In der folgenden Ausarbeitung meines Referats werde ich zunächst auf die Ausgangslage an den deutschen Schulen eingehen, auf die man im Religionsunterricht trifft, um dann eine Definition von „Performativer Didaktik“ zu liefern. Zudem werden Kennzeichen, Merkmale, Vorteile, Chancen, Ziele, aber auch Probleme und Risiken dieser Unterrichtsform aufgezeigt.
Den Schluss werden die daraus resultierenden Anforderungen an den Lehrer bilden und ein persönliches Fazit, wie ich, als zukünftiger Lehrer, diese Methode beurteile, und ob ich sie für umsetzbar halte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ausgangslage
3. Definition
4. Probleme und Risiken
5. Chancen und Vorteile
6. Kennzeichen und Merkmale des Performativen Ru
7. Ziele des Performativen Ru
8. Anforderungen an den Lehrkörper
9. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Modell der „Performativen Didaktik“ im Religionsunterricht als Antwort auf den zunehmenden Traditionsabbruch bei Schülern und erörtert, inwiefern durch praktisches Handeln und liturgische Elemente eine Basis für religiöse Bildung geschaffen werden kann.
- Analyse der Ausgangslage an deutschen Schulen hinsichtlich schwindender religiöser Vorkenntnisse.
- Theoretische Definition und Abgrenzung der Begriffe „Performativer Religionsunterricht“, „Performativität“ und „Performance“.
- Diskussion der Chancen und Risiken, insbesondere in Bezug auf Missionierung und kognitive Fixierung.
- Darstellung der Anforderungen an Lehrkräfte zur professionellen Umsetzung performativer Ansätze.
Auszug aus dem Buch
3. DEFINITION
Um die Absicht und die Bedeutung des Performativen Religionsunterrichts besser verdeutlichen und verstehen zu können, ist es an dieser Stelle notwendig eine Definition dessen zu geben:
Der Begriff „Performativ Religionsunterricht“ beinhaltet zwei zu unterscheidende Begriffe mit unterschiedlichen Aspekten. Einmal der Begriff Performativität und zum anderen Performance.
„Performativ – so definieren es die Kommunikationswissenschaften – nennt man eine sprachliche Handlung, bei der mit dem Verlauten bereits eine Wirklichkeit mitgesetzt ist. Performativ meint einen Sprech-Akt.
Eine Performance ist zunächst einmal ganz allgemein eine Ausdruckshandlung. Eine Handlung, bei der etwas zum Ausdruck kommt.“
Der Unterschied beider Begriffe ist in dem Grad der Ernsthaftigkeit zu finden. John L. Austin und der Ethnologe Victor Turner haben sich mit beiden Begriffen näher auseinandergesetzt. Turner plädiert dafür „Rituale fremder Kulturen […] nachzuspielen, um sie besser verstehen zu können.“ Unter diesem Akt versteht er eine Performance. Turner sieht unter dem Begriff Performance den unernsten Gebrauch performativer Sprechakte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Performativen Didaktik sowie ein kurzer Ausblick auf die behandelten Aspekte, wie Ausgangslage, Chancen und Risiken.
2. Ausgangslage: Untersuchung des Traditionsbruchs, der dazu führt, dass Schüler kaum noch über religiöses Vorwissen oder Erfahrung verfügen.
3. Definition: Klärung der Fachbegriffe „Performativität“ und „Performance“ unter Bezugnahme auf die Kommunikationswissenschaften und die Forschung von Austin und Turner.
4. Probleme und Risiken: Auseinandersetzung mit Kritikpunkten wie der möglichen Missionierung, mangelnder Ernsthaftigkeit oder der Gefahr einer bloßen „Spaßkultur“.
5. Chancen und Vorteile: Vergleich mit anderen Fächern wie Sport oder Musik, um den Nutzen praktischen „Probehandelns“ für den Religionsunterricht zu verdeutlichen.
6. Kennzeichen und Merkmale des Performativen Ru: Fokus auf die kindzentrierte Didaktik und die praktische Einübung religiöser Sachverhalte.
7. Ziele des Performativen Ru: Definition von Zielen wie religiöse Kompetenz, Weltdeutung sowie die Fähigkeit zur persönlichen Positionierung.
8. Anforderungen an den Lehrkörper: Darstellung der notwendigen Lehrerkompetenzen wie Spiritualität, Rollensicherheit und liturgische Kompetenz.
9. Fazit: Persönliche Einschätzung des Autors zur Sinnhaftigkeit des Konzepts trotz der Herausforderungen in der praktischen Umsetzung.
Schlüsselwörter
Performativer Religionsunterricht, Didaktik, Traditionsbruch, religiöse Kompetenz, Performance, Performativität, Religionspädagogik, Probehandeln, religiöse Bildung, christliche Tradition, Lehrkompetenz, Schulerfahrung, liturgische Elemente, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem didaktischen Modell des „Performativen Religionsunterrichts“ als Antwort auf den schwindenden religiösen Hintergrund heutiger Schüler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die theoretische Herleitung des Begriffs, die Analyse von Chancen und Risiken sowie die praktischen Anforderungen an Lehrkräfte im performativen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Mehrwert performativer Ansätze aufzuzeigen, um trotz fehlendem Vorwissen einen substanziellen Zugang zu religiösen Themen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die auf religionsdidaktischen Fachbegriffen und der Literatur von Experten wie Hans Mendl und Rudolf Englert basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Problematisierung (Missionierung/Spaßkultur), die Begründung des Modells durch Fachvergleiche sowie Ziele und Lehreranforderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere der performative Religionsunterricht, religiöse Kompetenz, Probehandeln und die religiöse Sozialisation von Schülern.
Inwiefern unterscheidet sich die Performance vom performativen Sprechakt nach Austin?
Nach der Arbeit liegt der Unterschied im Grad der Ernsthaftigkeit: Während der performative Sprechakt eine Wirklichkeit setzt, gilt die Performance im Sinne Turners als eine Ausdruckshandlung ohne zwingende Konsequenzen.
Warum wird der Religionsunterricht mit Sport- oder Musikunterricht verglichen?
Der Vergleich dient dazu zu verdeutlichen, dass auch Religion wie andere Fächer einen hohen Praxisanteil benötigt, um Erfahrungen zu ermöglichen und nicht rein theoretisch/kognitiv zu bleiben.
- Quote paper
- Christoph Zamilski (Author), 2008, Performativer Religionsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124302