Inhaltsverzeichnis
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1. Die Anschlussidee nach dem Ersten Weltkrieg 1
2. Deutsch-österreichische Beziehungen seit 1933
2.1. Die österreichischen Nationalsozialisten und ihr Putschversuch 1934 1
2.2. Deutsches Evolutionskonzept und das Juli-Abkommen 1936 2
3. Konferenz von Berchtesgaden 3
4. Das geplante Plebiszit über den Erhalt der Eigenstaatlichkeit Österreichs 5
5. Haltung der Westmächte und Italiens
5.1. Die Position Englands und Frankreichs 6
5.2. Die Position Italiens 7
6. Die deutschen Ultimaten vom 11. März 1938 7
7. Der Anschluss und seine Bedeutung für das Deutsche Reich 9
Literaturverzeichnis 12
1. Die Anschlussidee nach dem Ersten Weltkrieg
Nach der gemeinsamen Niederlage des Deutschen Reichs und Österreichs im Ersten Weltkrieg gab es sowohl von deutscher als auch von österreichischer Seite Bestrebungen nach einer Vereinigung der beiden Staaten. In Wien hatte die provisorische Nationalver- VDPPOXQJLP Ä*HVHW] EHU GLH 6WDDWV- XQG 5HJLHUXQJVIRUP YRQ 'HXWVFK|VWHUUHLFK³ LP November 1918 erklärt, dass Deutschösterreich ein Bestandteil der Deutschen Republik sei. In den von den alliierten Siegermächten 1919 diktierten Friedensverträgen von Versailles und Saint-Germain-en-Laye wurde jedoch der Anschluss Österreichs an das DeutVFKH5HLFKXQGVHOEVWGLH%HQXW]XQJGHU%H]HLFKQXQJÄ'HXWVFK|VWHUUHLFK³XQWHUVDJW und somit die Forderung nach dem Selbstbestimmungsrecht für die Deutschen ignoriert. 1 Die Anschlussidee blieb nach dem Verbot allerdings in großen Teilen der Bevölkerung lebendig, wobei ihre Intensität in Österreich, das wirtschaftlich gesehen nach dem verlorenen Krieg kaum überlebensfähig zu sein schien, stark von ökonomischen Konjunkturschwankungen abhing. 2 9RP 'HXWVFKHQ 5HLFK DXV ÄJHOHQNWH XQG YRU DOOHP ILQDQ]LHOO XQWHUVWW]WH 2UJDQLVDWLRQHQ³ 3 sollten dafür Sorge tragen, dass der Anschlussgedanke in der österreichischen Bevölkerung präsent blieb.
2. Deutsch-österreichische Beziehungen seit 1933
2.1. Die österreichischen Nationalsozialisten und ihr Putschversuch 1934
Noch vor der Machtübernahme der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in Deutschland durch die Berufung Adolf Hitlers zum Reichskanzler im Januar 1933 hatten sich die meisten der österreichischen Parteien und politischen Gruppierungen für einen Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ausgesprochen. Nach der Umgestaltung der politischen Landschaft in Deutschland allerdings, verzichtete ein Großteil derselbigen auf die Forderung nach einem Anschluss in absehbarer Zeit 4 . Die Sozialdemokraten und die zu diesem Zeitpunkt in Österreich herrschenden Christlichsozialen strichen den Anschlussartikel aus ihren ParteiprogrammeQÄXQGQDKPHQDOV9HUWUHWXQJGHU
1 Zentner, 1988: S. 7
2 Schausberger, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 1988: S. 2
3 Kleindel, 1988: S. 13
4 vgl. Schmidl, 1994: S. 14 f.
Mehrheit der österreichischen Bevölkerung nun sogar den Kampf gegen den Anschluß DXI³ 5 .
Mit Erfolg versuchte die österreiFKLVFKH 16'$3 VLFK DOV ÄGLH HLQ]LJH 9HUWUHWHULQ GHV $QVFKOXJHGDQNHQV³ 6 ]X SUlVHQWLHUHQ VR GDVV ÄGDV nationale Lager und die Großdeut- VFKHQLQgVWHUUHLFK>@VLFKLP/DJHUGHU1DWLRQDOVR]LDOLVWHQ³ 7 vereinten.Zunehmenden Einfluss gewann die Partei vor allem auch durch die starken wirtschaftlichen Probleme im Land und die Erfolge der deutschen NSDAP im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit im Nachbarland. Der Nationalsozialismus in Österreich erfuhr eine starke Förderung durch das Deutsche Reich, denn die deutsche Anschlusspolitik sah vor, mit von der österreichischen NSDAP ausgehenden propagandistischen Aktionen, aber auch Bomben- und Ter- URUDQVFKOlJHQÄHLQHLQQHUH$XVK|KOXQJgVWHUUHLFKV]XEHWUHLEHQ³ 8 . Im Juni 1933 ließ der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, dessen christlichsoziale Regierung seit März zu einem autoritären Regime übergegangen war, ein Betätigungsverbot für die NSDAP in Österreich aussprechen, so dass die Partei von nun an in der Illegalität operierte 9 .
Ein nationalsozialistischer Putsch am 25. Juli 1934 wurde zwar von der österreichischen Exekutive und dem Bundesheer niedergeschlagen, Dollfuß jedoch starb an einer Schussverletzung. Italiens Diktator Benito Mussolini ließ in dieser Juli-Krise Truppen an der Grenze zu Österreich aufmarschieren, um ein militärisches Eingreifen Deutschlands zu verhindern.
2.2. Deutsches Evolutionskonzept und das Juli-Abkommen 1936
Nach dem gescheiterten Versuch der österreichischen Nationalsozialisten, durch einen gewaltsamen Umsturz an die Macht zu kommen, änderte sich die Konzeption des Deutschen Reichs in Bezug auf die Frage nach dem Anschluss Österreichs. Der Anschluss VROOWHQXQÄPLWDQGHUHQ± diplomatischen ± Methoden und in einem langsameren Tempo, GDIUDEHUVLFKHUHUYHUZLUNOLFKWZHUGHQ³ 10 .
5 Schausberger, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 1988: S. 4
6 Schmidl, 1994: S. 15
7 Kleindel, 1988: S. 11
8 Schausberger, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 1988: S. 3
9 Schmidl, 1994: S. 16
10 Schausberger, 1978: S. 309
Im Zuge dieses evolutionären Kurses kam am 11. Juli 1936 ein Kommuniqué zwischen Franz von Papen, der nach dem missglückten Putsch 1934 von Hitler als deutscher Sonderbotschafter in Österreich eingesetzt worGHQ ZDU XQG 'ROOIX¶ $PWVQDFKIROJHU .XUW Schuschnigg, der in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus eine Atempause zu gewinnen suchte 11 , zustande. In diesem Juli-Abkommen erkannte die deutsche Reichsregierung die volle Souveränität Österreichs an und verzichtete auf Einmischung in dessen innere Angelegenheiten. Österreich hingegen erklärte, dass es seine Politik ge- JHQEHUGHP 'HXWVFKHQ 5HLFK ÄVtets auf jener grundsätzOLFKHQ /LQLH KDOWHQ³ 12 werde, ÄGLH GHU 7DWVDFKH GD gVWHUUHLFK VLFK DOV GHXWVFKHU 6WDDW EHNHQQW HQWVSULFKW³ 13 . Hitler EHDEVLFKWLJWH PLW GHU +HUHLQQDKPH YRQ 9HUWUHWHUQ GHU Ä1aWLRQDOHQ 2SSRVLWLRQ³ LQ GLH österreichische Bundesregierung, die im nicht veröffentlichten Teil des Abkommens von Schuschnigg zugesichert wurde, den Nationalsozialismus in Österreich auf scheinbar legalem Weg zur Macht zu führen.
:lKUHQGHLQLJH7HLOHGHULOOHJDOHQ|VWHUUHLFKLVFKHQ16'$3GLHVHQÄHYROXWLRQlUHQ:HJ
]XP$QVFKOX³ 14 EHIUZRUWHWHQSODQWHQDQGHUHÄGXUFK$NWLRQHQHLQH.RQIOLNWVLWXDWion LP,QQHUHQ³ 15 herbeizuführen, um ein militärisches Eingreifen von deutscher Seite aus zu veranlassen. Pläne und Aufzeichnungen für einen solchen gewaltsamen Umsturz wurden im Januar 1938 bei österreichischen Nationalsozialisten gefunden.
3. Konferenz von Berchtesgaden
Nach Entdeckung der Pläne, die eine gewaltsame Lösung der Anschlussfrage vorsahen, gelang es Papen, den österreichischen Bundeskanzler Schuschnigg, für den das deutschösterreichische Abkommen vom Juli 1936 keine genügende Sicherheit mehr bedeuten konnte, zu einem persönlichen Gespräch mit Hitler zu bewegen. Diese Unterredung, von GHU6FKXVFKQLJJ HUZDUWHWHVLHZUGHGD]XGLHQHQÄGLH6LWXDWLRQ]XNDOPLHUHQ³ 16 , fand DP)HEUXDULQ%HUFKWHVJDGHQVWDWW6LHZXUGHÄXQWHUGHP'UXFNGHXWVFKHUPLOi-
WlULVFKHU6FKHLQPDQDKPHQ³ 17 an der Grenze zu Österreich geführt. Hitler hatte zudem
11 Kleindel, 1988: S. 23
12 Benoist-Méchin, 1966: S. 179
13 a.a.O.
14 Schausberger, 1978: S. 508
15 a.a.O.
16 Schausberger, in: Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, 1988: S. 13
17 a.a.O.
Arbeit zitieren:
Jürgen Menze, 2002, Der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 , München, GRIN Verlag GmbH
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