Entscheidungen unter Zielkonflikten: Beiträge der Entscheidungstheorie
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Grundlagen der Entscheidungstheorie 4
2.1. Definition Entscheidung 4
2.2. Entscheidungstheorien 4
2.2.1 Deskriptive Entscheidungstheorie 6
2.2.2 Präskriptive Entscheidungstheorie 7
2.2.3 Das Grundmodell der präskriptiven Entscheidungstheorie 7
3. Was macht Entscheidungen so schwierig? 9
3.1. Ziele 10
3.2. Zielkonflikte 11
3.2.1 Effiziente Alternativen 13
3.2.2 Zieldominanz. 14
3.2.3 Lexikographische Ordnung 14
3.2.4 Zielgewichtung 16
3.3. Zielkonflikte aus psychologischer Sicht. 19
3.3.1 Non-kompensatorische Regeln 20
3.3.1.1 Schwellenregeln 20
3.3.1.2 Eliminitationsregeln 22
3.3.2 Kompensatorische Regeln 22
3.3.3 Kombination von Entscheidungsregeln 23
4. Fazit. 24
Literaturverzeichnis 26
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Entscheidungen unter Zielkonflikten: Beiträge der Entscheidungstheorie
1. Einleitung
Der Mensch ist mit seinem sogenannten gesunden Menschenverstand in komplexen Entscheidungen oft überfordert, was an der Vielfalt der verschiedenen Ziele oder auch an der Unsicherheit der Zukunft liegen mag. Das Problem kann durch zu viele Handlungsalternativen bzw. durch die große Zahl der Einflussfaktoren noch schwieriger erscheinen. Die Erfolgsaussichten von Entscheidungen lassen sich durch rationales Vorgehen deutlich verbessern, indem man sich gewisse Anforderungen an den Entscheidungsprozess stellt und andererseits Grundsätze der Widerspruchsfreiheit festlegt. Vereinfachen kann man Probleme durch Zerlegung in mehrere Teilprobleme. Objektiv richtige Entscheidungen gibt es nicht, viel mehr basieren Entscheidungen auf subjektiven Erwartungen, Zielen und Präferenzen des Entscheiders. Für den Menschen ist es schwierig seine subjektiven Erwartungen, Ziele und Präferenzen eindeutig zu formulieren. Hier kommt nun die Entscheidungstheorie ins Spiel, welche dem Menschen bei Entscheidungen unterstützt. Die Entscheidungstheorie benutzt formale Verfahren, die die Unschärfe der verschiedenen Informationen in Betracht ziehen, indem sie einerseits notfalls mit unvollständigen Informationen auszukommen versucht und andererseits die Konsistenz der Aussagen überprüft. In Dieser Arbeit beschränke ich mich hauptsächlich auf die präskriptive Entscheidungstheorie, da sie besonders für wirtschaftliche Entscheidungen von Bedeutung ist und eines ihrer Kernprobleme daraus besteht, wie das Zielsystem eines Entscheiders erforscht werden kann.
Schlagwörter: Entscheidung - deskriptive Entscheidungstheorie - präskriptive Entscheidungstheorie - Zielkonflikte - Entscheidungsregeln
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Entscheidungen unter Zielkonflikten: Beiträge der Entscheidungstheorie
2. Grundlagen der Entscheidungstheorie 2.1 Definition Entscheidung
Als Entscheidung bezeichnet man die mehr oder weniger bewusste Auswahl einer Handlungsalternative, die von mehreren möglichen durch ein Individuum gewählt wird (vgl. Sieben & Schildbach, 1975, S.1). Im Sinne der Entscheidungstheorie ist eine Entscheidung demnach nicht nur die Festlegung einer neuen Personalstruktur durch die Geschäftsführung, sondern auch der Entschluss einer Familie, den Urlaub in Italien und nicht in Spanien zu verbringen. Nach Rehkugler & Schindel (1981) weisen Entscheidungen mehrere Merkmale auf. Zum einen muss eine Wahlmöglichkeit gegeben sein, was mindestens zwei Handlungsmöglichkeiten zur freien Auswahl beinhaltet. Zum anderen ist nur eine bewusst vollzogene Wahlhandlung eine Entscheidung. Intuitives und gewohnheitsmäßiges Handeln kann demnach auch nicht als echte Entscheidung bezeichnet werden. Zuletzt gehen Rehkugler & Schindel davon aus, dass sich der Entscheider verpflichtet fühlen muss, seine Handlungsmöglichkeit auch in die Tat umzusetzen, denn zieht dieser bei seinen Wahlüberlegungen auch Möglichkeiten in Betracht, die er sowieso nicht durchführen kann oder wird, dann handelt es sich nur um ein scheinbares Entscheidungsproblem. 2.2 Entscheidungstheorien Eine Entscheidung als Prozess darzustellen bietet einen
Orientierungsrahmen um Entscheidungshilfen zu beschreiben, die die Entscheidungstheorie einem Entscheider geben kann. In der
Entscheidungstheorie werden die Probleme der Entscheidungsfindung unter verschiedenen Fragestellungen und mit unterschiedlichen Forschungsansätzen behandelt. Abbildung 1 systematisiert diese Ansätze mit Fokus auf der präskriptiven Entscheidungstheorie.
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Entscheidungen unter Zielkonflikten: Beiträge der Entscheidungstheorie
Laux (2003) beschreibt entscheidungstheoretische Untersuchungen mit der Absicht, beschreibende (deskriptive) oder vorschreibende (präskriptive) Aussagen zu gewinnen. So kann in der Wissenschaft zwischen deskriptiver und präskriptiver Entscheidungstheorie unterschieden werden. Die deskriptive Entscheidungstheorie, die eine Realwissenschaft bzw. Sozialwissenschaft ist und die präskriptive Entscheidungstheorie, die im Gegenstück die Idealwissenschaft darstellt. Um einen besseren Überblick über diese beiden Theorieansätze zu erhalten, werden im Folgenden zuerst die deskriptive und danach die präskriptive Entscheidungstheorie erklärt, wobei der Fokus auf der präskriptiven Entscheidungstheorie liegt, da diese in diesem Rahmen die Relevantere ist.
Abb. 1: Überblick über Möglichkeiten der Entscheidungstheorie zur Erarbeitung von
Entscheidungshilfen (Quelle: Laux, H., 2003, S. 13)
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2.2.1 Deskriptive Entscheidungstheorie
Die deskriptive (empirisch realistische) Entscheidungstheorie ist eine Realwissenschaft, dessen Ziel nicht die Optimierung von Entscheidungen ist, sondern sie beschreibt das tatsächliche (real beobachtbares)
Entscheidungsverhalten des Entscheiders. Es wird nach Aussagen gesucht, um die in der Realität getroffene Entscheidung erklären zu können. Die Analyse streckt sich über die Prozesse der Zielbildung, der Informationsbeschaffung und -verarbeitung. Hinzu kommt die persönliche und organisatorische Konfliktbewältigung von Problembereichen, die nicht zur
entscheidungslogischen Forschung gehören, woraus zu erkennen ist, dass es sich bei dieser Theorie um eine Sozialwissenschaft handelt, die in ihren Grundzügen hauptsächlich von Psychologen und Soziologen entwickelt wurde (vgl. Rehkugler & Schindel, 1981, S. 12f). Die deskriptive Entscheidungstheorie sieht ihre Aufgabe darin, empirisch gehaltvolle Hypothesen über das menschliche Problemlösungsverhalten zu finden, wobei nicht die Rationalität im Mittelpunkt steht, sondern das tatsächliche Problemlösungsverhalten des Entscheiders. Alle Vorgänge in der Realität, in denen Menschen unter Einsatz ihrer kognitiven Fähigkeiten Probleme lösen, zählen zum Erkenntnisobjekt. Im Gegensatz zur präskriptiven Entscheidungstheorie betrachtet die deskriptive Entscheidungstheorie, wie Entscheidungsprobleme entstehen und wie sich vor und während des Entscheidungsvorgangs Ziele bilden und verändern. Im Zentrum der Untersuchung steht vor allem die Informationsbeschaffung undverarbeitung, aber auch Organisationsprobleme, die daraus entstehen, dass Menschen in der Regel nicht alleine entscheiden, sondern während des Entscheidungsprozesses in Beziehungen zu anderen Menschen stehen (vgl. Sieben & Schildbach, 1975, S. 3).
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2.2.2 Präskriptive Entscheidungstheorie
Die präskriptive Entscheidungstheorie befasst sich mit den Anforderungen an das Entscheidungsverhalten, so dass dem Entscheider vorgeschrieben wird, wie er sich verhalten sollte, damit er rational handelt. Entsprechend werden ,,die logischen Grundlagen optimaler Entscheidungen’’ gesucht. Ziel der präskriptiven Entscheidungstheorie ist es, formale Regeln zu entwickeln, die dem Entscheider bei gegebenen Handlungsmöglichkeiten, Umweltbedingungen und Zielkriterien die Wahl der optimalen Alternative erlauben. Durch das rationale Fällen von Entscheidungen, weist die präskriptive Entscheidungstheorie eine starke Ähnlichkeit mit der Logik auf, worauf auch der Begriff „Entscheidungslogik“ zurück geht (vgl. Rehkugler & Schindel, 1981, S. 12).
Bamberg und Coenenberg (2000) sehen die Entscheidungslogik im Mittelpunkt der präskriptiven Entscheidungstheorie, da in ihr nach Regeln zur Bewertung von Aktionsresultaten gesucht wird, die dem Postulat rationalen Verhaltens entsprechen. Daraus kann man schließen, dass es sich bei der präskriptiven Entscheidungstheorie im Wesentlichen um eine Rationalitätsanalyse handelt, was voraussetzt, dass der Entscheider über ein in sich widerspruchfreies Zielsystem verfügt und dass er sich entsprechend seinem Zielsystem verhält (vgl. Bamberg & Coenenberg, 2000, S. 3).
2.2.3 Das Grundmodell der präskriptiven Entscheidungstheorie Das Grundmodell der präskriptiven Entscheidungstheorie macht den Versuch, unabhängig von der Art des Entscheidungsproblems alle
Entscheidungsfaktoren auf eine gemeinsame Grundstruktur zurückzuführen. Um Entscheidungsprobleme zu analysieren, unterstellt es einen idealtypischen Ablauf von Entscheidungsprozessen. Gegeben ist eine Entscheidungssituation, welche den Entscheidungsträger mit mindestens zwei verschiedenen Handlungsmöglichkeiten konfrontiert. Die modellmäßige Abbildung der Entscheidungssituation erfolgt mithilfe eines Entscheidungsfeldes, auf dessen
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Arbeit zitieren:
Andreas Schachermeier, 2009, Entscheidungen unter Zielkonflikten: Beiträge der Entscheidungstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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