1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Meilensteine auf dem Weg zur Europäischen Union 3
2.1 Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl 3
2.2 Die Römischen Verträge 4
2.3 Einheitliche Europäische Akte 5
3. Der Vertrag von Maastricht über die Europäische Union 7
3.1 Die Struktur des Vertrags 7
3.2 Die wichtigsten Neuerungen 8
3.2.1 Unionsbürgerschaft 8
3.2.2 Subsidiaritätsprinzip 8
3.2.3 Wirtschafts- und Währungsunion 8
3.2.4 Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik 9
3.2.5 Zusammenarbeit in den Bereichen Justiz und Inneres 10
3.2.6 Europäisches Parlament 10
4. Weitere Entwicklung nach Maastricht 10
5. Fazit 12
Quellen- und Darstellungsverzeichniss 13
2
1. Einleitung
Der Vertrag über die Europäische Union, der am 07. Februar 1992 im niederländischen Maastricht unterschrieben wurde, stellte zu diesem Zeitpunkt den Höhepunkt des europäischen Integrationsprozesses dar. Dieser Prozess begann schon vor etwa 40 Jahren mit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl.
Der Vertag von Maastricht stellte keine neue Gemeinschaftskonzeption an sich dar, sondern war viel mehr eine Weiterentwicklung und Ergänzung der schon bestehenden Gemeinschaftsverträge. Durch ihn wurde die Gemeinschaft zu einer Union. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die Meilensteine auf dem Weg zur Europäischen Union kurz genannt und beschrieben werden. Die wichtigsten Neuerungen und Veränderungen die durch den Vertrag von Maastricht eingeführt wurden sollen dann beleuchtet werden; Um am Ende einen Überblick über die Zeit nach Maastricht zu geben und schließlich einen Ausblick über die Zukunft der europäischen Integration zu geben.
3
2. Meilensteine auf dem Weg zur Europäischen Union
2.1 Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl
Der erste der drei Gemeinschaftsverträge ist der Vertrag über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), der am 18. April 1951 in Paris von Vertretern Frankreichs, Deutschlands, Italiens und der Beneluxländer unterzeichnet wurde. Der Ausgangspunkt für diesen Vertrag war der so genannte Schuman-Plan. Dieser basiert auf der Idee Jean Monnets, die Stahl- und Kohle Produktion Frankreichs und Deutschlands
zusammenzulegen. 1
So schlug der französische Außenminister Robert Schuman in einer Regierungserklärung vom 09.Mai 1950 vor :
die Gesamtheit der französisch-deutschen Kohlen- und Stahlproduktion unter eine gemeinsame Oberste Aufsichtsbehörde (Haute Autorité) zu stellen, in einer Organisation,
die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt offen steht. 2
Schuman begründete seinen Plan damit, dass mit einer Zusammenlegung der Kohle- und Stahlindustrie jeder weitere Krieg zwischen Frankreich und Deutschland unmöglich sei. Die Rivalität zwischen den beiden Ländern würde ausgelöscht werden und somit der Grundstein
für eine Vereinigung der europäischen Nationen gelegt. 3
In der Präambel des EGKS-Vertrags steht, diese Idee aufgreifend:
[...] an die Stelle der jahrhundertealten Rivalitäten einen Zusammenschluß ihrer wesentlichen Interessen zu setzen, durch die Errichtung einer wirtschaftlichen Gemeinschaft den ersten Grundstein für eine weitere und vertiefte Gemeinschaft unter Völkern zu legen, die lange Zeit durch blutige Auseinandersetzungen entzweit waren, und die institutionellen Grundlagen zu schaffen, die einem nunmehr allen gemeinsamen
Schicksal die Richtung weisen können,[...] 4
Die an der so genannten Montanunion teilnehmenden Staaten stellten sich erstmals unter eine
supranationale Behörde 5 und gaben somit weitgehende Souveränitätsrechte im Bereich Kohle und Stahl auf. 6
1 Vgl. Herz, Dietmar, Die Europäische Union. München 2002, Seite 27f.
2 Erklärung der französischen Regierung über eine gemeinsame deutsch-französische Schwerindustrie vom 9.Mai 1950 abgedruckt in: Brunn, Gerhard, Die Europäische Einigung von 1945 bis heute. Bundeszentrale für politische Bildung. Schriftenreihe Band 472. Bonn 2004, Seite 337
3 Vgl. Erklärung der französischen Regierung über eine gemeinsame deutsch-französische Schwerindustrie vom 9.Mai 1950 abgedruckt in: Brunn, Die Europäische Einigung, Seite 337.
4 Präambel des EGKS-Vertrags 5 Haute Autorité – Hohe Behörde (Übersetzung des Autors)
4
Der Vertrag sah die Bildung eines gemeinsamen Marktes vor; Zölle mussten abgeschafft werden, Kartelle und Unternehmenszusammenschlüsse wurden überprüft und staatliche
Subventionen verboten 7 . Darüber hinaus bot die Gemeinschaft Investitionshilfen an und
konnte, sofern nötig, in den Markt eingreifen, um "normale Wettbewerbsbedingungen" zu
gewährleisten 8 . Der EGKS-Vertrag gründete vier supranationale Organe.
Diese waren die Hohe Behörde, die Gemeinsame Versammlung, der Gerichtshof und der
Besondere Ministerrat. 9
Der Weg der europäischen Integration begann mit einem wirtschaftlichen Zusammenschluss, zweier zu dieser Zeit noch sehr bedeutenden, wenn nicht der bedeutendsten wirtschaftlichen Branchen., der für Kohle und Stahl. Der Vertrag trat am 23. Juli 1952 in Kraft.
2.2 Die Römischen Verträge
Am 30. August 1954 lehnte die französische Nationalversammlung , die von dem französischen Außenminister René Pleven geplanten und von den Mitgliedstaaten der Montanunion am 27. Mai 1952 unterschriebenen Vertrag zur Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) , ab. Im Mai 1953 hatten sich die selben Staaten auch zur Bildung der Europäischen Politischen Gemeinschaft (EPG) entschieden, aber dieses Vorhaben scheiterte durch die Ablehnung der EVG durch die französischen National-
versammlung ebenfalls 10 .
Zu diesem Zeitpunkt stagnierte der Integrationsprozess; einen neuen Impuls lieferte die Konferenz in Messina vom 1. und 2. Juli 1955. Die Außenminister der Länder der Montanunion beauftragten den belgischen Außenminister Paul-Henri Spaak einen Bericht
über die Umsetzungsmodalitäten zur Schaffung eines "gemeinsamen Marktes" 11 zu
erarbeiten. Dieser Bericht bildete die Basis für die Römischen Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom). Die Verträge wurden am 25.März 1957 unterzeichnet und traten zum
Jahreswechsel in Kraft. 12
6 Vgl. Herz, Die Europäische Union. Seite 27f.
7 Vgl. Art. 4 EGKS-Vertrag 8 Vgl. Art. 5 EGKS-Vertrag 9 Vgl. Art. 8-18 EGKS-Vertrag 10 Vgl. Gerken, Lüder (Hg.), Politische und ökonomische Integration in Europa. In: Europa 2000 Perspektive wohin? Die europäische Integration nach Maastricht. Freiburg i. Br. 1993, Seite 16f.
11 Vgl. Schlusskommuniqué der Konferenz von Messina vom 03. Juni 1955 abgedruckt in. Brunn, Europäische Einigung. Seite 347.
12 Vgl. Gerken, Politische und ökonomische Integration in Europa. Seite 16f.
Arbeit zitieren:
Konstantin Gasparatos, 2006, Der Vertrag von Maastricht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Carl Schmitt und der Nationalsozialismus
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 20 Seiten
Das Alte Reich auf seinem Weg zum modernen Staat.
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 15 Seiten
Die Problematik eines Türkei-B...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 12 Seiten
Digestenexegese - D. 9, 2, 15, 1
Ulpian zur "überholenden&...
Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte
Seminararbeit, 38 Seiten
Der Parlamentarische Rat und das Grundgesetz
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 24 Seiten
Wahrheit und Politik in der Demokratie
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 13 Seiten
Welchen Einfluss hat das Wahlsystem auf die Wahlbeteiligung?
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hausarbeit, 15 Seiten
Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft - Vergleich der Parteien in...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Praktikumsbericht / -arbeit, 24 Seiten
Medikalisierung im 19. Jahrhundert
Der Schritt in die Moderne
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 16 Seiten
Die Entwicklungspolitik der Europäischen Union
Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit - Geschlechtsspezifische Verteil...
Seminararbeit, 24 Seiten
Die Entwicklungspolitik der Europäischen Union
Formen, Aspekte und Zielsetzun...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit, 21 Seiten
Grüne Wirtschaftspolitik - Die Klima- und Umweltpolitik Barack Obamas
Ist die Klima- und Umweltpolit...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Seminararbeit, 26 Seiten
Soziologischer und historischer Institutionalismus
Thesenpapier
Sozialwissenschaften allgemein
Ausarbeitung, 5 Seiten
Das Föderalismusprinzip im Maastrichter Vertragswerk - ein Meilenstein...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 30 Seiten
Energiepolitik im Spannungsfeld zwischen europäischem Mehrebenensystem...
Analyse der Förderungsinstrume...
Politik - Internationale Politik - Klima- und Umweltpolitik
Bachelorarbeit, 64 Seiten
Erklärungsmodelle von Wählerverhalten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 17 Seiten
Konstantin Gasparatos's Text Der Vertrag von Maastricht ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Konstantin Gasparatos hat den Text Der Vertrag von Maastricht veröffentlicht
Konstantin Gasparatos hat einen neuen Text hochgeladen
Vertrag über die Europäische Union und Vertrag zur Gründung der Europä...
Artikel 98 - 188 EGV
Hans von der Groeben, Jürgen Schwarze
Die Außenbeziehungen der Europäischen Union nach dem Vertrag über eine...
Eine Untersuchung aus kompeten...
Andreas Metz
Die neue Europäische Union nach dem Vertrag von Lissabon
Ein Überblick über die Reforme...
Christian Calliess
Der Kampf um den Lissabon-Vertrag
Das Ringen der deutschen Bürge...
Markus C. Kerber, Dieter Spethmann, Joachim Starbatty, Franz Ludwig Stauffenberg
Endlich verstehen, was in der ...
Alexander Simons, Claudia Gatzweiler
0 Kommentare