Gliederung:
1. Einleitung 3
2. Spielen im Unterricht
2.1. Lehrplankonformität 4
2.2. Pro und Kontra 5
2.3. Didaktische Kriterien für das Spielen im Unterricht 7
2.4. Spiele für den DaZ - Unterricht 8
3. Schluss 9
4. Literaturverzeichnis 10
2
1. Einleitung
Wann genau spielt ein Mensch? Eine eindeutige Definition lässt sich für den Begriff ´Spielen´ gar nicht finden, denn spielen kann man ein Tennismatch, genauso wie am Computer, mit der Eisenbahn oder mit Freunden. Deshalb gibt es zahlreiche Theorien und Erklärungsansätze. Eine mögliche Definition findet sich beispielsweise in Herders Kleines philosophisches Wörterbuch: „Spiel, allgemein im Gegensatz zur Arbeit jede Betätigung, die nicht auf einen außerhalb ihrer selbst liegenden praktischen Nutzen gerichtet ist, sondern ihren Sinn allein in sich selbst trägt und deshalb, sich selbst genügend, nur um ihrer selbst willen geübt wird.“ So kann man zumindest festhalten, dass ein Spiel ganz bestimmte Elemente aufweisen muss. Bei Kolb finden sich auch folgende Merkmale, die ein Spiel aufweisen sollte: 1. Das Moment der Freiheit: Das Spiel verfolgt keinen außerhalb seiner selbst liegenden Zweck. Vor allem ist es frei von Arbeit, Kampf ums Dasein, Not und Sorge. Man spielt um des Spieles willen.
2. Das Moment der inneren Unendlichkeit: Ein Spiel ist beliebig oft wiederholbar, und die Spieler streben nach zeitlicher Ausdehnung beim Spiel. Ein Spiel muss, trotz Erreichung eines Zielzustands, nicht beendet sein. Spiel kann als Gegenteil von Arbeit aufgefasst werden. 3. Das Moment der Scheinhaftigkeit: Ein Spiel spielt sich in einer eigenen Welt ab, ist sozusagen irreal. Spiel könnte auch als Abbild einer Realität angesehen werden. 4. Das Moment der Ambivalenz: Es muss einen Wechsel zwischen Spannung und Entspannung geben, damit das Spiel nicht an Reiz verliert, aber auch nicht überfordert. 5. Das Moment der Geschlossenheit: Spiele sind regelgeleitet, dabei ist nicht von Belang, ob die Regeln individuell oder von Organisationen festgelegt werden. "Fair-Play" könnte als generelles Gesetz bei Spielen gelten.
6. Das Moment der Gegenwärtigkeit: Die Spieler wollen im 'Hier und Jetzt' versuchen zu gewinnen. "Es bildet keine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft." Die Konzentration wird ganz dem Spiel gewidmet, das "Drumherum" zuweilen vergessen. 1 Ganz allgemein bewirkt das Spielen, dass sich ein Mensch lernt auf Neues einzustellen, ohne sofort in der Realität mit dem Neuen konfrontiert zu werden und es zudem auch noch Spaß bereitet. Doch sind dies schon Kriterien genug um das Spiel auch für den Einsatz im Unterricht zu rechtfertigen? Diese Seminararbeit kann keine allgemeingültige Antwort auf diese Frage geben, aber zumindest kann sie alle Punkte beleuchten, die für ein Für und Wider sprechen. Wie meine eigene Meinung zu dieser essentiellen Fragestellung lautet, werde ich am Ende dieser Arbeit erläutern. Bei allen Gesichtspunkten soll ein besonderer Bezug zum
1 Kolb, Michael: Spiel als Phänomen - Das Phänomen Spiel. Studien zu phänomenologisch-anthropologischen
Spieltheorien, S. 243 ff.
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DaZ - Unterricht hergestellt werden, wobei die generelle Betrachtung im Hinblick auf den Spieleinsatz im Unterricht nicht ausbleiben kann. In der Schlussbetrachtung beschäftigte ich mich jedoch speziell mit der Frage, ob der Einsatz von Spielen im DaZ - Unterricht sinnvoll ist oder nicht.
2.1. Lehrplankonformität
Erst in den letzten Jahren wird die Unterrichtsmethode Spielen in den Lehrplänen berücksichtigt. Lange Zeit wurde Spielen im Unterricht abgelehnt, da man der Ansicht war, dass Spielen nur für Kleinkinder sinnvoll wäre und verkannte so die Relevanz des Spiels für jede Altersstufe. Natürlich kann man nicht jedes Spiel als didaktisch sinnvoll betrachten und es muss daher immer wieder hinterfragt werden, ob das Spiel zum Zwecke des Lernens oder es zum Ausgleich und Entspannung vor einer weiteren wichtigen Lernphase der Kinder dient. Spielen hat einen Motivationscharakter und kann aktives, kreatives und selbständiges Lernen ermöglichen. 2
Da aber handlungs- und produktionsorientierter Unterricht zunehmend Eingang in die Curricula findet, werden auch offene Unterrichtsformen immer mehr in den Vordergrund gestellt. Hier wird der Schüler in den Mittelpunkt gestellt und darf selbst tätig werden. 3 Im bayerischen Lehrplan für Deutschdidaktik als Zweitsprache wird in den Leitgedanken für den Unterricht sogar explizit darauf hingewiesen, dass der Erwerb einer neuen Sprache durch die Anwendung abwechslungsreicher Unterrichtsmethoden positiv beeinflusst wird. Der Einsatz unterschiedlicher Sozial- und Lernformen unterstützen den Prozess der Sprachausbildung. Dazu gehört nicht nur die Arbeit mit dem Internet, Projekt- und Freiarbeit, sondern auch das Spielen im Unterricht. Der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache sieht dafür sogar einen eigenen Themenbereich vor: Spielen als Probehandeln. Hier wird das Spielen als wesentliche Lernform angesehen, da es ein „lern-adäquates Üben sprachlicher Strukturen“ 4 ermöglicht und den Spracherwerb durch Partner-, Gruppen- und Gemeinschaftsspiele in lebensnahen Situationen fördert.
2 Daublesky, Benita: Spielen in der Schule - Vorschläge und Begründungen für ein Spielcurriculum, S. 9 f.
3 Spinner, Kaspar H.: Handlungs- und produktionsorientierte Verfahren im Literaturunterricht, S. 175.
4 http://www.isb.bayern.de/isb/download.aspx?DownloadFileID=1e9edc24bac965f3db8d6fab17370e2d
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Arbeit zitieren:
Saskya Olympio, 2008, Die Bedeutung des Spiels: Spielen als Probehandeln, München, GRIN Verlag GmbH
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