Korinna Senge
Hausarbeit zum Mittelseminar physische Geographie
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis........................................................................................................... 2
1. Definitionen 4
2. Die Besonderheiten des Wasserhaushaltes von Stadtökosystemen. 5
2.1 Charakteristik der Böden städtisch- industrieller Ballungsräume. 5
2.2 Wasserhaushalt urbaner Böden 6
2.2.1 Wichtige hydrologische Bodeneigenschaften 6
2.2.2 Wasserhaushaltskomponenten 6
Grundwasserneubildung unter besonderer Berücksichtigung der Versiegelung 8
2.2.3 Auswirkungen von Grundwasserstandsänderungen 9
2.2.4 Belastung des Sicker- und Grundwassers 9
3. Stadtklima 10
3.1 Ursachen und Auswirkungen 10
3.2 Struktur der Stadtatmosphäre 11
3.3 Strahlungs- und Energiehaushalt der Stadtatmosphäre. 13
Die Anthropogene Wärmeproduktion ist aufgrund von der Lage und Größe der
Stadt unterschiedlich. Diese Unterschiede werden durch die hohen
Einwohnerdichten und dem hohen Pro- Kopf- Energieverbrauch verursacht. 14
3.4 Städtische Überwärmung 15
Einfluss auf städtische Wärmeinsel 17
Bioklimatische Auswirkungen der städtischen Überwärmung 18
3.5 Stadtbedingte Einflüsse auf Luftfeuchte und Niederschlag. 19
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3.6 städtisches Windfeld 21
3.7 Verunreinigung der Stadtluft. 22
3.8 Klimatische Bedeutung innerstädtischer Grün- und Wasserflächen 23
Gr ünflächen 23
4. Hinweise zur Verbesserung des Stadtklimas 25
5. Fazit 25
Literaturverzeichnis : 26
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Die Besonderheiten des Wasserhaushaltes und des Klimas von Stadtökosystemen
Der Wasserhaushalt und das Klima von Stadtökosystemen sind durch seine besonderen Wechselwirkungen gekennzeichnet.
Im folgenden Verlauf sollen Besonderheiten und der Zusammenhang zwischen dem Klima und dem Wasserhaushalt von Stadtökosystemen aufgezeigt werden.
1. Definitionen
Der Wasserhaushalt wird „allgemein, durch die Wasserzufuhr, Wasserentzug und Änderung des Wasserinhaltes gekennzeichneten Umsetzungsvorgänge des Wassers in einem System und zwischen einem System und seiner Umgebung“ 1 charakterisiert.
„ Die für einen Ort, eine Landschaft oder einen größeren Raum typische Zusammenfassung der erdnahen und die Erdoberfläche beeinflussenden atmosphärischen Zustände und Witterungsvorgänge während eines längeren Zeitraumes in charakteristischer Verteilung der häufigsten, mittleren und extremen Werte. (...)“ 2
Die Stadtökologie „ (...) ist diejenige Teildisziplin der Ökologie, die sich mit den städtischen Biozönosen, Biotopen und Ökosystemen, ihren Organismen und Sandortbedingungen sowie mit Struktur, Funktion und Geschichte urbaner Systeme beschäftigt.“ 3
Die Stadt ist ein vielseitiger Ökosystemkomplex und auch das Ergebnis menschlichen Handelns. Es ist demnach festzuhalten, dass die Erforschung des Stadtökosystems nicht nur auf naturwissenschaftlicher Basis, sondern auch auf geistes- oder kulturwissenschaftlicher Basis erfolgen muss um alle Zusammenhänge zu verdeutlichen.
1 LESER, H. (1991): DIERCKE Wörterbuch der Allgemeinen Geographie Band 2 N-Z, S.368, 5. Auflage, München.
2 LESER, H. (1991): DIERCKE Wörterbuch der Allgemeinen Geographie Band 1 A-M, S.308, 5. Auflage, München.
3 Sukopp, H.[Hrsg.] (1998): Stadtökologie, S.2
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Denn der Mensch gestaltet Stadt beziehungsweise seinen Lebensraum nach eigenen Vorstellungen zum Beispiel durch Traditionen, Politik und Wirtschaft.
2. Die Besonderheiten des Wasserhaushaltes von Stadtökosystemen
Allgemein ist der städtische Wasserhaushalt ist dadurch gekennzeichnet, dass der städtische Wasserinput über Niederschlägen höher ist als im Umland. Begründet ist dies in der Lage der Stadt und der Reliefierung der Bausubstanz. Weitere Ursachen sind die stärkere Turbulenzen und der hoher Anteil an Kondensationskernen in der städtischen Lufthülle. Intensive vertikale Luftbewegungen sind die Folge der Überwärmung. Dadurch entstehen wiederum häufiger Gewitter und Starkregen. Der hohe Wasserinput hat negative Folgen auf den Wasserhaushalt, was soweit führen kann, dass die Grundwasserganglinien absinken.
Die Ursachen dafür sind der hoher Grad an Bodenversiegelung und Bodenverdichtung und der dagegen sehr geringe Anteil an Grünflächen. Eine schwerwiegende Folge der niedrigen Versickerungsrate der Niederschläge ist der hohe Oberflächenabfluss.
2.1 Charakteristik der Böden städtisch- industrieller Ballungsräume
Städtische Böden sind durch die Versiegelung der Oberflächen, eine starke Verdichtung und erhöhte Skelett- Steingehalte gekennzeichnet. Weiterhin sind die Ablagerungen von technogenen Substraten und erhöhte Humusgehalte bis in Tiefen von 40- 50 cm, sowie die Veränderungen des Grundwasserflurabstandes charakteristisch.
Die hervorgerufenen Veränderungen beeinflussen wichtige Reglungsgrößen des Boden-und Grundwasserhaushaltes (z.B. die Evapotransipiratin, die Wasserspeicherung, die Grundwasserneubildung und der kapillarer Aufstieg und auch der oberirdischer Abfluss und die Stoffverlagerung).
Circa ein Drittel der städtischen Siedlungsfläche ist versiegelt, die Erhöhung des Oberflächenabflusses, die Verminderung der Grundwasserneubildung und die Veränderungen des Wärmehaushaltes, sowie die Verstärkung des Hochwasserabflusses in natürlichen Gewässern können die Folgen sein.
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2.2 Wasserhaushalt urbaner Böden
2.2.1 Wichtige hydrologische Bodeneigenschaften
Die Wasserleitfähigkeit ist für die Wasserbewegung im Boden entscheidend, sie wird stark von der Bodenart beeinflusst.
Neuversiegelte Flächen, mit einem Fugenanteil von mehr als 10%, weisen eine relativ hohe Infiltrationsrate auf. Lediglich bei Starkniederschlägen besteht die Möglichkeit eines Oberflächenabflusses.
Alte (nichtveränderte) Versiegelungsflächen zeigen dagegen eine drastische Verminderung der Wasserdurchlässigkeit gegenüber dem ursprünglich verwendeten Fugensand, auf grund des Eintrag von Straßenstaub, der zu einer deutlichen Erhöhung von Ton- und Schluffanteilen führen kann. Zudem wird die Wasserdurchlässigkeit durch erhebliche Humusanreicherung im Fugenraum begünstigt. Durch die stofflichen Veränderungen in Verbindung mit einer Verdichtung, als Folge mechanischer Belastungen, verringert sich die ungesättigte Wasserleitfähigkeit in den Fugen.
2.2.2 Wasserhaushaltskomponenten
Durch eine urbane Flächennutzung wird die Wasserhaushaltsgleichung stark verändert. Zur Verdeutlichung werden die allgemeine Gleichung und die
Wasserhaushaltsgleichung gegenüber gestellt.
Die allgemeine Wasserhaushaltsgleichung besagt, dass sich der Niederschlag wie folgt berechnet. N= V+ A+ (R- B)
Die Wasserhaushaltsgleichung für Stadtökosysteme ist dagegen umfangreicher. N = T + I + E + V + kA + ΔS + Ao
N = Niederschlag ; T= Transpiartion ; I= Interzeption ; E= Evapotranspiration ; V= Versickerung ; kA= kapillarer Anstieg ; ΔS= Wassergehaltsänderung ; Ao= Oberflächenabfluss
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Bezogen auf die Gesamtfläche führt die urbane Nutzung und die, damit verbundene, Versiegelung zu einer Verringerung der Grundwasserneubildung und
Evapotranspiration und zur Erhöhung des Oberflächenabflusses. Kleinräumig betrachtet sind Unterschiede der Komponenten möglich. So ist beispielsweise die Evatranspiration von innerstädtischen Grünflächen, aufgrund der steigenden Erwärmung, um 10 - 40 mm/a höher als außerhalb liegende Grünflächen. Dieser Unterschied steigt, je höher die pflanzenverfügbare Wassermenge ist. Zudem treten besonders niedrige Evatranspirationswerte bei versiegelten Flächen.
(Quelle: Sukopp, H.: Stadtökologie, S. 190)
Die Tabelle zeigt die Wasserhaushaltskomponenten in Abhängigkeit von Nutzung, Bodenart und Versiegelungsgrad.
Es wird deutlich, dass bei einer Bebauung auf stark sandigem Lehm 390 mm/a von 580 mm/a Niederschlag lediglich 70 mm/a zur Grundwasserneubildung beitragen. Der Oberflächenabfluss ist jedoch mit 390 mm/a stark erhöht. Bei einer Bebauung auf sandigem Untergrund, trägt dagegen mit 120 mm/a eine etwas größere Niederschlagsmenge zur Grundwasserneubildung bei. Hier beträgt die reale Evapotranspiration 230 mm/a.
Der Oberflächenabfluss ist hier mit 240 mm/a zwar geringer, aber immer noch sehr kritisch zu betrachten. In Kleingartenanlagen und Parks zeigt sich ein anderes Bild. Hier tragen, von den betrachteten 580 mm/a Niederschlag, rund 230 mm/a zur Grundwasserneubildung bei und die reale Evapotranspiration beträgt 470 mm/a.
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Korinna Senge, 2006, Die Besonderheiten des Wasserhaushaltes und des Klimas von Stadtökosystem, München, GRIN Verlag GmbH
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