Inhaltsverzeichnis
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1. Frühere Theorien zur Klärung der Frage nach dem Ursprung der Indianer 1
2. Die asiatische Herkunft der ersten Indianer Amerikas 2
3. Beringia als Weg der indianischen Vorfahren von Asien nach Amerika 4
4. Die Einwanderung indianischer Ahnen in den amerikanischen Kontinent 5
4.1. Theorien der Einwanderung über den Seeweg 7
4.2. Immigrationswellen nach der paläoindianischen Einwanderung 8
5. Die Clovis-Kultur und ihr Ende 10
Literaturverzeichnis 11
1. Frühere Theorien zur Klärung der Frage nach dem Ursprung der Indianer
Mit der Ankunft der Europäer Ende des 15. Jahrhunderts auf dem Doppelkontinent, der VSlWHUGHQ1DPHQÄ$PHULND³HUKLHOWVWHOOWHVLFKGLH)UDJHQDFKGHP8UVSUXQJGHUGRUW schon vorhandenen EinwohQHUGLHJHPHLQKLQDOVÄ,QGLDQHU³EH]HLFKQHWZXUGHQ Papst Julius II. verkündete 1512, dass die Indianer auch als Nachkommen des biblischen ersten Menschenpaares zu sehen seien, so dass sich die Frage stellte, wie diese Nachfahren aus der Alten in die Neue Welt gekommen waren 1 .
Die europäischen Geistlichen und Gelehrten des 16. und 17. Jahrhunderts zogen die Bibel XQGGLHNODVVLVFKHQ:HUNHGHUJULHFKLVFKHQXQGU|PLVFKHQ$QWLNHGLHGLHHLQ]LJHQÄEe- kanntenQuellen [..], die historische Anhaltspunkte über die Indianer enthalten konnWHQ³ 2 , darstellten, zu Rate.
Mit Hilfe der Heiligen Schrift versuchte der niederländische Theologe Joannes Fredericus Lumnius beispielsweise eine Antwort auf die Frage nach der indianischen Herkunft zu geben. Er stellte 1567 die Vermutung an, die eingeborenen Amerikaner seien Nachfahren der zehn jüdischen Stämme, die, einer alttestamentarischen Bibelstelle zufolge, nach der Eroberung Palästinas aus Israel vertrieben worden waren und bis in die Neue Welt gelangt seien. 3
'DV $OWH 7HVWDPHQW OLHIHUWH LP -DKUKXQGHUW QRFK HLQH ZHLWHUH Ä(UNOlUXQJ³ IU GLH Existenz des amerikanischen Kontinents und der dort von den Europäern vorgefundenen alteingesessenen indianischen Bewohner, denn es wurde sich einer Textstelle bedient, in der vom sagenhaften Land Ophir die Rede ist. Ophir sei ein Land weit entfernt in Übersee, in dem seltene Bäume wachsen sollen und riesige Mengen an Gold zu finden seien. 4 Auch Sagen, die verschwundene Erdteile zum Thema haben, wurden zur Klärung der Frage nach der Herkunft der Indianer herangezogen. Zwei Beispiele dafür sind die Erzählungen über Atlantis, das ein riesiger überfluteter Kontinent im Atlantik gewesen sei, und die Insel Mu, die im östlichen Pazifik gelegen haben soll. Aus diesen versunkenen Ländern und Kontinenten, für die es keinerlei Beweise und geologische Zeugnisse gibt, sollten die Vorfahren der Indianer stammen, die auf dem amerikanischen Doppelkontinent von den Europäern angetroffen wurden. 5
1 Farb, 1971: S. 237
2 Fagan, 1990: S. 10
3 ebd.: S. 21
4 Stingl, 1987: S. 15
5 Läng, 1989: S. 13 f.
Neben den schon erwähnten biblischen zehn jüdischen Stämmen, die sich nach Amerika geflüchtet haben sollen, wurden viele andere Völker als indianische Ahnen betrachtet. So seien die Indianer z.B. Nachkommen der besten Seefahrer des Altertums, der Phönizier, die als einzige in der Lage gewesen seien, die großen Entfernungen zwischen der Alten und der Neuen Welt zu überbrücken. Es wurde auch die Behauptung aufgestellt, die In-diDQHUVHLHQÄGLH1DFKNRPPHQGHU)OFKWOLQJHDXVGHPYRQGHQU|PLVFKHQ7UXSSHQ]Hr- VW|UWHQ.DUWKDJR³ 6 derAntike.
Die Zahl weiterer solcher wissenschaftlich unhaltbaren Theorien über die Abstammung der Indianer ist groß und die Thesen basieren sehr häufig auf oberflächlichen Ähnlichkeiten und vagen Sprachvergleichen zwischen bestimmten Volksgruppen der Alten Welt und einzelnen indianischen Stämmen.
Aufgrund der Evolutionstheorie von Charles Darwin tauchte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Frage auf, ob sich die Indianer in Amerika aus tierischen Vorfahren entwickelt hatten. Auf dem amerikanischen Kontinent gibt es jedoch keine Menschenaffen und bis zur heutigen Zeit wurden nie fossile Überreste der Vorgänger des modernen Menschen, des Homo sapiens sapiens, gefunden. Folglich haben die Indianer keine Evolution in Amerika durchschritten und müssen als moderne Menschen in den Kontinent eingewandert sein. 7
2. Die asiatische Herkunft der ersten Indianer Amerikas
Heute als unwiderlegbar geltende Beweise vom asiatischen Ursprung der ersten Indianer Amerikas liefern mehrere Wissenschaftsdisziplinen. Die Anthropologie betont die vielen ausgeprägt mongoliden Körpermerkmale der Indianer. Beispiele für diese Charakteristika sind der stämmige Körperbau mit relativ kurzen Beinen, langen Armen, kleinen Füßen und Händen, die hervortretenden Wangenknochen, eine ausgeprägte Nase, einen breiten Mund und glatte und dichte schwarze Haare. Zu nennen ist auch der sogenannte Mongolenfleck, der eine vorübergehende Pigmentansammlung darstellt, die typisch für die meisten in Asien lebenden Angehörigen dieser Rasse ist und bei vielen Indianern in der Kindheit am Rücken zu sehen ist. Auch die bei vielen mongoliden Völkern auftretende Haut- 6 Stingl,1987: S. 16
7 ebd.: S. 16 f.
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Jürgen Menze, 2002, Die Herkunft der Indianer auf dem amerikanischen Doppelkontinent , Munich, GRIN Publishing GmbH
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