Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 02
2. Der Symbolische Interaktionismus - Die Chicago School und deren Denker 04
2.1 Die Chicago School als Ausgangspunkt des Symbolischen Interaktionismus 05
2.2 Meads Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus 07
2.3 Blumers Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus 08
2.4 Goffmans Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus 10
2.4.1 Goffman und Interaktionen 10
2.4.2 Goffman über Identitäten und Rollen 14
2.5 Soziale Rolle in der sozialen Realität 16
2.5.1 Begriffserläuterung Soziale Rolle und Rollenkonflikt 16
2.5.2 Das me, self und I nach Mead 19
2.6 Begriffserläuterung Devianz 20
2.6.1 Ursachen, Muster und Folgen der Devianz 22
2.6.2 Begriffserläuterung Soziale Kontrolle 24
3. Die Simpsons - Eine Vorstellung 27
3.1 Geschichte der Serie und Aufbau einer Folge 27
3.2 Die Familie 29
3.2.1 Homer Jay Simpson 29
3.2.2 Marjorie Simpsons 30
3.2.3 Bartholomew Jay-Jay Simpson 31
3.2.4 Lisa Marie Simpson 32
3.2.5 Margaret Simpson 33
4. Soziale Realität als Erfolgsrezept? 34
4.1 Warum die Simpsons Simpson heißen und in Springfield leben 34
4.2 Eine lustige Trauerfeier - Rahmen und Prämissen bei den Simpsons 39
4.3 Marge online - Identitätsschaffung- und übertragung 43
4.4 Soziale Rollen in Springfield 46
4.4.1 Maggie, die sekundäre Nesthockerin 46
4.4.2 Der klassische Rollenkonflikt Mann/Frau - Homer, hol den Hammer raus 48
4.4.3 Warum Homer Lisa vom Platz stellen kann - Inter- und Intrarollenkonflikte 53
4.5 Alkohol, Sitzenbleiber und Schulschläger - Devianz in Springfield 57
5. Fazit 69
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1. Einleitung
Das Massenkommunikationsmedium Fernsehen ist ein Hauptbestandteil unser heutigen Kultur. Wie wichtig das Fernsehen ist, kann darin erkannt werden, dass immer mehr Modelle mit immer größeren Bildflächen und noch besseren Auflösungen auf den Markt kommen und es mittlerweile sogar möglich ist, mit dem Mobiltelefon Fernsehen zu schauen. Der Mensch von heute möchte permanent Zugang zum TV und den Unterhaltungs- oder Informationsprogrammen haben. Als ein wesentlicher Eckpfeiler der Fernsehlandschaft hat sich das Format der Serie herauskristallisiert. Jeder Sender hat mittlerweile eine erfolgreiche Sendung im Programm, sei es Gute Zeiten, schlechte Zeiten bei RTL, Lindenstraße bei der ARD oder Julia - Wege zum Glück beim ZDF. Alle Serien, egal ob national (Unter uns) oder international (Roseanne), egal ob romantisch (Verliebt in Berlin) oder abenteuerlich (Alarm für Cobra 11) und unabhängig davon ob mit echten Darstellern (O.C., California) oder mit gezeichneten Figuren (Familie Feuerstein) - gemeinsam ist allen Serien, dass sie versuchen ein reales Abbild der Gesellschaft und des alltäglichen Lebens auf den Bildschirm zu bringen. Je nach Genre und Intention der Serie gelingt dies entweder mit einer humoristischen Note, oder mit einer besonders abenteuerlichen. Die Frage, warum solche Serien so erfolgreich sind, muss von Serie zu Serie neu gestellt und kann niemals einheitlich beantwortet werden. Jede neue Sendung hat es schwer sich gegen die etablierte Konkurrenz zu behaupten und muss eine Nische im mittlerweile sehr umfangreichen Seriengebiet finden. Eine solche Nische hat Matt Groening damals gefunden, als er vor knapp zwanzig Jahren Die Simpsons auf die Mattscheibe brachte. Der außerordentliche Erfolg dieser Serie, gekrönt durch einen Kinofilm im Jahr 2008, ist nur ein Grund, warum diese Serie Thema der vorliegenden Arbeit ist. Wie alle anderen Serien auch, versucht Die Simpsons eine relativ reale Welt darzustellen. Die Frage, die in dieser Arbeit behandelt werden soll, ist, ob und wie sie es schafft, diese Realität zu vermitteln. Anspruch einer Serie ist es nicht nur zu unterhalten, sondern auch abzubilden, denn Unterhaltung funktioniert nur, wenn die Macher einer Serie wissen, wie der Zuschauer unterhalten werden kann. Hierbei spielen Erwartungen und Interpretationen eine Rolle. Im Jahr 2008 sind die Simpsons verstärkt in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt, und sind nun Thema diverser Vorlesungen und wissenschaftlicher Publikationen. Philosophen beschäftigen sich mit dieser Familie, Medienwissenschaftler mit der Darstellung der Nachrichtenwelt und Feministinnen mit dem Rollenbild. Die Simpsons haben sich also als Forschungsgegenstand etabliert, weswegen sie auch Teil dieser Arbeit sind.
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Die Kombination aus der gelben Realität in Springfield und der grauen Realität in unser Welt ist der Mittelpunkt dieser Arbeit, in der untersucht werden soll, wie es die Macher um Matt Groening schaffen soziologische Tatsachen und Theorien aus unser Welt nach Springfield zu übertragen. Die Konzentration der Theorien liegt in dieser Arbeit auf dem Symbolischen Interaktionismus, weil es bisher wenig wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Theorie und Springfield gibt. So wie die Simpsons eine Nische im Unterhaltungssektor gefunden haben, soll diese Arbeit ebenfalls eine Lücke schließen. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit werden die theoretischen Grundlagen geklärt, um einen Überblick über die relevanten Theorien zu geben. Die Konzentration liegt hierbei auf den Soziologen George Herbert Mead, Herbert Blumer und Erving Goffman, sowie die Theorien der sozialen Rolle und der Devianz. Mead, Blumer und Goffman sind als wichtigste Personen des Symbolischen Interaktionismus unverzichtbar, und die Basis, um die Simpsons auf soziale Realität zu untersuchen. Soziale Realität soll in dieser Arbeit aus den Punkten Identität, Rollen und Interaktionen bestehen, da diese drei Konzepte Schlüssel für die Realitätsübertragung sind. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Simpsons, sowie einer Kurzdarstellung der wichtigsten Seriencharaktere, wird im Hauptteil der Arbeit versucht werden die Realitätsübertragung als Erfolgsbaustein zu beweisen. Im Laufe der Arbeit wird oftmals von unser grauen Realität geschrieben, damit ist die Wirklichkeit gemeint, die uns tatsächlich betrifft. Wenn von einer Gesellschaft die Rede ist, so wird in der Regel die westliche Gesellschaft gemeint, demzufolge die Industrienationen. Diese haben durch ihr System gleiche Verständnisvoraussetzungen und wesentliche Überschneidungen in der Kultur.
Der Aufbau dieser Arbeit soll den Leser über die theoretischen Grundlagen des Symbolischen Interaktionismus und die Grundlagen der Serie Die Simpsons zu dem Versuch hinführen, die graue Realität im gelben Springfield nachzuweisen und die Frage, ob es diese Realität wirklich gibt, und die Serie vielleicht deshalb so erfolgreich ist, zu beantworten. Dazu wurden im Hauptteil diverse Sequenzen und Folgen ausgewählt, die am besten geeignet sind, um das jeweilige Thema darzustellen und zu behandeln. Bei über 400 Folgen ist dies kein leichtes Unterfangen, aber zeigt, dass die Simpsons eine genauso vielfältige Realität haben, wie wir. Oder etwa doch nicht?
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2. Der Symbolische Interaktionismus - Die Chicago School und deren Denker
Der Symbolische Interaktionismus ist ein Theorieentwurf und Antwortversuch auf die Frage, warum soziale Interaktion funktioniert. Die Berücksichtigung des Individuums bei der Betrachtung gesellschaftlicher Phänomene war in der Soziologie Ende des 19. Jahrhunderts nicht üblich, weswegen sich Wissenschaftler wie Park, Mead, Blumer und Goffman um den Jahrhundertwechsel verstärkt damit befassten. In ihren Arbeiten und Untersuchungen rückten sie den Menschen und seine Alltagserfahrungen in den Mittelpunkt. Diese haben einen wesentlichen Einfluss auf die Handlungen des Individuums, da die Realität, die der Mensch konstruiert immer von der Situation abhängt, in der er sich befindet, oder wie Abels schreibt: „Für den Symbolischen Interaktionismus gibt es keine Welt an sich, sondern nur Welten, wie Menschen sie sich füreinander konstruieren.“ (Abels: 2002, 169). Aufgrund dieser Realitätskonstruktion erfolgt eine Handlung des Menschen, die William I. Thomas zu seinem Theorem geführt hat: „If men define situations as real, they are real in their consequences.“ (http://www.forschungsportal.ch/unizh/p9117.htm, 01.12.2008). Thomas war es auch, auf den Goffman sich mit seiner Rahmen-Analyse (1977) bezog, was später in dieser Arbeit noch ausführlicher behandelt wird. Nicht nur die situative Rahmen ist hierbei von Bedeutung, sondern auch die symbolische Handlung, die das Individuum in einem solchen Rahmen vollzieht. Diese Handlung ist eine symbolische Interaktion zu verstehen und setzt bestimmte Erwartungen an den Sender und den Empfänger der Kommunikation voraus. Weil der einzelne Mensch im Fokus des Symbolischen Interaktionismus steht, ist dieser Forschungsansatz der Mikrotheorie zuzuschreiben, die Betrachtung des Wissenschaftlers erfolgt also von unten auf das Objekt. Dennoch flossen makrosoziologischer Theorien und andere Wissenschaftsdisziplinen in den Symbolischen Interaktionismus ein. Ausschlaggebend für die Etablierung dieser jungen Richtung der Soziologie war die sogenannte Chicago School mit ihren Forschern Mead, Blumer und Goffman, welche in den folgenden Kapiteln gesondert vorgestellt und behandelt werden.
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2.1 Die Chicago School als Ausgangspunkt des Symbolischen Interaktionismus Der Begriff der Chicago School bezeichnet eine soziologische Forschungsströmung
bezeichnet wird, welche an der Universität Chicago ihren Ursprung fand. Im Jahr 1892 wurde dort der erste ordentlich soziologische Lehrstuhl eingerichtet (Friedrichs: 1981, 29). Die Stadt erwies sich als ideal für die Erschaffung eines solchen Stuhls, da die Zeit der Jahrhundertwende in Amerika, gerade in Chicago, viele Veränderungen, wie beispielsweise die Masseneinwanderung, mit sich brachte. Durch neue Methoden wie die teilnehmende Beobachtung, wollten die Soziologen vor Ort unter anderem die Zunahme des abweichenden Verhaltens analysieren. Prägend für diese neuen Einflüsse in der Forschung war der Begründer dieser Strömung, Robert Ezra Park (1864 - 1944). Parks Ansatz war die Fokussierung auf das Individuum. Dies steht hierbei in einem Konflikt mit der Gesellschaft, wenn es um die Bedürfnisse geht. Die Kontrolle seiner eigenen Bedürfnisse verbindet drei Formen der Interaktion - den Konflikt, die Anpassung und die individuelle Angleichung. Das Produkt dieser drei Interaktionen führt zu einer moralischen und politischen Ordnung, da sich Individuum und Gesellschaft über die jeweiligen Bedürfnisse, direkt oder indirekt, austauschen.
Neben Park war George Herbert Mead (1863 - 1931 ) ein wichtiges Mitglied der Chicago School. Er gilt als Begründer des Symbolischen Interaktionismus und konzentrierte sich bei seinen Forschungen besonders auf die Alltagsphänomene. Im Zentrum seiner Untersuchung stand das Individuum, welches in dreifacher Hinsicht am Interaktionsprozess beteiligt ist (Korte, 2004: 102). Auf der einen Seite durch das I, die Individualität, auf der anderen Seite durch das me, die gesellschaftlichen Vorerfahrungen bzw. die Vergesellschaftung, und durch das self, die Persönlichkeit mit den individuell und gesellschaftlich gesammelten Eindrücken. Durch Interaktionen mit anderen Menschen soll das Individuum die Bedeutung von Verhaltensmustern und Ereignissen erlernen (Joas, 2003: 33). Die dafür notwendigen Zwischenhandlungen mit den Menschen erfolgt mittels Symbolen. Die Kommunikation mit „Worten, Gesten, Mimik, Tönen und Handlungen, deren Bedeutung weithin verstanden wird“ (Joas, 2003: 33) macht unser Innenleben für den Gesprächspartner ersichtlich und verständlich.
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Ein weiterer wichtiger Vertreter der Chicago School und zugleich ein Schüler Meads, war Herbert Blumer (1900 - 1987). Blumer, ein ehemaliger Football - Spieler und Namensgeber des Symbolischen Interaktionismus, übernahm nach Meads Krankheit dessen Posten und führte die Forschung in seinem Sinne weiter (Joas, 2003: 98). Seine Beschäftigung mit dieser Theorie der Soziologie fasste er in drei Prämissen zusammen, welche im nächsten Abschnitt ausführlicher behandelt werden. Blumer versuchte damit die Soziologie als eigenständiges Paradigma voranzutreiben. Die Bedeutung einer Sache wird, laut Blumer, durch die soziale Interaktion produziert (Blumer, 1969: 81). Alles was der Mensch wahrnehmen kann, Gegenstände, Menschen, Institutionen, Leitideale, etc., unterliegt einem ständigen Wandel und bekommt seine Wichtigkeit durch die soziale Interaktion. Es wird zwischen einer horizontalen und einer vertikalen Bedeutung unterschieden. Die horizontale Bedeutung ist die zwischen zwei Personen zu einem gleichen Zeitpunkt, während die vertikale Bedeutung die Entwicklung beschreibt. Blumer war der Meinung, dass zwischen Objekt und Handlung immer die Bedeutung steht und der Mensch nach dieser handelt.
Als letzter wichtiger Vertreter der Chicagoer School soll an dieser Stelle Erving Goffman (1922 - 1982) genannt werden. Goffman war ein Schüler Blumers, allerdings von diesem nicht sonderlich beeinflusst. Seinen wissenschaftlichen Durchbruch erlangte der passionierte Sammler von Zeitungsartikeln durch die Publikation seiner Erfahrungen auf den Shetland-Inseln in dem Buch Wir alle spielen Theater (1959). Der meistgelesene Soziologe der Welt, suchte nach Regelmäßigkeiten in der sozialen Interaktion. Ein prägender Begriff in seinem Schaffen wurde das Stigma. 1963 schrieb er darüber ein Buch und beschäftigte sich mit der Situation eines Menschen, in welcher er von der Gesellschaft sozial nicht akzeptiert wird. Nicht nur das Stigma eines Menschen, sondern auch die Vergleichbarkeit der Interaktion in der alltäglichen Welt stand in seinem Forschungsinteresse. Hierbei stellte er diverse Gemeinsamkeiten zwischen den Verhaltensweisen von professionellen Schauspielern auf einer Bühne, und dem normal interagierendem Individuum im Alltag fest.
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2.2 Meads Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus
Meads Überlegungen können im Grunde durch fünf Begriffe zusammengefasst werden:, „(1) the self, (2) the act, (3) social interaction, (4) objects, and (5) joint action.“(Blumer, 1969: 10). Bezüglich des self sah Mead den Menschen als ein Wesen „having a self“ (Blumer, 1969: 10). Dieses Selbst macht den Menschen in seinen Handlungen einzigartig. Es beschreibt die Fähigkeit des Menschen, sich als Objekt zu sehen, was dazu führt, dass er die Anforderungen an sich selbst immer wieder überprüfen, korrigieren und anpassen kann. Der Akt an sich, ist ein Zusammenspiel von Interpretation und Verhaltenserwartungen, sowohl eigenen, als auch die des Gegenübers. Um handeln zu können, muss der Mensch wissen, was er möchte, welche Intentionen er verfolgt und eine Verhaltenslinie entwickeln, um zu einem Ziel zu gelangen. Die Handlungen der Anderen muss er bewusst wahrnehmen, interpretieren und analysieren und sein Verhalten anpassen. Die Unmöglichkeit alle Handlungen richtig zu interpretieren führt dazu, dass die Entwicklung einer jeden Situation schwer vorhersagbar ist, besonders wenn Menschen unterschiedlicher sozialen Schichten oder Kulturkreise aufeinandertreffen. Der soziale Akt eines Menschen wird also von psychologischen Stimuli beeinflusst.
Hinsichtlich der sozialen Interaktion unterschied Mead zwischen nicht-symbolischer Interaktion und symbolischer Interaktion (Blumer, 1969: 65). Nicht-symbolische Interaktionen sind direkte Antworten auf Handlungen des Gegenübers, während bei der symbolischen Interaktionen die Interpretation im Vordergrund steht, also die überlegte Handlung. Die Aktionen der Interaktionspartner werden wahr genommen, interpretiert und führen zu einer Reaktion. Darauf basiert die menschliche Gesellschaft, da durch diesen Prozess das Verhalten der Teilnehmer immer wieder aufs neue angepasst wird. Die Interpretation der Handlungen des Interaktionspartners setzt voraus, dass der Mensch kurzzeitig komplett seine eigenen Gefühle und Gedanken aussetzen kann, um die Gesten des anderen logisch zu interpretieren. Die menschliche Interaktion basiert auf dem Gebrauch von Symbolen, auf Interpretation und auf Antizipation von Handlungen. Die Objekte sind ein weiterer wichtiger Grundpfeiler in Meads Analyseschema. Sie sind mannigfaltig in der Umgebung des Menschen zu finden und die Aktivitäten des Menschen werden durch diese geformt. Objekte sind für Mead „human constructs“ (Blumer, 1969: 68) und ihre Natur hängt davon ab, wie der Mensch ihnen gegenüber handelt. Findet keine
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Handlung dem Objekt gegenüber statt, so ist es auch keines. Objekte können grundsätzlich alles sein, Lebewesen, Küchengegenstände, Flugzeuge, Gebäude, etc. Die soziale Handlung hat eine fundamentale Bedeutung für die Gesellschaft. Jeder Handlungsteilnehmer agiert von einem anderen Standpunkt, einem sehr individuellen, aus, was einen „joint act“ (Blumer, 1969: 70) auszeichnet.
2.3 Blumers Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus
In seinem Werk Symbolic interactionism - perspective and method (1969) legt Blumer dar, welche Ansichten er vertritt, so wie beispielsweise die, dass der Symbolische Interaktionismus nicht klar definiert ist (Blumer, 1969: 1). Dabei bestätigt er Formulierungen und Thesen von Mead, entwirft aber auch seine eigenen Theorien und entwickelt drei Prämissen (Blumer, 1969: 2).
Die erste lautet: „The first premise is that human beings act toward things on the basis of the meaning that the things have for them.“
Blumer unterscheidet solche things in drei Kategorien (Blumer, 1969: 10), den physikalischen, den sozialen und den abstrakten Objekten. Alles, was dem Menschen in seinem Leben physisch und psychisch begegnet, kann demzufolge für ihn eine Bedeutung haben, aufgrund derer er diesen Dingen gegenüber handelt.
Die zweite Prämisse lautet (Blumer, 1969: 2):„The second premise is that the meaning of such things is derived from, or arises out of, the social interaction that one has with one´s fellows.“ Sie entsteht also aus dem Interaktionsprozess der verschiedenen Personen und der Art und Weise, wie diese Personen in Bezug auf things handeln. Dadurch wird das Ding für die Person definiert.
Die dritte Prämisse besagt (Blumer, 1969: 2):„The third premise is that these meanings are handled in, and modified through, an interpretative process used by the person in dealing with the things he encounters.“
Die Bedeutungen der Sache werden in einem Interaktionsprozess verändert oder bestätigt. Der Handelnde zeigt sich die Dinge an, auf die er seine Aktion ausrichtet und prüft die Bedeutung,
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in Abhängigkeit der Situation und der Ausrichtung seiner Handlung, auf die situative Gültigkeit.
Blumer ist der Ansicht, dass der Symbolische Interaktionismus die Bedeutung der Dinge für die Menschen aus einer anderen Sichtweise interpretiert. Er sagt, dass die Bedeutung der Dinge zentral sind. Die Bedeutung der Dinge, entsteht durch den „process of interaction between people.“ (Blumer, 1969: 4). Sie sind demzufolge nicht per Geburt im Bewusstsein der Menschen verankert, sondern entstehen erst im Laufe der Jahre und der Interaktionen. Dies ist richtig, da in der Alltagswelt der Menschen häufig zu beobachten ist, dass Individuen, welche mit einer neuen Situation konfrontiert werden, oftmals nicht fähig sind, angemessen zu reagieren. Haben sie durch Interaktionen Bedeutungen zuschreiben können, wird sich ihr Verhalten auch dementsprechend anpassen. Hierzu ist der Kontakt und das Kopieren der Aktionen der anderen Menschen enorm wichtig, oder wie Blumer sagt: „Their actions operate to define the thing for the person.“ (Blumer, 1969: 4). Der Symbolische Interaktionismus sieht die Bedeutung der Dinge also als „social products“ (Blumer, 1969: 5), welche durch die Interaktionen der Menschen entstehen. Doch nicht nur die Interaktion mit den Mitmenschen spielt eine Rolle bei der Zuschreibung der Bedeutung. sondern auch die innere Interaktion, die Überprüfung. Das Kopierte kann nicht einfach so übernommen werden, sondern muss erst von der Person für richtig erachtet und adäquat empfunden werden. Mit diesen drei Prämissen versucht Blumer ein eigenes Bild des Symbolischen Interaktionismus zu entwerfen.
Jedes Schema der sozialen Gesellschaft muss davon ausgehen, dass diese nur über soziale Aktion geschehen kann. Dies ist die Grundlage von Gruppen. Daraus entstehen zwei Konzepte der zeitgenössischen Soziologie - Kultur und soziale Strukturen (Blumer, 1969: 6). Unter Kultur kann die Gewohnheit, Tradition oder Norm verstanden werden, alles, was das Zusammenleben der Menschen klar regelt (Blumer, 1969: 6). Die soziale Struktur wird hingegen durch die soziale Position, die Rollen, den Status oder das Prestige beschrieben. Über diese soziale Struktur finden sich die Menschen oftmals zusammen um gemeinsame Aktivitäten auszuüben, welche Kernpunkt einer Gesellschaft sind. Diese Interaktionen der Menschen wird darauf angepasst, was der Gegenüber gerade tut, sagt oder wie er handelt. Blumer sagt dazu: „The actions of others enter to set what one plans to do, may oppose or prevent such plans, may require a revision of such plans, and may demand a very different set of such plans.“ (Blumer, 1969: 8).
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Symbolische Interaktionen, und somit die Kommunikation, beinhaltet, dass Menschen eine Maske tragen, welche zu der symbolischen Interaktion passt. Manchmal sind Menschen eben auch Objekte ihrer eigenen Handlung, wenn es darum geht, die Handlungen der Anderen zu deuten. Um sich selbst als Objekt sehen zu können, muss die Person in der Lage sein, sich von außerhalb zu betrachten. Hierfür muss sie sich in die Position von anderen Menschen hineinversetzen, und sich dann durch deren Augen betrachten können. Durch solche Rollenübernahmen formen wir uns selbst (Blumer, 1969: 13).
2.4 Goffmans Überlegungen zum Symbolischen Interaktionismus
2.4.1 Goffman und Interaktionen
Goffman behandelte in seinen Arbeiten Situationen, in denen Menschen direkt oder unmittelbar miteinander interagieren. Diese face-to-face Interaktion versuchte Goffman im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere in der Soziologie zu etablieren (Reiger, 2000: 20). Bei der Entwicklung seiner Theorie bedient er sich oftmals des Wortschatzes der Ethologie und des Theaterwesens. Er empfindet den Menschen als einen sozialen Akteur, als ein Individuum, mit Anspruch auf den Besitz eines Territoriums (Reiger, 2000: 37). In den sozialen Situationen der direkten Interaktion versuchen die miteinander interagierenden Wesen dieses Territorium zu verteidigen (Goffman, 1980: 58). Goffman unterscheidet hierbei acht Arten von Territorien (Goffman, 1980: 58ff.) - den persönlicher Raum, die Box, den Benutzungsraum, die Reihenposition, die Hülle, die Besitzterritorien, das Informationsreservat und das Gesprächsreservat. Elementar wichtig war für Goffman, dass die Grenzen dieser Territorien die Menschen voneinander trennen. Sie gehören zum Fundament des sozialen Akteurs und werden bei der Interaktion der Menschen permanent verletzt (Goffman, 1980: 59). Dies führt dazu, dass die Akteure die Grenzen der Reservate teilen müssen, wodurch soziale Beziehungen erst entstehen können (Goffman, 1980: 59). Um miteinander interagieren zu können, müssen die Interaktionspartner in den „Zustand der Kopräsenz eintreten“ (Reiger, 2000: 43), sie müssen, wie Goffman es formuliert, das Gefühl haben, „dass sie einander nahe genug sind, um sich gegenseitig wahrzunehmen, bei allem was sie tun, einschließlich ihrer Erfahrung der anderen, und nahe genug auch um wahrgenommen zu werden als solche, die fühlen, dass sie wahrgenommen werden.“ (Goffman, 1973: 28).
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Die Kopräsenz von Goffman beruht auf drei Ebenen (Goffman, 1971): 1.) Zusammenkunft
„ Gruppe von zwei oder mehr Individuen..., die sich momentan im gegenseitigen, unmittelbaren Kontakt befinden“ (Goffman, 1973: 29)
Dies ist der klassische Fall der Kopräsenz, von Menschen, die sich gegenseitig wahrnehmen und danach (inter-)agieren, Informationen senden und empfangen. 2.) soziale Situation
„...räumliche Umgebung, und zwar in ihrem ganzen Umfang, welche jede in sie eintretende Person zum Mitglied der Versammlung macht, die gerade anwesend ist ,oder dadurch konstituiert wird. Situationen entstehen, wenn gegenseitig beobachtet wird und sie vergehen, wenn die zweitletzte Person den Schauplatz verlässt. (Goffman, 1973: 29).
Hiermit mein Goffman, dass Personen, wenn sie in eine räumlich begrenzte Situation treten, Teil dieser werden, und durch diese Situation konstituiert werden. Als Beispiel dient hierfür ein Banküberfall. Personen, die sich in der Bank befinden, sind Teil dieser Situation, und Bankkunden, welche ohne Vorahnung in diese Bank eintreten, werden Teil dieser lebensbedrohlichen Situation, und müssen ihre Aktionen nach dieser ausrichten. 3.) sozialer Anlass
„größere soziale Angelegenheit, eine Unternehmung oder ein Ereignis, zeitlich und räumlich begrenzt und jeweils durch eine eigens dafür bestimmte Ausstattung gefördert.“ (Goffman, 1973: 29)
Die Interaktion kann nur erfolgen, wenn alle Partner bewusst wahrnehmen, was in dieser Situation geschieht. Ist diese Voraussetzung erfüllt, können die Partner über ihre Sinne miteinander kommunizieren. Dies kann verbal oder non- verbal geschehen. Die Interaktionspartner sind zugleich Sender, und Empfänger von Informationen (Reiger, 2000: 43). Durch diese Fähigkeiten kann eine Interaktion ermöglicht werden, da sich die
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Interaktionspartner somit verständigen. Sie kommunizieren, analysieren und agieren auf der Grundlage der Signale und der Interpretation dieser.
Die Unterscheidung des Informationsaustausches zwischen sprachlichem und nichtsprachlichem Austausch, lässt sich auch in bewusste und unbewusste Informationsvermittlung differenzieren. Verbale Kommunikation, oder „Kommunikation im traditionellen und engeren Sinn“ (Reiger, 2000: 47) erfolgt immer bewusst und freiwillig. Die Körpersprache ist dagegen schwerer zu beeinflussen und folgerichtig eine unfreiwillige Informationsmitteilung. Die Rahmenanalyse (1977) gilt als Goffmans Hauptwerk, in welchem er den Begriff des Aufmerksamkeitsstranges entwickelt (Reiger, 2000: 50). Dies bezeichnet die Tatsache, dass die an der Interaktion beteiligten Personen einen gemeinsamen Aspekt der Handlung als zentrales Thema für die Begegnung empfinden und danach handeln. Auf dieses Thema fokussierte Äußerungen und Gesten werden als freiwillig angesehen (Reiger, 2000: 50). Es gibt auch einen Unaufmerksamkeitsstrang, zu dem Handlungen gehören, welche nicht für die Interaktion relevant sind, wie beispielsweise Kratzen oder Husten. Dennoch können solche Gesten für das zentrale Thema der Interaktion bedeutsam werden, wenn beispielsweise die Handlungen des Unaufmerksamkeitsstranges darauf hinweisen, dass die Hauptinteraktion lästig wird. So kann in einer Diskussion die Körperhaltung beispielsweise den Eindruck vermitteln, dass der Aufmerksamkeitsstrang und das fokussierte Thema lästig werden. In seinen Überlegungen stellte Goffman fest, dass es zwei Organisationsformen von sozialen Begegnungen gibt: die zentrierte und die nicht-zentrierte Interaktion (Goffman, 1973: 7). Im Wesentlichen unterscheiden sich beide Interaktionen darin, dass bei der zentrierten Zwischenhandlung ein zentraler Gegenstand der Aktion vorhanden ist, und die Aufmerksamkeit der Interaktionspartner auf sich vereint. Die nicht-zentrierte Aktion liegt meistens dann vor, wenn sich die Kommunikationspartner nur flüchtig mustern, oder wie Goffman es formuliert: „Nicht-zentrierte Interaktion besteht aus den zwischenmenschlichen Kommunikationen, die lediglich daraus resultieren, dass Personen zusammenkommen, z.B. wenn sich zwei Fremde quer durch einen Raum hinsichtlich der Kleidung, der Haltung und des allgemeinen Auftretens mustern,...“ (Goffman, 1973: 7) Nicht-zentrierte Interaktion fokussiert sich demzufolge primär auf die Körpersprache und findet in der Regel an öffentlichen Plätzen oder Einrichtungen statt (Reiger, 2000: 58). Der Fokus auf ein gemeinsames Aufmerksamkeitszentrum, ist der Hauptunterschied zur nicht-zentrierten Interaktion. Diese Übereinstimmung „für eine gewisse Zeit einen einzigen
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Brennpunkt der kognitiven und visuellen Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten“ (Goffman, 1973: 8) erzeugt ein Wir-Gefühl und kann zu einem Gespräch führen, welches durch Begrüßungs- und Verabschiedungsrituale zeremoniell bestätigt wird (Reiger, 2000: 60). Bei der nicht-zentrierten Interaktion ist es von großer Bedeutung, dass die Kommunikationspartner „die Fähigkeit der Person zur Interaktion zu demonstrieren“ (Reiger, 2000: 66), sie müssen also zeigen, dass sie in der Situation physisch und psychisch anwesend sind. Schon vor der Interaktion haben die Partner durch die persönliche Erscheinung und die damit verbundene Information über Alter, Geschlecht, Kleidung, sozialer Status, etc. ihre beabsichtige Rolle in der Interaktion preis gegeben. Durch die Kontrolle dieser persönlichen Fassade „kann der Akteur situationelle Präsenz ausdrücken, Wohlverhalten praktizieren und sich als Interaktionsteilnehmer präsentieren“ (Reiger, 2000: 68). Diese Aufrechterhaltung der Interaktion nennt Goffman auch Engagement und versteht unter diesem Begriff „eine Art kognitiver und affektiver Versunkenheit“ und „die Mobilisierung der eigenen psychobiologischen Kräfte“ (Goffman 1973: 44). Der Akteur soll sich also innerhalb des sozialen Anlasses aktiv an der Interaktion beteiligen. Die Beteiligung an diese Interaktion kann freiwillig oder unfreiwillig erfolgen, wobei es über die Körpersprache festzustellen ist, ob der Akteur freiwillig oder unfreiwillig an der Interaktion teilnimmt. Um von der nicht-zentrierten zur zentrierten Interaktion zu gelangen, ist der Blickkontakt ein bedeutsames Mittel (Reiger, 2000: 86). Dadurch können Begegnungen eingeleitet, gesteuert und aufrecht erhalten werden. Oftmals erfolgt nach Aufnahme des Blickkontaktes der Interaktionspartner ein eindeutiges Augensignal, beispielsweise Zwinkern oder Augenbrauen hochziehen. Wird der Blickkontakt eindeutig erwidert, so kann zwischen den Kommunikationspartnern Kontakt aufgenommen und intensiviert werden. Beide wissen darüber Bescheid, dass die ausgetauschten Gesten zweifelsfrei zur Kontaktaufnahme dienten, und nicht nur zufällige Muskelkontraktionen waren. Nun stellt sich für die Personen allerdings die Frage, ob sie sich auf die neue Situation einlassen, oder doch eher beim Blickkontakt bleiben. Das bewusste Ignorieren des Blickes ist ein Beispiel dafür, dass ein Interaktionspartner keine weitere Kontaktaufnahme wünscht.
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2.4.2 Goffman über Identitäten und Rollen
Goffman entwickelte in seinem Buch Stigma ein Modell der Identitäten, welches drei Dimensionen aufweist - die soziale, die persönliche, und die Ich- Identität (Goffman, 1967: 10). Die soziale Identität setzt sich aus den strukturellen Merkmalen eines Menschen, wie beispielsweise dessen Beruf, aber auch aus den Charakterzügen zusammen. Die soziale Identität eines Menschen ist auf den ersten Blick antizipierbar und weckt somit bestimmte Erwartungen an die Person und ihr Verhalten. Mit der persönlichen Identität ist die „Einzigartigkeit des Individuums“ (Reiger, 2000: 119) gemeint, seine Merkmale, die ihn von allen anderen Menschen der Welt unterscheiden. Diese Differenzierungen können physischer Natur sein, oder sich als unterschiedliche Entwürfe des Lebenslaufes oder durch die Unterscheidung des „innersten Wesens“ (Reiger, 2000: 120) zeigen. Goffman stellt fest, dass diese Identität keineswegs Naturell der Person ist, sondern sich auf die durch den Interaktionspartner zugeschriebene Biographie bezieht. Hierbei wird deutlich, dass diese Identität von außen an den Menschen herangetragen wird, er reagiert somit auf diese an ihn herangetragene Erwartungshaltung.
Unter der Ich- Identität versteht Goffman „das subjektive Empfinden seiner eigenen Situation und seiner eigenen Kontinuität und Eigenart“ (Goffman 1967: 132). Er stellt fest, dass die Ich-Identität „zuallererst eine subjektive und reflexive Angelegenheit“ (Goffman 1967: 132) ist. Der Mensch ist demzufolge in der Lage sich selbst aus einer inneren Rolle zu lösen und sich von seiner eigenen, persönlichen Identität zu trennen. Goffman unterscheidet weiterhin zwischen einer Rolle und einer Darstellung der Rolle (Goffman, 1959: 230). Unter der Rolle versteht er, dass die Person eine „Schauspielfigur“ (Goffman, 1959: 230) ist, und somit diese Rolle vorhersehbar macht, während der „Darsteller der Rolle“ (Goffman, 1959: 230) eine inszenierende Person ist (Reiger, 2000: 122). Zudem betrachtet er das Wesen als „mehrstufige Einheit“ (Reiger, 2000: 125) und unterteilt zwischen der Innenwelt, der Außenwelt und dem dargestellten Selbst. Die Innenwelt bezeichnet die egoistischen Motive, Gedanken und Absichten, sowie die Urteile einer Person über sich selbst. Auch Gefühle zählen zu der Innenwelt. Im Gegensatz dazu verfügt die Außenwelt eines Menschen über die Fähigkeit, die an „die Person herangetragene Rollenerwartung zu verstehen“ (Reiger, 2000: 127).
Die Kombination von Innen- und Außenwelt bezeichnet Goffman als dargestelltes Selbst.
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Arbeit zitieren:
Steven Oklitz, 2009, Soziale Realität im Zeichentrick? Eine exemplarische Analyse in "Springfield", München, GRIN Verlag GmbH
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