In the beginning of the Ninteen-twenties both Eisenstein and Brecht proclaim the neccessity of a new form of theatre. These demands appear as the result of a process setting in with the inventions of photography and film and, refering to Benjamin, finally led to the death of the bourgeois theatre. The institutions Brecht and Eisenstein conceptualize in their theoretical writings seem to have a similar outward appearance, since both, Brecht’s »theatre of the scientific age« and Eisenstein’s Prolet-kult-works as well as his silent movies, are characterized by a technical usage of theatrical elements and construction of images. Nevertheless these are superficial affinities, being unable to conceal the deep differences in the fundamentals of Brecht’s and Eisenstein’s works. While Brecht attributes his theatre to a social and political function there are no convincing clues in Eisenstein’s writings and life revealing any purpose he creates his films for beyond personal gratification. So even if similar tendencies in Eisenstein’s and Brecht’s works cannot be denied, it is also a matter of fact, that any congruences between their aesthetic instruments rather trace back to their common claim of creating something completely new than to similar theoretical developments of the choosen aestehtic forms.
Inhaltsverzeichnis
Abstract
I. Einleitung
II. Die Verschüttung der Orchestra
III. Formkonzepte
III. 1. Eisensteins Attraktionsmontage
III. 2. Brechts »Theater des wissenschaftlichen Zeitalters«
IV. Exkurs: Eisenstein und die Revolution
V. Die Fundamente der Kunst bei Brecht und Eisenstein
VI. Schlussfolgerungen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die medienästhetischen Theorien von Bertolt Brecht und Sergej Eisenstein im Vergleich. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, inwieweit ihre formalen Konzeptionen – trotz oberflächlicher Ähnlichkeiten in ihrer Ablehnung traditioneller Theaterformen – in ihren grundlegenden Zielsetzungen und in ihrer jeweiligen gesellschaftspolitischen Verankerung divergieren.
- Historische Einordnung der intermedialen ästhetischen Neuorientierung in den 1920er Jahren.
- Analyse der konstruktiven Prinzipien, insbesondere der "Attraktionsmontage" bei Eisenstein und des "epischen Theaters" bei Brecht.
- Untersuchung des Stellenwerts des Schauspielers im Verhältnis zu technisierten Gestaltungsmitteln.
- Kritische Reflexion der politischen Intentionen und der Rolle des Künstlers in totalitären oder gesellschaftskritischen Kontexten.
Auszug aus dem Buch
III. 1. Eisensteins Attraktionsmontage
Die »Montage der Attraktionen« (1923), von Eisenstein verfasst anlässlich seiner Inszenierung von A.N. Ostrowskis »Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste« am Proletkult, enthält, ausgehend von der Forderung nach der »Formung des Zuschauers in einer gewünschten Richtung« als absolute Prämisse jeder »utilitaristischen« Theaterarbeit, im ganzen zwei wesentliche Aussagen: 1.) Sämtliche Elemente, die dem Theater zur Verfügung stehen, existieren gleichberechtigt nebeneinander; und 2.) Die Arbeit des Regisseurs besteht ausschließlich darin, sie so aneinander zu montieren, dass diese eine im voraus berechnete (physische und psychische) Einwirkung auf den Zuschauer ausüben können. Diese beiden Leitgedanken, deren erster die Beschaffenheit des künstlerischen Materials; der zweite den Umgang mit diesem, also ein Gestaltungsprinzip, definiert, prägen Eisensteins Denken in entscheidendem Maße – hier äußert sich sein konstruktivistischer Ansatz, den er maßgeblich seiner Zeit als Bühnenbildner am Proletkult (1920-21) und seinem Studium am »Staatlichen Regie-Institut« in Moskau (GVTM) in den Jahren 1921/22 unter Wsewolod Meyerholds Leitung zu verdanken hat.
Zusammenfassung der Kapitel
Abstract: Eine englischsprachige Zusammenfassung, die die Notwendigkeit einer neuen Theaterform thematisiert und auf die grundlegenden Differenzen in der politischen Zielsetzung von Brecht und Eisenstein hinweist.
I. Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung der Vergleichsstudie unter Berücksichtigung der Forschungsgeschichte.
II. Die Verschüttung der Orchestra: Analyse der Abkehr von traditionellen Theaterformen und der Rolle des "Aura"-Verlusts im Zuge der technischen Reproduzierbarkeit.
III. Formkonzepte: Untersuchung der ästhetischen Konstruktionsprinzipien, die Brecht und Eisenstein zur Gestaltung ihrer Werke einsetzen.
III. 1. Eisensteins Attraktionsmontage: Erläuterung von Eisensteins Methode der gezielten psychischen und physischen Zuschauerbeeinflussung durch die Montage.
III. 2. Brechts »Theater des wissenschaftlichen Zeitalters«: Darstellung von Brechts technisiertem Schauspielansatz und der Nutzung des Verfremdungseffekts.
IV. Exkurs: Eisenstein und die Revolution: Kritische Auseinandersetzung mit Eisensteins politischer Haltung, seinem Opportunismus und dem Verhältnis zu den sowjetischen Machthabern.
V. Die Fundamente der Kunst bei Brecht und Eisenstein: Herausarbeitung der fundamentalen Differenzen zwischen Brechts sozialem Anspruch und Eisensteins konstruktivistischer Ästhetik.
VI. Schlussfolgerungen: Fazit des Vergleichs, das die Unvereinbarkeit ihrer zentralen Zielstellungen betont.
Schlüsselwörter
Bertolt Brecht, Sergej Eisenstein, Attraktionsmontage, Episches Theater, Medienästhetik, Theaterwissenschaft, Filmtheorie, Konstruktivismus, Verfremdungseffekt, Politische Kunst, Avantgarde, Montage, Zuschauerbeeinflussung, Sowjetunion, Zwischenkriegszeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert die theoretischen Konzepte von Bertolt Brecht und Sergej Eisenstein hinsichtlich ihrer Ideen zu Theater und Film in den 1920er Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung neuer ästhetischer Formen, dem Einsatz von Montagetechniken, der Rolle der Technik im künstlerischen Prozess und der gesellschaftlichen Funktion von Kunst.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, trotz scheinbarer Übereinstimmungen in der formalen Gestaltung aufzuzeigen, dass Brecht und Eisenstein fundamental unterschiedliche Zielsetzungen und politische Intentionen verfolgten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen komparativen medienwissenschaftlichen Vergleich, der durch die Auswertung primärer theoretischer Schriften beider Künstler sowie durch Rückgriffe auf zeitgenössische Kritiken erfolgt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Eisensteins Attraktionsmontage, Brechts Theater des wissenschaftlichen Zeitalters, einen Exkurs zu Eisensteins politischer Rolle sowie einen Vergleich der Fundamente ihrer jeweiligen Kunstauffassungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Montage, Attraktion, Episches Theater, Verfremdungseffekt, Konstruktivismus, Medienästhetik und die politische Instrumentalisierung von Kunst.
Inwiefern unterscheidet sich Eisensteins Ansatz von Brechts Theater?
Während Eisenstein das Theater (und später den Film) primär als technisches Konstruktionsmedium mit psychologischer Wirkung begreift, steht bei Brecht die soziale Funktion und die kritische Analyse gesellschaftlicher Zustände im Vordergrund.
Wie bewertet der Autor Eisensteins politische Integrität?
Der Autor zeichnet das Bild eines zwiegespaltenen Künstlers, dessen politisches Handeln von Opportunismus und Anpassung an stalinsche Vorgaben geprägt war, während seine medienästhetische Theorie eher intellektuell als politisch motiviert blieb.
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- Daniel Reichelt (Author), 2001, Jenseits der Aura. Brechts und Eisensteins Theorien zu Film und Theater im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12404