Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Theorie der romantischen Liebe 4
1.1. Romantik in Deutschland 4
1.2. Universalpoesie nach Fr. Schlegel 4-5
1.3 Ein Schlüsselroman 5
2. Das Ideal der romantischen Liebe am Beispiel der „Lucinde“ 6-7
Schlussfolgerung 8
Literaturverzeichnis 9
2
Einleitung
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage der romantischen Liebe in der „Lucinde“ von Friedrich Schlegel. 1799 in Berlin erschienen, rief dieser Roman einen Skandal hervor, da er eine neue und ethisch hohe Auffassung von Liebe und die Darstellung von Sexualität enthielt, die den damaligen Zeiten nicht entsprachen. Im Gegensatz zu den Einstellungen des 18. Jahrhunderts zur Liebe, die zwischen der körperlich-sinnlichen und der geistig-seelischen Verbindung von Mann und Frau unterschieden, betonte Schlegel gerade die Einheit sinnlicher und seelischer Liebe. Damit eröffnete er eine neue Epoche für die soziale Stellung der Frau.
Vor der eigentlichen Analyse des Werkes wird in dem ersten Teil der Arbeit die Romantik als Epoche kurz beschrieben. Es wird auch genauer sowohl auf Schlegels Vorstellung über die Liebe als auch auf seine Theorie der Universalpoesie eingegangen. Der zweite Teil wird sich mit dem Roman selbst befassen: Es wird gezeigt, dass es sich in der „Lucinde“ um eine typisch romantische Liebe handelt.
3
1. Theorie der romantischen Liebe
1.1. Romantik in Deutschland
Unter Romantik im engeren Sinne wird eine geistige, künstlerische und insbesondere literarische Bewegung in Europa zwischen 1790 und 1850 verstanden. In Deutschland beginnt die literarische Romantik im Jahr 1793, in dem die mittelalterliche Kunst und Religion von W.H. Wackenroder und L. Tieck als Gegenbild und Vorbild für ihre Zeit entdeckt wurden. 1798 bildet sich in Jena die erste Gruppe der Romantiker (sog. Jenaer oder Frühromantiker) mit Novalis, den bedeutendsten Theoretikern Fr. und A.W. Schlegel, dem Theologen F.D.E. Schleiermacher, den Philosophen J.G. Fichte und W. Schelling u. a. Die zweite Gruppe tritt 1805 und 1808/09 in Heidelberg hervor (sog. Heidelberger oder Hochromantiker) mit A. v. Arnim, C. Brentano, J. v. Eichendorff, J. und W. Grimm u. a. Ihrer Dichtung liegt ein Bildungsprogramm zugrunde, das sich insbesondere gegen die französischen Einflüsse, sowie gegen Aufklärung und Klassizismus richtet. 1820 erscheinen Dichtungen von J. v. Eichendorff, E. Mörike, N. Lenau sowie H. Heine, die von dem Widerspruch zwischen der Sehnsucht nach Poesie und der Prosa des bürgerlichen Alltags geprägt sind. Mit dieser Gruppe (sog. Spätromantiker) läuft die Romantik aus. 1
1.2. Universalpoesie nach Fr. Schlegel
Im Mittelpunkt Jenaer Romantiker steht die Zeitschrift „Athenäum“ und das Programm einer neuen universalen Poesie, die eine Ergänzung der Weimarer Klassik und eine Synthese von Philosophie, Religion, Gesellschaft und Kunst darstellt und alle Formen (Gattungen) reflektiert und vermischt. Die Universalpoesie tritt in immer weitere Bereiche des Lebens ein, so dass das ganze Leben selbst zur Dichtung wird. Aber ihre Bestimmung „ist nicht bloß, alle getrennten Gattungen der Poesie wieder zu vereinigen und die Poesie mit der Philosophie und Rhetorik in Berührung zu setzen. Sie will und soll auch Poesie und Prosa, Genialität und Kritik, Kunstpoesie und Naturpoesie bald mischen, bald verschmelzen, die Poesie lebendig und gesellig und das Leben und die Gesellschaft poetisch machen, den Witz poetisieren und die Formen der Kunst mit gediegnem Bildungsstoff jeder Art anfüllen und sättigen und durch die Schwingungen des Humors beseelen.“ 2 In dieser Poesie wird alles umfasst, was poetisch ist.
1 Metzler-Literatur-Lexikon: Begriffe und Definitionen. (Hg.): Schweikle, Günther u. Irmgard. Stuttgart: 1990,
S. 398
2 Schlegel, Friedrich: Schriften zur Literatur. (Hg.): Rasch, Wolfdietrich. München: 1972, S. 22-24
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Arbeit zitieren:
Kateryna Buzun, 2007, Romantische Liebe in der "Lucinde" von Friedrich Schlegel, München, GRIN Verlag GmbH
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