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Sucht und kognitive Beeinträchtigung

Menschen mit einer „mäßigen“ kognitiven Beeinträchtigung: Eine Risikogruppe bezüglich Sucht

Title: Sucht und kognitive Beeinträchtigung

Research Paper (undergraduate) , 2008 , 45 Pages , Grade: C

Autor:in: Nick Lulgjuraj (Author)

Social Work
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Das Thema dieser Theoriearbeit, Sucht und kognitive Beeinträchtigung, ist ein in der Behindertenhilfe neu zu betrachtendes Phänomen. Substanziell geht es hier um das Zusammenwirken zwischen diesen beiden Beeinträchtigungen. Präziser formuliert um die Wirkung und Relevanz der Sucht bei Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung. Ich gehe davon aus, dass diese Gruppe mit großen Risiken zu kämpfen hat. An dieses Erkenntnisinteresse ist meine Fragestellung geknüpft:
Anhand welcher Kriterien, resp. Faktoren, sind Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung, die ein eher selbstständiges und selbstbestimmtes Leben führen können (z.B. unterstützes Wohnen, kleine Wohngemeinschaften, gemietete Wohnungen etc.), gemäß der Theorie nach Beer eine Risikogruppe bezüglich Sucht (Missbrauch von legalen Drogen)?
Menschen flüchten sich in Drogen wie Alkohol, Tabak usw. und leiden unter den Folgen dieses Konsums, wenn dieser kein Genuss mehr ist, sondern eine Sucht, die durch das soziale Milieu im breiteren Sinne bestimmt wird. Darüber hinaus wird dieser Konsum unter Erwachsenen normalerweise als selbstverständlich angesehen und ist trotz seiner schädlichen Wirkung gesellschaftlich akzeptiert. Dagegen wird in Bezug auf Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung davon ausgegangen, dass diese das Thema Sucht nicht betrifft. Der Drogengebrauch, resp. -missbrauch, sowie Sucht als Krankheit ist eine Reaktion auf den Zusammenbruch des sozialen Gefüges und trägt zugleich entscheidend dazu bei, die dadurch bewirkten gesundheitlichen Ungleichheiten weiter zu verstärken. Er eröffnet einen scheinbaren Fluchtweg aus schwierigen Lebenslagen und Stresssituationen, verschlimmert die Probleme jedoch. Dieses Phänomen gilt genauso für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung. Diese sind darüber hinaus noch gefährdeter, da sie aufgrund ihrer kognitiven Beeinträchtigung im Zusammenspiel mit Sucht als psychische Störung eine begrenzte Palette von Problemlösungsstrategien besitzen, um solche Probleme ohne Unterstützung zu bewältigen. Dies trifft vor allem auf Menschen zu, bei denen eine mäßige kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wurde.
(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorverständnis

1.2 These und Fragestellung

1.3 Theorie

2 Begriffsklärung

2.1 Droge und Missbrauch

2.2 Sucht versus Abhängigkeit

2.3 Kognitive Beeinträchtigung

3 Entwicklung der Behindertenhilfe

3.1 Normalisierung

3.2 Dezentralisierung

3.3 Selbstbestimmung

3.4 Inklusion

4 Sucht und Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

4.1 Rahmenbedingungen

4.2 Intra- und interpersonelle Faktoren

4.3 Anfälligkeit für psychische Störungen

4.4 Vulnerabilität für Sucht

4.5 Verifizierung der These

5 Kritische Würdigung

5.1 Erkenntnisse für die Behindertenhilfe

5.2 Theorieeinwand

5.3 Selbstreflexion

5.4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Sucht und kognitiver Beeinträchtigung, wobei der Fokus auf der Risikogruppe von Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung liegt. Das primäre Ziel ist es, anhand der Theorie von Beer zu klären, welche Faktoren diese Personengruppe trotz zunehmender Autonomie in der Behindertenhilfe für den Missbrauch legaler Suchtmittel anfällig machen.

  • Zusammenwirken von Sucht und kognitiver Beeinträchtigung
  • Auswirkungen von Normalisierung, Dezentralisierung und Selbstbestimmung
  • Psychosoziale Risikofaktoren und intra- bzw. interpersonelle Einflüsse
  • Bedeutung von Co-Abhängigkeit und professionellen Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

4.1 Rahmenbedingungen

Dass sich die beschriebenen Veränderungen der Lebenswelt von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung direkt auf die Suchtgefährdung auswirkt, können die in diesem Buch ausgeführten empirischen Ergebnisse nicht eindeutig belegen. Trotzdem haben gewisse Untersuchungen gezeigt, dass Menschen, die in unterstützten Wohnformen leben, signifikant höhere Werte des Drogenkonsums (hier Alkohol) aufweisen (vgl. Beer 2008: 34). Eine indirekte Auswirkung der veränderten Lebenswelt auf die Suchtentwicklung bei dieser Gruppe ist keineswegs auszuschließen.

Lebenswelten wirken auf Emotionen und diese wiederum auf das Verhalten des Menschen – diese Wirkung ist alternierend und kann produktive oder/und destruktive Folgen haben. Im diesen Sinne steigt durch die Ermöglichung der offenen Wohnformen sprich Normalisierung, Deinstitutionalisierung und Dezentralisierung das Risiko, abhängig zu werden (vgl. Beer 2008: 48). Dies, weil der institutionelle Schutz, resp. die institutionelle Kontrolle seitens der Professionellen der Sozialen Arbeit, weitestgehend wegfällt (vgl. ebd.). Es wird in der Praxis immer mehr nach den Prinzipien, die aufgrund des Paradigmenwechsels im Stande kamen (siehe dazu Kap. 3), gehandelt. Diese autonomiefördernde Haltung prägt das Verhalten der Bewohner/innen und fordert ihre Ressourcen heraus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Interesse an der Suchtproblematik bei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung vor, definiert die Fragestellung und begründet die theoretische Herangehensweise der Arbeit.

2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert zentrale Fachbegriffe wie Sucht, Drogen, Missbrauch und kognitive Beeinträchtigung, um eine gemeinsame Grundlage für die theoretische Analyse zu schaffen.

3 Entwicklung der Behindertenhilfe: Das Kapitel beschreibt den Paradigmenwechsel der letzten 40 Jahre von der Institutionalisierung hin zu Normalisierung, Dezentralisierung und Selbstbestimmung.

4 Sucht und Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung: Der Hauptteil analysiert die Risikofaktoren und Rahmenbedingungen, die Menschen mit mäßiger kognitiver Beeinträchtigung für die Entstehung einer Suchtproblematik anfällig machen.

5 Kritische Würdigung: Das Fazit fasst die Erkenntnisse für die Behindertenhilfe zusammen, übt konstruktive Kritik an der verwendeten Theorie und reflektiert den persönlichen Erkenntnisprozess.

Schlüsselwörter

Sucht, kognitive Beeinträchtigung, Behindertenhilfe, Normalisierung, Selbstbestimmung, Dezentralisierung, Drogenmissbrauch, Risikogruppe, Psychische Störungen, Prävention, Lebenswelt, Doppeldiagnose, Co-Abhängigkeit, soziale Integration, psychische Krisen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der noch wenig erforschten Problematik von Sucht bei Menschen mit einer mäßigen kognitiven Beeinträchtigung im Kontext der modernen Behindertenhilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen das Zusammenwirken von Sucht und kognitiver Beeinträchtigung, die Folgen sozialpolitischer Paradigmenwechsel sowie die psychischen und sozialen Risikofaktoren für diese Menschen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, anhand der Theorie von Beer zu ergründen, welche Kriterien und Faktoren Menschen mit mäßiger kognitiver Beeinträchtigung zu einer Risikogruppe für den Missbrauch legaler Drogen wie Alkohol machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriebasierte Arbeit, die vorhandene Fachliteratur, Konzepte und empirische Erkenntnisse aus den USA und Australien kritisch analysiert und miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich den Rahmenbedingungen durch Dezentralisierung, den intra- und interpersonellen Faktoren sowie der spezifischen Anfälligkeit für psychische Störungen, die Suchtverhalten begünstigen können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Sucht, kognitive Beeinträchtigung, Normalisierung, Selbstbestimmung und Risikogruppe.

Welche Rolle spielt das Normalisierungsprinzip bei der Suchtgefährdung?

Durch die Bestrebung, ein „normales“ Leben zu führen, entstehen komplexe Anforderungen, die die Betroffenen überfordern können, was in Verbindung mit einer geringeren sozialen Kontrolle den Zugang zu legalen Drogen erleichtert.

Warum ist das Thema Co-Abhängigkeit für Professionelle relevant?

Professionelle können durch unbewusste Verhaltensweisen ungewollt zur Aufrechterhaltung der Suchtdynamik beitragen, weshalb die Auseinandersetzung mit der eigenen Rolle und dem Phänomen der Co-Abhängigkeit essenziell für die Begleitung ist.

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Details

Title
Sucht und kognitive Beeinträchtigung
Subtitle
Menschen mit einer „mäßigen“ kognitiven Beeinträchtigung: Eine Risikogruppe bezüglich Sucht
College
University of Applied Sciences Northwestern Switzerland
Grade
C
Author
Nick Lulgjuraj (Author)
Publication Year
2008
Pages
45
Catalog Number
V123740
ISBN (eBook)
9783640292257
ISBN (Book)
9783640292394
Language
German
Tags
Sucht Beeinträchtigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nick Lulgjuraj (Author), 2008, Sucht und kognitive Beeinträchtigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123740
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