Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung. 2
2 Das Baskenland: Ausbreitung und Sprachentwicklung. 2
2.1 Dialekte. 3
2.2 Heutige Sprachsituation. 4
3 Verbreitung und Gebrauch des Baskischen. 4
4 Autonomiestatut. 5
5 Bildungssystem. 7
6 Die Zukunft des Baskischen. 11
7 Baskische Literatur. 11
7.1 Gesellschaftlicher Stellenwert der Literatur. 12
7.2 Verlagssystem. 13
7.3 Leserschaft und Thematik der Literatur. 14
7.4 Stile und Tendenzen. 14
8 Ergebnis. 16
9 Literatur. 17
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Baskische Sprache und Literatur
1 Einleitung
In dieser Arbeit zum Proseminar II „Regional- und Minderheitensprachen Spaniens“ soll die baskische Sprache als solche vorgestellt werden, da im Seminar dieser Themenabschnitt aus Zeitgründen leider unbehandelt blieb. Dabei werden Verbreitung, Dialekte, Sprachgebrauch, heutige Sprachsituation und Bildungssystem geschildert, basierend auf dem Aufsatz „The Basque- speaking Communities“ von Jasone Cenoz und Josu Perales (2001) . Da das Baskische eine lange Tradition in oraler Überlieferung aufweist, soll anschließend ein Blick auf die aktuelle baskische Literatur geworfen werden.
2 Das Baskenland: Ausbreitung und Sprachentwicklung
Das Baskenland umfasst bei einer Fläche von 20 742 km² und einer Population von ca. drei Millionen Menschen sieben Provinzen, wobei sich drei nördlich und vier südlich der Pyrenäen befinden. Die nördlichen Provinzen in Frankreich sind Lapurdi, Nafarroa Beherea und Zuberoa, die zu Spanien gehörenden Provinzen Araba, Bizkaia, Gipuzkoa und Nafarroa bilden mit 92 % der Einwohner den eigentlichen Großteil des Baskenlandes. Euskara, die baskische Sprache, ist in Westeuropa einzigartig, da sie nicht indo- europäisch ist und bis heute ihr genauer Ursprung nicht bestimmt werden kann. Das Baskische wurde mit iberischen und kaukasischen Sprachen verglichen. Typologisch ist Euskara definiert als ergative und agglutinative Sprache mit 16 morphologischen Fällen. Das Baskische konnte trotz Romanisierung konserviert werden, was durch die geographische Lage erklärbar ist, da Gebirgsketten und Flüsse (z. B. Pyrenäen, Ebro) das Baskenland auf natürliche Weise abgrenzen. In der Antike reichte das Verbreitungsgebiet der Basken und der ihnen verwandten Aquitanier im Norden bis an die Garonne, im Süden von Navarra bis zum Ebro. In diesen Gebieten kamen die Vascones, wie die Basken von den Römern genannt wurden, in Kontakt mit den Galliern im Norden und im Süden mit den Keltiberern aus dem westlichen und den Iberern aus dem östlichen Ebrobecken. Durch diese Kontakte kam es zum Sprachaustausch, man kann Übereinstimmungen im Baskischen und Iberischen finden, zum Beispiel die Endung -tar, die heute im Baskischen zur Bildung von Ethnika dient (bilbotar „aus Bilboa“) oder der Name des Flusses Ebro, früher Iberus. Es besteht ein Zusammenhang mit dem baskischen Wort ibai (Fluss).
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Es finden sich Einflüsse romanischer Sprachen auf die baskische Phonologie und Morphologie, sowie auf der anderen Seite baskische Einflüsse auf das Spanische vorhanden sind, besonders in ehemals baskischsprachigen Gebieten wie Navarra und Rioja. Die Entlehnungen aus dem Lateinischen und später Romanischen ins Baskische sind weitaus zahlreicher, als die Entlehnungen aus der baskischen Sprache ins Romanische. Baskische Lexeme finden sich in Orts- und Personennamen, z. B. Etxeberri aus berri (neu) und etxe (Haus) oder aran (Tal- Valle d’Arán bedeutet also eigentlich „Taltal“). Spanische Wörter baskischer Herkunft sind u. a. vega (Aue, fruchtbare Ebene), pizarra (Schiefer(tafel)), aquelarre (Lärm), chaparro (Straucheiche), boina (Baskenmütze), laya (Spaten). (Bollée, 2003)
Obwohl in den meisten Gebieten des Baskenlandes Euskara gesprochen wurde, ist es nie eine institutionelle Sprache geworden und die meisten offiziellen Dokumente wurden in romanischen Sprachen verfasst. Neuere Entwicklungen konstatieren das Verschwinden des Baskischen aus wichtigen Gebieten des Baskenlandes, was sich an vorangehende Ereignisse anknüpft, wie der Rückgang des Baskischen in Araba und Nafarroa im 18. und 19. Jahrhundert und allgemein im 20. Jahrhundert und teilweise während der Franco- Diktatur (1939-75). Dieser Rückgang der Sprache fand nicht nur in institutionellen und Bildungsbereichen statt, sondern auch im privaten Gebrauch. 150 000 Basken gingen nach dem Bürgerkrieg (1936-39) ins Exil nach Frankreich, Nord- und Südamerika und Südafrika.
2.1 Dialekte
Da es keine offizielle Standardversion des Baskischen durch Nutzung auf institutioneller Ebene gab und nur eine unzureichende Anzahl geschriebener Texte, sowie die geographische Ausbreitung des Baskenlandes nördlich und südlich der Pyrenäen erklären die Existenz sechs baskischer Dialekte. Lapurtera, Nafarrera Beherea und Zuberera im Norden und Bizkaiera, Gipuzkera und Nafarrera im Süden. Eine entscheidende Rolle in der Standardisierung des Baskischen spielte die Akademie der baskischen Sprache (Euskaltzaindia). Als anerkannte offizielle Varietät, basierend auf den zentralen baskischen Dialekten, gilt Euskara Batua. 80 % der im Baskenland veröffentlichten Bücher sind in Batua geschrieben und Batua ist auch die Varietät der Bildungssprache und offizieller Dokumente. Aber die Standardisierung des Baskischen ist noch nicht abgeschlossen, es gibt allerdings schon eine wachsende Anzahl an Grammatiken und Wörterbüchern.
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Das Baskische besitzt eine große orale Tradition, schriftliche Überlieferungen sind eher selten. Das erste baskische Buch, ein Gedichtband des Dichters Etxepare, stammt aus dem 16. Jahrhundert.
2.2 Heutige Sprachsituation
Baskisch ist eine Minderheitensprache in ihrem eigenen Territorium aufgrund des fehlenden offiziellen Status in der Vergangenheit und anhaltenden Kontakts mit Spanien und Frankreich. Im Zusammenhang mit der Industrialisierung, dem Vorhandensein von Massenmedien und dem Auftreten spanischer Einwanderer, die Mitte des 20. Jahrhunderts ins Baskenland kamen, wuchs dieser Kontakt in den letzten Jahrzehnten weiter an. Nach der neuen Gesetzgebung hat das Baskische einen co- offiziellen Status neben dem Spanischen in der autonomen baskischen Gemeinschaft (Araba, Bizkaia und Gipuzkoa) und im Norden von Nafarroa. Das Bildungssystem führt dazu, dass die Zahl der Baskischsprecher wieder zunimmt, zumindest in der baskischen autonomen Gemeinschaft. Ca. 40 % der Kinder dort sind bilingual. Nach Cenoz und Perales ist Spanisch aber nach wie vor die dominierende Sprache und Euskara wird von den Sprechern hauptsächlich im Alltag gebraucht.
3 Verbreitung und Gebrauch des Baskischen
Die Verbreitung des Baskischen ist ungleichmäßig, eine besonders hohe Dichte an Sprechern findet man in Gipuzkoa, die niedrigste in Nafarroa. Die Anzahl der Baskophonen ist in isolierten und ländlichen Gegenden und in kleineren Städten höher. Heutzutage hat Donostia (San Sebastián) als einzige Hauptstadt (Provinz Gipuzkoa) einen Sprecheranteil von 25 %. Durch die Einwanderung von Spanischsprechern im Zuge der Industrialisierung wurde Spanisch zur dominierenden Sprache, da die Zugezogenen kein Baskisch lernten. Altersgruppen mit besonders hohem Anteil an Baskophonen sind nach Untersuchungsdaten der Baskischen Autonomen Gemeinschaft aus dem Jahr 1994 folgende:
- 05- 09 Jährige (40,70 %)
- 10- 14 Jährige (37,32 %)
- > 75 Jährige (31,95 %)
- 70- 74 Jährige (30,80 %)
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Arbeit zitieren:
Natalie Schilling, 2006, Baskische Sprache und Literatur, München, GRIN Verlag GmbH
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