1. Natürliche Bevölkerungsbewegung 1
1.1. Demographische Vorgänge 1
1.2. Geburtenrate (Fertilität) 2
1.3. Sterblichkeit (Mortalität) 4
1.3.1. Säuglingssterblichkeit 4
1.3.2. Lebenserwartung und Sterbetafeln 5
1.4. Einflussfaktoren auf die Fertilität und Mortalität 7
2. Bevölkerungswachstum 11
3. Modell des demographischen Überganges 15
3.1. Das variable Modell des demographischen Überganges 18
3.2. Anwendung des Modells 18
3.3. Kritik an dem Modell 19
3.4. Zusammenfassung 20
4. Literaturverzeichnis 21
1. Natürliche Bevölkerungsbewegung
Im Prozess der natürlichen Bevölkerungsbewegung, die zu der Veränderung der Bevölkerungszahl und damit in der Regel zur Veränderung der
Bevölkerungszusammensetzung und der Bevölkerungsverteilung unserer Erde führt, sind die Zahlen der Geburten und die Todesfälle, aber auch die Zu- und Abwanderung über die Gebietsgrenzen, die größten Komponenten. Diese liefern die Daten der Gesamtzahl aller auf der Erde lebenden Menschen, nach Alter und Geschlecht bestimmt.
„...In jedem von Menschen bewohnten Teilraum unserer Erde vollzieht sich eine stetige Veränderung des Bevölkerungsstandes: Kinder werden geboren; alte, aber auch jüngere Menschen sterben, und Familien oder Einzelpersonen ziehen zu oder wandern ab.“ ( 1
1.1. Demographische Vorgänge
Veränderungen in er Bevölkerungszahl und Bevölkerungszusammensetzung ergeben sich durch Zusammenwirken der natürlichen Bevölkerungsentwicklung und der grenzüberschreitenden Zu- und Abwanderung. Man nennt diese Entwicklungen demographische Vorgänge. Zur Erfassung und Beschreibung dieser Vorgänge verwendet die Bevölkerungsstatistik bestimmte Indikatoren:
Geburtenziffer: Anzahl der Lebendgeborenen je 1000 vom Mittel der Gesamtbevölkerung pro Jahr Fruchtbarkeitsziffer (Fertilitätsrate): Anzahl der
Sie kann beeinträchtigt werden von:
Sterbeziffer: Anzahl der Gestorbenen je 1000 vom Mittel der Gesamtbevölkerung pro Jahr
( 1 Bähr, J.; Bevölkerungsgeographie; 3. Auflage; S. 173
1
Säuglingssterblichkeit: Anzahl der im ersten Lebensjahr Gestorbenen je 1000 Neugeborene
mittlere Lebenserwartung: Mittel zu erwartender Lebensdauer eines Neugeborenen
Nettoreproduktionsrate: mittlere Anzahl der Mädchengeburten
Ein Mensch tritt mit seiner Geburt in die Bevölkerung ein und scheidet mit seinem Tod wieder aus. Geburt, Alter, Tod ...sind also nicht nur biologische Vorgänge, sondern werden auch zu gesellschaftsbedingten Faktoren. Sie sind in die sozioökonomische Entwicklung einer Epoche eingebettet.
1.2. Geburtenrate (Fertilität)
„Um nähere Einblicke in die Bevölkerungsvorgänge zu gewinnen, und diese in ihren Ursachen und Auswirkungen beurteilen und vergleichen zu können, werden verschiedene Maßzahlen und Indizes benutzt...“( 2 Die einfachste und am meisten gebrauchte Messziffer für die menschliche Fruchtbarkeit (Fortpflanzungsintensität) ist die allgemeine Geburtenrate:
Lebendgeborene innerhalb eines Zeitraumes
X 1000
mittlere Bevölkerung des Berechnungszeitraumes
1000 = Zahl der Ereignisse je 1000 Einwohner Berechnungszeitraum = im allgemeinen 1 Jahr;
Mann kann aber davon ausgehen, dass die allgemeine Geburtenrate zur Bestimmung der Fruchtbarkeit nicht ausreicht, da die Alters- und Geschlechtsstrukturen unberücksichtigt bleiben, ein großer Teil der Bevölkerung noch nicht oder nicht mehr
( 2 Kuls, W.; Bevölkerungsgeographie; 2. Auflage, 1993; S. 106
2
im reproduktionsfähigen Alter stehen und am Fortpflanzungsprozess aber nur die gebär- und zeugungsfähigen Altersgruppen beteiligt sind (Zahl der Frauen, die überhaupt Kinder bekommen können im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung gering). (vgl. Leib, J.; Mertins, G.; S. 53)
Die Zahl der Geburten überall in der Welt fällt in die Altersphase der gebärfähigen Frauen zwischen 15 und 45 oder 49 Jahren. Setzt man die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zur Zahl der Geburten in Beziehung zueinander, so ergibt die resultierende Verhältniszahl die allgemeine Fruchtbarkeitsrate:
Lebendgeborene
X 1000
Zahl der Frauen im Alter zwischen 15 und 45 (49) Jahren
Die Geburten einer Frau verteilen sich nicht gleichmäßig auf den gesamten Zeitraum ihrer Gebärfähigkeit, sondern auf eine relativ kurze Zeitspanne. So erreicht sie ihren Höhepunkt, kultur- und länderspezifisch, im Alter zwischen 20-24 bzw. 25-29 Jahren, um dann wieder stark abzunehmen. Dies ist der Grund, warum die Berechnung der altersspezifischen Fruchtbarkeitsraten von großem Wert sind. Sie weisen bei räumlichen und zeitlichen Vergleichen und oft auch bei der Untersuchung der Fruchtbarkeit einzelner sozialer Schichten große Unterschiede auf. Wichtige Bestimmungsfaktoren sind unter anderem auch das Heiratsalter, die Stellung der Frau in der Gesellschaft, die Beteiligung am Erwerbsleben, die Ehedauer, eheliche und außereheliche Fruchtbarkeit. (vgl. Kuls, W.; S. 107/108) Eine genauere Aussage über die Bevölkerungsdynamik erlauben die Angaben darüber, „..wie viel Mädchen geboren werden, die ihre Mutter in der nächsten Generation ersetzen
können...“(Bruttoreproduktionsrate).( 3
Aussagekräftiger dagegen ist die Nettoreproduktionsrate, die deshalb von großem Interesse ist, da sie die Sterblichkeitsverhältnisse der Frauen im gebärfähigen Alter berücksichtigt. Ist ein Wert kleiner 1 kann man davon ausgehen, dass es in der nächsten Generation zu einem Bevölkerungsrückgang kommt, während ein Wert von genau 1 eine Stagnation und einen Wert über 1 einen Anstieg bedeutet.(vgl. Kuls, W.; S. 108)
( 3 Kuls, W.; Bevölkerungsgeographie; 2. Auflage, 1993 S. 108
3
1.3. Sterberate (Mortalität)
Die analoge Messzahl zur allgemeinen Geburtenrate ist die allgemeine Sterberate (rohe Sterbeziffer). Sie gibt Aufschluss über den Stand der Sterblichkeit im Vergleich mehrerer Länder, Staaten, Provinzen, Städte usw.. Sie ist von der Alterszusammensetzung der jeweiligen Bevölkerung beeinflusst und auch von der Sexualproportion., da es unterschiedliche geschlechtsspezifische Sterberaten gibt. Sterbefälle
X 1000 mittlere Bevölkerung
Hierbei wird die Anzahl der innerhalb eines Zeitabschnittes gestorbenen männlichen oder weiblichen Personen eines Altersabschnittes auf entsprechende 1000 Personen derselben Altersgruppe angegeben. Alters- und geschlechtsspezifische Sterbeziffern sind jedoch aufschlussreicher , da sie die Vergleiche von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Zusammensetzung erleichtern. Die Berechnung von Sterbeziffern einzelner Jahrgänge oder Jahrgangsgruppen zeigt, dass die Sterblichkeit im Alter nicht gleichmäßig zunimmt, sondern dass es einerseits eine erhöhte Säuglingssterblichkeit gibt, andererseits ein Anstieg der Sterblichkeit bei älteren Menschen erst mit etwa sechzig zu verzeichnen ist. Betrachtet man sich den Verlauf der alters- und geschlechtspezifischen Sterbeziffern so erkennt man eine idealisierte U-Form. -> hohe Raten bei Säuglingen -rapider Abfall-stetiger Anstieg nach dem 25-29 Lebensjahr bis in das hohe Alter. (vgl. Leib, J.; Mertins, G.; S. 55)
1.3.1. Säuglingssterblichkeit
Die Säuglingssterblichkeit wird besonders beachtet. Als sehr effektiv hat sich die nachfolgende genannte Berechnungsmethode erwiesen:
Gestorbene Säuglinge in einer Zeiteinheit
X 1000
Lebendgeborene Säuglinge in derselben Zeiteinheit
4
Arbeit zitieren:
Andreas Reineck, 2001, Bevölkerungswachstum - Das Modell des Demographischen Übergangs, München, GRIN Verlag GmbH
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