Hamburg den 21.03.2003
Seminar: 22.541 S
„Kognitive Funktionen und biologische Grundlagen“
Referatsthema:
„The impact of semantic impairment on word stem completition in Alzheimer
1 M. Beauregard, H. Chertkow, D. Gold, S. Bergman, In: Neuropsychologia, 39, 2001; S. 302-
314
I
Gliederung
1
Einf ührung in die Thematik
2 Begriffbestimmungen
2.1 Alzheimer, Demenz, Priming
2.2 Wortstammergänzung (WS)C
3 Experiment 1
3.1 Versuchsaufbau
3.2 Versuchsdurchführung
3.2.1 Die oberflächliche Enkodierung
3.2.2 Die tiefe Enkodierung
3.3 Versuchsergebnis
4 Experiment 2
4.1 Versuchsaufbau
4.2 Versuchsdurchführung
4.2.1 Der Pretest
4.2.2 Die oberflächliche Enkodierung
4.2.3 Die tiefe Enkodierung
4.3 Versuchsergebnis
4.3.1 Versuchsergebnisse - Pretest
4.3.2 Versuchsergebnisse - Die oberflächliche Enkodierung
4.3.3 Versuchsergebnisse - Die tiefe Enkodierung
5 Fazit und Schlussbetrachtungen
II
1 Einführung in die Thematik
Der Einfluss einer Schädigung des semantischen Gedächtnisses auf die Wortstammergänzung bei Alzheimer Patienten ist der Schwerpunkt der folgenden Ausarbeitung. Die Basis von der aus diese Thematik betrachtet werden soll postuliert, dass das explizite Gedächtnis bei Alzheimer-Patienten geschädigt ist und im Gegenzug dazu, das implizite Gedächtnis nicht. Diese These soll anhand von verschiedenen Experimenten belegt werden.
Die für die Ausarbeitung primär genutzte Literatur ist der Aufsatz „The impact of semantic impairment on word stem completition in Alzheimer disease“ von M. Beauregard, H. Chertkow, D. Gold, S. Bergman der im Jahre 2001 in der Zeitschrift „Neuropsychologia“ erschien. Die folgenden Ausführungen stützen sich im Wesentlichen auf die Inhalte dieser Schrift. Die weiterführenden Bemerkungen zu einigen Themengebieten sind sekundären Quellen entnommen worden, diese werden in Verlauf der Ausführungen explizit durch Referenzen hervorgehoben. 2 Begriffsbestimmungen
Um besser in die Thematik einsteigen zu können sollten zunächst einige Begriffe geklärt werden.
2.1 Alzheimer, Demenz, Priming
Alzheimer ist eine fortschreitende, degenerative und unheilbare Gehirnstörung. Alzheimer Patienten haben Probleme mit dem Erzeugen und Verstehen von Ausdrücken, die auf vorangegangenes Bezug nehmen. Die Ursache dieser Krankheit ist unbekannt, aber es wird vermutet, daß sie auf einer Gruppe von miteinander verbundenen Störungen beruht. Bei dieser Gehirnerkrankung funktionieren Zellen bestimmter Gehirnregionen zunächst nicht mehr und sterben schließlich ab. Die Symptome der Alzheimer Krankheit sind zum Beispiel Gedächtnisverlust, Verlust der Sprachfähigkeit und des Urteilsvermögens und eine weitgehende Veränderungen der Persönlichkeit des Patienten sowie starke Stimmungsschwankungen. In Deutschland sind ca. 1,2 Millionen Bundesbürger von dieser Krankheit betroffen. Sie tritt bevorzugt bei Personen im Alter von über siebzig Jahren auf, es gibt aber ebenso Patienten im
1
Alter von fünfzig Jahren. Die Alzheimer-Krankheit ist die am weitesten verbreitete Ursache der „Demenz“. 2
Der Begriff "Demenz" steht für den Defekt oder Abbau der menschlichen Intelligenz und umfasst multivariate, nicht uniforme kognitive Einbussen spezifischer Qualität und Quantität. 3 Aufgrund dieser Definition setzt sich aus der Perspektive der Neuropsychologie eine Demenz aus vielen einzelnen Hirnfunktionsstörungen zusammen, die in ihrer Summe zu schwerwiegenden Verhaltens- und Bewusstseinsstörungen führen können. Diese Beeinträchtigungen können als Folge verschiedener Hirnerkrankungen auftreten. Bei der Mehrzahl dieser Erkrankungen handelt es sich um chronische, irreparable oder oft progrediente Fälle. Die Alzheimer-Krankheit gehört zu der Gruppe der hirnatrophischen Prozesse und ist nur eine von vielen Krankheiten, die zu einer Demenz führen können. Im Vergleich zu anderen Krankheiten, wie zum Beispiel der Parkinson-Krankheit, stellt aber die Alzheimer-Krankheit die mit Abstand häufigste Demenz-Erkrankung speziell im höheren Alter dar. 4
In den folgenden Aufzeichnungen ist in diesem Zusammenhang das direkte und indirekte „Priming“ (engl. Zündung) Schwerpunkt der Betrachtungen. Priming ist ein automatisierter Prozess, der - wie in zahlreichen Experimenten nachgewiesen- einen großen Einfluss auf die Problemlösegüte haben kann. Erklären lassen sich Primingeffekte dadurch, daß durch die unbewusste Darbietung eines Stimulus der Grad an Aktivation für die betroffenen Begriffe erhöht wird. Primingeffekte beruhen auf der automatisierten Aktivationsausbreitung im Langzeitgedächtnis. In seiner Konzeption kommt Priming sensorischen Registern nahe. Die folgende Definition von Priming soll diesen für die Thematik wichtigen Begriff noch genauer abgrenzen. „Durch das Priming werden Wahrnehmungsreize und Situationen, die wiederholt auftreten, schneller wiedererkannt, auch dann, wenn sie unvollständig oder leicht verändert wahrgenommen werden. […] Wir haben hier ein Gedächtnissystem vor uns, das den Aufbau stabiler Wahrnehmungen begünstigt, indem es redundante Informationen schneller zu erkennen ermöglicht, es hebt im Verschiedenen das Gleichbleibende hervor.“ 5
2 vgl. http://www.alzheimerforum.de/1/2/1/wdakude.html#k23
3 vgl. Romero, B., 1995, S. 29ff
4 vgl. Romero, B. 1995, S. 30ff
5 Hesse, C. 1999, S. 23
2
Arbeit zitieren:
Christian Schäfer, 2003, Kognitive Funktionen und biologische Grundlagen, 'The impact of semantic impairment on word stem completition in Alzheimer disease', München, GRIN Verlag GmbH
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