INHALTSVERZEICHNIS
I. Einleitung 3
II. Wahrgenommene Kontrolle bei der Bewältigung eines Unfalls
oder einer Krankheit 5
1. Unfallstudien 5
1.1. Bulman Wortman (1977)
1.2. Schulz Decker (1985)
1.3. Frey (1992)
2. Krankheitsstudie 10
2.1. Griffin Chen (2006)
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III. Wahrgenommene Kontrolle bei Bewohnern von Altenheimen
IV. Fazit und kritische Auseinandersetzung mit ethischen Problemen 17
V. Literaturverzeichnis 19
VI. Erklärung 20
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I. EINLEITUNG
Langer zeigte bereits 1975, dass sich Menschen durch die Wahrnehmung von Kontrolle leiten und somit beeinflussen lassen. Dabei ging sie nicht von Kontrolle aus, die Menschen tatsächlich über eine Situation hatten, sondern von „an illusion of control,” die als „an expectancy of a personal success probability inappropriately higher than the objective probability would warrant“ (Langer 1975, 311) definiert war. Langer wies in ihren Untersuchungen nach, dass Personen in Situationen, die sie mit einer hohen Kontrolle verbanden, in Wirklichkeit aber keinerlei Kontrolle besaßen, risikofreudiger agierten. So setzten Personen bspw. in einer reinen Glückspielsituation gegen einen inkompetent wirkenden Gegner mehr Geld ein als gegen einen kompetent wirkenden Kontrahenten. Ergänzend dazu definiert Aronson et al. (2004) wahrgenommene Kontrolle „als die Überzeugung, dass der Mensch seine Umwelt beeinflussen kann, auf eine Art und Weise, die darüber entscheidet, ob sich in der Folge Positives oder Negatives ergibt“ (ebd., 536). Nach den Autoren kann sich somit die Wahrnehmung von Kontrolle positiv auf die Gesundheit von Menschen auswirken. Dabei muss man allerdings bemerken, dass es nach Rotter (1975) unerheblich ist, ob ein Ereignis wirklich unter der Kontrolle des Individuum steht oder nicht sondern nur, ob dieses es glaubt. In darauf folgenden Studien konnten schon bei Tieren Auswirkungen von wahrgenommener Kontrolle auf die Gesundheit nachgewiesen werden. Visintainer et al. (1982) zeigte, dass Ratten, denen zuvor ein Tumor implantiert wurde, durch die Kontrolle über die Dauer eines Elektroschocks bessere Überlebenschancen hatten. Demnach starben die Tiere, die keine Kontrolle über die Länge des Schocks hatten, diesem aber genau so lang ausgesetzt waren, wie Tiere die Kontrolle darüber hatten, deutlich früher.
Es ist für das bessere Verständnis der im Folgenden dargestellten Studien festzustellen, dass zwischen zwei Formen bzw. Arten der Kontrolle unterschieden werden muss. Unter Punkt II werden die Auswirkungen überprüft, die die empfundene Kontrolle über den Eintritt eines Unfalls bzw. die Kontrolle über eine Krankheit auf die Gesundheit hat. Hierbei wird von den Forschern nicht künstlich eine Situation geschaffen, in der den Probanden Kontrolle induziert wird, sondern beobachtet, wie sich individuelle Merkmale bzw. subjektive Einschätzungen der Opfer auswirken.
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Zum Anderen wird unter Abschnitt III überprüft, wie sich eben jene Induktion von Kontrolle und deren Entzug auf Personen, die in einen Zustand des Kontrollverlustes geraten sind, auswirkt. Hierbei sind vor allem die ethischen Probleme zu beachten, die durch solch ein Eingreifen entstehen. Diesen Gedanken werde ich aber im abschließenden Abschnitt IV noch einmal aufgreifen und weiter vertiefen.
Des Weiteren ist festzustellen, dass zwischen zwei Arten der Gesundheit unterschieden werden muss. Bei den ersten beiden Studien wird das Augenmerk eher auf die psychische Gesundheit gelegt. Wohingegen im Anschluss eher die physische Gesundheit im Mittelpunkt des Forschungsinteresse steht.
Meine These ist demnach, dass sich wahrgenommene Kontrolle positiv auf beide Arten der Gesundheit auswirkt. Demnach ist die abhängige Variable, die bei durchweg allen vorgestellten Untersuchungen gewählt wurde, der Gesundheitszustand der Probanden. Im Folgenden werde ich anhand verschiedener Studien zeigen, dass dem so ist und sich die wahrgenommene Kontrolle über einen Unfall oder eine Krankheit positiv auf die Gesundheit auswirkt. Durch das Erlebnis eines Unfalls wird man oft mit einer Situation konfrontiert, in der man die Kontrolle über die Geschehnisse verloren hat. Sei es dadurch, dass man verletzt ist und sich nicht selbst helfen oder eigenmächtig bestimmen kann, was mit einem passiert. Andererseits ist denkbar, dass man über den Unfall selbst keine Kontrolle hat, da eine gegnerische Partei das Unglück verschuldete. Die Studien, die im Abschnitt II vorgestellt werden, untersuchten die wahrgenommene Kontrolle der Betroffenen über ein solches Ereignis und zeigen wie sich dies auf die Erholung und Bewältigung der Geschehnisse auswirkt. Dabei gilt zu beachtet dass ich meine Überlegungen vom Konzept der Selbstwirksamkeit abgrenze. Nach Aronson et al. (2004) ist Selbstwirksamkeit „die Überzeugung, dass es im Bereich der eigenen Möglichkeiten bzw. Fähigkeiten liegt, bestimmte Handlungen auszuführen, die zum gewünschten Ergebnis führen können“ (ebd., 539). Auch wenn die Theorie über die wahrgenommene Kontrolle sicherlich mit diesem Konzept artverwandt ist, bezieht sich die Selbstwirksamkeit eher auf zukünftige Handlungsentscheidungen und ist daher als Erklärungsgrundlage für die nachfolgenden Studien ungeeignet.
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Im Anschluss daran werde ich anhand verschiedener Feldexperimente zeigen, dass sich der Gesundheitszustand von Patienten auch durch die Induktion von Kontrolle positiv beeinflussen lässt. Um dies zu vervollständigen, werde ich auch die negativen Folgen solcher Interventionen von außen beleuchten, die speziell beim Entzug von zuvor induzierter Kontrolle entstehen können.
II. WAHRGENOMMENE KONTROLLE BEI DER
BEWÄLTIGUNG EINES UNFALLS ODER EINER KRANKHEIT
1. UNFALLSTUDIEN
Mit einem Unfall, sei es im Straßenverkehr, beim Sport oder im eigenen Haushalt, geht meist, wie bereits erwähnt, der Verlust von Kontrolle einher.
Bei den nun folgenden Studien wurde untersucht, wie sich die subjektiven Einschätzungen von Unfallopfern, dass der Unfall durch den eigenen Einfluss doch hätte verhindert werden können, die Bewältigung des Unfalls und somit vor allem die seelische Gesundheit und das Wohlbefinden beeinflussen kann. Dazu werde ich zunächst zwei Untersuchungen von Bulman & Wortman (1977) und Schulz & Decker (1985) anbringen, die sich mit der Bewältigung eines Unfalls befassten, der zur Querschnittslähmung führte. Anschließend wird die Studie von Frey (1992) dargestellt, der die Auswirkung von psychologischen Faktoren, wie die wahrgenommen Vermeidbarkeit des Unfalls auf die Länge des Krankenhausaufenthalts, als Indikator für die körperliche Gesundheit, untersuchte.
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Arbeit zitieren:
Remo Schatz, 2009, Wie wirkt sich die Wahrnehmung von Kontrolle und deren Entzug auf die physische und psychische Gesundheit aus?, München, GRIN Verlag GmbH
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