutage, wird man nur wenige Familien finden, bei denen es in den letzten Generationen keine Migration in der Familiengeschichte gegeben hat. 1 Um so mehr verwundert daher die Tatsache, dass nach einer allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften im Jahr 1996 sich fast 30 % der Befragten aufgrund der Ausländer im eigenen Land als Fremde fühlten. Knapp die Hälfte war damals der Meinung, dass ausländische Mitbürger das soziale System in Deutschland belasten würden und fast 45 % führten Wohnungsknappheit auf die Anwesenheit von Ausländern zurück.
Besorgniserregender waren jedoch folgende Ergebnisse: fast die Hälfte war überzeugt davon, dass Ausländer mehr Straftaten begehen würden als Deutsche, 50 % waren generell gegen eine Einbürgerung und der Anteil der Einheimischen, die überhaupt Kontakt zu Ausländern hatten, lag gerade mal bei 60 %. 2 Diese erschreckenden Ergebnisse aus dem Jahr 1996 würden bei einer aktuellen Umfrage nicht viel anders ausfallen. Doch eine positive Integration kann nur dann gelingen, wenn Eingewanderte sich in ihrer neuen Umgebung wohl und ihr zugehörig fühlen und nicht mit alltagsrassistischen Erfahrungen konfrontiert werden. 1
Besonderes Augenmerk muss dabei in zweierlei Hinsicht auf die jungen Migranten gelegt werden. Zum einen ist der Anteil der ausländischen Kinder und Jugendlichen an der altersentsprechenden Bevölkerung insgesamt höher als der Anteil der ausländischen Personen insgesamt, zum anderen stellen auch diese Kinder und Jugendlichen die Zukunft unserer Gesellschaft dar. 3 In einer Zeit des massiven Fachkräftemangels und sinkenden Geburtenraten in Deutschland, sind es genau diese Migranten, die uns eine Chance bieten, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme anzugehen. Sie müssen als Chance verstanden werden, indem man sie unterstützt und ihre Kompetenzen nutzt. Doch was sind genau die Problembereiche
1 vgl. Schramkowski, Barbara: Integration unter Vorbehalt. Perspektiven junger Erwachsener mit Migrationshintergrund, Frankfurt a.M./London 2007
2 vgl. Hausotter, Wolfgang, Schouler-Ocak, Meryam: Begutachtung von Menschen mit Migrationshintergrund und Arbeitnehmern nichtdeutscher Herkunft unter medizinischen und psychologischen Aspekten, München 2006
3 vgl. Pluto, Liane, Gragert, Nicola, van Santen, Eric: Kinder- und Jugendhilfe im Wandel, München 2007
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und die Potenziale in dieser Thematik? Diese Frage soll im Folgenden näher erörtert werden.
Im weiteren Vorgehen soll daher erst einmal ein Gesamtbild über die Lage der Migranten speziell auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermittelt werden, in dem wesentliche Daten aus unterschiedlichen Veröffentlichungen verdichtet und interpretiert werden. In Kapitel drei werden dann die Hintergründe durchleuchtet und nach Erklärungen für die in Kapitel zwei analysierten Daten gesucht. Kapitel vier schließlich legt den Fokus ganz auf das Berufsleben und versucht, typische Einstiegsberufe herauszubilden und Handlungsalternativen aufzuzeigen.
1.2 Begriffsabgrenzungen
Der Begriff „Migrant“ und der Begriff „Ausländer“ werden oft synonym verwendet, obwohl beide Begriffe völlig unterschiedliche Sachverhalte beschreiben. Das Statistische Bundesamt definiert Ausländer als „Alle Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Art. 116 Abs. 1 GG sind, d.h. nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen….“ 4 Dabei ist diese Definition eher fragwürdig, da sie oft ein negatives Bild assoziiert und keine Rücksicht auf individuelle Faktoren wie Sprache, Kultur, Verhalten o.ä. nimmt. 5 Diese Vielschichtigkeit lässt sich im Begriff des Migranten besser abbilden, was wohl auch der Grund für die vielfältigen Definitionen ist, die in der Fachliteratur zu finden sind. Sie unterscheiden sich nach den Kriterien der zurückgelegten Entfernung oder auch des Kontrastes zwischen Herkunfts- und Einwanderungsland und gleichen sich bei den Beweggründen, da für alle zentral die Aspekte des Wechsels und der Bewegung sind. Als allgemeine Definition kann daher gesagt werden: „Migration ist der auf Dauer angelegte bzw. dauerhaft werdende Wechsel in eine andere Gesellschaft bzw. in eine andere Region von einzelnen oder mehreren Menschen“. 6 Die Beweggründe können erwerbs-, oder familienbedingt sein, politisch oder biographisch bedingte Wanderungsmotive. 7
4 Vgl. o.V.: Bevölkerung und Erwerbstätigkeit, Ausländische Bevölkerung, Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. In: Statistisches Bundesamt Fachserie1 Reihe 2, Wiesbaden 2008
5 Vgl. Hausotter: Begutachtung von Menschen mit Migrationshintergrund…
6 Treibel, Annette: Migration in modernen Gesellschaften. Soziale Folgen von Einwanderung, Gastarbeit und Flucht, 3. Aufl., Weinheim und München 2003, S. 21
7 Vgl. Treibel: Migration in modernen Gesellschaften.
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Migrant kommt ursprünglich vom lateinischen Wort migrare = wandern, wegziehen. Verwunderlich dürfte dabei sein, dass sich der Begriff des Migranten etabliert hat, obwohl Immigrant oder Einwanderer statt Wanderer sehr viel passender wäre. Doch diese Thematik macht deutlich, dass nicht jeder Migrant selbst immigriert ist, sondern bereits in der zweiten oder dritten Generation hier lebt. Oftmals wird auch der Begriff „Person mit Migrationshintergrund“ gewählt, was zusätzlich verdeutlicht, dass die Migrationsgeschichte nur ein Teil der Identität dieser Person ausmacht. 8 Unter diesen Begriff fallen sowohl deutsche als auch ausländische Staatsbürger wie z.B. Zugewanderte oder in Deutschland geborene Ausländer, Spätaussiedler, Eingebürgerte mit persönlicher Migrationserfahrung sowie auch deren Kinder, die selbst keine unmittelbare Migrationserfahrung aufweisen. 9 Des Weiteren muss beachtet werden, dass Migration in weitem Sinne auch die unterschiedlichsten Wanderungsbewegungen umfasst, die alle ihre eigenen Ursachen und unterschiedlichen Verläufe haben und so nur schwer unter einem Oberbegriff einzuordnen sind. 10 Im weiteren Verlauf wird zusätzlich von Migranten der ersten und zweiten Generation die Rede sein. Die der ersten Generation implizieren, dass sie selbst und ihre Eltern bzw. ein Elternteil im Ausland geboren sind, Migranten der zweiten Generation sind selbst in Deutschland, ihre Eltern aber im Ausland geboren. 11 Zur Gruppe der Ausländer gehören in Deutschland auch noch Asylberechtigte, die nach Art. 16, 16a GG anerkannt sind und Anspruch haben auf Erteilung einer unbefristeten Aufenthaltserlaubnis, auf Ausstellung eines Flüchtlingsausweises und auf Inanspruchnahme von Eingliederungshilfe. Davon zu unterscheiden sind Asylbewerber, denen der Aufenthalt in Deutschland unter bestimmten einzuhaltenden Kriterien gestattet ist, solange ihr Asylantrag nicht abgelehnt wurde. Flüchtlinge bilden die letzte Gruppe und teilen sich auf in Kontingentflüchtlinge, die im Rahmen von Hilfsaktionen dauerhaftes Bleiberecht
8 Vgl. Schramkowski: Integration unter Vorbehalt.
9 Vgl. o .V.: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, In: Beauftragte der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration, Berlin 2007
10 Vgl. Erfurt, Jürgen, Budach, Gabriele, Hofmann, Sabine: Mehrsprachigkeit und Migration: Ressourcen sozialer Identifikation, Frankfurt 2003
11 Vgl. Gille, Martina, Sardei-Biermann, Sabine, Gaiser, Wolfgang: Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland, Wiesbaden 2006
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erhalten und de-facto-Flüchtlinge, die nach bestimmten Kriterien geduldet werden und auch eine Arbeitserlaubnis erhalten können. 12
In der vorliegenden Arbeit wird verstärkt versucht, Daten aus dem Mikrozensus heranzuziehen, da dieser erstmalig zwischen Personen mit und ohne Migrationshintergrund unterscheidet und damit zu sehr viel aussagekräftigeren Daten führt als bei einer ausschließlichen Betrachtung der Staatsangehörigkeit. Der Mikrozensus ist eine jährlich durchgeführte Befragung von einem Prozent aller Haushalte in Deutschland über ihre wirtschaftliche und soziale Situation. Die Fragen, für die zum größten Teil Auskunftspflicht besteht, beinhalten soziodemographische Fragen zur Person, Fragen zum Familien- und Haushaltszusammenhang sowie zu den Bereichen Erwerbstätigkeit, Einkommen und Ausbildung. Da sie über die Jahre kaum verändert werden, können besonders gut Trends bestimmt werden und durch das breite Spektrum der Fragen Teilpopulationen besonders gut abgebildet werden. 13 In Kapitel zwei werden häufiger die Begriffe Arbeitslose und Erwerbslose gebraucht. Arbeitslose umfassen Arbeitssuchende bis zur Vollendung ihres 65. Lebensjahres, die nicht oder weniger als 15 Stunden wöchentlich arbeiten, nicht Schüler, Student oder in einer Weiterbildungsmaßnahme sind, nicht arbeitsunfähig, nicht Rentner und bei einem Verwaltungsträger arbeitslos gemeldet sind. 14 Erwerbslose hingegen sind Personen, die mindestens 15 Jahre alt sind, noch nicht arbeiten, aber eine Erwerbstätigkeit von mind. einer Stunde pro Woche suchen. Bei ihnen ist es unerheblich, ob sie arbeitslos gemeldet sind oder nicht. 15 Errechnet wird daraus u.a. die Arbeitslosenquote, die sich in diesem Bericht auf die Arbeitslosen in % der abhängigen zivilen Erwerbspersonen (sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigte, Beamte, Arbeitslose) bezieht 16 , und die Erwerbsquote, die den Anteil der Erwerbspersonen (Erwerbstätige + Erwerbslose) an der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-65 Jahre) misst. 17
12 Vgl. Hradil, Stefan, Schiener, Jürgen: Soziale Ungleichheit in Deutschland, Nachdruck der 8. Aufl., Wiesbaden 2005
13 Vgl. o.V.: Strukturdaten zur Migration in Deutschland. In: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2006
14 Vgl. o.V.: Wichtige statistische Hinweise zur Interpretation. In: Bundesagentur für Arbeit, http://www.pub.arbeitsamt.de/hst/services/statistik/000000/html/start/interpretation.html, Abrufdatum
02.04.2008, Ausdruckdatum 02.04.2008
15 Vgl. o.V.: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
16 Vgl. o.V.: Wichtige statistische Hinweise zur Interpretation. In: Bundesagentur für Arbeit,
17 Vgl. o.V.: 7. Bericht der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
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Zum Schluss soll noch erwähnt werden, dass die in diesem Bericht aufgeführten Personengruppen sowohl weibliche als auch männliche Personen mit einbeziehen, auch wenn dies im Einzelnen nicht immer aus der Begrifflichkeit hervorgeht.
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2. Migration und Arbeitsmarkt in Deutschland
2.1 Migrantenanteile nach ethnischen Gruppen
Ende der Fünfziger Jahre kamen Ausländer vor allem als Gastarbeiter nach Deutschland, da die expandierende Wirtschaft der Bundesrepublik Deutschland ihren Bedarf an Arbeitskräften nicht länger im eigenen Land decken konnte. Anwerbermaßnahmen betrafen vor allem die Länder Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Türkei und Jugoslawien. Der Anteil der Frauen und Kinder nahm durch den Familiennachzug und die hohe Geburtenrate stetig zu. Während in den 60er Jahren die Zuwanderung von Arbeitsmigranten dominierte und in den 70er Jahren der Zuzug ihrer Familienangehörigen, wuchs in den 80er Jahren der Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Während dieser ganzen Zeit hatte Deutschland noch eine dritte Gruppe von Ausländern zu verbuchen, die deutschstämmigen Aussiedler, die vor allem aus Polen, der ehemaligen Sowjetunion, der ehemaligen Tschechoslowakei, Rumänien und dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland kamen. Seit der Öffnung der Grenzen innerhalb der EU kamen als letzte ausländische Randgruppe noch die so genannten neuen Arbeitsmigranten dazu. Dies waren und sind meist osteuropäische Saison- und Kontraktarbeiter. 18 Klassische Gründe der Migration waren Immigration, Arbeitsmigration und Fluchtmigration. Als modernere Gründe sind aufzuführen (nach Treibel): Arbeitssuche, Vertreibung oder Schutz vor Verfolgung, mit der Absicht die eigene Lebenssituation zu verbessern, wobei die Entscheidung auf wirtschaftlichen, politischen oder gesellschaftlichen Zusammenhängen basiert. Die zwei großen Hauptursachen der Migration waren und sind daher Suche nach Arbeit und/oder Schutz vor Verfolgung. Treibels Sogtheorie und Push-and-Pull-Modell sagt zum inneren Antrieb der Migration aus, dass im Ursprungsland Druckfaktoren wie Arbeitslosigkeit, niedriges Lohnniveau und Armut auf die Auswanderer wirken und das Aufnahmeland mit Sogfaktoren wie Arbeitsplätze, höhere Gehälter und sozialer Sicherheit attraktiv erscheint. Ebenso spielen in die Entscheidung einer
18 Hradil, Stefan: Soziale Ungleichheit in Deutschland
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Dipl.-Betriebswirtin (FH) Christine Bader, 2008, Ausbildungssituation Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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