Freie Universität Berlin
Institut für Prähistorische Archäologie
Hauptseminar: Die Späthallstattzeit nördlich der Alpen
Wintersemester 2007/2008
Die Heuneburg: Architektur und Siedlungsentwicklung
Eingereicht von Christina Michel
8. Mai 2008
2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsübersicht...2
Verzeichnis der Abbildungen...3
I Einleitung
1.1.
Problemstellung und Themenabgrenzung...4
1.2.
Forschungsgeschichte und Quellenlage...4
II Hauptteil
2.1.
Topographische Lage...8
2.2.
Entwicklungsgeschichte der Burg...9
2.3.
Die Umgebung der Heuneburg...14
2.3.1. Die Vorburg...14
2.3.1.1.
Die Befestigungswerke der Vorburg...14
2.3.1.2.
Besiedlungsspuren im Bereich der Vorburg ...15
2.3.1.3.
Die Toranlage...16
2.3.2. Die Außensiedlung...18
2.3.2.1.
Die ursprüngliche Außensiedlung...19
2.3.2.2.
Die nördliche Außensiedlung...20
2.3.2.3.
Die Südsiedlung...22
2.4.
Zum Wirtschafts- und Sozialstruktur...24
III
Resumé...26
IV
Literaturverzeichnis...28
3
Verzeichnis der Abbildungen
Abb. 1:
Plan des Raumes Hundersingen- Binzwangen mit
Geländedenkmälern...5
Abb. 2:
Schema des Schichtenaufbaus der Heuneburg...6
Abb. 3:
Bebauungsplan und ergänzter Grundrissplan der Heuneburg
in Periode IV c ...7
Abb. 4:
Bebauungsplan der Heuneburg in den Perioden IV b/ 3 bis IV a/ 1...8
Abb. 5:
Bebauungsplan der Heuneburg in den Perioden III b bis II...9
Abb. 6:
Bebauungsplan der Heuneburg in den Perioden I b/4 bis I a...10
Abb. 7:
Schnitte der Grabungen 2000 und 2006 im Vorburgareal der Heuneburg...11
Abb. 8:
Befunde von Sondage 4 im Vorburgareal der Heuneburg...12
Abb. 9:
Kammertoranlage der Heuneburg...14
Abb.10:
Abfolge der Baustadien unter Hügel 4 im
Talhau/ Heuneburg- Außensiedlung...16
Abb.11:
Westliches Vorfeld und Hinterland der Heuneburg ...18
Abb.12:
Vergleich der Baustrukturen der Außensiedlung, der nördlichen
Außensiedlung und in der Südsiedlung ...20
4
I Einleitung
1.1.
Problemstellung und Themenabgrenzung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Rahmen des Hauptseminars ,,Die Späthallstattzeit
nördlich der Alpen" mit der Siedlungsentwicklung und Architektur der Heuneburg. Dem Titel
der Veranstaltung entsprechend stehen dabei die hallstattzeitlichen Bauphasen der
Heuneburg im Mittelpunkt. Angesichts der jüngsten Grabungen im Zuge des
Schwerpunktprogramms "Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse Zur Genese
und Entwicklung ,,frühkeltischer Fürstensitze" und ihres territorialen Umlandes (SPP 1171)"
der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll allerdings nicht nur die Siedlung direkt
auf der Burg, sondern vor allem die diachrone Entwicklung der Außensiedlung betrachtet
werden, die scheinbar sehr viel größer und komplexer war, als bislang angenommen. Liegt in
der vorgelagerten Außensiedlung der Ausgangspunkt für den Reichtum der Heuneburg?
Legte die bäuerliche Wirtschaftsweise, die für die umliegenden Siedlungen angenommen
wird, die Grundlage für die starke soziale Gliederung einer feudal strukturierten Gesellschaft,
die schließlich die Schaffung eines ,,Fürstensitzes"
1
ermöglichte?
1.2.
Forschungsgeschichte und Quellenlage
Erstmals dürfte die Heuneburg in den Beschreibungen des Oberamtes Riedlingen 1827
erwähnt worden sein, bevor in den 1850er Jahren an den Grabhügeln der Hohmichele-
Gruppe erste Grabungen durch den örtlichen Altertumsverein durchgeführt wurden.
Grabungen an den Hügeln des Gießhübel/Talhau führten zur Belegung mit dem Begriff
Fürstengrab. Es ist bereits mehrfach spekuliert worden, dass dies wohl unter dem Eindruck
Schliemanns im gleichen Jahr gefundener Prachtgräber in Mykene stand
2
.
Nachdem sich der
Begriff im Verlauf der 1930er Jahre als terminus technicus durchgesetzt hatte, griffen ihn
auch die Ausgräber der Heuneburg auf, in dem sie der Veröffentlichung ihrer
Grabungsergebnisse den Untertitel ,,frühkeltischer Fürstensitz" als Analogbildung
gegenüberstellten.
Die Untersuchungen an der Heuneburg wurden ab 1948 zunächst durch K. BITTEL und A.
RIETH, in deren Folge 1951 die bekannte Monographie mit dem Titel: "Die Heuneburg an
der oberen Donau, ein frühkeltischer Fürstensitz" erschien. Von 1950-58 wurde
ausschließlich im Befestigungsbereich der Burg gegraben. Ab 1951 lag die Grabungsleitung
1
Von Kimmig hauptsächlich gekennzeichnet ,,durch die Siedlungsform einer Hallstattburg mit offener
Siedlung im Vorland (akropolis und suburbium), den herausragenden Fundstoff mit mediterranen
Importgütern und die umgebenden Großgrabhügel mit prunkvoll ausgestatteten Burgherrengräbern"
Kimmig, zitiert nach KURZ 2007: 13
2
VEIT 2000:Anm.2; SCHIER1998:493
5
bei Wolfgang Dehn, Wolfgang Kimmig und Adolf Rieth. 1955 wurde die Grabung in das
Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen.
Zusätzliche Untersuchungen führte Siegwalt Schiek am Hohmichele und an Hügel 4 der
Talhau-Gruppe zwischen 1954 und 1956 durch. Mit einigen Unterbrechungen wurden die
Grabungen schließlich unter der Leitung von Egon Gersbach weitergeführt, welcher bis 1979
den Bereich der sog. Akropolis untersuchte, in deren Verlauf eine angenommene 14-
phasige Siedlung mit insgesamt zehn nacheinander errichteten Befestigungsmauern
freigelegt wurde. Insgesamt wurden dabei insgesamt ca. ein Drittel des etwa 3 Hektar
großen Burgareals untersucht, mit einem klaren Schwerpunkt im Südteil der Anlage
3
. Parallel
dazu begannen 1977 Sondagen des Landesdenkmalamtes im nordwestlichen und
westlichen Vorfeld der Heuneburg unter der Leitung von S. SCHIEK. Dieser untersuchte dort
zwischen 1978 und 1980 den Bereich des Hügels 2 der Gießübel-Talhau Gruppe.
Anschließend wurden die Arbeiten an Hügel 1 aufgenommen und von Siegfried Kurz bis
1982 fortgeführt
4
. In den Jahren 1988 und 1989 erfolgten abschließende
Nachuntersuchungen an den Hügeln 2 und 4 im Gießübel-Talhau
5
. Zwischen 1995 und 2001
fanden Grabungen im Gewann ,,Greutäcker" statt, die seit 1999 durch umfangreiche
Prospektionen im Umfeld der Heuneburg ergänzt wurden.
Aktuell werden seit 2004 im Rahmen des DFG- Schwerpunktprogramm "Frühe
Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse Zur Genese und Entwicklung ,,frühkeltischer
Fürstensitze" und ihres territorialen Umlandes (SPP 1171)" Grabungen unter der Leitung
von H. Reim, S. Schiek, G. Riek, S. Kurz und J. Bofinger durchgeführt.
Forschungsschwerpunkte sind dabei die sogenannte ,,Außensiedlung", die bei der Nekropole
,,Gießübel/Talhau" im Norden der Heuneburg liegt, sowie die sogenannte ,,Südsiedlung", die
sich südlich der Heuneburg beim Grabhügel im Gewann ,,Greutäcker" befindet.
Den langjährigen Forschungen entsprechend, gestaltet sich die Quellenlage zur Heuneburg,
dem ,,besterforschten Fürstensitz der späten Hallstattzeit"
6
mehr als umfangreich. Bereits seit
1962 werden die Grabungs- und Untersuchungsergebnisse in der Reihe ,,Heuneburgstudien"
von der Römisch- Germanischen- Kommission publiziert. Bislang wurden in dieser Reihe 11
Bände veröffentlicht. Unter der Herausgeberschaft von Wolfgang Kimmig erschien 2000 die
bis dato letzte Publikation, die sich mit den Importen und den mediterranen Einflüssen auf
der Heuneburg beschäftigt. Für die Darstellung der Architektur und Siedlungsentwicklung auf
3
Angaben nach GERSBACH zum Eintrag ,,Heuneburg" im Reallexikon der Germanischen
Altertumskunde 1999: 528.
4
KURZ/SCHIEK 2002:17
5
KURZ 2000:18
6
BOFINGER/ KRAUSSE 2005:1
6
der Heuneburg bieten die Bände 9 und 10 der Heuneburgstudien (,,Baubefunde der Perioden
IVc- IVa der Heuneburg" und ,, Baubefunde der Perioden IIIb- Ia der Heuneburg", beide von
Egon Gersbach herausgegeben) einen sehr umfassenden Überblick, wenngleich die
Darstellungsform als Grabungsbericht bisweilen sehr mühsam zu lesen ist. Allerdings sind
beide o.g. Werke nur bedingt auf die Besiedlung der ganzen Burg übertragbar, da bislang
nur im Südosten der Heuneburg umfangreich gegraben wurde. Über den zentralen und
nördlichen Innenraum lassen sich daher keine umfassenden Aussagen treffen.
Die jüngsten Forschungsergebnisse, die vor allem im Umland der Heuneburg gewonnen
wurden, werden im Rahmen des Schwerpunktprogrammes der DFG auf der Website
www.fürstensitze.de
zusammenfassend einer großen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ausgewählte Themen werden zudem als Monographien in der Reihe ,,Forschungen und
Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden- Württemberg" des Landesdenkmalamtes
Baden- Württemberg herausgegeben. Die im September 2007 erschienene Arbeit von
Siegfried Kurz ,,Untersuchungen zur Entstehung der Heuneburg in der späten Hallstattzeit"
bildet hier das aktuellste Werk.
Speziell für die Darstellung der Entwicklung der Außensiedlung war das o.g. Werk sowie die
bereits 2000 erschienene Publikation ,,Die Heuneburg- Außensiedlung. Befunde und Funde"
hilfreich, wenngleich hier noch von einer Außensiedlung mit einer Ausdehnung von
höchstens 25 Hektar ausgegangen wird. Des Weiteren wurden in dieser Arbeit überwiegend
die Vorberichte der Grabungen, die in der Zeitschrift ,,Archäologische Ausgrabungen in
Baden- Württemberg" erschienen, zur Recherche verwendet, da besonders die aktuellen
Befunde der Außensiedlung noch nicht anderweitig publiziert worden sind.
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