Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis 3
1 Einleitung 4
2 Spiel und Sport - eine Begriffsbestimmung 6
3 Sport im totalitären Staat. 7
3.1 (Selbst-)Gleichschaltung des deutschen Sports 7
3.2 Um- und Neuorganisation des deutschen Sports und die damit
verbundenen Sportverbote. 9
4 Schulsport im Dritten Reich. 12
4.1 Prinzipien und Grundsätze des NS-Sports. 12
4.2 Ideologie der „politischen Leibeserziehung“ 14
4.3 Umsetzung der Ideologie im Turnunterricht 15
4.4 Spannungen zwischen dem Schulsport und dem außerschulischen
Sport 18
5 Zusammenfassung. 19
6 Literaturverzeichnis 21
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1 Einleitung
Aus heutiger Sicht werden die Jahre 1933, dem Jahr der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten in Deutschland, bis 1945, dem Jahr der bedingungslosen Kapitulation des NS-Regimes im Zweiten Weltkrieg, von allen anderen Epochen der deutschen Geschichte abgegrenzt. Nicht nur auf politischer Ebene kam es zu folgeschweren Veränderungen, auch das öffentliche Leben und somit auch der Sport blieben von diesen Veränderungen nicht verschont. Bereits vor dem Jahr 1933 bemühten sich die Nationalsozialisten, sich als Förderer des Sports darzustellen; in dem 25 Punkte umfassenden Parteiprogramm der damaligen DAP, welches Hitler am 24.02.1920 auf einer Veranstaltung verkündete, ist als Punkt 21 aufgeführt worden, dass der Staat für die Hebung der Volksgesundheit durch den Schutz der Mutter und des Kindes, durch Verbot der Jugendarbeit, durch Herbeiführung der körperlichen Ertüchtigung mittels gesetzlicher Festlegung einer Turn- und Sportpflicht, durch größte Unterstützung aller sich mit körperlicher Jugendausbildung beschäftigenden Vereine zu sorgen habe. Anhand dieser Formulierung kann man allerdings noch nicht erkennen, in welche Richtung die Bemühungen seitens der Nationalsozialisten gehen würden. Erst durch die Forderungen in Hitlers „Mein Kampf“ werden Aussagen, wie die aus dem Parteiprogramm der DAP, verstärkt, so dass schnell erkennbar wird, dass Sport von 1933 an vom Staat „verordnet“, zielstrebig organisiert und gefördert wurde. „Kein Tag [dürfe vergehen], an dem der junge Mensch nicht mindestens vormittags und abends je eine Stunde lang körperlich geschult wird, und zwar in jeder Art von Sport und Turnen“ (zitiert nach Joch, 1982, S. 701). Deutlicher wird das Vorhaben der Nationalsozialisten, den Sport für ihre eigenen Interessen zu „missbrauchen“, in einem Gespräch zwischen Hitler und Rauschning aus dem Jahre 1938: „Mit der Jugend beginne ich mein Erziehungswerk. Wir Alten sind verbraucht […]. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich“ (zitiert nach Krüger, 1993, S. 137). Anhand dieses Gesprächsauszuges wird deutlich, dass es zu einer vollständigen Umkehrung des bisherigen Sinnes von Bewegung, Spiel und Sport kommen würde; in Kapitel zwei soll auf zwei dieser Begriffe (Spiel und Sport)
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ausführlicher eingegangen werden. Wie konnte es zu dieser Umkehrung kommen?
Im weiteren Verlauf der vorliegenden Arbeit wollen wir versuchen, die allgemeinen geschichtlichen Hintergründe, die zur politisch notwendig gewordenen Gleichschaltung des Sports, hier insbesondere der DT, im totalitären Deutsch-land führten, die Grundsätze des NS-Sports und deren Auswirkungen auf die bis dahin bestehenden Sport- und Turnvereine aufzuzeigen, wobei nach Strömungen aus der Weimarer Republik gesucht werden soll, die die „Machtergreifung“ und „Gleichschaltung“ des Sports durch die Nationalsozialisten in Deutschland erleichterten. Der Schwerpunkt dieser Abhandlung liegt auf der „Politischen Leibeserziehung“, der körperlichen Erziehung als oberstes Erziehungsziel im 3. Reich, fußend auf den Erziehungsgrundsätzen Hitlers, den weltanschaulichen Grundlagen des Nationalsozialismus sowie den Erfahrungen aus der „Kampfzeit“ (Röthig u.a., 2003), welche im vierten Kapitel noch genauer betrachtet werden. Aufgrund der Schwerpunktsetzung wird deutlich, dass wir uns im vierten Kapitel in erster Linie auf den Schulsport (Turnunterricht) der damaligen Zeit beziehen und nur am Rande den außerschulischen Sport erwähnen, der in den Formationen des NS-Regimes betrieben wurde.
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2 Spiel und Sport - eine Begriffsbestimmung
Das Wort ‚Sport’ kommt vom lateinischen disportare (= sich zerstreuen) und entwickelte sich über das französische desport (= Erholung, Zerstreuung) zum englischen sport (= Spaß, Vergnügen, Erholung); 1828 gelangte der Begriff durch den Reiseschriftsteller H.L.H. Fürsten zu Pückler-Muskau in den deutschsprachigen Raum, wo er seit 1850 zur Beschreibung jeder Art von körperlicher Bewegung verwendet wird. Der heutige Wortgebrauch von Sport beschreibt im eigentlichen Sinne das international organisierte, einheitlich geregelte, nach dem Prinzip der Quantifizierung auf Sieg und Rekord ausgerichtete, auf extrem entwickelter körperlicher Leistungsfähigkeit basierende Wettkampsystem. Im weiteren Sinne kann man unter Sport auch alle Formen der Leibesübungen und Bewegungsspiele zusammenfassen. Heinemann versucht dem Sportbegriff vier konstitutive Merkmale zuzuordnen - die körperliche Bewegung, den Wettkampf, ein sportartenspezifisches Regelwerk und die Unproduktivität, um ihn besser darstellen zu können (Heinemann, 1980, S. 33-38). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich der Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt, so dass eine genaue begriffliche Abgrenzung unmöglich erscheint, da sich zum einen die Vorstellungen von Sport im Laufe der Zeit verändern und verschiedene Personen mit Sport unter Umständen etwas völlig Verschiedenes verbinden, zum anderen variieren die Vorstellungen je nach Institution (Sportverbände vs. Fitness-Studioverbände). Der Begriff ‚Spiel’ beschreibt eine lustbetonte, von äußeren Zwecken freie, ungezwungene, vorwiegend von der Phantasie geleitete und sie anregende, biologisch bedingte Tätigkeit, die eine große soziale, kulturelle und pädagogische Bedeutung besitzt. In der (frühen) Kindheit wird das Spielen als existenzielle Grundlage angesehen und im Sport ist das Spiel eine spezifische Form der menschlichen Selbstverwirklichung.
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Arbeit zitieren:
André Lach, Esra Elise Beneke, 2005, Die Umgestaltung des deutschen Sportwesens im Dritten Reich, München, GRIN Verlag GmbH
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am Wednesday, April 28, 2010-