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Neues genetisches Design: Therapie oder Enhancement?

Title: Neues genetisches Design: Therapie oder Enhancement?

Seminar Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Charles Davis James (Author)

Ethics
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Die Menschheit hat die Macht, die natürlichen Anlagen der Menschen umzugestalten und die menschliche Natur umzuformen durch eine geplante Veränderung des biologischen Charakters der Menschen.1 Wie Ludwig Siep sagt: „Die Menschen wollten den Göttern gleich werden, sich von ihrem Körper trennen oder sich auf der Stufenleiter der niederen und höheren Wesen dem Reich der höheren Geister nähern.“2 Derzeit können „übermenschliche“ Leistungen durch Training des Körpers oder Erlernung von Techniken und Künsten erreicht werden. Techniken der Überwindung menschlicher Leistungsgrenzen werden im Zusammenhang mit
biotechnischen Entwicklungen wie der Gentechnologie, der medizinischen Anwendung der Nanotechnologie oder der Stammzellforschung erörtert. Diese neue Macht s.g. „Playing God“
stellt sicher ein größeres Risiko für den Menschen dar.

In der bioethischen Diskussion streitet man über die Differenz zwischen Therapie und Enhancement, Bekämpfung von Krankheiten gegenüber der Verbesserung von körperlichen Leistungen.3 Während Therapie durch das allgemeine Gebot der Hilfeleitung und speziell durch das ärztliche Ethos der Leidensbefreiung und der Wiederherstellung körperlicher Leistungsfähigkeit moralisch geboten und jedenfalls unbedenklich erscheint, ist die Erlaubnis zur Verbesserung des menschlichen Körpers ethisch problematisch. Diese Arbeit wirft einige moralische Fragen im Hinblick auf die Einschränkungen, die Veränderungen oder die Enhancements der menschlichen Natur auf. Ist es unmoralisch oder unangemessen unnatürlich, die biologische Natur des Menschen zu ändern? In welchem Maße kann die Berufung auf die moralische Bedeutung der menschlichen Natur mit Hilfe der neuen Biotechnologien, wie zum
Beispiel Gentechnologie, Grenzen setzen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Die Fragestellung

2. Der Begriff „Enhancement“

3. Die zentralen Fragen der Enhancement-Debatte

4. Die Prämissen der möglichen Höherentwicklung der Menschheit

5. Gründe für das Verbot der Verbesserung des Menschen

5.1 Die Schädigung der Interessen anderer

5.2 Ein Verstoß gegen die Würde des Menschen

5.3 Eine Schädigung öffentlicher oder gemeinschaftlicher Güter

6. Die Frage nach der Natur des Menschen

7. Von der negativen zur positiven Eugenik

8. Ethische Leitsätze für die Biowissenschaften

9. Der Mensch muss Verantwortung übernehmen

10. Schlussfolgerung: Technik und Kritik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethischen Herausforderungen biotechnologischer Eingriffe in den menschlichen Körper, wobei die Grenze zwischen therapeutischer Heilung und dem sogenannten "Enhancement" – der bewussten Leistungssteigerung – im Fokus steht. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern die menschliche Natur als unverfügbarer Maßstab für moralisches Handeln dienen kann.

  • Differenzierung zwischen Therapie und Enhancement
  • Ethische Legitimität biotechnologischer Eingriffe
  • Bedeutung der menschlichen Natur als moralisches Schutzgut
  • Verantwortung in der modernen Gentechnik
  • Grenzen der positiven Eugenik

Auszug aus dem Buch

Die Prämissen der möglichen Höherentwicklung der Menschheit

1. Die Höherentwicklung durch biotechnische Maßnahmen könnte notwendig sein, damit die Menschheit nicht an inneren Konflikten und Problemen zugrunde geht.

2. Sie könnte aus ästhetischen Gründen der Vervollkommnung, Veredlung, Leistungssteigerung der Menschheit geboten sein.

3. Sie könnte aus hedonischen Gründen geboten sein, damit für Angehörige der Gattung Erfahrungen des gesteigerten Genusses bzw. der Erfüllung ihrer Träume vom Glück möglich werden.

4. Sie könnte aus moralischen Gründen geboten sein, damit mehr gute Handlungen in der Welt möglich werden.

5. Sie könnte aus theologischen Gründen geboten sein, weil der Schöpfer die Vollendung seiner Schöpfung, das heißt die Fortentwicklung der natürlichen Evolution durch ein dazu fähiges Geschöpf gewollt hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Fragestellung: Die Einleitung thematisiert die zunehmende Macht der Menschheit, ihren biologischen Charakter zu verändern, und leitet die ethische Kernfrage nach der moralischen Rechtfertigung von Enhancement-Technologien ein.

2. Der Begriff „Enhancement“: Dieses Kapitel definiert Enhancement als Verbesserung physischer oder kognitiver Eigenschaften und klassifiziert verschiedene technologische Ansätze von der Chirurgie bis zur Gentherapie.

3. Die zentralen Fragen der Enhancement-Debatte: Es werden die wesentlichen Diskursfelder wie ärztliches Ethos, Ressourcenverteilung im Gesundheitswesen und die Gerechtigkeitsfrage beleuchtet.

4. Die Prämissen der möglichen Höherentwicklung der Menschheit: Das Kapitel listet verschiedene Argumente für eine Höherentwicklung auf, ergänzt durch kritische Gegenargumente bezüglich der gesellschaftlichen Folgen.

5. Gründe für das Verbot der Verbesserung des Menschen: Hier werden ethische Einwände diskutiert, darunter die Gefahr der Benachteiligung anderer, die Verletzung der Menschenwürde und die Schädigung gemeinschaftlicher Güter.

6. Die Frage nach der Natur des Menschen: Eine philosophische Untersuchung des "Doppelcharakters" des Menschen als gewordenes und zugleich gestaltbares Wesen.

7. Von der negativen zur positiven Eugenik: Der Text differenziert zwischen therapeutischer Heilung (negative Eugenik) und der Optimierung gesunder Menschen (positive Eugenik) und deren ethische Grauzonen.

8. Ethische Leitsätze für die Biowissenschaften: Es werden zehn Leitsätze formuliert, die als moralische Leitplanken für die biotechnologische Forschung dienen sollen.

9. Der Mensch muss Verantwortung übernehmen: Das Kapitel plädiert für eine Fortentwicklung moralischer Kompetenz und lehnt sowohl Machbarkeits-Euphorie als auch pauschale Ablehnung ab.

10. Schlussfolgerung: Technik und Kritik: Die Schlussbetrachtung mahnt an, dass Technik dem Menschen dienen muss und eine ständige ethische Reflexion über den Fortschritt unerlässlich bleibt.

Schlüsselwörter

Enhancement, Gentechnik, Menschenwürde, Bioethik, Therapie, Eugenik, Biotechnologie, Selbstzwecklichkeit, conditio humana, moralische Verantwortung, Leistung, Genomanalyse, Medizinethik, Forschung, Schöpfung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Problematiken, die sich aus modernen biotechnologischen Möglichkeiten ergeben, den Menschen über therapeutische Zwecke hinaus zu "verbessern".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Unterscheidung zwischen Heilung und Enhancement, die philosophische Definition der menschlichen Natur sowie die gesellschaftlichen Auswirkungen von genetischen Eingriffen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob eine bewusste Veränderung der menschlichen Natur moralisch zulässig ist und welche ethischen Grenzwerte beim Einsatz neuer Biotechnologien beachtet werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-theologische Herangehensweise, indem sie bestehende bioethische Diskurse, anthropologische Grundfragen und offizielle Stellungnahmen (z.B. von Bischöfen) analysiert und bewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Begriff Enhancement, hinterfragt die Prämissen zur Höherentwicklung des Menschen, diskutiert Verbotsgründe wie die Menschenwürde und leitet ethische Leitsätze für die Forschung ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Enhancement, Gentechnik, Menschenwürde, Bioethik, positive Eugenik und die Frage nach der Verfügbarkeit des menschlichen Lebens.

Warum ist die Unterscheidung zwischen positiver und negativer Eugenik problematisch?

Der Text argumentiert, dass die Grenzen zwischen beiden fließend sind, da der Begriff "Krankheit" selbst ein sozial geprägtes Konstrukt ist, was eine eindeutige Abgrenzung erschwert.

Inwiefern ist das Bild vom Menschen als "Schöpfung" für die Argumentation relevant?

Das Konzept der Gott-Ebenbildlichkeit dient als moralisches Kriterium für die Würde und Selbstzwecklichkeit des Menschen, was der instrumentellen Umgestaltung durch Technik entgegensteht.

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Details

Title
Neues genetisches Design: Therapie oder Enhancement?
College
Graduate School of Philosophy and Theology St. Georgen in Frankfurt am Main
Course
Seminar
Grade
1,3
Author
Charles Davis James (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V123739
ISBN (eBook)
9783640311927
ISBN (Book)
9783640315949
Language
German
Tags
Therapie oder Enhancement?
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charles Davis James (Author), 2008, Neues genetisches Design: Therapie oder Enhancement?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123739
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