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PROSTITUTIONSTOURISMUS IN THAILAND:
1 Einleitung:
a, Internationaler Tourismus als Wachstumsbranche Nr. Eins
b, Tourismus als Entwicklungsstrategie
c, Prostitutionstourismus
c a, Schätzungen zum Umfang des Prostitutionstourismus c b, Formen der Werbung für den Prostitutionstourismus c b a, Werbung für Sextourismus in den Massenmedien c b b, Werbung der Reiseveranstalter c b c, Werbung der Reiseführer c b d, Werbung für Sextourismus durch Pornographie c c, Organisatorische Zusammenhänge und ökonomische Verflechtungen zwischen Tourismus- und Prostitutionstourismusindustrie c d, Aktuelle Entwicklungen im Prostitutiostourimus
2 Fallstudie Thailand:
a, Literaturlage
b, Zur wirtschaftlichen Entwicklung
c, Situation der Frauen
c a, Frauenrolle und Religion
c b, Geschichte der Frauenarbeit c c, Frauenarbeit in der Landwirtschaft c d, Arbeitsmigration in die Städte c e Arbeit im Diebstleistungssektor
d, Prostitutionstourismus in Thailand
d a, Geschichte der Prostitution
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d a a, Regelung der Prostitution durch Gesetze d a b, Auswirkungen der Militarisierung im Zuge des Vietnamkrieges d b, Zentren des Prostitutiostourismus d c, Arbeit im Sex-Service-Sektor d c a, Biographische Daten zu den Prostituierten d c b, Wege in die Prostitution d c c, Formen der Prostitution d c d, Psychische Situation der Prostituierten d c e, Gesundheitsversorgung der Prostituierten d c f, Profiteure des Sextourismus und Verdienst der Prostituierten d c g, Unterstützung der Familien mit dem Verdienst aus der Prostitution d c h, Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Prostitution d d, Staatlicher Umgang mit Prostitution
e, Aktionsgruppen und Widerstand in Thailand
3, Zusammenfassende Bemerkungen
4, Ergebnisse und handlungsorientierte Empfehlungen
a, Zum Schutz der Frauen
b, Strafverfolgung
c, Prävention
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Einleitung:
Prostitutionstourismus ist eine der verschiedenen
nachteiligen Auswirkungen des Massentourismus auf die Länder der Dritten Welt. Im folgenden werden die Zusammenhänge von Prostitutionstourismus mit Werbung, Kapitalverflechtung u.a. aufgezeigt, wobei die finanziellen Interessen und Hintergründe herausgearbeitet werden.
a, Internationaler Tourismus als Wachstumsbranche Nr. Eins:
Die Tourismusindustrie gilt mit einer 15 %igen durchschnittlichen Wachstumsquote als Wachstumsbranche Nr. Ein 1 . Dies erklärt sich durch die erhöhten Fernreisebedürfnisse der Bevölkerung der industrialisierten Staaten, die es sich leisten kann, immer weitere und längere Reisen zu unternehmen. Als Reflex auf den materiellen Wohlstand in den Industrieländern nach dem 2. Weltkrieg und die Verlängerung der Urlaubszeiten, bildete sich eine massive Nachfrage nach Fernreisen, die sich zunehmend auf Länder der Dritten Welt richtete. Immer mehr Länder der Dritten Welt hoffen auf Tourismus als Entwicklungsstrategie.
b, Tourismus als Entwicklungstrategie:
Wachsender Protektionismus und Preisverfall traditioneller Exportprodukte von Dritte Welt Ländern auf dem Weltmarkt lassen viele Länder auf den internationalen Tourismus als neue Entwicklungsstrategie zurückgreifen. Sie hoffen, ihre desolate Finanzsituation über den internationalen Tourismus lösen zu können.
c, Prostitutionstourismus:
Die Entstehung der Massenprostitution in Südostasien beruht auf der Vorgeschichte des Vietnamkrieges. Die Anwesenheit des amerikanischen Militärs schuf mit einer Nachfrage nach Prostitution riesige „rest and recreation“ 2 -Märkte. Es entstanden ganze Städte mit „soldatenfreundlichen Infrastrukturen“ 3 . Nach Kriegsende wurde die vorhandene Infrastruktur des Sexgeschäftes für die Tourismusindustrie genutzt. Schon vor dem Abzug der letzten Militäreinheiten war die Sexindustrie zu einem Bestandteil der internationalen
1 Vgl. agisra, S.20
2 agisra, Frauenhandel und Prostitutionstourismus: Eine Bestandaufnahme, München 1990
3 agisra, Frauenhandel und Prostitutionstourismus: Eine Bestandaufnahme, München 1990
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touristischen Attraktion geworden. Dieser problemlose Übergang ist auf die verstärkte Tourismuswerbung zurückzuführen.
Thailand weist heute den größten internationalen Prostitutionsmarkt auf. Die Nachfrage der Männer nach käuflicher Sexualität und der Zwang der Frauen, ihren Körper zu verkaufen, in Kombination mit entsprechender Werbung und infrastruktureller Vermarktung kann leicht zu einem expandierenden Prostitutionsmarkt führen.
c a, Schätzungen zum Umfang des Prostitutionstourismus:
Der Zusammenhang zwischen Massentourismus und Massenprostitution ist weitgehend spekulativ. Die Regierung zum Beispiel bestreitet einen solchen Zusammenhang, da sie an dem Fortbestand und der Expansion der Geschäfte interessiert ist. In manchen Ländern ist Prostitution staatlich verboten und deswegen auch offiziell nicht existent bzw. nicht erfaßbar, sondern nur inoffiziell schätzbar.
Schätzungen gehen davon aus, daß 80 % der männlichen Touristen ausschließlich oder unter anderem wegen des bekannten Nachtlebens nach Thailand reisen. 70 % der Thailandreisenden sind Männer. Das heißt die Sextouristen müßten einen 60 %igen Anteil an den Gesamttouristen ausmachen. 4 Der größte Teil europäischer Sextouristen kommt aus Großbritannien, gefolgt von der Bundesrepublik.
c b, Die wichtigsten Formen der Werbung für den Prostitutionstourismus: Werbung für Sextourismus in den Massenmedien:
In den siebziger Jahren waren Zeitschriften und Tageszeitungen wesentlich daran beteiligt, Thailand las Sextourismusland bekanntzumachen.
Auch heute noch tragen die verschiedensten Magazine zur Verbreitung von sexistischen und rassistischen Klischees bei:
es werden Anregungen für den Sextouristen geboten, das Leben vor Ort wird mit Fotografien demonstriert, anstatt kritisch darüber nachzudenken.
Noch immer sind die Zeitschriften an der Anregung zu neuen Sextourismuszielen beteiligt. Artikel über Chinas Frauen weisen auf eine neue potentielle Sextourismusregion hin. Für China und vor allem die chinesischen Frauen scheinen die Stereotypen schon festgelegt zu sein. Die Klischees sind ähnlich denen der Thailändischen oder philippinischen Frauen. Das
4 Vgl. Renschler S.113 und Lipka S.72
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beweist, daß es sich um die Wünsche der immer wieder gleichen Männerphantasien handelt. 5
Werbung der Reiseveranstalter:
Durch den Hinweis auf die sexuellen Dienstleistungen von Frauen aus den touristischen Zielländern der Dritten Welt wurde die Nachfrage nach Tourismus gezielt gesteigert. Aufgrund öffentlicher Kritik ist man zur subtilen Werbung übergegangen; nun werden Hotels für alleinreisende Herren empfohlen. Sextouristen werden über den bloßen Hinweis hinaus vom Sextourismus informiert. Sie werden auf Zimmer mit großen französischen Betten hingewiesen. 6 Die Informationen für Sextouristen scheinen zur Dienstleistungspalette der großen Reiseveranstalter zu gehören. Diese Art der Freizeitaktivität ist akzeptiert wie die des Windsurfers oder Schifahrers.
Kleine Reiseveranstalter konzentrieren sich auf diese Zielgruppe, um den harten Konkurrenzkampf zu bewältigen. 7
Werbung der Reiseführer:
Die Reiseführer spielen hierbei auch eine wichtige Rolle. Bei den Reiseführern zeichnen sich ähnliche Tendenzen wie bei den Reiseveranstaltern ab. Es gibt weiterhin eine aggressive Werbung, obwohl sie schon etwas subtiler geworden ist.
Der Anteil der Reiseführer, die sich zu einer kritischen Berichterstattung entschließen konnten ist gering. 8
Werbung für Sextourismus durch Pornographie:
Eine, die Nachfrage anregende Industrie ist der Pornomarkt. In den Pornomagazinen werden die Frauen immer sehr jung dargestellt. Der Markt der Pornomagazine mit sehr jungen ausländischen, meist asiatischen Frauen scheint sich auszuweiten. Der Verkauf reduziert sich nicht mehr auf die Sexshops.
Von der Pornoindustrie werden auch praktische Leitfäden für den Prostitutionsmarkt verkauft, wie beispielsweise ein Stadtplan für Männer in Bangkok. Daraus kann entnommen
5 Vgl. Lipka S. 46
6 Vgl. Lipka S. 38
7 Vgl. Lipka S,38
8 Vgl. Lipka S. 40
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Mag. Karin Stepanek, 1995, Frauenrechte - Menschenrechte, Munich, GRIN Publishing GmbH
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