Inhaltverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Offener Unterricht. 3
2.1 Erkennungsmerkmale 4
2.2 Pädagogische Chancen und Ziele des Offenen Unterrichts 6
2.3 Rolle des Lehrers 6
2.4 Empirischer Forschungstand zum Offenen Unterricht in
sonderp ädagogischen Handlungsfeldern 7
3. Offener Unterricht und Lernbeeinträchtigung 8
4. Fazit. 10
5. Literaturverzeichnis. 12
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1. Einleitung
Die heutigen Unterrichtsformen können in zwei Hauptbereiche gegliedert werden, den Frontalen und Offenen Unterricht. Der Offene Unterricht hat sich erst am Anfang des 20. Jahrhundert entwickelt und findet nach anfänglichen Schwierigkeiten in den 1970er Jahren heute wieder neue Anerkennung. (WALLRABENSTEIN, 1991)
Seit Anfang der 1980er Jahren nahm man alte reformpädagogische Maßnahmen (Freinet- und Montessoripädagogik) auf. Zu Beginn des 20. Jahrhundert entwickelten Reformpädagogen neue Methoden, wie z.B. die Projekt- und die Freiarbeit, die damals noch nicht zu dem Begriff Offener Unterricht zählten. Es werden bis zum heutigen Tag von "Reformern" immer wieder Methoden weiterentwickelt und neue entworfen, wie das Rollen- und das Planspiel, Standbild-Bauen, die Arbeit in Zukunftswerkstätten usw. (JANK/MEYER, 2002) Oft stellt stellt sich als Lehrer die Frage, welche Unterrichtsform man für deine Schüler auswählen sollte. Dann ist es von Vorteil, sich im Klaren zu sein, welche Merkmale die einzelnen Formen überhaupt beinhalten um dann zu überlegen, in welcher Art und Weise man sie im Unterricht mit Lernbehinderten einsetzen kann. Als Lehrer sollte man sich überlegen, in wieweit man „Offenen Unterricht und „übrigen Unterricht“ je nach Stellenwert gewichten und miteinander verbinden kann“ (REIß/EBERLE, 1995), wenn man den reinen Frontalunterricht vermeiden will und der reine Offene Unterricht nicht durchführbar ist. Eine Unterscheidung zwischen Offenem Unterricht und Frontalunterricht ist mit manchen Erschwernissen verbunden. Die Trennlinie zwischen den beiden Unterrichtsformen ist sehr verschwommen und nicht klar gezogen, was auch an der unklaren Begriffsbezeichnung Offener Unterricht liegt. Der Frontalunterricht soll in dieser Arbeit nur am Rande erwähnt werden. Im Gegensatz dazu möchte ich mein Hauptaugenmerk auf den Offenen Unterricht legen, Merkmale des Offenen Unterrichts herausarbeiten, den Forschungsstand zum Offenen Unterricht beleuchten und der Frage nach gehen, ob Offener Unterricht an einer Schule zur individuellen Lernförderung sinnvoll ist? .
2. Offener Unterricht
Der Begriff "Offen" darf nicht mit dem Begriff "Beliebigkeit" gleichgesetzt werden. Im Offenen Unterricht besteht keine grenzenlose Offenheit, sondern "ein konkret identifizierbares, im Wesentlichen aus der Reformpädagogik (von Montessori, Freinet und Petersen) abgeleitetes Konzept mit den Elementen gemeinsamer Unterricht / Wochen- oder Tagesplanarbeit / Freiarbeit / Projektarbeit'." (MEYER/HILBERT, 1997)
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Jedoch gibt es für den Begriff „Offener Unterricht“ bis heute keine klare, einheitliche, allgemein verbindliche Definition. Viel mehr stellen verschiedene Befürworter Definitionen auf, so auch WALLRABENSTEIN, für den der Begriff Offener Unterricht ein „Sammelbegriff für unterschiedliche Reformansätze in vielfältigen Formen inhaltlicher, methodischer und organisatorischer Öffnung mit dem Ziel eines veränderten Umgangs mit dem Kind auf der Grundlage eines veränderten Lernbegriffs“ (WALLRABENSTEIN, 1994) ist. Allgemeine Zustimmung findet jedoch die Wandlung im Lernbegriff, die vollzogen werden muss, damit Offener Unterricht bzw. offene Formen überhaupt eine Chance haben. Eine Reflexion über das eigene Verständnis von Lernen und den damit verbunden Handlungen sind unabdingbar für einen Prozess in Richtung Offenen Unterricht. (WALLRABENSTEIN, 1991)
Offener Unterricht gilt als „Gegenbewegung zum traditionellen, lernzielorientierten und kleinschrittig vorgeplanten Unterricht“ (WERNING/LÜTJE-KLOSE, 2003), die vom Kind ausgehend, eine neue Qualität des Lernens im Unterricht anstrebt. Man könnte also sagen, dass Offener Unterricht sich unter anderem durch die Differenz zwischen Unterrichtsplanung (die vom Lehrer aus geht) und Unterrichtswirklichkeit und den individuellen Bedürfnissen und dem individuellen Input der Schüler gestaltet.
2.1 Erkennungsmerkmale
Um von Offenem Unterricht sprechen zu können, braucht es auch Erkennungsmerkmale. WALLRABENSTEIN bezeichnet folgende Kriterien als sichere Indikatoren zur Erkennung des Offenen Unterrichts:
Das einfachste Indiz, wenn man eine Klasse betritt, ist "Kinder arbeiten engagiert an ihren Sachen"(WALLRABENSTEIN, 1991) Hier stellt sich die kritische Frage: Was ist mit engagiertem Arbeiten gemeint? Es kann jemand eine Klasse, die mit Frontalunterricht arbeitet, betreten und die Schülerinnen engagiert (konzentriert) am eigenen Arbeitsplatz arbeiten sehen, z.B. am gleichen und vorgegebenen Arbeitsblatt. Engagiertes Arbeiten in diesem Sinn wäre dann im Verständnis von Offenen Unterricht kein eindeutiges Indiz. Vermutlich meint der Autor, dass sich die Kinder aktiv und individuell mit ihren Arbeitsaufgaben an verschiedenen Arbeitsplätzen beschäftigen, d.h. einzeln oder in Gruppen, die einen laut, die anderen leise. Wenn engagiertes Arbeiten so aufgefasst wird, dann kann es sehr wohl als Indiz für Offenen Unterricht bezeichnet werden. Weitere wesentliche charakteristische Indikatoren sind unten in der Tabelle1 zusammengefasst. Die Zusammensetzung der Merkmale ist natürlich in jeder Klasse
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Arbeit zitieren:
Franziska Wilhelm, 2007, Offener Unterricht in einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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