SEMINAR FÜR POLITISCHE WISSENSCHAFT DER RHEINISCHEN FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT BONN
Proseminar: Zwischen transatlantischer und europäischer Ausrichtung: Deutsche Sicherheitspolitik vor neuen Herausforderungen
vorgelegt von:
stud. phil. Alexander Blum
HF: Politische Wissenschaft
NF: Neuere Geschichte, Germanistik/Neuere Literatur
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Analyse des Vertrags von Washington vom 04.04.1949
III. Entwicklungsgeschichte bis zum Ende des Kalten Krieges
IV. Entwicklungsgeschichte ab 1991
V. Gipfeltreffen in Prag und Zukunft der NATO
VI. Ist die NATO noch zeitgemäß? - Schlussbetrachtung
VII. Literaturverzeichnis
1
I. Einleitung
Nachdem verschiedene Versuche zur Aufrechterhaltung der internationalen Ordnung allein im 20. Jahrhundert (u.a. „Völkerbund“ 1 ) gescheitert waren, bildeten sich in Folge des Zweiten Weltkrieges Regionalpakte. Diese besitzen gemäß Artikel 51 der UN-Charta das Recht zur kollektiven Selbstverteidigung: „Diese Charta beeinträchtigt im Falle eines bewaffneten Angriffs gegen ein Mitglied der Vereinten Nationen keineswegs das naturgegebene Recht zur [...] kollektiven Selbstverteidigung, bis der Sicherheitsrat die [...] erforderlichen Maßnahmen getroffen hat.“ 2
Der wohl bedeutendste Zusammenschluss, insbesondere nach dem Zusammenbruch des Warschauer Pakts und aufgrund seines politischen, ökonomischen und militärischen Potentials, ist die „North Atlantic Treaty Organization“(NATO), gegründet am 04.04.1949 in Washington. Gründungsmitglieder waren Großbritannien, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Island, Portugal, Italien, USA, Kanada, sowie die BENELUX-Staaten. 1952 traten Griechenland und die Türkei, 1955 die Bundesrepublik Deutschland, 1982 Spanien und schließlich 1999 Polen, Ungarn und die Tschechische Republik dem Bündnis bei. Seit den 1990er Jahren scheint der eigentliche Sinn des Bündnisses nicht mehr gegeben zu sein, da kein auch nur annähernd militärisch gleichwertiger, potentieller Gegner auf der Weltkarte als Bedrohung auszumachen ist. Die nach dem Wegfall der bipolaren Weltordnung selbst auferlegten neuen Aufgaben werden deshalb ebenso zu untersuchen sein, wie vor allem die Entwicklung und Veränderung des Paktes seit seiner Gründung 1949. Die Frage ob die NATO noch gebraucht wird ist zu klären, genau wie die Frage ob eine weitere Ausdehnung der Allianz Sinn macht.
Beim Versuch annähernde Antworten zu finden wird „Die Zukunft der NATO“ von Varwick und Woyke äußerst hilfreich sein. Leider ist die Auswahl aktueller Zeitschriftenaufsätze zu dem Themenbereich sehr gering.
Die Aktualität des gewählten Themas leitet sich u.a. durch den Einsatz der internationalen Schutztruppe in Afghanistan und den laufenden Irak-Konflikt her, welche jedoch aufgrund des geringen Umfanges der Arbeit kaum Berücksichtigung finden, ebenso wie die Pläne einer eigenen europäischen Verteidigungspolitik, zumal diese nicht als Alternative zur NATO sondern eher als zusätzliches und paralleles Sicherheitsinstrument geplant ist.
1 Völkerbund = erste internationale Organisation zur Sicherung des Weltfriedens mit Sitz in Genf (1920-46)
2 siehe Charta der Vereinten Nationen, in: Sven Bernhard Gareis/Johannes Varwick, Die Vereinten Nationen. Aufgaben, Instrumente und Reformen, 2.Auflage, Opladen 2002, S.320.
2
Arbeit zitieren:
Alexander Blum, 2003, Geschichte und Wandel der NATO seit ihrer Gründung, München, GRIN Verlag GmbH
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